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Nicht von, aber in der Welt

Nicht von, aber in der Welt


Wir sind nicht von der Welt.

Sie gehören ebenso wenig zur Welt wie ich. Joh 17:16

Was meint Jesus damit? Biologisch gesehen sind wir natürlich von der Welt. Aber in der Taufe wurden wir geheiligt, d.h. seitdem gehören wir zu Gott, wir sind sein Eigentum, Kinder der Familie Gottes. Beständig sind unsere Augen nach oben zu ihm gerichtet, um ihn zu ehren. Ehren bedeutet von der Wortbedeutung her “Gewicht geben”. Wir geben Gott Gewicht in unserem Leben. Durch diese liebevolle Vertrauensbeziehung gehören wir im innersten Wesenskern eben nicht mehr dieser Welt an, sondern Gottes Welt. Das verändert dein Denken und Handeln bei dem du zwar noch in der Welt lebst, aber ihr nicht gehörst.

Liebet nicht die Welt, noch was in der Welt ist. Wenn jemand die Welt liebt, so ist die Liebe des Vaters nicht in ihm. 1. Joh 2:15


Wir sind noch in der Welt.

Wie du mich in die Welt gesandt hast, so sende ich sie in die Welt. Joh 17:18

Auch wenn du nicht mehr zur Welt gehörst, bedeutet das nicht, dass du ein weltabgewandtes Leben führen sollst, im Gegenteil: Jesus sendet dich eben in diese Welt. Du bist Gottes Gesandter in dieser Welt, Gottes Botschafter, du hast eine Mission. “Ich darf meinem Los, ein Gast und Fremdling auf dieser Erde sein zu müssen, nicht dadurch ausweichen, daß ich mein irdisches Leben in Gedanken an den Himmel verträume” (Bonhoeffer). Darum sind wir der Welt zugewandt, auch wenn wir ihr nicht gehören, handeln in ihr in und durch Christus, jedoch immer in Erinnerung dessen, daß alles Irdische nur etwas Vorläufiges ist und daß es gut ist, sein Herz auf die Ewigkeit hin auszurichten.


Was bedeutet das praktisch?

Das Wesen dieser Welt vergeht. 1. Kor 7:31

Was bedeutet das praktisch, dass du und ich als Christen nicht von der Welt, aber in der Welt sind? Es prägt unsere Einstellung und beeinflusst so unser Verhalten. Letztlich heißt es schlicht und einfach, dass Gott an Stelle Nr. 1 steht und alles, was wir leben und erleben, durch und durch von seiner Gegenwart durchdrungen ist. Ist Gott nicht an Stelle Nr. 1, so verlieren wir uns an diese Welt und somit verlieren wir uns selbst. Wir dürfen keinen Augenblick die großen Dinge um derentwillen wir hier leben aus dem Auge verlieren. Darum: Verliert euch nicht an diese Welt, auch wenn ihr in ihr lebt. Denn diese Welt mit allem, was sie zu bieten hat, wird bald vergehen. (1. Kor 7:31)

Herr, hier sind wir. Wir wollen dir dienen. Nimm unsere Hände in deinen Dienst. Öffne unsere Lippen für dein Wort. Fülle unser Herz mit deiner Liebe. Mach uns zu Boten deines Friedens. Nach einem Gebet von Michel Quoist


Freundschaft mit Welt = Feindschaft mit Gott

Wisst ihr denn nicht, dass Freundschaft mit der Welt Feindschaft gegen Gott bedeutet? Jak 4:4

Laß dich nicht von weltlichen Dingen gefangen nehmen. Wenn du dich von weltlichen Dingen her definierst, von Anerkennung, Erfolg, Besitz, Schönheit u.v.m., wenn du darin Sinn und Wesens deines Daseins siehst, trennst du selbst die Verbindung zu Gott. Wenn die Welt aber über dich herrscht, dann kann Gott nicht in dir herrschen. Und nur wenn Gott in dir herrscht, wirst du wirklich frei. Dann kommst du in Berührung mit dem innersten Sinn und Wesens deines Daseins, dem Bild, das Gott sich von dir gemacht hat.

Die Welt gleicht einem Meer, das Sturm und Gewitter aufwühlen. Liebst du Gott, so wandelst du über den Wogen, und unter deinen Füßen liegt die Flut. Liebst du die Welt, so wirst du von ihr verschlungen. Augustinus


Sich an Christus klammern

Wer sein Leben in dieser Welt loslässt, wird es für alle Ewigkeit gewinnen. Joh 12:25

Dazu ein Spruch von den Wüstenvätern: Wenn du ein Gerät, ein Messer, eine Hacke oder irgendetwas anderes hast und du merkst, dass dein Denken sich daran klammert, wirf es weit von dir weg, damit du dein Denken lehrst, sich an nichts zu klammern als allein an Christus. (Apophthegmata). Es ist ein hin und her. Wir stehen immer in der Gefahr, uns an etwas anderem fest zu halten als an Gott (Beruf, Beziehungen, Materielles etc.). Prüfe stets, an was du dein Herz und deine Gedanken bindest. Verurteile dich nicht, wenn’s passiert, denn es passiert, sondern sehe es als Einladung, dich wieder neu und ganz allein an Christus zu klammern, an sonst nichts.

An Gott mich klammern, das ist meine Kraft. Augustinus


Bedrängung in dieser Welt

In der Welt werdet ihr hart bedrängt, aber lasst euch nicht entmutigen: Ich habe diese Welt besiegt. Joh 16:33

Gestern war ein heftiger Tag: nonstop Action von Unterricht, Elterngespräche, PC-Probleme bis hin zur Lehrerkonferenz, von vielen Seiten wurde ich weltlich bedrängt. Auch wenn ich am Abend KO war, so war ich doch – Gott sei’s gedankt – über den ganzen Tag im Frieden und in der Ruhe, immer wieder in Kontakt mit dem Herrn.
Dazu ein Bild aus der Natur: Um unter Wasser leben zu können, nimmt die Wasserspinne eine Luftblase mit hinunter, aus der sie Sauerstoff bezieht. Um in der Welt leben zu können, nehmen wir eine lebensnotwendige Luftblase mit geistlichem Sauerstoff mit, die uns schützt und Leben spendet. Die Luftblase hilft uns Dinge immer wieder neu in uns zu korrigieren und ihnen nicht die übergroße Wichtigkeit zukommen lassen.

Beten heißt: in der Luft Gottes atmen. Friedrich von Bodelschwingh


Leben in Gottes segnender Gegenwart (Ps 67)

Gott sei uns gnädig und segne uns. Er lasse sein Angesicht leuchten über uns. Ps 67:2

Gott geht auf deinem Lebensweg mit. Zu erkennen, in welcher Art und Weise das konkret passiert, stärkt den Glauben und erzeugt eine Haltung der Dankbarkeit und Freude (V4-5). Bei aller Unterschiedlichkeit unserer Wege ist uns eines gemeinsam: Jesus ist der Weg! Haben wir ihn immer und allezeit vor unseren Augen, machen wir uns immer wieder bewusst, dass überall, wo ich bin, auch er ist, dass ich mein ganzes Leben in seiner Gegenwart lebe. Wir stehen unter seinem Schutz, daher kann uns die Welt nichts anhaben. So möchte ich mit einem Spruch der Wüstenväter enden: Ob du schläfst oder wachst, was du auch tust, wenn Gott dir vor Augen ist, kann dich der Feind in nichts erschrecken. Wenn dein Denken in Gott weilt, weilt auch die Kraft Gottes in dir. (Apophthegmata)

Es segne uns Gott. Ps 67,8