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Aufwachgebet

Aufwachgebet


Vers 1: Lob der Dreifaltigkeit

Gelobt sei Gott im höchsten Thron samt seinem eingebornen Sohn. Er ist erstanden von dem Tod hat überwunden alle Not.

Vor ein paar Jahren habe ich für mich das „Aufwachgebet“ entdeckt (eigene Wortschöpfung). Vielleicht pflegst du so ein Ritual ja auch schon. Ich liebe dieses Aufwachgebet, ein Gebet, direkt nach dem Aufwachen, weil es mich bevor ich irgendetwas mache (aufstehen, Kaffee, Dusche, Impulse verschicken) auf Gottes Willen und Anwesenheit einstimmt. Bewusst habe ich ein Gebet in Reimform gewählt, weil das direkt nach dem Aufwachen besser zu behalten ist, und zwar ein Ambrosius-Hymnus, den ich noch um zwei Verse aus einem Lied erweitert habe. Dieses mir so wertvoll gewordene „Ambrosius-Hymnus-Aufwachgebet“ möchte ich als Wochenthema wählen. Ganz bewusst beginnt es mit dem Lob Gottes und dem Kern, der Grundlage unseres Glaubens: die Auferstehung des Herrn.


Vers 2: Zuversichtlich in den Tag

Schon zieht herauf des Tages Licht, wir flehn zu Gott voll Zuversicht: Bewahre uns an diesem Tag vor allem, was uns schaden mag

Gehe stets morgens zuversichtlich in den Tag. Gott ist bei dir. Er ist deine Zuversicht und er bewahrt dich. Das bedeutet nun nicht, dass dir unschöne Dinge zustoßen. Das Leben ist kein Ponyhof und jeder kennt von uns auch diese unschönen Tage. Aber in all diesen Geschehnissen bewahrt er uns dennoch. Direkt nach dem Aufstehen zeigt mir dieser Vers, dass ich loslassen darf von Sorgen, zu viel Gedanken und eigenmächtigen Planen. Der Mensch denkt, Gott lenkt. Es wird kommen, wie es seinem Willen entspricht, mir allein soll die Zusage reichen: Gott ist bei dir!


Vers 3: Zähmung unserer Zunge

Bezähme unsrer Zunge Macht, dass sie nicht Hass und Streit entfacht; lass unsrer Augen hellen Schein durch Böses nicht verdunkelt sein.

Die Sprache ist die Kleidung der Gedanken. So, wie wir uns gepflegt kleiden, sollten wir auch unsere Gedanken gepflegt kleiden. Jeder Tag ist stets auch Prüfung, bei dem wir in Situationen gestellt werden, wo es immer zwei Wege gibt. Ob in der Familie oder im Beruf: ich habs so häufig erfahren, dass es zu 99% darauf ankommt „WIE“ ich etwas sage. Klar kann ich reden, wie mir der Schnabel gewachsen ist, dann muss ich mit den Konsequenzen leben und das sind dann häufig komplizierte, angespannte, nervende und konfliktbeladene Beziehungen. Herr hilf uns auf die Wahl unserer Worte zu achten, bezähme unserer Zunge Macht.


Vers 4: Dem Guten zugekehrt

Rein sei das Herz und unversehrt und allem Guten zugekehrt. Und gib uns jeden Tag das Brot für unsre und der Brüder Not.

Tatenloses Abwarten und stumpfes Zuschauen sind keine christlichen Haltungen. Kehren wir unser Herz zum Guten, beten wir mit Werken und nicht nur mit Worten. Der Herr gebe uns dazu ein reines Herz sowie das leibliche und noch mehr das geistliche Brot, das uns die dazu notwendige Kraft gibt. Gott segne unsere Gedanken und Worte, aber vor allem auch das, was wir konkret tun. Denn unsere Werke geben Zeugnis, ob wir wirklich an das glauben, was unser Mund verkündet. Für uns: Handeln wir auch so, wie wir reden?


Vers 5: Glaube an den dreifaltigen Gott

Lass gläubig dich den Vater sehn, und dich mein Jesus Herz verstehn Dir Geist vertraun, der uns durchdringt und uns das Leben Gottes bringt.

Was heißt es, an die heilige Dreifaltigkeit zu glauben? Wenn es nur bedeutet, dass in deinem Kopf ein Extrafach ist, wo Gott sitzt, dann ist Gott keineswegs ein Ereignis, das dein ganzes Leben verändert. Dann trifft auf uns Hosea 10,2 zu: „Sie waren nur mit halbem Herzen beim HERRN.“ Es geht dabei darum, immer mehr und tiefer eine Ganzhingabe an die heilige Dreifaltigkeit zu leben, ja, auch wenn ich nun kein Mönch bin, möchte Gott mich ganz und gar, mit Haut und Haar, nicht nur ein bissel. Diese tägliche Hingabe, nicht laut, sondern mit ganzen Herzen will jeden neuen Tag gelebt werden. Gott segne uns und diesen Tag.


Vers 6: Alles zur Ehre Gottes

Senkt sich hernieder dann die Nacht und ist das Tagewerk vollbracht, sei dir all unser Tun geweiht zum Lobe deiner Herrlichkeit.

Alles was wir tun, tun wir zur Ehre Gottes. Wenn wir dem Menschen dienen, dienen wir letztlich Gott. Hört sich oft hochtrabend und heldenhaft an, bekommt aber eine faszinierende und einfache Konkretheit, wenn ich meinen Alltag durchgehe und z.B. mit einem Kind auf Toilette die Windeln wechsle. All das sind wertvolle Zeiten für mich und den Nächsten oder mit Pater Pio ausgedrückt: Die Zeit, die man zur Ehre Gottes und zum Wohl des Nächsten opfert, ist niemals vergeudet.


Vers 7: Freude, Geschenk und Lenkung

Dich, Vater, Sohn und Heil’ger Geist, voll Freude alle Schöpfung preist, der jeden neuen Tag uns schenkt und unser ganzes Leben lenkt. Amen.

Der letzte Vers ist ganz auf das Wohnen in Gott gerichtet. Ich bete diesen Vers auch häufig am Tag. Meditierend umkreise ich, dass jeder Tag ein Geschenk Gottes ist. Das soll mich vor all zu schnellem Jammern über Umstände oder Menschen bewahren. Meditierend umkreise ich, dass Gott mich lenkt. Das soll mich vor Angst und Gedankenkrisen bewahren. Mit Herz erfüllter Freude möchte ich mich Gott zuwenden, voll Lob, Dank, Anbetung und Bitten.