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Ephräm der Syrer

Von der Liebe.

An eurer Liebe zueinander wird jeder erkennen, dass ihr meine Jünger seid. Joh 13:35

Selig ist jener Mensch, welcher die Liebe Gottes hat. Denn er trägt Gott in sich umher, weil Gott die Liebe ist und, wer in der Liebe bleibt, in Gott bleibt. Wer die Liebe besitzt, überwindet Alles mit Gott. Wer die Liebe hat, fürchtet sich nicht, denn die Liebe treibt die Furcht aus. Wer Liebe hat, verabscheut Niemanden jemals, weder einen Kleinen noch Großen, weder einen Angesehenen noch Gemeinen, weder einen Armen noch Reichen. Die Liebe deckt. Das Zudecken erklären Einige als liebevolles Entschuldigen der Fehler des Nächsten, andere als Ertragen, Aushalten. Er verhöhnt den Strauchelnden nicht, sondern bemitleidet und unterstützt ihn. Er verachtet den Bruder in der Not keineswegs, sondern steht ihm bei und ist bereit mit ihm zu sterben. Wer Liebe hat, tut den Willen Gottes und ist sein Jünger. Wer Liebe hat, sieht Keinen für einen Fremdling, sondern Alle als die Seinigen an. Ephräm der Syrer

Ephraim wurde um 306 geboren. Mit 18 Jahren wurde er getauft, mit 30 zum Diakon geweiht. Er beschäftigte sich aber hauptsächlich mit der Heiligen Schrift. 373 starb er in Edessa.


Von der Langmut

Der Langmütige ist reich an Einsicht. Spr 14:29

Selig ist jeder Mensch, der die Langmut sich erworben hat. Der Langmütige ist allzeit in freudiger, heiterer und sehr fröhlicher Gemütsstimmung. Denn er setzt seine Hoffnung auf den Herrn. Der Langmütige ist frei von allem Zorne. Denn er hält Alles aus. Darum entbrennt er nicht sogleich in Grimm, läßt sich nicht zur Beleidigung verleiten und durch leere Worte nicht leicht aufregen. Wird ihm ein Unrecht zugefügt, so betrübt er sich nicht darüber. Wenn man ihm Vorwürfe macht, wird er darüber nicht mürrisch. Durch die Langmut weiß er allzeit sich in Ruhe zu erhalten. Bei Beleidigungen spricht er Segen aus, bei Streitigkeiten bleibt er friedfertig. Wer den Weg der Langmut und Geduld gefunden, der hat den Weg des Lebens gefunden. Ephräm der Syrer


Von der Freiheit vom Zorne

Im Zorn tun wir niemals, was Gott gefällt. Jak 1:20

Selig ist jener Mensch, der sich nicht leicht erzürnt. Ein Solcher lebt jederzeit im Frieden. Wer den Geist des Zorns von sich vertreibt, ist frei von Krieg und Verwirrung und befindet sich allzeit in tiefster Seelenruhe und verrät durch sein Gesicht schon die innere Freude. Wer nicht jähzornig ist, läßt sich nicht von jedem leeren Worte aufbringen. Er hält sich ohne Mühe zurück und erträgt leicht die Redsüchtigen. Er hat keine Freude an Streitigkeiten, denn er zeigt sich gegen alle liebevoll. Wer dem Zorne nicht ergeben ist, hat kein Vergnügen an Wortzänkereien. Er hat seine Freude am Frieden. Er wird eine Wohnung des hl. Geistes. Ephräm der Syrer

Gott, durch das Blut, das aus deiner Seite floß, hast du über höchste Höhen und die tiefsten Tiefen den Frieden gebreitet. Sende deinen Frieden unter die zürnenden Menschen! Ephräm der Syrer


Von der Bibel

Die Bibel gleicht einem Acker, der nie abgeerntet werden kann und deshalb nie öde und leer daliegt. Sie gleicht einer Quelle die beständig fließt und um so reichlicher strömt, je mehr man daraus schöpft. Ephräm der Syrer

Vom Acker kommt Erntesegen und von der Hl. Schrift belebende Lehre. Der Acker gewährt nur für eine Zeit die Ernte, aber die Hl. Schrift sprudelt, so oft sie gelesen wird, belebende Lehre. Ist der Acker abgeerntet, so hört er auf, zu tragen. Von der Hl. Schrift aber kann man täglich ernten, ohne daß die Ähren in ihr für die Ausleger abnehmen. Nähern wir uns also diesem Acker und genießen wir von dem Ertrag seiner lebenspendenden Furchen! Ernten wir von ihm Ähren des Lebens, nämlich die Worte unseres Herrn Jesus Christus. Ephräm der Syrer


Wer gelangt zu dir?

Dir naht der Glaube nur, nur die Liebe, nur das Gebet. Ephräm der Syrer

Dir naht nur der Glaube. Ein Glaube, der versucht Gott immer tiefer zu erkennen. Mit Augustinus Worten: Ich glaube, um zu verstehen, und ich verstehe, um besser zu glauben.

Dir naht nur die Liebe. Lasst uns voller Güte und Milde dem Nächsten gegenüber sein. Lasst uns die Seelen unserer Mitmenschen in der heiligen Brust des Heilands sehen.

Dir naht nur das Gebet. Lasst uns beten mit der Aufmerksamkeit des Herzens. Bete nie unüberlegt, sondern forme stets im Inneren, was du dem Allerhöchsten sagen willst.


Jesus unser Erlöser

Tut Buße und glaubt an das Evangelium! Mk 1:15

Niemand ist sündenlos, niemand rein von Schmutz, außer jenem allein, der um unseretwillen arm geworden ist, da er reich war. Ohne Sünde ist er allein, der die Sünde der Welt hinwegnimmt, der will, dass alle Menschen selig werden, der nicht den Tod der Sünder will: der Menschenfreund, der überaus Mildreiche, Barmherzige, Gute, die Seelen Liebende, Allmächtige, der Heiland aller Menschen, der alle zur Buße ruft und niemand zurückstößt. Auch wir dürfen also nicht an unserem Heil verzweifeln. Haben wir gesündigt, so bekehren wir uns! Haben wir uns tausend Mal versündigt, dann bekehren wir uns tausend Mal! Über jedes gute Werk freut sich Gott, doch ganz besonders über eine büßende Seele.


Hymnus über die Fleischwerdung Gottes

Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Lk 1:35

Der Herr ist in sie gekommen, um sich zum Diener zu machen. Das Wort ist in sie gekommen, um in ihrem Schoß zu schweigen. Der Blitz ist in sie gefahren, ohne jedes Geräusch. Der Hirte ist in sie gekommen, und hier nun ist geboren das Lamm, das leise weint. Denn durch den Schoß Marias wurden die Rollen verkehrt: Er, der alles geschaffen hat, hat sich der Schöpfung bemächtigt, jedoch in Armut. Der Allerhöchste ist in sie (Maria) gekommen, doch er kam in Demut. Der Glanz ist in sie gekommen, doch er war in bescheidene Tücher gehüllt. Er, der alles schenkt, ist dem Hunger begegnet. Er, der alle erquickt, ist dem Durst begegnet. Nackt und bloß ist er aus ihr hervorgegangen, Er, der alles mit Schönheit umhüllt. Ephräm der Syrer