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Zur Karwoche

✝️ Impulse zur Karwoche von Franz von Sales ✝️



Wenn die Liebe in eine Seele einzieht

Gepriesen sei der König, der kommt im Namen des Herrn! Friede im Himmel und Ehre in der Höhe! Lk 19:38

Wenn die Liebe in eine Seele einzieht, entblößt sie die Seele von allen menschlichen Wünschen und von selbstbezogener Wertschätzung, die ja dem Geist nicht weniger anhaftet, als die Haut dem Fleisch. Die Liebe beraubt die Seele schließlich auch der edelsten Anhänglichkeiten, damit wir mit umso mehr Ruhe, Reinheit und Einfalt nichts anderes lieben als das Wohlgefallen seiner göttlichen Majestät. Er hat uns durch seinen Tod das Leben geschenkt. Wir leben nur, weil er gestorben ist. Er ist für uns, unseretwegen und in uns gestorben. Unser Leben ist also nicht mehr unser, sondern es gehört dem, der es uns durch seinen Tod erworben hat. Wir dürfen also nicht mehr uns leben, sondern wir müssen ihm leben, nicht mehr in uns, sondern in ihm, nicht mehr für uns, sondern für ihn. Franz von Sales

Vivat Jesus! Es lebe Jesus! (Dieser Ausdruck war das Lieblingsherzensgebet des Franz von Sales.)


Sich des Kreuzes rühmen

Ich aber kenne nur einen Grund zum Rühmen: das Kreuz unseres Herrn Jesus Christus. Weil er starb, starb auch diese Welt für mich, und ich bin tot für ihre Ansprüche und Forderungen. Gal 6:14

Wir suchen keinen anderen Schatten als den des Kreuzes, kein anderes Mahl, als uns hier bereitet ist. Ihm gelten unsere Tränen und unser Rufen. Wir wollen keine andere Nahrung als die Früchte des Kreuzes. Es sei uns ferne, uns in irgendetwas anderem zu rühmen. Wenn Jesus, der groß war, weil er Gott ist, im Kreuz seine Erhöhung und Verherrlichung findet, was bleibt dann anderes zu tun,was bleibt anderes zu sagen als: Habt in euch die gleiche Gesinnung, wie sie auch in Jesus Christus war. Unser Heil ist, daß unser Herr uns im Kreuz erlöst hat. Denn obwohl alle Akte seines Lebens, selbst die geringsten, unendlich hinreichend waren, unser Heil zu wirken, war es dennoch der Wille seines göttlichen Vaters und sein eigener, daß es nicht anders vollendet werde als im Kreuz. Grund genug, uns seiner zu rühmen! Franz von Sales


Die Verleugnung durch Petrus

Du willst für mich sterben? Ich versichere dir: Ehe der Hahn kräht, wirst du dreimal geleugnet haben, mich zu kennen! Joh 13:38

Die Verleugnung Jesu war eine sehr schwere Sünde durch verschiedene Umstände: Erstens aufgrund der Wiederholung der gleichen Sünde. Zweitens, weil sie am Tag der Kommunion und der vollkommenen Reinigung durch die Fußwaschung geschah. Drittens weil sie in der Nacht geschah, in der die Sünde getilgt wurde. Viertens weil sie im gleichen Haus mit Christus geschah. Fünftens geschah sie aus einem winzigen Anlaß. Zuletzt geschah sie durch den, von dem man es am wenigsten erwartet hätte, wegen der zahllosen Wohltaten, die er empfangen hatte und weil er ausdrücklich versprochen hatte, standhaft zu sein. Als er seine schwere Sünden erkannte, zog er sich sogleich zurück, um sie bitterlich zu beweinen, und nicht nur damals, sondern er beweinte sie ein Leben lang. Franz von Sales

Du kannst Gott verleugnen – er liebt dich immer noch. Max Lucado


Erduldung aller Qualen

Meinen Rücken habe ich hingehalten, als man mich schlug. Ich habe mich nicht gewehrt, als sie mir den Bart ausrissen. Ich hielt ihren Beschimpfungen stand und verdeckte mein Gesicht nicht, als sie mich anspuckten. Jes 50:6

Welches Herz wäre nicht gerührt, wenn es seinen Erlöser betrachtet, der gegeißelt, gefoltert, gefesselt, angenagelt, mit Dornen gekrönt und gekreuzigt ist. Schau auf Jesus. Sieh wie er uns auf seinen Schultern dadurch trug, daß er den Auftrag annahm, uns durch seinen Tod am Kreuz zu erlösen. Die Seele unseres Erlösers kannte uns alle bei Namen. Aber besonders am Tag seines Leidens, als er seine Tränen, seine Gebete, sein Blut und sein Leben für alle darbrachte, trug er dem Vater besonders für dich dieses Liebesgedenken vor: Ewiger Vater, sieh ich nehme alle Sünden auf mich und will alle Qualen und den Tod erdulden. Franz von Sales


5. So wie ich euch geliebt habe…

Ich gebe euch jetzt ein neues Gebot: Liebt einander! So wie ich euch geliebt habe, so sollt ihr euch auch untereinander lieben. Joh 13:34

Der Heiland hat uns von unserer frühesten Jugend an genährt und gebildet. Er hat uns seit dem ersten Augenblick unserer Empfängnis in die Arme seiner göttlichen Vorsehung genommen. Durch die Taufe hat er uns zu den Seinen gemacht, hat uns mit unvergleichlicher Liebe Nahrung für Herz und Leib gegeben, ist für uns gestorben, um uns das Leben zu erwerben und hat uns mit seinem Fleisch und Blut genährt. Was tut aber unser Erlöser da? Er richtet alles auf, er reinigt alles, er tötet alles ab, er belebt alles. Er liebt im Herzen. Er tut alles in allem, und dann leben wir, nicht mehr wir selbst, sondern Jesus Christus lebt in uns. Welche Folgerungen haben wir zu ziehen, als daß die, alle Augenblicke unseres Lebens ihm zu schenken.

Deine Hände haben mich gemacht. Ps 119:73


Der Herr starb aus Liebe

Er rief: Es ist vollbracht! Dann ließ er den Kopf sinken und starb. Joh 19:30

Hier schlagen von neuem Flammen der Liebe empor. Unser Herr litt unsagbar in seiner Seele und an seinem Leib. Für seine Leiden gibt es keinen Vergleich in dieser Welt. Seht die Bedrängnisse seines Herzens, seht die Schmerzen seines Leibes. Beachtet es und seht, ob es einen Schmerz gibt, der dem seinen gleicht. Dennoch vermochten ihn alle seine Schmerzen nicht zu töten, alle seine Bedrängnisse, alle Schläge mit der Hand, mit dem Rohr und den Dornen, mit der Geißel und dem Hammer, der Stich der Lanze. Der Tod hatte nicht Kraft genug, um Sieger über dieses Leben zu werden. Es war ihm unerreichbar. Wie starb er dann? Was der Tod nicht vermochte, unternimmt die Liebe und vollbringt es. Er ist aus Liebe gestorben, der Erlöser meiner Seele. Er wurde geopfert, weil er selbst es wollte. Es geschah aus eigenem Entschluß, daß er starb, nicht durch die Macht des Bösen: Ich setze mein Leben ein. Niemand nimmt es mir, sondern ich gebe es hin. Franz von Sales


Die Liebe macht die Liebenden einander gleich. Ich sehe Jesus, wie er ein Feuer der Liebe ist, brennend inmitten des Dorngestrüpps der Schmerzen. Er leidet unerträgliche Peinen. Doch bin ich bei all meinem Mitleiden mit seinem Leiden doch ganz außer mir vor Freude an seiner Liebe. Diese Liebe Jesus schaut durch die Öffnung seiner durchbohrten Seite auf alle Herzen der Menschenkinder. Denn da dieses Herz König aller Herzen ist, hält es seine Augen immer auf die Herzen gerichtet.