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19 Gehorsam

Auf Dich, den Vater, ich nur hör.


So höre doch, mein Volk, jetzt rede ich mit dir! Ps 50:7

Worauf es im Kern ankommt, sind die Einstellungen des Herzens. Die Tendenz, mich selbst zu wichtig zu nehmen und der Wahn, dass alles nach meinem Willen laufen soll, hindern uns im Hören auf Gott. Auf unserem lebenslangen Glaubensweg, der oft auch Kampf beinhaltet, pflanzen wir dagegen Gottes Willen immer mehr in den unseren. Wir tun dies aus unserer Freiheit heraus. Beunruhigen wir uns nicht, wenn uns dies nicht immer und nie vollkommen gelingt. Im Kloster des frommen Lebens bleiben wir lebenslang Novizen, ja das ganze Leben ist Probezeit. Aber heute morgen beten wir aufs Neue und mit ehrlichem Herzen.


Rede, Herr, dein Knecht hört! 1.Sam 3,10

Weil Gott spricht, ist die Aufgabe des Menschen: auf das Wort hören, dem Wort Ant-Wort geben (Gott gehören) und Ver-Ant-Wortung für das Gehörte übernehmen (Gott gehorchen). „Hören“ und „gehorchen“ sind im Hebräischen ein und dasselbe Wort. Im Griechischen leitet sich wie im Deutschen „gehorchen“ von der Wurzel „hören“ ab. Das Hören auf Gottes Reden soll zum Gehorsam führen. Gehorsam ist also ein Hören, das zur Tat wird. Die Grund-Frage eines Christen heißt demgemäß:

Herr, was willst du, daß ich tun soll? Apg 9,6


Ihr sagt: Siehe, ist es auch der Mühe wert? Mal 1:13

Gott zu dienen ist immer auch mit Mühe verbunden. An sich selbst zu arbeiten und im Gehorsam zu leben, kostet Kraft und Hingabe. Mit Gott seinen Weg zu gehen ist nicht ein “easy going”. Aber wenn es uns wichtiger als alles andere ist, Gott zu dienen, ist das, was wir aufgeben, nichts im Vergleich zu dem, was wir gewinnen: ewiges Leben bei Gott. Ehren wir also Gottes Namen in Wort und Tat unseres Lebens. Bekennen und beten wir Gott an, der seine Hand voller Liebe nach uns ausstreckt.

Nehmt euch meine Worte zu Herzen und gebt mir die Ehre, die mir gebührt! Mal 2:2


Der Mensch aber geht hinaus an sein Tagewerk, an seine Arbeit bis zum Abend. Ps 104:23

Arbeit ist keine sture Pflichterfüllung, sondern bedeutet lieben, über sich selbst hinauszuwachsen im Dienen und im Opfer, mit Freude und ohne je nachzulassen. In der Schlichtheit deiner gewöhnlichen Arbeit, in dem immerfort sich wiederholenden Kleinkram des Alltags musst du das große und neue Geheimnis entdecken, das vielen Menschen verborgen bleibt: die göttliche Liebe. In den Augen Gottes ist keine Arbeit, für sich genommen, groß oder klein. Allein die Liebe, mit der sie getan wird, bestimmt ihren Wert.


Das Volk gewann Mut zur Arbeit. Neh 3:38

Wir wollen arbeiten. Aber vergessen wir nicht, dass unsere stärkste Waffe das Gebet ist. Deshalb werde ich nicht müde zu wiederholen: Wir müssen kontemplative Seelen mitten in der Welt sein, darum bemüht, ihre Arbeit in Gebet zu verwandeln. Die eigene Arbeit heiligen, das ist keine Phantasterei, sondern die Aufgabe jedes Christen.

Stoßgebete behindern die Arbeit ebenso wenig, wie das Schlagen des Herzens die Körperbewegungen behindert.


Mich, den Herrn, habt ihr vergessen! Hosea 13:6

Gehorsam bedeutet, den Herrn nicht zu vergessen, sondern in allen Dingen auf ihn zu hören. Gerade im Alltagstrott des immer Selben kommt es darauf an, das Hören auf ihn nicht untergehen zu lassen. Gerade der Alltagstrott des immer Selben soll für uns ein ständiges Gebet sein. Ein Gebet, das immer aus denselben herzbewegenden Worten besteht, aber jeden Tag zu einer anderen Melodie. Rufen wir jeden Tag seine Hilfe an.