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03 Gottesliebe


In Liebe, Gott, ich zu Dir schau.

Das Einzigartige an dieser Liebe ist: Nicht wir haben Gott geliebt, sondern er hat uns seine Liebe geschenkt. 1. Joh 4:10

Diese Liebe ist Freundschaft mit Gott. Es ist keine Liebe, die etwas haben will. Denn durch die Gottesliebe lieben wir Gott um der Liebe seiner selbst willen in Anbetracht seiner Güte. Von Ewigkeit her liebte Gott jede Seele. Wir wissen um seine Liebe zu uns, da er sie laut verkündet hat. Er treibt seine heilige liebevolle Beziehung zu uns auf die Spitze, indem er sich schenkt in Christus. Die Freundschaft ist echte Freundschaft, weil sie gegenseitig ist. Seine Freunde nennt uns Christus. Wir besprechen uns mit ihm jederzeit, so oft wir wollen, im heiligen Gebet, da wir all unser Leben, unsere Bewegung und unser Sein nicht nur mit ihm haben, sondern in ihm und durch ihn.


Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Offb 3:20

Jesus hat Sehnsucht danach, dass wir ihn lieben. Seine Liebe zielt nach unserem Heil, unser Heil aber nach seiner Liebe. Mit welcher Liebe verlangt doch das göttliche Herz nach unserer Liebe! Die Sonne überströmt alles mit ihrer belebenden Wärme und spendet jedem die nötige Kraft, Früchte zu bringen. Genau so belebt auch die göttliche Güte alle Seelen und ermutigt die Herzen zur Liebe. Er geht sogar von Tür zu Tür, klopft an und beteuert, daß er bei jedem, der ihm auftut, einkehren und Gastmahl mit ihm halten, jede Art Gnade und Wohlwollen ihm erzeigen wird

Jetzt streckt er seine Hand durch die Öffnung in der Tür. Mein Herz schlägt bis zum Hals, weil er in meiner Nähe ist. Hoheslied 5:4


Mit Freundlichkeit und Liebe wollte ich sie ihren Weg führen. Ich habe ihnen ihre Last leicht gemacht – wie ein Bauer, der seinem Ochsen das Joch hochhebt, damit er besser fressen kann, ja, der sich bückt, um ihn selbst zu füttern. Hosea 11:4

Diese Worte gehen zu Herzen. Gott bückt sich sogar, um uns Nahrung zu geben. Zutiefst hat er sich in Jesus zu uns gebückt. Er ist unsere wahre Nahrung. Im Gegensatz zur nur vorübergehenden Erfüllung sinnlicher Bedürfnisse und Wünsche besteht das wahre Glück im Besitz des ewigen und darum eben höchsten Gutes: Jesus Christus. Glücklich zu sein bedeutet für den Geist, in Christus Gott zu haben und ihn zu genießen.


Liebt den Herrn , euren Gott, bemüht euch immer wieder darum, denn es geht um euer Leben! Jos 23:11

Alle Gottliebenden haben das gemeinsam, daß sie Gott über alles lieben. Es ist die Liebe, die über jede andere Liebe vorherrschen und alle unsere Leidenschaften beherrschen muß. Das ist es, was Gott von uns fordert. Die Liebe, die wir ihm entgegenbringen, muß die herzlichste sein, die unser ganzes Herz beherrscht. Sie muß die innigste sein, die unsere ganze Seele in Beschlag nimmt, die allgemeinste, die all unsere Fähigkeiten in ihren Dienst stellt, die erhabenste, die unseren ganzen Geist erfüllt und die standhafteste, die unsere ganze Stärke und Kraft in Tätigkeit setzt.


Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Denken. Das ist das erste und größte Gebot. Mt 22:37‭-‬38

Dieses Gebot gibt, einer Sonne gleich, allen anderen heiligen Gesetzen, allen göttlichen Anordnungen und allen heiligen Schriften Glanz und Würde. Alles ist dieser himmlischen Liebe wegen gemacht und alles bezieht sich auf sie. Alle Ratschläge, Ermahnungen, Eingebungen und die übrigen Gebote sind wie Blüten an dem heiligen Baum dieses Gebotes und das ewige Leben ist dessen Frucht. Alles, was nicht auf die ewige Liebe hinzielt, zielt auf den ewigen Tod. O himmlische Liebe, wie liebenswert bist du unseren Seelen! Gepriesen sei auf ewig die Güte, die uns mit solcher Liebe befiehlt, daß wir sie lieben, obwohl ihre Liebe so wünschenswert und notwendig für unser Glück ist, daß wir ohne sie nur unglücklich sein können!


Da erwachte im Herrn die leidenschaftliche Liebe zu seinem Land, und er hatte Mitleid mit seinem Volk. Joel 2:18

Die Liebe zum Herrn ist das tragende Fundament und Ziel unseres Lebens, das einzige Ziel, das niemals aufhören wird. Ohne Liebe sind wir nichts. Liebe ist  Mutter aller Tugenden. Gott ist die Quelle aller Liebe. Wir sind berufen, seine Liebe zu empfangen, zu erwidern und weiterzugeben. Allerdings: wenn wir versuchen, uns in der Tugend der Liebe zu üben, lernen wir vor allem eines, nämlich dass wir häufig scheitern. Dennoch üben wir uns ein Leben lang in der Liebe. Unsere ganze Askese zielt darauf ab, dass wir fähig werden, Gott, den Nächsten und uns selbst zu lieben. Der Wille Gottes ist es, dass wir lieben. Dort wo wir lieben, ist das Reich Gottes.

So sind doch alle Tugenden nackt ohne die Liebe. Leo der Große