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Hdl Kap 2

Hdl Kap 2


Ich bin eine Blume zu Saron und eine Rose im Tal. Hohelied 2:1

Ob es windig, regnerisch oder sonnig ist: für die Blüte ist das Entscheidende, gut mit ihrem Stengel verbunden zu sein. Du bist diese Blüte, die Augenblicke der Freude, der Not, der Schwierigkeiten erfährt. Das Wesentliche ist, dass du gut mit Jesus verbunden bleibst, da er die Quelle von all dem ist, was du benötigst, um die Sendung, die er dir anvertraut hat, anzunehmen.


Ich bin eine Blume auf den Wiesen des Scharon, eine Lilie der Täler. Hdl 2,1

Wenn wir uns von Gott angeschaut wissen, erkennen und gewahren wir uns in unserer gottgeschenkten Schönheit. Du bist nicht nur einer unter vielen. Du bist etwas ganz Besonderes in meinen Augen. Dich liebe ich mit einzigartiger Liebe. Mit dem Geliebten zusammen zu sein, ist ein Duft, eine Wohltat und ein Wohlgeschmack. Die Zeit, die wir mit Gott im Gebet verbringen, bewirkt in uns, was keine andere Begegnung zu bewirken vermag. Durch seinen Heiligen Geist schenkt Gott unserem Herzen in der Unrast Ruhe, haucht in der Hitze Kühlung zu und lässt uns die Süßebseiner barmherzigen Liebe verkosten. Wenn wir doch mit solcher Sehnsucht und Vorfreude jeden Tag zum Gebet hineilten.

In seinem Schatten begehre ich zu sitzen. Wie süß schmeckt seine Frucht meinem Gaumen! Hdl 2,3


Ich bin krank vor Liebe. Hdl 2, 5

Der Mensch, der einmal die Macht der göttlichen Liebe erfahren hat, verlangt immer mehr nach ihr. Das Verlangen nach der Liebe ist wie eine Wunde, die schmerzt und nicht heilt, ehe sie nicht von neuem die Liebe empfängt. Die Krankheit aus Liebe ist die bleibende Sehnsucht nach der endgültigen und vollkommenen Gemeinschaft mit dem Geliebten. Diese Krankheit wird auf Erden nie ganz geheilt. Selig, die krank sind vor Liebe, denn sie werden geheilt werden. Wie arm dagegen ist der Mensch, der die Entfernung von Gott gar nicht zu spüren scheint und in seinem irdischen Leben nichts vermisst. Er leidet an einer tödlichen Krankheit, während die Krankheit der Liebe eine heilbringende ist, die zur vollendeten Liebesgemeinschaft mit dem dreifaltigen Gott führt.


Seine Linke liegt unter meinem Kopf, seine Rechte umfängt mich. Hdl 2,6

Im Gebet umfängt der göttliche Liebende unser ganzes Menschsein. Der Kopf steht für unser Denken und Verstehen. Im Gebet ordnet, reinigt und erleuchtet Gott unseren Verstand. Er gibt uns Licht für die aktuellen Fragen unseres alltäglichen Lebens. Er lässt uns die Welt im Licht seiner Weisheit sehen. Er führt uns tiefer in die göttliche Wahrheit ein. Der Liebende umfängt seine Geliebte mit der Rechten, d.h., er zieht sie an sich, so dass Herz an Herz zu liegen kommt. Im Gebet dürfen wir ruhen am Herzen Jesu. Es ist schön, bei ihm zu verweilen und von der unendlichen Liebe seines Herzens berührt zu werden. Liebende sehnen sich nach ungestörtem Zusammensein, und immer ist die Zeit dafür zu kurz. So wünscht sich auch die Seele, wenn sie in der Umarmung der göttlichen Liebe ruht, Ungestörtheit, ja Ewigkeit.


Die Blumen zeigen sich im Land. Hld 2,12

Wer in einem schönen Garten spazieren geht, nimmt gern einige Blumen mit, um sich an ihrem Wohlgeruch zu erfreuen und sie den ganzen Tag bei sich zu haben. Nimm also diesen geistlichen Blumenstrauß mit in den Tag: ein Bibelvers, der dich angesprochen hast und über denn du nachgedacht hast, Vorsätze, die du dir vorgenommen hast, die Ruhe und Stille, die du beim Verweilen beim Herrn erlebt hast. Beschließe das Gebet mit drei Dingen. Erstens die Danksagung, für die Gefühle, die Worte, die Vorsätze, die Gott dir darin geschenkt hat, dass du bei ihm verweilen durftest. Zweitens die Bitte, dass Gott dir die Gnade mitteilt, die Vorsätze auch treu durchführen zu können. Drittens die Aufopferung, dass du alles an diesem Tag zur Ehre Gottes tun wirst.

Ein Tag ohne Gebet ist wie ein Himmel ohne Sonne, wie ein Garten ohne Blumen. Joh Paul XXIII


Fangt uns die Füchse, die kleinen Füchse, die die Weinberge verwüsten, dann stehen unsere Reben in Blüte. Hdl 2,15

Die Füchse stören die Einheit der Liebenden, sie zerstören die Liebe in dreifacher Weise:

1. Verletzungen der Liebe sein. Nicht erst die großen, schon die kleinen Sünden, die scheinbar kleinen Unaufmerksamkeiten der Liebe, richten Schaden an. Auf Dauer können sie den Weinberg verwüsten, die Liebesbeziehung zerrütten. Sie werden gefangen, wenn wir sie immer neu in Demut bekennen und der Barmherzigkeit Gottes anheim geben.

2. Selbstvorwürfe: Das Festhalten an alter Schuld, obwohl sie schon längst vergeben ist. Solche Selbstvorwürfe hindern die Einheit mit Christus, weil an seine barmherzige Liebe nicht geglaubt wird. Die Füchse werden gefangen, sobald wir die Erlösungstat Christi und seine Vergebung im Glauben annehmen.

3. Zerstreute Gedanken, die bald hierhin, bald dorthin schwirren und so das Gebet, die Gemeinschaft der Liebe mit Ihm, stören. Die Füchse fangen heißt, die verstreuten Gedanken immer neu einzufangen und auf Ihn hin auszurichten.