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Das Kreuzzeichen

Das Kreuzzeichen


Ein Schlüsselerlebnis

Ich jedoch will auf nichts anderes stolz sein, als auf das Kreuz unseres Herrn Jesus Christus. Gal 6:14

Bei unseren ersten Pilgerreise nach Roronto fiel meiner Frau auf, dass ich bei Kirchenbesuchen das Kreuzzeichen schnell und unbewusst machte. Recht hatte sie! Es sei erwähnt, dass sich meine Frau damals dem Glauben erst annäherte, noch nicht darin verwurzelt war. Seit dieser Reise versuche ich das Kreuzzeichen stets bewusst zu machen: beim Kircheneintritt, beim Aufstehen, beim Aus-dem-Haus-gehen usw. Das Kreuzzeichen ist mehr als ein gewohnheitsmäßiges Ritual. Das war’s damals bei mir. Es ist mehr: Bekenntnis und Hingabe an den dreifaltigen Gott. Um dieses Kreuzzeichen, das signum crucis wird es diese Woche gehen. Wann, wie häufig und wie bewusst machst du das Kreuzzeichen?

   


Das kleine und große Kreuzzeichen

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen. Mt 28,19

Beim kleinen Kreuzzeichen zeichne ich mit dem Daumen ein Kreuz über Stirn, Mund und Brust. Das große Kreuzzeichen beginnt mit der Berührung der Stirn. Dabei denke ich an Gott Vater, dem Schöpfer der Erde und des Himmels. Dann berühre ich den Bauchnabel und denke an Christus, der für uns gestorben ist, uns erlöst hat. Zum Abschluss berühre ich die zwei Schultern und denke an den heiligen Geist, der unser Beistand ist, unsere Kraft. So ensteht die Form eines latainischen Kreuzes. Dieses Kreuzzeichen ist kein magisches Ritual, sondern es ist ein Bekenntnis, ein Glaube und Vertrauen an den dreifaltigen Gott.  


Die heilige Schrift und die Tradition

Schämen wir uns nicht, den Gekreuzigten zu bekennen, besiegeln wir vertrauensvoll mit den Fingern die Stirne, machen wir das Kreuzzeichen auf alles, auf das Brot, das wir essen, über den Becher, den wir trinken! Cyrill von Jerusalem (313-368)

Das Sich-bekreuzigen ist nicht biblisch überliefert. Unser Glaubensfundament ist neben der Bibel jedoch auch die Tradition, d.h. was sich die frühen Christen weitergereicht haben, ansonsten wären wir eine reine Buchreligion. Es wäre mehr als unklug, wenn wir hier die Traditionen der ersten Christen als nebensächlich abtun würden. Erste schriftliche Dokumente ab dem 2. Jahrhundert belegen den schon frühen Brauch des kleinen Kreuzzeichens z.B. Tertullian (150-220): “Bei jedem Schritt und Tritt, bei jedem Eingehen und Ausgehen, beim Anlegen der Kleider und Schuhe, beim Waschen, Essen, Lichtanzünden, Schlafengehen, beim Niedersetzen und, welche Tätigkeit wir immer ausüben, drücken wir auf unsere Stirn das kleine Zeichen.  


Das Kreuz Christi wie eine Krone tragen

Christus ist für alle Menschen am Kreuz gestorben, damit wir alle Frieden mit Gott haben. Eph 2:16

Wir wollen das Kreuz Christi wie eine Krone tragen. Denn durch das Kreuz wird ja unser ganzes Heil vollbracht, überall steht dieses Zeichen des Sieges uns zur Seite. Deshalb zeichnen wir es auf die Stirn und auf das Herz. Ist es ja doch das Sinnbild unserer Erlösung sowie der Güte unseres Herrn. So oft du dich also mit dem Kreuz bezeichnest, beherzige alles, was im Kreuz liegt, dämpfe den Zorn und alle übrigen Leidenschaften. Wenn du dich bekreuzigst, erfülle deine Stirn mit großer Zuversicht, mache deine Seele frei. Man darf das Kreuz aber nicht einfach nur mit dem Finger machen, sondern zuerst mit dem Herzen, voll innigen Glaubens. Johannes Chrysostomos (349-407)  


Das Kreuzzeichen als Glaubenszusammenfassung

Auf ihrer Stirn trugen sie seinen Namen und den Namen des Vaters geschrieben. Offb 14,1

Der Christ beginnt seinen Tag, sein Gebet und seine Handlungen mit dem Kreuzzeichen. So weiht er alles, was er tut, der Ehre Gottes und wird in Schwierigkeiten und Versuchungen gestärkt. Benedikt XVI schreibt: Das Kreuzzeichen ist die Zusammenfassung unseres Glaubens, denn es sagt uns, wie weit Gottes Liebe zu uns gegangen ist; es sagt uns, dass es auf der Welt eine Liebe gibt, die stärker ist als der Tod, stärker als unsere Schwächen und unsere Sünden. Die Kraft der Liebe ist stärker als das Böse, das uns bedroht.  


Das Kreuzzeichen als Glaubensausdruck

Das Kreuz ist mein sicheres Heil. Das Kreuz bete ich immer an.Das Kreuz des Herrn ist mit mir. Das Kreuz ist meine Zuflucht. Thomas von Aquin

Eins ist mir diese Woche klar geworden. Um Christ zu sein musst du das Kreuzzeichen nicht machen. Die Botschaft vom Kreuz verbindet uns, nichts anderes. Das Kreuzzeichen ist kein magisches Ritual, es ist Ausdruck des Glaubens, dass wir einen Gott haben, der uns nahe ist und hilft und wenn wir es machen, sollte es Glaubensausdruck sein und nicht nur inhaltsleerer Ritualismus. Es ist ein körperlich ausgedrücktes Glaubensbekenntnis, das mich persönlich stärkt, so wie es die Ehe zwischen mir und meiner Frau stärkt, wenn ich sie körperlich ausdrücke. Das Kreuz Christi, Zeichen unserer Erlösung, begleite und beschütze dich. Gott segne dich.  


Abschließende Meditation zum Kreuzzeichen

Durch seine Wunden hat Christus euch geheilt. 1. Petr 2:24

Du machst das Zeichen des Kreuzes, dann mache es recht. Mache es langsam, mit Bedacht. Dann umfasst es dein ganzes Wesen, Seele, Gedanken und Willen. Alles wird darin gestärkt und geweiht im Namen des dreieinigen Gottes. Es ist das Zeichen der Erlösung. Wir machen es vor dem Beten, damit Gedanken, Wille und Herz gesammelt werden. Wir machen es nach dem Gebet, damit in uns bleibe, was Gott uns geschenkt hat. Wir machen es in der Versuchung, dass er uns stärke und in der Gefahr, das er uns schütze. Wir machen es vor dem Aufstehen, den Tag in Gottes Hände legend und vor schwierigen Gesprächen mit Bitte um Lenkung. Gott segne dich und diesen Tag.