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Leid

Leid


Das finstere Tal

Und muss ich auch durchs finstere Tal – ich fürchte kein Unheil! Du, HERR, bist ja bei mir; du schützt mich und du führst mich, das macht mir Mut. Ps 23:4

Manchmal werde ich auf ein Wochenthema gleich mehrgleisig hingelenkt: Meine Mutter leidet an ihrem Bewegungsapparat und wird morgen operiert. Meine Schulwoche war eine Katastrophe. Und jetzt steht Ostern vor der Tür, wo Leid und Liebe aufs Engste miteinander verbunden sind. So soll es in dieser Woche um das Thema “Leid” gehen, Grunderfahrung und Sammelbegriff für alles, was dich körperlich und seelisch belastet. Leid kann häufig nicht genommen werden, wir erfahren Ohnmächtigkeit. Das schmerzt. Der Trost ist: wir sind nicht allein. Jesus ist da mit seiner Liebe, er gibt uns Kraft voranzugehen. Hört sich einfach an, ist es aber häufig nicht. Ich bete, dass uns der Glaube an den mitleidenden und auferstandenen Christus gerade in den finsteren Tälern von Gott immer neu geschenkt wird, den ansonsten bliebe nur Verzweiflung. Herr, schenke uns die Gnade des Glaubens.


Liebe und Leiden

Wo viel Gefühl ist , ist auch viel Leid. Leonardo da Vinci

Der Mensch, der über allem steht, non-stop gelassen ist, kann nicht unser Ziel sein. Wenn wir ein Leib sind in Christus, dann hat das weitreichende Konsequenzen. Wenn du dich innerlich mit einem Mitmenschen in Liebe verbindest, dann ist sein Schmerz dein Schmerz. Wenn wir auf Jesus schauen, dann ist das Ziel spiritueller Praxis diese Liebe, die mitleidet und ein Zeichen unserer Verbundenheit darstellt, aus der heraus wir handeln. Nur und allein aus Liebe zu uns nahm Jesus das Kreuz entgegen. Doch in dem Kreuz und Mitleiden keimt immer schon die Hoffnung: “Wenn wir am Abend noch weinen und traurig sind, so können wir am Morgen doch wieder vor Freude jubeln.” (Psalm 30:6). In jedem Leid steckt der Keim der Hoffnung, dass am Ende alles gut wird, diese Verheißung hat uns Gott in der hl. Schrift gegeben


Kraft im Leiden

Gott nimmt uns die Last des Lebens nicht ab, aber er gibt die Kraft zum Tragen. John Henry Newman

Dein Leben ist nicht nur Sonnenschein, sondern es hat immer wieder auch mit Leiden zu tun: Krankheiten, Todesfälle, mühsame Arbeit, Streit, Leiden an der eigenen Person u.v.m. Gott hilft uns nicht immer am Leiden vorbei, aber er hilft uns hindurch, indem er da ist in seiner Kraft. DAS ist Vertrauen. DAS ist Glaube. Wie hat es Kardinal Faulhaber so treffend formuliert: Wir haben nicht die Wahl zwischen einem Leben mit oder ohne Kreuzweg. Wir haben nur die Wahl zwischen einem Lebenskreuzweg mit oder ohne Jesus Christus! Das bringt es auf den Punkt! Danke Herr, dass du mir Kraft gibst.


Im Leiden nicht verzweifeln

Zwar bleiben auch dem, der treu zu Gott steht, Schmerz und Leid nicht erspart; doch aus allem befreit ihn der Herr! Psalm 34:20

Es sind die unbequemen Momente, die unseren Glauben an Gott auf den Prüfstand stellen. Das Aushalten, wenn das Leben unerwartete Wendungen nimmt. Das Dranbleiben, auch wenn Gott fern scheint. Das Festhalten an seinen Verheissungen, wenn die Finsternis der Nacht noch über den Tag herrscht. Hier mag der breite Weg verlockend sein, aber der schmale Weg führt zum Leben. Vielleicht ist er steinig, doch Gott hat seinen Engeln befohlen, dass wir unseren Fuss an keinen Stein stossen werden (Psalm 91,12).

Glaube ist der Vogel, der singt, wenn die Nacht noch dunkel ist. (Rabindranath Tagore)


Mit anderen leiden

Wer seinem Nächsten zu Hilfe kommt in seinem Leid, sei es geistlich oder weltlich, dieser Mensch hat mehr getan als derjenige, der von Köln bis Rom bei jedem Meilenstein ein Münster errichtet. Albert der Große

bis Rom bei jedem Meilenstein ein Münster errichtet. Albert der Große

Gerade bei meiner Arbeit mit körperbehinderten Menschen erlebe ich immer wieder auch leidensvolle Situationen. Da klappt es hier mit der Ernährung nicht, wo anders ist ein Schüler emotional völlig durch den Wind, und wieder ein anderer wird nun zum x-mal operiert. Bedenke: in jedem Menschen begegnet dir Christus, vor allem aber im leidenden Menschen. Mich hat ein Zitat von Mutter Teresa tief geprägt und beeindruckt.

Ich bin nie das Gefühl losgeworden, dass sich unaufhörlich und überall das Leiden Christi wiederholt. Sind wir bereit, an diesem Leiden teilzuhaben?” (Hl. Mutter Teresa)


Worte Benedikt XVI über das Leiden

Eine Gesellschaft, die die Leidenden nicht annehmen und nicht im Mit-leiden helfen kann, Leid auch von innen zu teilen und zu tragen, ist eine grausame und inhumane Gesellschaft. Benedikt XVI

In seinem Sohn überläßt uns Gott nicht unseren Ängsten und Leiden, sondern er ist uns nahe, er hilft uns, sie zu tragen, und er möchte unser Herz in der Tiefe heilen. Er ist gekommen um Hoffnung zu geben auch im tiefsten Dunkel des Leidens. Die Zeit des Leidens, wo die Versuchung aufkommen könnte, der Entmutigung und der Verzweiflung nachzugeben, kann sich so in eine Zeit der Gnade verwandeln, um in sich zu gehen. Die Leidenden möchte ich ermutigen, im Glauben, der vom Hören des Wortes Gottes, vom persönlichen Gebet und von den Sakramenten genährt wird, stets einen sicheren Halt zu finden. In alles menschliche Leiden ist ‘ein Mitleidender, Mittragender hineingetreten.