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21 Gebet

Oh Heilig Geist, Du mich betör!


Der Herr ist denen nahe, die zu ihm beten. Ps 145:18

Das Gebet ist Ausdruck des Glaubens. Bete langsam. Bedenke, was du sagst, wer es sagt und zu wem. Denn dieses eilige und unbedachte Sprechen ist Lärm, blecherner Lärm. Beten ist Sprechen mit Gott. Aber wovon? Von Ihm und von dir, von Freude und Kummer, von Erfolgen und Misserfolgen, von hohen Zielen und alltäglichen Sorgen, von deinen Schwächen! Danksagungen und Bitten. Lieben und Sühnen. Kurz, Ihn erkennen und dich erkennen: Beisammen sein! Das Gebet des Christen ist niemals ein Monolog. Josemaría Escrivá


Ihr dürft in jeder Lage zu Gott beten. Phil 4:6

Wir beten nicht, um Gott zu informieren-
denn das würde heißen: Er weiß nicht.

Wir beten nicht, um Gott zu motivieren –
denn das würde heißen: Er will nicht.

Wir beten nicht, um Gott zu aktivieren-
denn das würde heißen: Er kann nicht.

Sondern wir beten, weil wir des Gesprächs mit dem Vater bedürfen, um unseren Willen in seinen Willen zu legen.

Segfried Ketting


Ich erhöre ihre Gebete! Sach 10:6

Das Gebet ist die elementarste Äußerung unseres Glaubens. Dein Glaube bleibt nur lebendig, wenn du betest. Du kannst nicht glauben, ohne zu beten und um beten zu können, musst du glauben. Der Glaube drückt sich im Gebet aus, und das Gebet macht den Glauben stark. Augustinus drückt das so aus: Laßt uns also glauben, um zu beten, und beten, damit uns dieser Glaube nicht fehlt. Der Glaube bringt das Gebet hervor, das kommende Gebet verleiht dem Glauben Festigkeit.


Noch während sie beten, habe ich sie schon erhört. Jes 65:24

Ganz gleich, was ich tue, ob ich in ein Gespräch gehe, eine Arbeit beginne, mit meinen Kindern spreche oder eine Entscheidung zu treffen habe, immer soll ich vorher beten. Das Beten öffnet meine Augen für das, was Gott mir jetzt zutraut und was er von mir möchte. Und das Beten gibt mir das Vertrauen, dass ich dann auch richtig handle oder mich richtig verhalte. Das Beten schützt mich davor, zu bedauern, was ich getan oder gesagt habe. Denn das Beten führt mich dazu, achtsam zu handeln. Und wer achtsam ist, braucht nichts zu bedauern.

Ein Alter sagte: Tu nichts ohne Gebet, und du wirst nichts bedauern.


Ihr dürft sicher sein: Ich bin immer bei euch. Mt 28:20

Ist es nicht selbstverständlich, dass wir mit Menschen, die wir von Herzen gern haben, auch einen liebevollen Umgang pflegen und sie freudig begrüßen? So sollten wir oftmals am Tage Jesus grüßen! Um es wirklich fertigzubringen, im Bewusstsein seiner Gegenwart zu leben, empfiehlt es sich, jeden Tag mit einer Audienz bei Jesus Christus zu beginnen. Lass dich im Gebet schlicht und einfach in die nicht zu überbietende Nähe Gottes, in die Gemeinschaft seiner unendlichen Liebe hineinfallen, die uns von allen Seiten umfängt: Gott ist über uns, er ist mit uns und neben uns, er ist in uns. Aus diesem täglichen Gebet muss die immer neue Begradigung unseres Weges hervorgehen, damit wir nicht von ihm abkommen.


Seid still vor dem Herrn, all ihr Bewohner der Erde! Denn er hat sich aufgemacht und kommt aus seiner heiligen Wohnung! Sach 2:17

Im innerlichen und äußerlichen Nicht-Bewegen halten wir Ausschau nach Gott. In dieses Nicht-Bewegen steigt Gott hinab zu mir. Die Stille ist Gottes Muttersprache. Alles andere ist eine Übersetzung. Lasst uns diesen Weg der Stille wieder entdecken. Pflegst du Zeiten der Stille? Einfach da zu sein, die Gedanken zur Ruhe kommen zu lassen und sich anschauen lassen von Gott ohne gleich ein gesprochenes Gebet auf den Lippen zu haben. Werde still. Werde leer. Dein Herr kommt zu dir, nicht irgendjemand, sondern der Herr Jesus, König auf ewig, Menschensohn, Alpha und Omega und Hüter unserer Seelen.


Wendet euch von ganzem Herzen dem Herrn zu. 5. Mose 10:16

Das Gebet ist dein mächtiges Werkzeug, dein Schlüssel, der das Herz Gottes öffnet, ja es ist dein Herz-zu-Herz mit Gott. Dein Gebet berührt das Herz Gottes und bewegt ihn, dich zu erhören. Wende dich an das Herz Jesu, weniger mit den Lippen als mit dem Herzen, mit deinem ganzen Sein. Der Herr lässt sich rühren und kommt dir zu Hilfe. Bete und hoffe. Wie häufig hat er dich schon erhört. Denke dankbar daran zurück. Das stärkt deine Zuversicht. Gerate nicht in Aufgeregtheit, denn sie dient zu nichts. Gott ist barmherzig und er hört dein Gebet und im Gebet hörst du ihn.

Denke heute immer wieder an ein großes Ereignis in deinem Leben zurück, wo dich Gott gehört und erhört hat.


Alles, was lebt, lobe den Herrn! Ps 150:6

Es gibt zwei Weisen zu beten: das Lob und die Bitte. Beginne stets zuerst mit dem Lob Gottes, der alles geschaffen hat. Danke ihm und bete ihn an. Gott lieben, das heißt, sich an ihm freuen, gerne an ihn denken, gern zu ihm beten. Dann erst bringe deine Bitten und Anliegen vor Gott. Ich kann diese Reihenfolge nur jedem herzlich empfehlen, da es langfristig die Gebetshaltung tiefgreifend verändert. Zum Tagesbeginn gehören nicht eigene Pläne und Sorgen, sondern Gottes Plan mit mir heute und Gottes sorgende Liebe um mich. Gottes segnende Nähe. Mein Morgengebet beginnt stets mit folgenden zwei Psalmversen:

Lobe den Herrn, meine Seele, und alles, was in mir ist, seinen heiligen Namen! Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat! Ps103:1‭-‬2


Wenn ihr betet, sollt ihr nicht plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört um ihrer vielen Worte willen. Mt 6:7

Mit zunehmender Nähe zu Gott werden die Worte weniger, einfältiger werden alle Worte. Es ist nicht nötig, daß wir darum bemüht sind, in vielen Worten zu denken und zu beten. Das schweigende Denken und Beten, das nur aus dem Hören kommt, kann oftmals förderlicher sein. Beten heißt nicht, sich selbst reden hören. Beten heißt: still werden und still sein und warten, bis ich Gott höre. Sorge dich also nie darum, viele mündliche Gebete zu verrichten. Wann immer du betest und dein Herz zu Gott gezogen wird, lasse deinem Herz freien Lauf und wenn es „nur“ ein Vater unser innerlich von Herzen gesprochen ist.

Ein einziges andächtig gebetetes Vaterunser ist besser als viele, die man hastig und gedankenlos herunterleiert. Franz von Sales


Denk erst nach, bevor du betest, sei nicht zu voreilig! Denn Gott ist im Himmel, und du bist auf der Erde, also sei sparsam mit deinen Worten! Pred 5:1

Beginne jedes Gebet damit, dich in Gottes Gegenwart zu versetzen. Dringe beim Beten mit deinem Geist und Herz tief in seine Gegenwart. Bete nicht hastig, um viel zu beten, sondern bemühe dich, von Herzen zu beten. Es sind nicht die schönen und langen Gebete, auf die Gott achtet, sondern jene, die aus dem Herzensgrund kommen, mit Ehrfurcht und Sehnsucht vorgetragen. Ich bin fest davon überzeugt, dass dies der Schlüssel zu einer erfüllenden Gottesbeziehung ist, aus der Glück und Freude hervor quellen!

Gott segne dich und diesen Tag und lass dich zum Segen für jene werden, denen du heute begegnest!


Wahrlich, der Herr ist an diesem Ort, und ich wusste es nicht! Gen 28:16

Wir müssen vor dem Gebet in unserer Seele das Bewußtsein der göttlichen Gegenwart erneuern. Wenn du anfängst zu beten, dann sage von ganzem Herzen zu deiner Seele: Wahrlich, Gott ist hier. Es gibt keinen Ort, wo er nicht wirklich gegenwärtig wäre. Man kann es nicht Beten nennen, etwas mit den Lippen zu murmeln, wenn damit nicht dieses aufmerksames Erfassen der Allgegenwart Gottes verbunden ist. Erfassen wir sie aber, dann hilft uns dieses Gebet achtsam in der Gegenwart mit dem Auferstandenen zu leben, mit ihm gleichsam durch den Tag zu wandeln. Das eben ist das immerwährende Gebet.


Herr, von ganzem Herzen will ich dir danken! Dir und keinem anderen Gott will ich singen. Psalm 138:1

Für seine Gnade und Treue preisen wir Gott. Sein Wort ist zuverlässig (V2). Wenn wir um Hilfe schreien, erhört er uns und schenkt uns Kraft (V3). Er sorgt sich um uns (V6) und erhält uns am Leben (V7). Seine Gnade hört niemals auf (V8)!

Betrachte schließlich, welches Glück dir zuteil wurde, im Gebet mit Gott zu reden und zu erbitten, was du ersehnst. Gott, auch wenn er mit Worten schweigt, antwortet dennoch mit Wohltaten: Er verachtet deine Bitten nicht, du belästigst ihn nicht, es sei denn, du schweigst. Chrysostomus