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Wüstenväter: Gott + Ich

Gott & ich (Wüstenväter)


Über das Herz

Wo nämlich euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein. Lukas 12:34

Ein Bruder sagte mir: Eines Tages, als ich zu Abbas Cronios vom Berg Panahon ging, sagte er mir: Gib acht, mein Sohn, dass du dort, wo du gehst und wo du wohnst, dein Herz nicht niederlässt, in der dass du dich für immer niederlässt, sondern sei dort wie ein Fremder. Apophthegmata

Wir sind nur Gäste auf dieser Erde. Hängen wir unser Herz daher allein an Gott. Unsere Heimat ist im Himmel!


Über das ununterbrochene Gebet

Hört niemals auf zu beten. 1. Thes 5:17

Ein Altvater sagte: Das anhaltende Gebet verbessert in kurzem den Geist. Apophthegmata

Abbas Johannes sprach: Ich gleiche einem Menschen, der unter einem großen Baum sitzt und sieht, wie viele wilde Tiere und Schlangen gegen ihn herankommen. Kann er gegen sie nicht mehr bestehen, dann klettert er eilig auf den Baum und rettet sich. So auch ich: Ich sitze in meinem Kellion und sehe, wie schlechte Gedanken auf mich zukommen, und wenn ich gegen sie nichts mehr kann, dann fliehe ich zu Gott im Gebet und werde so vor dem bösen Feind gerettet. Apophthegmata

Beten verwandelt unser Denken, weil wir alles darin Gott hinhalten und dadurch nicht mehr um uns selbst kreisen. Gottes Geist durchdringt mehr und mehr meinen Geist und schenkt ihm Frieden


Über die Demut

Zuallerletzt erschien er auch mir, dieser Fehlgeburt.1. Kor 15:8

Ein Bruder wandte sich an den Altvater Sisoes: Ich sehe an mir, dass das Denken an Gott dauernd in mir ist. Der Greis sagte dazu: Das ist nichts Großes, wenn dein Denken bei Gott ist. Groß ist es vielmehr, einzusehen, dass man unter allen Geschöpfen steht. Das und die körperliche Mühe führen zur Gesinnung der Demut.

Hüten wir uns spirituellen Hochmut, wie christlich-spirituell wir doch sind. Wer sich selbst für einen spirituellen Menschen hält, der hat nicht verstanden, was Demut heißt: den Mut zu haben, seine eigene Erdhaftigkeit anzunehmen und so mit beiden Füßen auf der Erde zu stehen.


Über das Jammern

Tut alles ohne Murren. Phil 2:14

Gegen Gedanken, die uns aufzeigen, dass es viele Bedrängnisse und große Mühsale in der Lebensweise des Mönchtums gibt, sprich: Gut ist der Herr zu denen, die auf ihn harren, und zu der Seele, die ihn sucht, gut zu dem, der in Wahrheit auf die Rettung durch den Herm hofft. KIgl 3,25

Für Benedikt ist das Murren das schlimmste Laster des Mönches. Es verschließt ihn gegenüber Gott. Ja, das Leben ist oft hart. Doch es geht darum, dass wir mitten in der Härte unseres Lebens auf Gott harren und hoffen, die Härte unseres Lebens öffnet uns für Gott. Achten wir außerdem, uns nicht schon von Kleinigkeiten aus der Bahn werfen zu lassen, nicht auf jede kleine Widrigkeit sofort mit schlechter Laune zu reagieren.


Über den Glauben an Gottes Barmherzigkeit

Er ist allezeit barmherzig. Ps 37:26

Von einem Soldaten wurde Abba Mios gefragt, ob Gott einem Sünder vergeben werde. Der Weise belehrte ihn in aller Ausführlichkeit und stellte ihm zuletzt eine Gegenfrage: Sage mir, mein Lieber, würdest du deinen Mantel wegwerfen, wenn er an einer Stelle schadhaft geworden ist? Aber nein, erwiderte der Soldat, ich würde ihn flicken und weiter anziehen. Der Weise antwortete ihm: Wenn du deinen Mantel so sorgfältig behandelst – sollte Gott dann nicht seinem eigenen Geschöpf nicht gnädig sein? Apophthegmata


Über den geistlichen Kampf

Kämpfe den guten Kampf des Glaubens. 1. Tim 6:12

Meint ihr, dass ich gekommen sei, Frieden auf Erden zu geben? Nein, sage ich euch, sondern vielmehr Entzweiung! Lk 12:51

Die Amma Synkletika sprach: Die zu Gott gehen, haben am Anfang Kampf und vielerlei Beschwerde. Hernach jedoch ist die Freude unaussprechlich. Wie nämlich diejenigen, die Feuer anzünden wollen, zuerst vom Rauch belästigt werden und weinen müssen und auf diese Weise das Gewünschte erreichen, denn es steht geschrieben: Unser Gott ist ein verzehrendes Feuer. Auch wir entfachen das göttliche Feuer in uns mit Tränen und Mühen. Apophthegmata


Über die Ruhe in Gott

Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch.1. Petrus 5:7

Abbas Agueras sagte mir: Ich ging eines Tages zu Abbas Poimen und sagte ihm: Ich bin überall hingegangen, um dort zu bleiben, aber ich habe die Ruhe nicht gefunden. Wo willst du, dass ich bleibe? Der Alte antwortete: Es gibt in unseren Tagen keinen Krieg mehr in der Wüste. Geh, such dir eine zahlreiche Menge, bleibe unter ihr und lebe wie einer, der nicht existiert und sage: Ich bin ohne Sorge. So wirst du die höchste Ruhe haben. Apophthegmata

Das Leben unter Menschen ist immer eine spirituelle Übung, zum einen um mich nicht über die Menschen zu definieren, sondern allein in und durch Gott. Zum andern, um mich in der Sorglosigkeit zu üben, Vertrauen darauf, dass Gott für mich sorgt. Das schenkt mir Ruhe mitten unter den Menschen.