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15 Vergeben

Tut er mir bös, vergebend bin


Vergebt denen, die euch gekränkt haben. Vergesst nicht, dass der Herr euch vergeben hat. Kol 3,13

Achten wir darauf, dass wir im Inneren nicht eine Liste mit uns herum tragen, was uns alles an Bösen von anderen Menschen uns angetan wurde. Denn das macht uns bitter und diese Bitterkeit lassen wir dann bei irgendeiner Gelegenheit wieder heraus. Es gibt kein menschliches Zusammenleben ohne Verzeihung. Denn ob wir wollen oder nicht, immer wieder werden wir einander verletzen. Sicher ist das meist nicht einfach und mißlingt auch, aber es geht doch um die grundlegende Bereitschaft. Diese Bereitschaft zur Vergebung betrifft nicht an erster Stelle Menschen, mit denen wir wenig zu tun haben, sondern vor allem die Allernächsten, denen wir am meisten unser Herz geöffnet und die uns tief verletzt haben.

Tut er mir bös, vergebend bin …Vergebung ist die Macht, welche die Ketten der Bitterkeit und die Fesseln der Selbstsucht zerbricht. Corrie ten Boom


Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun. Lk 23,34

Eine Hilfe bei der Vergebung ist es,  sich die andere Person mit unserem Herrn Jesus vorzustellen und zum Herrn zu sagen: „Ich liebe sie, weil Du sie liebst. Ich vergebe, weil Du vergibst.“ (Robert de Grandis) Indem wir einander vergeben, geben wir der Vergebung Jesu Raum. Wir erkennen in dem Anderen nicht mehr den, der uns etwas zuleide tat, sondern den, dem Christus am Kreuz die Vergebung erwirkt hat. Wir begegnen einander als die durch Jesu Kreuz Geheiligten.

Die größte Quelle des Glaubens ist die Betrachtung des Kreuzes Christi. Charles Spurgeon


Seht zu, dass keine bittere Wurzel wächst. Heb 12,15

Wenn wir uns weigern, zu vergeben, verschließt sich unser Herz. Die Unversöhnlichkeit ist eine bittere Wurzel, die uns geistig in Ketten legt,  Mauern um uns errichtet und unser Herz zu Stein verhärtet. Ich war einmal fast ein Jahr mit einer Kollegin unversöhnlich. Welch grausame Zeit. Gott sei’s gedankt für die Kraft zur Versöhnung. Vor Gott nahm ich mir vor, dass es nie mehr so weit kommen darf. Unversöhnlichkeit hält uns gefangen und öffnet psychosomatischen und seelischen Krankheiten Tür und Tor. Hast du einen Menschen, mit dem du unversöhnt bist? Bitte Jesus, unseren Arzt, dass er die bittere Wurzel der Unversöhnlichkeit aus deinem Herzen reißt! Bitte ihm um die Gnade, allen alles verzeihen zu können!

Durch Unversöhnlichkeit richten wir eine Wand auf zwischen Gott und unserer Seele. Carl Eichhorn


Gott hat den Schuldschein, der uns mit seinen Forderungen so schwer belastete, für ungültig erklärt. Ja, er hat ihn zusammen mit Jesus ans Kreuz genagelt und somit auf ewig vernichtet. Kol 2:14

Unser Stolz erschwert uns oft nicht nur dem Nächsten zu vergeben, sondern ebenso die Vergebung uns selbst gegenüber auszusprechen. Gerade fromme Menschen sind oft streng mit sich selbst und klagen sich bei Fehlschlägen heftig an. Bitte Gott um Vergebung, beichte deinen Fehlschlag in Reue und dann lass es gut sein. Ansonsten beleidigst du die Barmherzigkeit Gottes und zweifelst an ihr. Dabei leben wir in dieser Verheißung: “Keine der Sünden, die er früher begangen hat, wird ihm angerechnet.” (Ez 33,16). Gottes größte Freude besteht im Vergeben. Herr, voll Vertrauen komme ich zu dir. Vergib mir und hilf mir, auch mir selbst vergeben zu können.


Ja, ich weiß, wie viele Verbrechen ihr begangen habt und wie groß eure Schuld ist. Amos 5:12

Die Freiheit zum Verzeihen ist denen leichter zugänglich, die auch an sich selbst Fehler sehen. Die Perfekten und Fehlerlosen tun sich außerordentlich schwer mit dem Verzeihen. Einfach und sehr wirkungsvoll ist für mich diese Übung: Hat mich jemand mit seinem Verhalten verletzt, dann frage ich mich, ob ich mit dem gleichen Verhalten auch schon einmal jemanden in gleicher Weise verletzt habe. Die Antwort lautet bei mir immer: Ja! Das fördert in mir die Empathie, dass der andere wie auch ich nur Menschen sind, die sich immer wieder auch verletzen. Gott sei’s gedankt für die Kraft zur Versöhnung.