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Theresia von Avila

Teresa von Ávila

Viel lieben !

Die Liebe wird niemals vergehen. 1. Kor 13:8

Es geht auf dem geistlichen Wege nicht darum, viel zu denken, sondern viel zu lieben. Was am meisten Liebe in euch weckt, das tut. O mein Jesus, so groß ist Deine Liebe zu den Menschenkindern, daß man Dir den größten Dienst erweist, wenn man sich nicht Dir, sondern ihnen zuwendet, denn dann ist man Dir am tiefsten verbunden. So lange wir in diesem sterblichen Leibe leben, sind alle Freuden der Erde, selbst wenn sie von Dir geschenkt scheinen, zweifelhaft, werden sie nicht von der Liebe zum Nächsten begleitet. Wer den Nächsten nicht liebt, liebt auch Dich nicht, mein Herr, der Du mit deinem Blute die große Liebe zu uns Adamskindern bezeugt hast. Teresa von Ávila


Sprechen mit dem Herrn

Ihr aber seid meine Freunde. Joh 15:15

Bedenkt, wenn ihr vor den Herrn tretet, wer der ist, zu dem ihr sprechen wollt oder zu dem ihr sprecht. Meine Liebe und mein Vertrauen zum Herrn begannen sehr zu wachsen, als er sich mir zu erkennen gab als jemand, der jederzeit zu sprechen ist. Ich sah, daß Gott auch wahrhaft Mensch ist und sich über unsere Schwächen nicht entsetzt, sondern unsere elende, der Erbsünde unterworfene Verfassung von innen her versteht. Darum war er ja zu unserer Erlösung in die Welt gekommen. Man kann mit ihm umgehen wie mit einem Freunde, wie sehr er auch der Herr bleibt. O Du mein Herr und Gott! Wir stehen fassungslos vor Deiner majestätischen Herrlichkeit, aber noch viel fassungsloser macht uns Deine Demut, mein Herr, und die Liebe, mit der Du jemandem wir mir begegnest. Man kann sich mit Dir einfach über alles unterhalten. Teresa von Ávila

Beten ist ein Herzensgespräch mit Gott in der Gewissheit, dass er uns liebt. Teresa von Ávila


Geistliches Leben als Gärtnern

Es ist nicht so wichtig, wer pflanzt und wer begießt; wichtig ist allein Gott, der für das Wachstum sorgt. 1. Kor 3:7

Ich möchte ein Gleichnis  benutzen, wenn ich auch nicht mehr weiß, woher ich es habe. Wer mit dem geistlichen Leben beginnt, ist wie jemand, der einen Garten anlegen will, damit sich der Herr darin ergehen kann. Sein Grundstück ist wild und voller Unkraut. Seine Majestät selbst rodet es und setzt schöne Pflanzen ein. Dann aber müssen wir uns bemühen, mit der Hilfe Gottes selbst gute Gärtner zu werden und die Pflanzen regelmäßig begießen, damit sie nicht vertrocknen, sondern wachsen, blühen und herrlich duften, damit sich unser Herr daran erfreue. So wird er oft in unseren Garten kommen und sich zwischen den Blumen der Tugend ergehen. Teresa von Ávila


Dein Wille geschehe

Dein Wille geschehe. Mt 6:10

Uns ganz in die Hände des Schöpfers zu überantworten, unseren Willen dem seinen zu unterwerfen, uns von den geschaffenen Dingen zu lösen. Das also ist die vollkommene Kontemplation. In ihr braucht es keine Anstrengungen und keine Wissenschaft von unserer Seite. Es reicht, wenn wir sagen: Dein Wille geschehe! Verfüge über mein ganzes Sein, wie es deinem Willen entspricht, als sei es schon ganz dir übereignet. Dein bin ich, von dir geschaffen, dein, weil du mich erlöst, dein, weil du mich geduldet hast, dein, weil du mich gerufen, dein, weil du mich erwartet hast, dein bin ich. Sag, was hast du vor mit mir? Teresa von Ávila

Gebt dem Herrn , was ihm gebührt. Ps 96:7


Gottes Nachahmer

Werdet nun Gottes Nachahmer als geliebte Kinder und wandelt in der Liebe, gleichwie auch Christus uns geliebt und sich selbst für uns gegeben hat . Eph 5:1‭-‬2

Christus hat niemanden auf Erden außer euch, keine Hände außer euren, keine Füße außer euren, deine Augen sind es, durch die man auf Christi Erbarmen gegenüber dieser Welt blickt, deine Füße sind es, mit denen Er herumgeht, um Gutes zu tun, deine Hände sind es, mit denen er die Menschen jetzt segnet.

Es ist notwendig, dass eure Grundlage aus mehr besteht als Gebet und Kontemplation. Wenn ihr nicht nach Tugenden strebst und sie auch praktizierst, dann werdet ihr immer Zwerge bleiben. So seid also erfüllt mit Gebet, nicht um Vergnügung zu suchen, sondern um die Stärke des Dienens willen. Maria und Martha müssen sich vereinigen. Teresa von Ávila


Der König in meinem Palast

Der Herr ist König! Ps 96:10

Hätte ich es gleich verstanden, wie ich es jetzt verstehe, dass ein so großer König diesen kleinen Palast meiner Seele bewohnt, so will mir scheinen, dass ich ihn nicht so oft alleine gelassen hätte. Wenigstens manchmal hätte ich mich in seiner Gegenwart aufgehalten, und vor allem hätte ich darauf geachtet, dass mein Palast weniger schmutzig ist. Was für eine wunderbare Sache! Jener, der in seiner Erhabenheit tausend Welten und weitaus mehr ausfüllen würde, verschließt sich in einer so kleinen Wohnung! Der Hauptpunkt ist der, ihm diesen Palast uneingeschränkt zu schenken und ihn vollkommen leer zu machen, damit er ihn schmücken und ausstaffieren kann, wie es Ihm gefällt, so als wäre es Seine Wohnung. Er nimmt an, was jener Ihm schenkt. Doch Er gibt sich nur dann zur Gänze, wenn auch wir uns gänzlich hingeben. Teresa von Ávila


Sólo Dios basta – Gott nur genügt

Nichts soll dich verstören, nichts dich erschrecken, alles vergeht. Gott ändert sich nicht. Geduld erlangt alles. Wer Gott hat, dem fehlt nichts: Gott nur genügt. Teresa von Ávila

Als Teresa von Ávila starb, fand man in ihrem Brevier ein kleines Gedicht, das mit den Worten endet: „Sólo Dios basta – Gott nur genügt.“ Dieses Gedicht wird zweifellos Teresa zugeschrieben. Unglücklicherweise wurde die letzte, die am bekanntesten gewordene Zeile im Deutschen mit „Gott allein genügt“ übersetzt. Häufig ver¬stand man dies dann so, als brauche der Mensch nur Gott, nichts weiter oder als habe er sich allein um Gott zu sorgen und den Blick von allem Menschlichem abzuwenden. Richtig übersetzt heißt es: Gott nur genügt. Es meint: nur Gott reicht aus, um wirklich Erfüllung zu schenken. Hätte ich alles, was das Leben bieten kann, aber die Gemeinschaft mit Gott nicht, es wäre alles flach, leer, ungenügend, wie ein Nichts. Nur Gott gibt allem Sinn und Wert, Tiefe und Größe. Das Leben mit Gott verleiht den Dingen Schönheit, dem Nächsten Größe, der Freundschaft und Partnerschaft Tiefe und ewige Endlosigkeit.