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16 Achtsamkeit

Im Alltag lass mich achtsam sehn.


Heute, wenn ihr meine Stimme hört, dann verschließt eure Herzen nicht. Heb 3:7‭-‬9

Achtsamkeit ist die Tugend, die dir Gottes Gegenwart bewusst macht. Beim Achtsamen Innewerden hilft es dir, wenn du dich dem Nächstliegenden zuwendest, dem Heute in seinen vielen Einzelheiten. Übe dich daher darin, dass du dich nicht unnötig um deine Vergangenheit kümmerst. Was war, das war. Übergib es der göttlichen Barmherzigkeit. Übe dich weiter darin, dass du dich nicht unnötig um deine Zukunft kümmerst. Was kommt, das kommt. Übergib es der göttlichen Vorsehung. Was dich kümmert und fordert, ist das Heute. Das aber gehört der Gnade Gottes und der Hingabe deines guten Willens.


Singet dem Herrn ein neues Lied. Ps 96,1

Tag für Tag vergeht, manchmal auch Trott, scheinbar kaum Fortschritte. “Lebe den Tag” bedeutet nicht unbedingt in Saus und Braus und überschwänglich zu leben. Wir sind eine Perle und werden durch diesen scheinbaren Trott kontinuierlich geschliffen. Wenn wir auf den letzten Monat oder auf das vergangene Jahr zurückblicken, wird uns vielleicht klar, dass uns allein die tägliche Erfüllung unseres Alltagsprogramms schon sehr viel weiter gebracht hat. Ich bete um Geduld für die unbedeutenden Momente der Gegenwart. Sie sind in Wahrheit sehr wichtig, eine Perle, etwas Kostbares, die mich lobend ausrufen lassen: Singt dem Herrn ein neues Lied!


Du hast mich heraufgezogen und mir das Leben neu geschenkt! Jona 2:7

Jeder Augenblick, den wir erleben, ist neu. Jeder Tag ist von Gott neu geschenktes Leben. Leben wir ihn bewusst in seiner Gegenwart, aufmerksam dafür, wo und wie er uns heute begegnet. Das achtsame Leben in der Gegenwart wird mit der Gegenwart Gottes  verbunden. Denke nicht zu viel an gestern, das schon vorüber ist, noch sorge dich um das morgen, von dem du nicht weißt, ob es für dich noch kommt, sondern in allem suche den Herrn zu erkennen.


Bleibt nicht bei der Vergangenheit stehen! Schaut nach vorne, denn ich will etwas Neues tun!  Jes 43:18‭-‬19

Deine Vergangenheit ist wichtig. Sie hat dich zu der Person gemacht, die du heute bist, mit hellen und dunklen Stunden. Gedenke deiner Vergangenheit, Erinnerung ist etwas total Wichtiges, aber Vorsicht: Sei kein Gefangener Deiner Vergangenheit, grübelnd darüber was schief gelaufen ist oder wie es anders hätte kommen können, sondern sei der Architekt deiner Gegenwart. Nur das heute lässt sich unter Gottes Segen konstruktiv gestalten, nur hier ist das Reich Gottes, dessen Mitarbeiter du bist. “Man kann das Leben nur rückwärts verstehen, aber man muss es vorwärts leben.” (Kierkegaard)


Denke bei jedem Schritt an ihn; er zeigt dir den richtigen Weg. Spr 3:6

Der vorauseilende Geist ist eine wiederkehrende Schwäche von mir. Da bin ich überall und nirgends, nur nicht im Jetzt und so denke ich auch nicht an ihn, während ich durch den Tag schreite. Sorgen, Gedankengrübelei fesseln meinen Geist an die Zukunft und das Ergebnis ist Angst. Und dann schreie ich innerlich Stop! Sicherlich erwartet mich heute nicht nur Freude. Aber Geborgenheit ist gewiss. Mag sein, dass ich Augenblicke der Angst und Verwirrung erlebe, aber ich kann lernen, auch inmitten von Widrigkeiten zu vertrauen. Ich kann mich der Kraft, die größer ist als ich selbst, anvertrauen. Dem Jetzt und den Menschen im Hier und Jetzt Aufmerksamkeit zu schenken, ist die einzig richtige Antwort auf das Leben. Ich will die Abenteuer schätzen lernen, die die Gegenwart in sich birgt. Ich will die Augenblicke des heutigen Tages auskosten und das Ergebnis Gott anvertrauen.


Geht in euch und kommt endlich zur Besinnung! Zefanja 2:1

Das, was wir jeden Tag oft unbewusst tun, sollten wir bewusster wahrnehmen. Wenn ich morgens aufstehe, mache ich mir bewusst: Ich stehe auf, ich gehe in den Tag hinein. Ich verlasse das bequeme Bett. Ich verlasse die passive Rolle des Zuschauers.
Ich nehme teil am Leben. Ich versäume es nicht. Ich stehe auf, um mich auf den Weg zu machen. Ich mache mich auf den Weg zu Gott. Mein Weg geht letztlich immer auf ihn zu. Aber ich stehe auch auf, um mich auf den Weg zu den Menschen zu machen. Ich gehe aufrecht und aufgerichtet durch den Tag, um auch Menschen in meiner Umgebung aufzurichten. Dann erahne ich bei jedem Aufstehen am Morgen etwas vom Geheimnis der Auferstehung, welche die Grundlage unseres ganzen Lebens ist. Anselm Grün

Tugend der Wachsamkeit 


Sei wachsam für Christus

Seid wachsam. Mt 24:42

Werde wachsam für das, worauf es ankommt: das ist der Glaube und die Bindung an Christus. Wachsam zu sein, bedeutet, dass du dein ganzes Sein, dich selbst als einzigartige Person hingibst und hinwendest zu ihm, überall, in allen Angelegenheiten und Lebensumständen. Das ist nicht Mystik für ein paar wenig Abgehobene, sondern alltagsrelevant wie es mehr nicht sein kann, z.B. bei mir in der Arbeit mit meinen Schülern, einem Elterngespräch, der Beziehungspflege innerhalb der Familie und noch und noch und noch. In alledem ist es der Mühe wert, das ganze Leben Christus zu widmen, jeden Tag in der Freundschaft zu ihm zu wachsen und sich gerufen zu fühlen, die Schönheit und Güte seines Lebens allen Menschen zu verkünden.  


Komm schnell herunter

Seid also zu jeder Zeit bereit, denn der Menschensohn wird gerade dann kommen, wenn ihr am wenigsten damit rechnet! Mt 24:44

Unser Herz ist unruhig auf Gott hin. Aber nicht nur wir Menschen sind unruhig auf Gott hin. Gottes Herz ist unruhig auf den Menschen hin. Gott wartet auf uns. Er sucht uns. Er spricht zu uns: Komm schnell herunter! Denn ich muss heute in deinem Haus zu Gast sein. (Lk 19,5). Komm also schnell herunter, werde innerlich arm und lasse los, immer alles kontrollieren zu wollen. In diesem Herunterkommen, in diesem Geerdet werden, wächst in dir die Wachsamkeit für ihn, machst du Platz für Christus in deinem Herzen. Und darin öffnest und begegnest du ganz neu und in einer tiefen Weise auch deinem Nächsten.  


Ziehe den Herrn an

Lasst uns ein vorbildliches Leben führen […] Zieht den Herrn Jesus Christus. Röm 13:13-14

Wachsamkeit bedarf es im Umgang mit unserer Seele. Immer wieder sind wir schwach und fallen. Immer wieder kehren wir um und bemühen uns mit den Empfindungen Christi zu bekleiden: mit Güte, Demut, Milde, Großherzigkeit, gegenseitiger Vergebung und vor allem der Liebe. Gott begleitet uns in diesem Bemühen. Jede unserer Taten, all unser Tun ist darum eingebettet in diese tiefe Beziehung zu Gott. Gottesbeziehung und Für-ihn-bereit-sein besteht dann mehr als aus dem Morgengebet, sondern jede noch so kleinste Tat ist verwoben mit Gott. Dann ist Christus der Herr deines Lebens.   

Zu großen Taten hast du selten Gelegenheit, die kleinen aber begegnen dir zu Hunderten. Verwende Sorgfalt und Liebe auf diese kleinen Dinge. Franz von Sales


Lass dich erleuchten vom Licht

Er ist unser Licht! Jes 2:5

Gott ist Liebe. Das bringt seine Tätigkeit Gottes zum Ausdruck. Gott ist ebenso Licht. Das bringt seine innewohnende absolute Reinheit zum Ausdruck. Nichts kann uns dieses Licht nehmen! Weil Jesus unser Licht ist, gibt es für uns keinen Sonnenuntergang! Wir dürfen unsere Schattenseiten nicht verdrängen. Das macht uns krank !!! Wir dürfen sie stattdessen in sein Licht halten, und so unser ganzes Sein Jesus und seinem Licht aussetzen. Durch seine Menschwerdung, Passion und Auferstehung leuchtet er uns und zieht uns in das neue Leben hinein, das alles Dunke besiegt. Verlieren wir nicht das wachsame Herz, welches allein das Wesentliche zu sehen vermag: das Licht Christi, das in uns und für uns leuchtet.   

Die völlige Selbsthingabe Christi am Kreuz sei euch Ursprung, Ansporn und Kraft für einen Glauben, der in der Liebe wirksam wird. Benedikt


Wachsamkeit fördert den Frieden

Dann schmieden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen. Jes 2:4

Der Friede muss in unserem Herzen den Ursprung nehmen. Dort in unserem Herzen herrscht Christus. Sind wir nicht wachsam mit ihm verbunden, läuft jegliches Bemühen um Frieden in unseren Gemeinschaften ins Leere. Durch Christus sind wir Friedensstifter unter den Menschen, gerade eben auch in den Schwierigkeiten, auch in den Augenblicken der Schwäche. Je mehr diese Liebe, die auf Frieden zielt, unsere Herzen erreicht, umso mehr bleiben wir in Gott, denn wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott. Bleibe also inmitten der Kämpfe in Frieden und beunruhige dich nicht, denn Gott ist für Dich.   

Der Frieden beginnt im eigenen Haus. Karl Jasper


Wachsamkeit für die Entscheidung für das Gute

Liebt also eure Mitmenschen, denn ihr wisst doch, dass es an der Zeit ist, aus aller Gleichgültigkeit auf zu wachen. Röm 13:11

Wir sind immer in einem inneren Konflikt: wir können nicht allen inneren Impulsen gleichermaßen folgen z.B. können wir nicht mitfühlend Anteil nehmend sein und gleichzeitig gleichgültig, wir können nicht nachttragend und gleichzeitig vergebend zu sein usw. Wir müssen immer entscheiden, welchem Impuls wir folgen wollen und das können wir nur mit der Hilfe des heiligen Geistes. Immer wieder kostet diese Hinwendung zum Guten Überwindung. Liebe kostet oft große Kraft!!! Seien wir dennoch beruhigt. Gott wird uns gerade dann helfen, wenn Liebe große Kraft kostet.


Betrachte das Leben Jesus

Lasst uns zum Haus des Herrn gehen! Ps 122:1

Wachsamkeit im tiefsten Kern ist die Betrachtung des Lebens Jesus. In der Betrachtung seines Lebens, vor allem seines Leidens, haben wir Gemeinschaft mit ihm, erkennen wir ihn, so wie wir von ihm erkannt sind. Betrachte also still sein Handeln, höre aufmerksam seine Worte, blicke in Liebe auf ihn, so wie er in Liebe auf dich blickt. Die wahre Liebe lebt von dieser Gegenseitigkeit der Blicke, so dass tiefe Begegnung möglich wird. Fehlt diese Dimension wird alles oberflächlicher Gestus, ob es nun das Gebet sei, die Kommunion oder sonstige fromme Rituale.

Leben in der Gegenwart

Gegenwart – Wahrnehmen des Augenblicks

Mein Leben beginnt jeden Morgen neu und endet jeden Abend; Pläne und Absichten darüber hinaus habe ich keine; das heißt, es kann natürlich zum Tagwerk gehören vorauszudenken, aber eine “Sorge” für den kommenden Tag darf es nie sein. Edith Stein

Was aber ist der Unterschied zwischen dem “Vorausdenken” und der “Sorge”? Bei der Sorge kreise ich unentwegt grübelnd, ängstlich, zweifelnd über das was da kommt mangels eines Vertrauen in Gott. Beim Vorausdenken tue ich das was planungsmäßig notwendig ist und überlasse alles andere der Fügung Gottes. Das lässt sich auch auf den Tagesverlauf anwenden. Sei stets ganz bewusst im momentanen Augenblick, nimm dich und den anderen wahr, nimm wahr, was die Situation dir gebietet und verweile nicht schon bei irgendetwas, das erst später am Tag auf dich zukommt. Ich entscheide mich heute bewusst den Augenblick wahrzunehmen. Nur hier finde ich Gott, nur hier kann ich mich in seine Arme werfen, nur hier kann ich glauben. Ich versuche meine Gedankenmaschine “Gehirn” mal ein bissel zu drosseln.


Gegenwart – Gestalte das Heute

Bleibt nicht bei der Vergangenheit stehen! Schaut nach vorne, denn ich will etwas Neues tun! Jes 43:18‭-‬19

Deine Vergangenheit ist wichtig. Sie hat dich zu der Person gemacht, die du heute bist, mit hellen und dunklen Stunden. Gedenke deiner Vergangenheit, Erinnerung ist etwas total Wichtiges, aber Vorsicht: Sei kein Gefangener Deiner Vergangenheit, grübelnd darüber was schief gelaufen ist oder wie es anders hätte kommen können, sondern sei der Architekt deiner Gegenwart. Nur das heute lässt sich unter Gottes Segen konstruktiv gestalten, nur hier ist das Reich Gottes, dessen Mitarbeiter du bist. “Man kann das Leben nur rückwärts verstehen, aber man muss es vorwärts leben.” (Kierkegaard)


Gegenwart – Haltung der Wertschätzung

Schließlich haben wir bei unserer Geburt nichts in die Welt mitgebracht und wir können auch nichts mitnehmen, wenn wir sterben.‭ 1Tim 6:7

Gestalter deiner Gegenwart zu sein erfordert eine Haltung der Wertschätzung dem Leben gegenüber. Das heute ist der einzige Tag, den du in der Hand hast, der Tag, um glücklich zu sein. Mach daraus deinen besten Tag. Ich bete jeden Morgen folgendes Gebet: “Dich Vater, Sohn und Heiliger Geist voll Freude alle Schöpfung preist, der diesen neuen Tag uns schenkt und unser ganzes Leben lenkt.” Ja dieser Tag wird dir vom Allmächtigen geschenkt. Wenn das kein Grund zum Dank ist und die gleichzeitige Berufung, ihn entsprechend zu nutzen. “Wir sind erst dann weise, wenn wir verwirklichen, dass der heutige Tag der letzte sein könnte.” (Augustinus). Sich seiner Sterblichkeit bewusst zu werden, lässt uns das Heute anders Leben, Wertschätzender, bewusster, achtsamer.


Gegenwart – Leben ist Jetzt!

Denke bei jedem Schritt an ihn; er zeigt dir den richtigen Weg. Spr 3:6

Der vorauseilende Geist – eine wiederkehrende Schwäche von mir. Da bin ich überall und nirgends, nur nicht im Jetzt und so denke ich auch nicht an ihn, während ich durch den Tag schreite. Sorgen, Gedankengrübelei fesseln meinen Geist an die Zukunft und das Ergebnis ist Angst. Und dann schreie ich innerlich Stop! Sicherlich erwartet mich heute nicht nur Freude. Aber Geborgenheit ist gewiss. Mag sein, dass ich Augenblicke der Angst und Verwirrung erlebe, aber ich kann lernen, auch inmitten von Widrigkeiten zu vertrauen. Ich kann mich der Kraft, die größer ist als ich selbst, anvertrauen. Dem Jetzt und den Menschen im Hier und Jetzt Aufmerksamkeit zu schenken, ist die einzig richtige Antwort auf das Leben. Ich will die Abenteuer schätzen lernen, die die Gegenwart in sich birgt. Ich will die Augenblicke des heutigen Tages auskosten und das Ergebnis Gott anvertrauen.


Gegenwart und Alltagstrott

Singet dem Herrn ein neues Lied. Ps 96,1

Tag für Tag vergeht, manchmal auch Trott, scheinbar kaum Fortschritte. “Lebe den Tag” bedeutet nicht unbedingt in Saus und Braus und überschwänglich zu leben. Wir sind eine Perle und werden durch diesen scheinbaren Trott kontinuierlich geschliffen. Wenn wir auf den letzten Monat oder auf das vergangene Jahr zurückblicken, wird uns vielleicht klar, dass uns allein die tägliche Erfüllung unseres Alltagsprogramms schon sehr viel weiter gebracht hat. Ich bete um Geduld für die unbedeutenden Momente der Gegenwart. Sie sind in Wahrheit sehr wichtig, eine Perle, etwas Kostbares, die mich lobend ausrufen lassen: Singt dem Herrn ein neues Lied!


Gegenwart – Zukunft – Vergangenheit

Die Vergangenheit gehört dem göttlichen Erbarmen, die Zukunft der göttlichen Vorsehung. Was mich kümmert und fordert ist das Heute. Und dieses Heute gehört der Gnade Gottes und der Hingabe meines guten Willens. Franz von Sales

Mit diesem Zitat von hl. Franz von Sales möchte ich das Wochenthema beschließen. Es hat mich sehr bewegt. Das Heute steht unter Gottes Gnade und meinem guten Willen, gewissermaßen ein Zweigespann. So handle und lebe ich in der Gegenwart nie allein, sondern in und durch Gottes Gegenwart. “Ich habe begriffen, dass alles Streben nach Vollkommenheit und die ganze Heiligkeit in der Ausübung von Gottes Willen besteht.” (Faustina TB 666). Unserem dreifaltigen Gott allein sei Lob, Herrlichkeit und Ehre. Amen.