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Psalm 011

Impulse, Auslegungen, Kommentare und Bibelzitate zum Psalm 11

Zuflucht finden beim Herrn

Bei dem Herrn habe ich Zuflucht gefunden! Wie sagt ihr denn zu meiner Seele: Flieh wie ein Vogel auf eure Berge? Ps 11:1

In Gott Ruhe finden in der Unruhe. Darum geht es. Unsere Stütze ist Gott, der alle Dinge lenkt. Er ist unsere Zuflucht jeden Tag neu. Wichtig ist auch der zweite Teil des Verses. Wenn Gott unsere Zuflucht ist, dann können wir voller Zuversicht vorwärts gehen, ohne zu fliehen. Wir geraten immer wieder in Situationen, die uns herausfordern und bisweilen Angst magen. Das können große Dinge sein, wie der Tod lieber Menschen, aber eben auch scheinbar kleine Dinge, wenn wir sorgenvoll nachdenken, was diese Woche wieder alles auf uns zukommt. Der Vers ermuntert uns, mit Gottvertrauen diesen Situationen zu stellen, auszuharren in der Situation, die der Herr uns zugewiesen hat. Dort wird er uns beistehen.


Das Auge Gottes

Der Herr ist in seinem heiligen Tempel. Der Thron des Herrn ist im Himmel. Seine Augen spähen, seine Blicke prüfen die Menschenkinder. Ps 11:4

Wie wir überall den Himmel über uns haben, so ist auch der Herr uns allezeit nahe, wie immer unsere Lage sein mag. Gott ist ein naher Gott. Das Bild vom Auge Gottes, dessen Pupille fest und aufmerksam auf unsere Taten gerichtet ist, ist sehr eindrucksvoll und tröstlich. Der Herr ist kein ferner, in seine vergoldete Welt eingeschlossener Herrscher, sondern eine wachsame Gegenwart, die auf der Seite des Guten und der Gerechtigkeit steht. Er sieht und trifft Vorkehrungen, indem er durch sein Wort und sein Handeln eingreift, helfend, heilend, befreiend und auch prüfend. Das ist eine Erfahrung froher Gemeinschaft und festen Vertrauens auf Gott, der vom Bösen befreit.

Der Herr prüft den Gerechten. Ps 11:5


Aufrichtigkeit

Die Aufrichtigen werden sein Angesicht schauen. Ps 11:7

Aufrichtigkeit vor Gott ist das Erste und das Letzte. Gott erwartet von uns keine großen, außergewöhnlichen Heldentaten. Er erwartet unsere aufrichtige Treue, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Ein aufrichtiger Mensch ist ein Mensch, der versucht, Wort und Leben in Einklang zu bringen. Er sagt, was er denkt, und er tut, was er sagt. Das betrifft vor allem unsere Gebete, die immer von Herzen kommen sollen und dadurch aufrichtig sind. Kommen wir so zu Gott, dann naht er sich uns und lässt uns sein Angesicht schauen.

Ich glaube, dass Gott kein zeitloses Fatum ist, sondern dass er auf aufrichtige Gebete und verantwortliche Taten wartet und antwortet.  Dietrich Bonhoeffer