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06 Selbstliebe


Hilf mich annehmen, darin lenk.


Sich selbst annehmen

Die Unterweisung in der Lehre unseres Glaubens hat nur das eine Ziel: die Liebe! 1. Tim 1:5

Gott möchte, dass wir uns selbst lieben. Wer sich selbst nicht liebt, sich selbst nicht annimmt in all seinen Facetten, der ist auch nicht in der Lage, den anderen zu lieben und ihn in all seinen Facetten an zu nehmen. Die Selbstliebe ist gerade zu die Bedingung für die Nächstenliebe. Gott möchte, dass wir uns selbst lieben, da wir von ihm geliebt sind. Dass diese Selbstliebe keine egozentrische Selbstsucht meint ist dabei denke ich klar. Selbst- und Nächstenliebe, Selbst- und Fürsorge sind zwei Geschwister, die eins sind. Wir sind ein Leib in Christus. Lieben wir uns nicht selbst, so lieben wir den Leib Christi nicht.


Genießen lernen

Gott gibt uns alles reichlich, was wir brauchen, und wir dürfen es genießen. 1. Tim 6:17

Vieles kann Streß verursachen: spirituelle Arbeit an sich selbst, Leistungsdruck, Umgang mit den Erwartungen der anderen u.v.m.  Das ganze Leben färbt sich dann in ein ständiges “Muss” und “Soll”. Lasst uns das Genießen nicht verlernen: Zweisamkeit, Spazieren gehen, Lesen, anregende Gespräche, ein Vollbad, Mittagsschlaf u.v.m. Wir wissen es: Wer nicht genießt wird ungenießbar. Und auch wenn es etwas altbacken klingt und aus einer anderen Zeit kommt, geht folgendes Goethe-Zitat genau in diese Richtung: “Man sollte alle Tage wenigstens ein kleines Lied hören, ein gutes Gedicht lesen, ein treffliches Gemälde sehen und wenn es möglich wäre, einige vernünftige Worte sprechen.” In diesem Sinne: Genieße das Leben, so gut du eben kannst, trotz der Schattenseiten, die das Leben auch mit sich bringt.


Der Herr macht mich stark

Der Herr macht mich stark. Er beflügelt meine Schritte, wie ein Hirsch kann ich über die Berge springen. Hab 3:19

Der Hirsch kann schlecht laufen, wenn er zu mager ist. So können auch wir nur schlecht den täglichen Lebensweg gehen, wenn wir geschwächt sind, sind dann auch schwächer in der Liebe, nachgiebiger bei Versuchungen, gedankenloser beim Gebet. Der Herr macht mich stark, wenn ich auch das meine dazu gebe. Daher achte auf deine Gesundheit. Achte auf genügend Schlaf. Nimm dir Auszeiten. Ernähre dich gesund. Mache all das, dass du tagsüber mit frischer Kraft deine Arbeit tun kannst.


Seine Stärken wahrnehmen

Glücklich sind alle, die ihre Stärke in dir suchen. Ps 84:6

Sicher ist es gut, an seinen Fehlern zu arbeiten, so entwickeln wir uns weiter, auch wenn wir nie fehlerfrei werden. Ich tappe häufig in die gleichen Fehler. Es ist jedoch ebenso wichtig, sich seiner Stärken bewusst zu werden und sie für das Reich Gottes einzusetzen im Bewußtsein, dass alle Stärke vom Herrn kommt. Schätze deine geschenkten Stärken. Das ist vereinbar mit einer demütigen Haltung und ist keine Eitelkeit, denn Gott selbst hat uns ja diese Stärken geschenkt und so rühmen wir uns nicht selbst, sondern Gott. Zu sich kommen heißt: die Wahrheit verstehen. Und die Wahrheit ist, dass wir viele gute Talente von Gott geschenkt bekommen haben und es ist sein Wille, dass wir sie auch einsetzen.


Liebe ist mehr als Gefühl

Deinen Nächsten sollst du lieben wie dich selbst. Ich bin Jahwe! 3. Mose 19:18

Selbstliebe funktioniert nicht auf Knopfdruck. Gefühle lassen sich nicht gebieten. Das Nächstenliebe-Gebot im AT steht im hebräischen Urtext im Dativ. Es heißt dort nicht man solle jemanden lieben, sondern man solle jemandem lieben. Durch den Dativ ist der Schwerpunkt auf das Tun gelegt. Das heißt, das Gebot der Nächstenliebe und Selbstliebe zielt nicht zuerst auf Gefühl, sondern auf Handeln. In der Tat, Liebe zu mir selbst und zum Nächsten als Gefühl lässt sich nicht vorschreiben oder erzwingen und es gibt glaube ich kaum einen Menschen, der nonstop in bedingungsloser und emotionaler Liebe zu sich selbst und seinen Nächsten steht. Aber Liebe als liebevolles Zugehen auf den Nächsten, als liebevoller Umgang mit mir selbst im Handeln und konkretem Tun, das lässt sich recht wohl umsetzen


Demut und Selbstliebe

Sucht den Herrn, alle ihr Demütigen. Zeph 2,3

Im tiefen Kern bedeutet die Selbstliebe, sich selbst anzunehmen. Dazu ist Demut notwendig. Denn wir alle machen Fehler und sind weit davon entfernt, perfekt zu sein, wir haben Schwächen. Es gibt viele Arten von Fehlschlägen im Umgang mit meinen Mitmenschen, mit mir selbst und mit Gott. Diese notwendige Demut üben wir ein, indem wir Gott möglichst häufig loben, preisen und rühmen. Das erzeugt in uns ein Bewußtsein für seine Größe und lässt in uns die Demut wachsen.

Gepriesen sei der Herr, der mich von mir selbst erlöst hat! Teresa von Avila