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Ökumenische Impulse

Ökumenische Impulse


Die Ökumene

Ich bin der Herr, ich allein. Außer mir gibt es keinen Gott. Jes 45:5

Ich selbst bin römisch-katholisch und finde den Dialog zwischen den Kirchen wichtig, ein Dialog, der die Unterschiede zwar nicht verschweigt, aber mehr noch das Verbindende sucht. Wir haben wahrlich mehr Dinge die uns verbinden, als Trennendes. Über dieses Verbindende soll es diese Woche gehen. Die Quelle dieser Einheit, die Quelle, die alles verbindet, ist und bleibt Christus: “Wenn Christen miteinander beten, erscheint das Ziel der Einheit näher. Es hat den Anschein, als würde die lange Geschichte wieder zusammengefügt, wenn sie nach jener Quelle ihrer Einheit strebt, die Christus ist.” (Johannes Paul II.). “Auch dieses Jahr lädt uns der Sonntag der Weltmission dazu ein, uns um die Person Jesu zu versammeln, dem allerersten und größten Künder des Evangeliums.” (Papst Franziskus). Ich wünsche dir einen gesegneten Sonntag. Suche auch im zwischenmenschlichen Bereich stets das Verbindende. Das stärkt die Liebe  


Liebe und Vater

Unser Vater im Himmel, dein Name werde geheiligt. Lk 11:2

Nicht ohne Grund sprechen wir das “Vater unser” in Wir-Form. Augustinus hat einmal gesagt: “Ob sie wollen oder nicht, sie sind unsere Brüder. Sie hören erst auf, unsere Brüder zu sein, wenn sie aufhören zu sprechen: Vater unser.” Wir haben den einen Vater, der uns liebt, ja der die Liebe selbst ist. “Gott ist Liebe, und wer in dieser Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.” (1. Joh 4:16). Dieser Vater und seine Liebe sind unteilbar, egal wie viel Kirchen es gibt. Und so sind wir alle Geschwister als Kinder Gottes. Lasst uns bei allen Unterschieden nie vergessen. Wir haben alle einen Vater im Himmel, unteilbar in seinem Sein, unteilbar in der Liebe. Ich wünsche dir einen gesegneten Tag als Kind Gottes.  


Schöpfung und Sohn

Denn Gott hat die Menschen so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn für sie hergab. Jeder, der an ihn glaubt, wird nicht zugrunde gehen, sondern das ewige Leben haben. Joh 3:16

“Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.” (1. Mose 1:1). Gott wirkt. Von der Erschaffung der Welt bis zum heutigen Tag. In meinem und in deinem Leben. Durch die Sendung seines Sohnes Jesus Christus hat er die Welt auf eine ganz andere einmalige Art und Weise neu und endgültig geschaffen. Der Kern des Christentums ist keine Idee, sondern eine Person: Jesus. Wer sagt, dass er Jesus sein Herr ist, ihn lieb hat, ihm vertraut, der ist mein Bruder, auch wenn ich in tausend Dingen anders denke als er. Und auch dieser Sohn Jesus Christus wirkt, heute, gestern und in alle Ewigkeit. Seinem Heiligen Herzen vertrauen wir uns an, in ihm leben und lieben wir.  


Taufe und Eins seins

Sie alle sollen eins sein, genauso wie du, Vater, mit mir eins bist. So wie du in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns fest miteinander verbunden sein. Joh 17:21

Die Ökumene hat die letzten 50 Jahre große Fortschritte gemacht. Es ist möglich, sich als Einheit zu verstehen, ja mehr noch: Eins sein in Christus trotz der unterschiedlichen Kirchen und Konfessionen. “Wir müssen mit dem beginnen, was die Herzen näher bringt, nicht aber mit Dingen, die zum Streit führen.” (Ignatius von Loyola) Die Taufe beispielsweise macht uns zu einer Christenheit: “Tauft sie auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes!” (Mt 28:19). Denke und danke heute besonders fur deine Taufe durch die du in welche Kirche auch immer eingegliedert und aufgenommen wurdest und zur großen Gemeinde der Kinder Gottes gehörst.  


Geist und Hoffnung

Nach diesen Worten hauchte er sie an und sprach: Empfangt den Heiligen Geist! Joh 20:22

Und den empfangen alle! Der Geist weht wo er will. Er lässt sich nicht einsperren in menschliche Gedankengerüste. Aber er tut machtvoll kund, was Gottes Wille ist. Nirgendwo ist dieser so verdichtet zu lesen, wie in der Bergpredigt. Genau in der Mitte der Bergpredigt befindet sich das “Vater unser”. Durch das Gebet werden wir empfänglich für den Willen Gottes, den uns der heilige Geist stets mitteilen will und der unsere Hoffnung stärken will. Ich lebe in der Hoffnung, dass Jesus am Ende der Zeit alles wieder zusammen führen wird und zur Vollendung bringt. Dass dies passieren wird, davon berichtet das Heilige Wort Gottes, die Bibel, unser Wegweiser in strürmischen Zeiten.

“Seid immer bereit, Rede und Antwort zu stehen, wenn euch andere nach der Hoffnung fragen, die euch erfüllt.” (1. Petrus 3:15).  


Glaube und Wort

Nicht wegen meiner guten Taten werde ich von meiner Schuld freigesprochen, sondern allein deshalb, weil ich mein Vertrauen auf Jesus Christus setze. Röm 3:28

Im Glauben an das Wort, das in Jesus Christus Fleisch geworden ist, sind wir vereint. “Nicht in Organisationen, nicht in Dogmen, nicht in Liturgien, nicht in frommen Herzen wird die Einheit der Kirche bestehen, sondern im Wort Gottes, in der Stimme Jesu Christi.” (Bonhoeffer). Diese Stimme Jesu Christi mit einem wachsamen Ohr zu hören, das ist die Gnade und Aufgabe eines jeden Christen. Zuallererst durch das Gebet wird dieses “Hören” sensibilisiert. Alle Christen in allen Kirchen wenden sich im Gebet an das Wort Jesu Christi. Das ist wunderbar. Das ist der Kern unseres gemeinsamen Glaubens.  


Ökumene – Abschluss

Einen andern Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus. 1. Kor 3,11

Zum Abschluss des Wochenthemas ein kurzes und ein langes Zitat, die mich beide im Herzen angesprochen haben.

“Es gibt in allen christlichen Kirchen eine gemeinsame christliche Basis, die vielleicht wichtiger als alles Trennende ist.”(Hans Küng)  

“Entscheidend für das Gelingen des ökumenischen Gesprächs und das Miteinander der Kirchen ist die stete Erinnerung an das Verbindende. Nur wenige Momente seien genannt: die Bibel als gemeinsame Quelle der Erkenntnis, der Glaube an denselben Geist Gottes, der sein Volk begleitet, die gemeinsame Frage, was wir auf der Erde tun können, das gemeinsame Bild vom Volk Gottes als wanderndes Gottesvolk, der Glaube an Jesus Christus, die Taufe. Das Verbindende wächst, wenn es wichtiger wird als das Trennende. Und deswegen bin ich davon überzeugt, dass nicht die Konfessionen aufgelöst werden müssen, wohl aber müssen die Trennung, das Nicht-Voneinander-Wissen, das Desinteresse aneinander ein Ende haben.” (Friedrich Weber)