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Biblische Hilfen im Leiden

Biblische Hilfen im Leiden


Hilfe durch das Suchen von Gottes Beistands

Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir; schau nicht ängstlich umher, denn ich bin dein Gott; ich stärke dich, ja, ich helfe dir, ja, ich stütze dich mit der Rechten meiner Gerechtigkeit. Jes 41,10

Ein Hammer-Bibelvers, der im Leiden viel Kraft geben kann. Es lohnt sich, ihn mal genauer aufzugliedern:• Sein Beistand: Ist es nicht ein starker Trost, dass Gott immer mit dir ist? Wenn Menschen weggehen, bleibt er da.• Seine Treue: Wir dürfen in einer Beziehung zu Gott stehen, in der Er immer seine Treue erweist. Diese Treue Gottes ist Quelle der Freude, die uns auch im Leiden heflen kann, unseren inneren Frieden zu bewahren.• Seine Stärkung: Gott ist deine Kraft, auch und gerade in deinem Leiden.• Seine Hilfe: Er hilft dir, wenn du nicht weißt, wie es weitergehen soll.• Seine Unterstützung: Er stützt dich mit dem Arm seiner Macht, wenn vieles dich niederdrücken will.Gott: Er ist da. Er ist treu. Er stärkt. Er hilft. Er unterstützt dich.


Hilfe im Leiden durch Geduld

Im Leiden geduldig und ruhig bleiben, in der Gewissheit, dass mit der Zeit alles vergeht. Faustina TB 253

Meine geliebte Mutter leidet seit Jahren an ihrem Bewegungsapparat und ich mit ihr. Sie erträgt dieses Leiden trotz gelegentlicher Tiefs mit großer Geduld und hat nie darin in und an Gott gezweifelt. Sich ein Beispiel an Hiob nehmen, der trotz des Leidens am Gottesglauben fest gehalten hat. (vgl. Jakob 5,11), darin ist mir meine Mutter ein Vorbild. Gott hilft. Er gibt die Kraft. Er schenkt Geduld. Geduld hilft im Leiden. Gott schenke dir Geduld und Kraft in den finsteren Tälern deines Lebens, wo du innerlich schreist: “Ich kann nicht mehr.” Leiden geduldig zu ertragen kann deinen Glauben vertiefen, denn: “Leid macht geduldig, Geduld aber vertieft und festigt unseren Glauben, und das wiederum stärkt unsere Hoffnung.” (Römer 5:3‭-‬4). Gott segne dich und diesen Tag. Leben wir in und mit dem Herrn, der um all unsere Leiden weiß!


Hilfe im Leiden durch die Psalmen

Wen hab ich im Himmel außer dir? Und neben dir wünsch ich mir nichts auf der Erde. Auch wenn ich Leib und Leben verliere, bleibt Gott doch mein Fels und mein Anteil für immer. Ps 73:25‭-‬26

In den Psalmen hören wir betende Menschen, die ihren Glauben durch das Leid hindurch bewahrt haben, indem sie auch alle ihre negativen Gefühle vor Gott gebracht, ihm entgegengeschrien haben. Wir dürfen das auch. Die Psalm-Schreiber mussten damit zurechtkommen, dass Frömmigkeit keine Garantie für ein glückliches, leidfreies Leben ist. Wir müssen das auch. Der leidgeprüfte Beter im Psalm 73 bekommt durch das Beten eine neue Sicht auf das Leid, und gewinnt das Vertrauen, dass Gott ihn trotz allem nicht verlassen hat. Die Psalmen können uns in unserem Leiden Kraft geben, sie speisen uns nicht mit billigen Antworten ab, sondern zeigen uns Menschen wie du und ich, die in schwierigen Lebenssituationen mit ihrem Leben und mit Gott ringen. Für mich sind und bleiben die Psalmen eine große Kraftquelle gerade auch im Leid. Ein eigenes Psalmenbuch liegt stets griffbereit in meiner Gebetsecke.


Hilfe im Leiden durch das Gebet

Leidet jemand unter euch? Dann soll er beten! Jak 5:13

Mein Vater, wenn es möglich ist, dann lass den Kelch an mir vorübergehen und erspare mir dieses Leiden ! Mit 26,39

Ein fataler Irrtum: je mehr ich bete, desto mehr muss Gott mir helfen. Hier wird Beten vom Leistungsgedanken bestimmt, als hätten wir einen Anspruch auf Gottes Eingreifen, wie wir uns das vorstellen. Was allerdings passiert: im Gebet tauche ich in den inneren Raum ein, an dem das Leid keine Kraft hat. Durch das Gebet Jesu am Ölberg wurde Jesus der Kreuzestod nicht genommen, aber er bekam die Kraft, seinen Weg zu gehen. Beten in der Krankheit und im Leiden heißt: Auf das Wunder hoffen, aber nicht erzwingen, sondern sich in Gottes Willen ergeben. Der Umgang mit Leiden ist eine Gratwanderung zwischen Kampf gegen das Leiden und Annahme des Leiden – beide Seiten aber verweisen auf Gottes Willen und führen zur Erkenntnis, dass ich mein Leben nicht selbst in der Hand habe. Es liegt in Gottes Hand.


Hilfe im Leiden durch Beispiele anderer

Selbst wenn die Pest im Dunkeln zuschlägt und am hellen Tag das Fieber wütet, musst du dich doch nicht fürchten. Ps 91:6

Heute vor 75 Jahren starben Hans und Sophie Scholl und ihr Freund Christoph Probst durch die NS-Diktatur. Die Geschwister Scholl stammten aus einem christlich geprägten Elternhaus. Vor seiner Hinrichtung ließ sich Hans Scholl noch das Hohelied der Liebe aus dem 1. Korintherbrief und den Psalm 91 vorlesen. Christoph Probst ließ sich wenige Stunden vor seiner Hinrichtung taufen. Kurz vor der Hinrichtung durften die Verurteilen noch Briefe an ihre Angehörigen schreiben und sich noch einmal sehen. Christoph Probst verabschiedete sich von seinen Freunden mit den Worten: “In wenigen Minuten sehen wir uns in der Ewigkeit wieder.” Sich davon beeindrucken zu lassen, wie andere ihr Leiden teils würdevoll tragen, kann uns Kraft geben.


Leid als Prüfung und Reifung

Betrachtet es als besonderen Grund zur Freude, wenn euer Glaube immer wieder hart auf die Probe gestellt wird. Jak 1:2‭-‬3

Dein Leid ist eine Prüfung, eine Zeit, in der sich dein Glaube bewähren muss, du kannst es als Herausforderung verstehen, daran zu reifen. Von Christus kannst du lernen, wie du dein Leid überwindest, indem du es trägst. Dies ist gerade im schweren, unveränderbaren Leiden der einzige Weg. Christliche Wahrheit ist, dass nicht die Flucht vor dem Leiden den Menschen heilt, sondern die Fähigkeit, die Schwierigkeiten anzunehmen und an ihnen zu reifen, indem man in ihnen durch die Vereinigung mit Christus einen Sinn findet. “Der Sinn des Lebens ist das Leben selbst.” (Goethe) und dieses Leben ist Christus selbst. Alles Leid, das mit Jesus Leiden vereinigt wird, hat immer großen Wert. Damit dein Leid Früchte hervorbringen kann, muß es angenommen, erlitten und mit Jesus Leiden vereinigt werden. “Wenn ich eine Bilanz meines ganzes Lebens ziehe, bin ich fast nur in Zeiten des strengen Regiments der Schmerzen in der Gnade gewachsen.” (Spurgeon). Und vergiß nie: Der Herr hilft!


Leid als erzieherische Maßenahme Gottes

Straft uns aber der Herr, so will er uns erziehen, damit wir nicht zusammen mit der gottlosen Welt verurteilt werden.1. Kor 11:32

Gott straft? Gott straft uns nicht im Sinne der Vergeltung oder Wiedergutmachung, den Christus hat am Kreuz alle Strafe auf sich genommen und uns mit Gott versöhnt. Aber: Gott greift ein, wirkt erzieherisch, wenn wir vom Weg abkommen, gibt uns gewissermaßen einen Stupser, um uns wieder in die rechte Bahn zu lenken. Dieses Eingreifen kann dann als Leiden empfunden werden. Dennoch: Die Präsenz Gottes zielt auf die Heilung und das Heil der Menschen! Eine leidvolle Begebenheit kann z.B. einen Menschen zu einer Umkehr im Denken und im Handeln bewegen. Wir müssen den Wert des Leidens wiederentdecken, müssen lernen, dass das bestimmtes (nicht alles!) Leiden eine sehr positive Wirklichkeit sein kann, die uns dabei hilft zu reifen, mehr zu uns selbst zu kommen, näher beim Herrn zu sein, der für uns gelitten hat und der mit uns leidet. Gott liebt uns. Wir sind seine Kinder. Und: “Einer ist der Arzt, Jesus Christus, unser Herr” (Ignatius). Dieser Arzt Jesus Christus will unser Heil und schenkt uns die notwendige Medizin, auch wenn diese hin und wieder bitter schmeckt.