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14 Sanftmut

In Sanftmut geb’ ich mich dahin


Selig sind die Sanftmütigen. Erdreich besitzen. Mt 5,5

Vor allem müssen wir ein gutes, sanftmütiges und dem Nächsten gegenüber liebevolles Herz haben, besonders wenn er uns zur Last und zum Ekel geworden ist. Denn dann haben wir nichts an ihm, um ihn zu lieben, sondern nur Ehrfurcht für den Heiland, welche die Liebe zweifellos um so wertvoller und würdiger macht, je reiner und freier sie von hinfälligen Beweggründen ist. Darum: Wenn Ihre Seele in Ruhe ist, machen Sie lebendigen Gebrauch davon, indem Sie möglichst viele Akte der Sanftmut verrichten, so häufig Sie Gelegenheit dazu haben, mögen diese auch noch so gering sein. Franz von Sales

In Sanftmut geb’ ich mich dahin….Sanftmütig ist, wer den Nächsten und sich selbst erträgt. Juan de la Cruz


Seid langmütig gegen jedermann! 1. Thess 5:14

Wenn du sanftmütig sein willst, lerne zuallererst, alles was dir geschieht anzunehmen, ohne gleich in die Haltung des Richters zu verfallen, der verurteilt. Spiritualität, die uns hart und selbstgerecht macht, ist wertlos. Es sind unzählige Stellen im Evangelium, in denen das Jesus verurteilt. Bleibe stattdessen standhaft und beharrlich bei einem gütigen Auge. Dein Blick auf den anderen Menschen ist das entscheidende Moment. Ein Mensch mit Sanftmut hat großes Verständnis für die unterschiedlichen Persönlichkeiten der Menschen und kann diese annehmen. Und ja, ich weiß, dass dies bei bestimmten Personen eine echte Herausforderung ist und bleiben wird.

Fehler sind dick, wo die Sanftmut dünn ist. Englisches Sprichwort


Fällt gerechte Urteile! Geht liebevoll und barmherzig miteinander um! Sacharja 7:9‭-‬10

Du sagst: Diese Person ist mir unsympathisch, ich muss mich so überwinden, um mit ihr nur zu reden. Alles was sie tut, ärgert mich. Dieser Mensch habe leider so viele Fehler! Mag sein …Das hat nichts zu sagen. Auf keinen Fall darf man ihr den Widerwillen merken lassen. Schließlich muss man dem Nächsten gegenüber Milde bis zum äußersten walten lassen, selbst bis zur Torheit und darf niemals Vergeltung üben.

Abgesehen davon, dass du die Vollkommenheit nur im Himmel findest: auch du schleppst deine Fehler mit dir und trotzdem ertragen dich die anderen.


Streitet nicht auf dem Weg! Gen 45:24

Auf unserem Lebensweg sind wir mit den einen Menschen kürzer, mit den anderen länger unterwegs. Achten wir darauf, dass wir auf diesem gemeinsamen Lebensweg nicht allzu häufig in Streit geraten. Versuchen wir möglichst häufig gelassen zu bleiben, immer dazu bereit, auch zu vergeben. Kommt es dennoch zum Streit, dann lenke dem möglichst schnell mit der Sanftmut entgegen, damit sich der Streit und die damit verbundenen negativen Gefühle nicht in deiner Seele einnisten und Wurzeln schlagen. Was dagegen Wurzeln schlagen soll ist die Pflanze der Sanftmut.


Liebe ist die Fähigkeit Ähnliches an Unähnlichem wahrzunehmen. Thomas v. Aquin

Was ist das Ähnliche zwischen allen Menschen? Es ist die Gebrechlichkeit. Wir alle, du und ich, sind bedürftig und schwach vor Gott, auch wenn manche stark tun oder erscheinen. Dieses Gleichsein vor Gott verbindet uns, macht uns in Christus zu Geschwistern. Uns gegenseitig in dieser Gebrechlichkeit zu tragen, bedeutet den anderen wie auch mich in all den Schwächen und Schattenseiten anzunehmen, nicht zu richten, sondern aufzubauen, nicht zu verurteilen, sondern barmherzig zu sein, uns zu lieben – uns als ein Leib in Christus zu begreifen.


Ich selbst, der Herr gehe als euer König an der Spitze. Micha 2:13

Wir können die Sanftmut Christi unter vier Umständen betrachten. Zunächst können wir die Sanftmut Christi in seinem gewöhnlichen Leben erkennen, denn all seine Gesinnungen waren friedlich: Er legte es nie darauf an, Streitgespräche zu provozieren, sondern vermied alles, was zu einer Auseinandersetzung führen konnte. Darin müssen wir ihn nachahmen. Ebenso scheint die Sanftmut Christi auf in seinen Zurechtweisungen. Er musste von seinen Verfolgern viel Schmach erleiden, und doch antwortete er ihnen nie wütend oder in einem aggressiven Ton. Seine Sanftmut tritt erneut in Erscheinung, wenn er jemanden in Gnade aufnahm. Er ließ sie an seinen Mahlzeiten teilnehmen oder nahm ihre Einladung an. Schließlich offenbart sich die Sanftmut Christi in seiner Passion, denn er ging in diese Passion wie ein Lamm, er, der, als er geschmäht wurde, nicht schmähte. Thomas von Aquin


Lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und demütig von Herzen. Mt 11,29

Die Sanftmut ist eine meiner Lieblingstugenden, weil sie so praktisch ist. Es vergeht bei mir kein Tag, bald keine Stunde, wo ich nicht vor der Wahl stehe allzu streng zu reagieren oder eben sanftmütig. Lernen können wir das, wie sollte es anders sein, von Jesus, der selbst noch am Kreuz in seiner Liebe die Sanftmut walten lässt. Sanftmut ist nach Gal 5,23 auch eine Frucht des heiligen Geistes. Beten und bitten wir für diese Frucht. 

Die Demut macht uns vollkommen vor Gott, die Sanftmut dem Nächsten gegenüber. Schließlich muss man dem Nächsten gegenüber Milde bis zum äußersten walten lassen, selbst bis zur Torheit, und darf niemals Vergeltung üben. Franz von Sales


Selig sind die Sanftmütigen, denn sie werden das Erdreich besitzen. Mt 5,5

Wenn du sanftmütig sein willst, lerne zuallererst, alles was dir geschieht anzunehmen, ohne gleich in die Haltung des Richters zu verfallen, der verurteilt. Spiritualität, die uns hart und selbstgerecht macht, ist wertlos. Es sind unzählige Stellen im Evangelium, in denen das Jesus verurteilt. Bleibe stattdessen standhaft und beharrlich bei einem gütigen Auge. Dein Blick auf den anderen Menschen ist das entscheidende Moment. Ein Mensch mit Sanftmut hat großes Verständnis für die unterschiedlichen Persönlichkeiten der Menschen und kann diese annehmen. Und ja, ich weiß, dass dies bei bestimmten Personen eine echte Herausforderung ist und bleiben wird. 

Fehler sind dick, wo die Sanftmut dünn ist. Englisches Sprichwort


Eine milde Antwort stillt den Zorn. Spr 15:1

Das Leben mutet uns derweilen einiges zu. Häufig hat das auch mit dem Verhalten anderer Menschen gegen uns zu tun. Verbitterung und Groll können die Folge sein. In unserer Verantwortung und unserem Glauben aber liegt es, ob wir darin auch Lern-Lektionen für uns entdecken können, z.B. indem wir darin unsere Unvollkommenheiten und Schwächen erkennen und annehmen lernen (z.B. dass ich mal wieder gereizt bin aufgrund des Verhaltens einer Person). Erkenne und nehme ich diese meine Schwächen an und darin auch mein Menschsein, stehen die Chancen gut, dass ich auch die Schwächen des anderen erkenne und annehme. Wer hart über andere urteilt, der hat seine Fehler und Schwächen nicht wirklich überwunden. 


Liebe: die Kraft, nicht nur die eigene, sondern auch die Unvollkommenheit eines anderen lebenslang zu ertragen. Ron Kritzfeld


Ein Knecht des Herrn aber soll nicht streiten, sondern gegen alle milde sein, lehrfähig, duldsam, der in Sanftmut die Widersacher zurechtweist. 2. Tim 2, 24

Sanftmut ist nicht Weichlichkeit! In der Sanftmut verwische und verkleinere ich nicht blauäugig eigene und fremde Fehler. Sanfmut bleibt bei der Wahrheit und hat auch den Mut sie zu sagen, aber eben sanft und nicht unbarmherzig und gefühlslos. Der Sanftmütige sieht sehr wohl, was er selbst oder andere falsch machen, er gerät dabei jedoch nicht in Zorn, sondern sieht hinter all den Fehlern den Menschen, der viel Geduld und Liebe braucht, um sich zu verbessern. 


Man sei immer so sanft wie möglich und bedenke, dass man mit einem Löffel Honig mehr Fliegen herbeilockt als mit hundert Tonnen Essig. Franz von Sales


Streitet nicht auf dem Weg! Gen 45:24

Vorgestern hatte ich seit langem mal wieder einen kleinen Streit mit meiner Frau. Wir haben uns – Gott sei’s gedankt – am nächsten Tag gleich wieder vertragen. Als Versöhnungsgeste bekam ich sogar eine Rose, die jetzt meine Gebetsecke schmückt. Auf unserem Lebensweg sind wir mit den einen Menschen kürzer, mit den anderen länger unterwegs. Achten wir darauf, dass wir auf diesem gemeinsamen Lebensweg nicht allzu häufig in Streit geraten. Versuchen wir möglichst häufig gelassen zu bleiben, immer dazu bereit, auch zu vergeben. Kommt es dennoch zum Streit, dann lenke dem möglichst schnell mit der Sanftmut entgegen, damit sich der Streit und die damit verbundenen negativen Gefühle nicht in deiner Seele einnisten und Wurzeln schlagen. Was dagegen Wurzeln schlagen soll ist die Pflanze der Sanftmut.


Bin ich vielleicht der Hüter meines Bruders? Gen 4,9

Sanftmut beinhaltet einen behutsamen Umgang mit dem Nächsten. Diese Behutsamkeit ist vorsichtig, weil sie keinen Schaden an den andern herankommen lassen will. Jede Menschenseele ist kostbar und es wert, dass wir sie behutsam behandeln. Im Wort behutsam steckt das Wort hüten. Wir sind dazu gerufen Hüter zu sein, andere Menschen zu behüten, für sie in welcher Form auch immer verantwortlich zu sein. Damit folgen wir den Spuren Jesus, welcher der oberste Hüter aller Seelen ist. Auf die Frage von Kain “Bin ich vielleicht der Hüter meines Bruders?” müssen wir also schlicht, kurz und einfach antworten: Ja!


Sanftmütig ist, wer den Nächsten und sich selbst erträgt. Juan de la Cruz


Jeden Tag will ich Gutes von dir reden und deinen Namen für immer loben! Ps 145:2

Vier mal heißt es im Psalm 145 “Ich will” in Bezug auf das Lob Gottes. Unser Wille ist auch bei der Tugend der Sanfmut entscheidend. Ich spreche bewusst: Ich will heute versuchen, sanftmutig gegenüber meinem Nächsten zu sein. Häufig gelingts. Allzuhäufig auch nicht. Dennoch: jeder neue Tag ist ein neuer Anfang und somit eine neue Chance. Wenn du auf deinem Weg hinfällst, dann ärgere dich nicht zu sehr darüber. Pflege in Bezug auf deine Fehler Sanftmut. Verzweifle nicht an ihnen, hüte dich vor übertriebenen Selbstvorwürfen und versuche täglich es besser zu machen. Nimm dich an, so wie Gott dich annimmt. 


Gnädig und barmherzig ist der Herr. Groß ist seine Geduld und grenzenlos seine Liebe! Ps 145:8