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Psalm 10-19

Psalm 10 bis 19

Psalm 10: Hilferuf der Armen

Herr, warum stehst du so fern, verbirgst dich in Zeiten der Not ? Ps 10:1

Warum zögert Gott? Gerade in sehr schwierigen Situationen kann in uns die Frage aufkommen: Warum Herr ist das nun so gekommen? Warum hast du nicht so oder so gehandelt? Wir mögen den Eindruck haben, dass Gott fern von uns ist und sich verbirgt. In solchen Situationen geht es schlicht darum, auszuharren und an der heiligen Schrift fest zu halten, die uns zusichert: Gott ist nahe! Auch wenn wir ihn nicht immer spüren, begleitet der Vater seine Kinder durch alle Tiefen hindurch und lässt sie niemals im Stich. Halten wir in Zeiten schwerer Not am Glauben fest und hoffen auf Gott. In Zeiten, in denen wir uns sehr einsam oder unterdrückt fühlen, müssen wir weiter beten und Gott von unseren Sorgen erzählen. Gott wartet darauf, dass wir ihm das Herz ausschütten.

Du siehst es doch, denn du schaust das Elend und den Jammer. Ps 10,14

Der Herr ist König immer und ewig. Ps 10:16

Sein Königtum gründet in der Liebe Gottes, die er der Welt durch sein Opfer gebracht hat. Es ist die göttliche Macht der Liebe, welche im Zentrum seines Königreichs steht. Es ist die Macht seiner Liebe, die es versteht, Gutes aus dem Bösen zu gewinnen, mein verhärtetes Herz zu erweichen, Frieden in unseren Streit zu tragen, Hoffnung in mein Dunkel zu bringen. Meine Entscheidung für Christus garantiert keinen Erfolg nach den Kriterien der Welt, sichert jedoch jenen Frieden und jene Freude, die allein Christus mir schenken kann. Darum immer wieder neu: vertraue dem König Christus. Sein Königtum ist Barmherzigkeit. Seine Herrschaft heißt Dienen. Seine Macht ist die Liebe.

Das Verlangen der Elenden hast du, o Herr, gehört; du machst ihr Herz fest , leihst ihnen dein Ohr. Ps 10:17

Psalm 11: Meine Zuflucht

Bei dem Herrn habe ich Zuflucht gefunden! Wie sagt ihr denn zu meiner Seele: Flieh wie ein Vogel auf eure Berge? Ps 11:1

In Gott Ruhe finden in der Unruhe. Darum geht es. Unsere Stütze ist Gott, der alle Dinge lenkt. Er ist unsere Zuflucht jeden Tag neu. Wichtig ist auch der zweite Teil des Verses. Wenn Gott unsere Zuflucht ist, dann können wir voller Zuversicht vorwärts gehen, ohne zu fliehen. Wir geraten immer wieder in Situationen, die uns herausfordern und bisweilen Angst magen. Das können große Dinge sein, wie der Tod lieber Menschen, aber eben auch scheinbar kleine Dinge, wenn wir sorgenvoll nachdenken, was diese Woche wieder alles auf uns zukommt. Der Vers ermuntert uns, mit Gottvertrauen diesen Situationen zu stellen, auszuharren in der Situation, die der Herr uns zugewiesen hat. Dort wird er uns beistehen.

Der Herr ist in seinem heiligen Tempel. Der Thron des Herrn ist im Himmel. Seine Augen spähen, seine Blicke prüfen die Menschenkinder. Ps 11:4

Wie wir überall den Himmel über uns haben, so ist auch der Herr uns allezeit nahe, wie immer unsere Lage sein mag. Gott ist ein naher Gott. Das Bild vom Auge Gottes, dessen Pupille fest und aufmerksam auf unsere Taten gerichtet ist, ist sehr eindrucksvoll und tröstlich. Der Herr ist kein ferner, in seine vergoldete Welt eingeschlossener Herrscher, sondern eine wachsame Gegenwart, die auf der Seite des Guten und der Gerechtigkeit steht. Er sieht und trifft Vorkehrungen, indem er durch sein Wort und sein Handeln eingreift, helfend, heilend, befreiend und auch prüfend. Das ist eine Erfahrung froher Gemeinschaft und festen Vertrauens auf Gott, der vom Bösen befreit.

Der Herr prüft den Gerechten. Ps 11:5

Die Aufrichtigen werden sein Angesicht schauen. Ps 11:7

Aufrichtigkeit vor Gott ist das Erste und das Letzte. Gott erwartet von uns keine großen, außergewöhnlichen Heldentaten. Er erwartet unsere aufrichtige Treue, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Ein aufrichtiger Mensch ist ein Mensch, der versucht, Wort und Leben in Einklang zu bringen. Er sagt, was er denkt, und er tut, was er sagt. Das betrifft vor allem unsere Gebete, die immer von Herzen kommen sollen und dadurch aufrichtig sind. Kommen wir so zu Gott, dann naht er sich uns und lässt uns sein Angesicht schauen.

Ich glaube, dass Gott kein zeitloses Fatum ist, sondern dass er auf aufrichtige Gebete und verantwortliche Taten wartet und antwortet.  Dietrich Bonhoeffer 

Psalm 12: Gottes helfendes Wort

Hilf, Herr. Ps 12:2

Dies ist ein kurzes, aber kräftiges Gebet. Das hebräische Wort, das hier mit helfen übersetzt ist, wird sehr vielseitig gebraucht. Es heißt retten, helfen, befreien, erlösen, unterstützen und schützen. So beinhaltet diese kurze Bitte viel in sich. Wenden wir uns stets zu unserem allvermögenden Helfer, zum Herrn, der uns nie seinen Beistand verweigert und dessen Hilfe genug ist für jede Not. Machen wir uns dieses Stoßgebet im Alltag zu eigen, ein Stoßgebet, dass wir in jeder Lage zum Himmel senden können.

Weil die Elenden unterdrückt werden und die Armen seufzen, so will ich mich nun aufmachen, spricht der Herr. Ich will den ins Heil versetzen, der sich danach sehnt! Ps 12:6

Wenn der Glaube von der Liebe zu Gott erfüllt ist, der als guter Vater erkannt wird, so wird das Gebet beharrlich, eindringlich, es wird ein Seufzen des Geistes, ein Schrei der Seele, der in das Herz Gottes dringt. Auf diese Weise wird das Gebet die stärkste Kraft, die die Welt verwandelt. Wir wissen ja: Der Herr empfindet mit uns. Unser Leiden dringt an sein Herz. Er hört unser Seufzen und es bewegt ihn. Darum verlieren die Demütigen auch in der äußersten Not die Hoffnung nicht. Der Herr schaut auf sie und hilft ihnen.

Die Worte des Herrn sind reine Worte. Ps 12:7

Unsere Worte sind häufig Ja und Nein zugleich. Gottes Worte dagegen sind rein. Die Worte des Herrn sind ohne Fehler. Sie sind vollkommen und absolut zuverlässig. Sie sind ein klares Ja und Amen. Sind nun Gottes Worte rein, so sollten es auch unsere Worte werden. Wollen wir Christus immer ähnlicher werden, so müssen wir unsere Zunge hüten und mit Sorgfalt darauf achten, dass in unserem Sprechen die Wahrheit und Reinheit gewahrt wird. Sprechen wir stets aufrichtig und nehmen wir die reinen Worte des Herrn in unser Herz auf, so wird er uns bewahren.

Du, o Herr, wirst sie bewahren. Ps 12:8

Psalm 13: Klage und Vertrauen

Wie lange, o Herr, willst du mich ganz vergessen? Wie lange verbirgst du dein Angesicht vor mir? Ps 13:2

Kann Gott an Gedächtnisschwäche leiden? Kann Gottes Herz sein geliebtes Kind vergessen? Nein! Gott kann sein Antlitz verbergen und dennoch unser gedenken. Und dieses Sich-Verbergen ist nie für immer. Bedenke: Wie die Blumen beständigen Sonnenschein nicht ertragen würden, sondern auch der Nacht und des Schattens bedürfen, so kann es auch der Seele heilsam sein, wenn Christus sich eine Weile von uns fernhält. Und es liegt in diesem Fernhalten eine nährende Kraft. Es schärft den Hunger und lehrt mich, desto beherzter zu ihm zu dringen.

Wie lange soll ich Sorgen hegen in meiner Seele, Kummer in meinem Herzen tragen Tag für Tag? Ps 13:3

Erleuchte meine Augen. Ps 13:4

In vieler Hinsicht bedürfen wir der erleuchtenden Strahlen des Heiligen Geistes. Beten wir daher: Erleuchte meine Augen, lass das Auge meines Geistes hell sein, dass ich meinen Gott auch im Dunkeln sehen möge. Mache du, Herr, unsere Finsternis licht! Die leidvolle Situation hat sich vielleicht noch kein bisschen verändert, aber der Blick verändert sich. Das sind erleuchtete Augen. Sie sehen Gott wieder und seine Verheissungen. Sie vertrauen auf Gott in der Not und lassen uns unter keinen Umständen verzweifeln.

Ich aber vertraue auf deine Gnade. Mein Herz soll frohlocken in deinem Heil. Ich will dem Herrn singen, weil er mir wohlgetan hat! Ps 13:6

Gerade in der Not sprechen wir dieses “Ich aber vertraue”. Mag die Not und das Leid noch so gross sein. Verlieren wir trotzdem nicht das Vertrauen, sondern nehmen wir im Gegenteil mit aller Kraft den Weg wieder auf. Christus geht uns voran und begleitet uns. Wir zählen auf seine immerwährende Gegenwart. Er wirkt und tut Gutes an uns. Ja: Wohlgetan hat mir der Herr. Gedenke stets, was der Herr sowohl für dein inneres als auch dein äußeres Leben getan hat.

Psalm 14: Torheit der Menschen

Da ist keiner, der Gutes tut. Ps 14:1

Wie man von jemand, der einen Grund legt und darauf eine oder zwei Mauern errichtet, noch nicht sagen kann, er habe ein Haus gebaut, bis er es vollendet hat, so erreichen auch jene, obgleich sie manches Gute tun, doch das vollkommene Gute nicht, welches allein durch Christus zu finden ist. Ohne die Gnade und den Glauben an Christus sind wir daher verloren. Die Kirche ist so keine Gemeinschaft der Vollkommenen, sondern eine Gemeinschaft von Jüngern auf dem Weg, die dem Herrn nachfolgen, weil sie sich als Sünder erkennen, die seiner Vergebung bedürfen. Das christliche Leben ist also eine Schule der Demut, die uns für die Gnade öffnet.

Es gibt keinen, der Gutes tut, auch nicht einen Einzigen! Ps 14:3

Der Herr schaut vom Himmel auf die Menschenkinder, um zu sehen, ob es einen Verständigen gibt, einen, der nach Gott fragt. Ps 14:2

Lebe freudig: Unser Herr schaut dich an und zwar mit Liebe und umso zärtlicher, je schwächlicher du bist. Erlaube deinem Geist niemals einen entgegen gesetzten Gedanken zu hegen. Kommen diese Gedanken, dann spreche bewusst von seiner unerhörten Liebe mit der er unsere schwache, menschliche Natur trotz ihrer Schwäche liebt. Der Herr schaut auf uns sicherlich prüfend, aber ebenso barmherzig und schützend.

Der Herr selbst beschützt sie. Ps 14:6

Ach, käme Gott doch vom Berg Zion, um sein Volk zu retten! Dann wird wieder Freude in Israel herrschen. Ps 14:7

Diese Freude ist ein unsagbares Geschenk, das die Welt nicht geben kann. Feste kann man organisieren, nicht aber die Freude. Die Freude entspringt einem Gott, der uns nahe ist. Gott ist uns nicht fern, unbekannt, rätselhaft oder vielleicht gefährlich. Gott ist uns nahe, so nahe, daß er zu einem Kind wird, und wir dürfen “du” zu diesem Gott sagen. Gott kommt täglich neu zu und in uns. Das ist die Quelle unserer Freude.

Alle Nachkommen von Jakob werden jubeln, wenn der Herr ihr Schicksal zum Guten wendet. Ps 14:7

Psalm 15: Leben in Gottes Nähe

Herr, wer darf weilen in deinem Zelt? Wer darf wohnen auf deinem heiligen Berg? Ps 15:1

Wenn unser Gottesdienst nicht in Taten, sondern nur in süßen Gefühlen oder leeren Worten besteht, und wir Gottes heiligen Willen nicht nach besten Kräften tun, so sollten wir ernstlich darüber in Zweifel geraten, ob wir überhaupt an Gottes Reich teilhaben.

Die Eigenschaften können mit einem Wort zusammengefasst werden: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.

Jeder, der aufrichtig lebt, der das Rechte tut und durch und durch ehrlich ist. Ps 15:2

Er verleumdet nicht mit seiner Zunge.  Ps 15:3

Jeder, der hält, was er geschworen hat, auch wenn ihm daraus Nachteile entstehen. Ps 15:4

Wer so handelt, der wird niemals zu Fall kommen! Ps 15:5

Psalm 16: Mein ganzes Glück

Bei dir suche ich Zuflucht! Ps 16:1

Sobald der Mensch ein wenig aufmerksam an Gott denkt, fühlt sein Herz eine beglückende Erregung, die Zeugnis gibt, daß Gott der Gott des menschlichen Herzens ist. Unser Verstand fühlt nie größere Befriedigung als im Gedanken an Gott. Erschrickt unser Herz über irgend einen Vorfall, so nimmt es sogleich seine Zuflucht zu Gott. Damit bekennt es, daß, wenn auch alles ihm übel will, er allein ihm gütig bleibt. Diese Freude, die das Herz des Menschen an Gott hat und dieses Vertrauen zu ihm, können ihre Wurzel nur in jener inneren Beziehung haben, die zwischen der göttlichen Güte und unserer Seele waltet. Diese Beziehung ist mächtig, aber geheimnisvoll, nicht zu leugnen, aber doch auch nicht ganz zu ergründen. Franz von Sales

Bewahre mich, o Gott, denn ich vertraue auf dich! Ps 16:1

Du bist mein Herr und mein ganzes Glück! Ps 16,2

Seht, meine Kinder, außer Gott gibt es nichts Festes und Beständiges, nichts, gar nichts. Sei es das Leben, das vergeht, sei es das Glück, das zerbröckelt, sei es die Gesundheit, die zerstört wird, oder der gute Ruf, der gehässigen Angriffen ausgesetzt ist. Wir gehen vorüber wie der Wind. Alles vergeht in großer Eile. Alles überstürzt sich. Ach, mein Gott, mein Gott! Wie sind darum diejenigen zu bedauern, die ihr Herz an diese Dinge hängen. Sie hängen es daran, weil sie sich selbst zu sehr lieben. Aber sie lieben sich nicht mit einer vernünftigen Liebe. Sie lieben sich mit weltlich orientierter Selbstliebe, indem sie sich und die geschaffenen Dinge mehr suchen als Gott. Deshalb sind sie niemals zufrieden, niemals ruhig; sie sind immer in Unrast, immer gequält und verstört. Jean Marie Vianney

Du bist mein Herr; es gibt für mich nichts Gutes außer dir! Ps 16:2

Zahlreich werden die Schmerzen derer sein, die einem anderen Gott nacheilen. Ps 16:4

Du, Herr, bist alles, was ich habe. Du gibst mir, was ich zum Leben brauche. In deiner Hand liegt meine Zukunft. Ps 16, 5

Er gibt mir, was ich zum Leben brauche, denn er gibt sich selbst. Unsere Zukunft legen wir voller Vertrauen in seine Hände und beten: Herr Jesus Christus, mit dem Propheten will ich zu Dir rufen: Rede, Herr, Dein Diener hört! Sprich zu uns das Wort des Lebens, das Du selbst bist und lege den Samen Deines göttlichen Wortes in das Ackerfeld unseres Herzens. Lass unsere Ohren und Herzen offen sein für Dein Wort und gib uns eine tiefe Sehnsucht nach Deinem Wort ins Herz.

Was du mir zuteilst, gefällt mir. Ps 16:6

Ich preise den Herrn, denn er hilft mir, gute Entscheidungen zu treffen. Tag und Nacht sind meine Gedanken bei ihm. Ps 16:7

Vor wichtigen Entscheidungen in meinem Leben habe ich Gott ganz intensiv um Rat gefragt. Wie sollten wir auch die Ganzhingabe an Gott leben, wenn wir ihn bei den wichtigsten Entscheidungen ausklammern. Das geht nicht. Beziehe ihn mit ein, wenn eine wichtige Entscheidung ansteht. Darüber hinaus bin ich fest davon überzeugt, dass Gott mir vor allem in den kleinen Entscheidungen im zwischenmenschlichen Bereich den Umgang mit dem Nächsten betreffend hilft, ohne dass ich ihn dahin befrage. In der Psychologie nennt man das auch „Gewissen“, das, wenn man es pflegt, einem hilft zu entscheiden. Im Großen und im Kleinen vertraue dich Gott an und beziehe ihn in deine Entscheidungen mit ein.

Ich habe den Herrn allezeit vor Augen. Weil er zu meiner Rechten ist, wanke ich nicht. Ps 16:8

Gottvertrauen ist geprägt von einer tiefen Hoffnung und nicht von einem psychologischen Optimismus, dass alles schon irgendwie gut ausgehen wird. Darum lasst uns unser Gebet niemals anders beendigen als mit Vertrauen. Die Tugend des Vertrauens ist die notwendigste, die man von Gott erbitten soll, und sie ist auch die Tugend, die ihn am meisten ehrt. Darum: Wenn das Dunkel dieser Welt dich gefangen nimmt, dann öffne die Augen und blicke auf Gott. Es sind deine Augen, die Ihn sehen sollen. Und es wird Freude sein.

Darum freut sich mein Herz und meine Seele frohlockt. Ps 16:9

Du wirst mich nicht dem Totenreich überlassen und mich nicht der Verwesung preisgeben, ich gehöre ja zu dir. Ps 16:10

David blickte auf etwas, das noch gar nicht da war: die Auferstehung. Er sprach jedoch davon so, als ob es für ihn bereits real wäre. Das ist ein tiefer Glaube. David behauptete nicht von sich, alles zu wissen. Aber er kannte und vertraute auf den, der alles kann und weiß: Gott. Christi Tod und Auferstehung gehören zu den Grundlagen unseres Glaubens. Bald werden wir unser Leben und uns selbst im Himmel wieder finden bei dem, der das Leben ist, und uns seiner erfreuen im Land der Lebendigen.

Du zeigst mir den Weg, der zum Leben führt. Du beschenkst mich mit Freude, denn du bist bei mir; aus deiner Hand empfange ich unendliches Glück. Ps 16:11

Das besungene Glück im Psalm 16 ist Christus. Das sind Psalmverse, die unter die Haut gehen: Ich brauche nichts anderes auf der Welt als dich Herr. Du bist alles, was ich habe. Ich mache mir keine Sorgen über meine Zukunft, denn sie liegt in deiner Hand. Ich sehe immer auf dich. Du stehst mir zur Seite. Bei dir bin ich in Sicherheit !! Christus zeigt uns den Weg, der zum Leben führt. Er beschenkt uns mit Freude, denn er bist bei uns. Seien wir auch bei ihm. Wenden wir uns Jesus zu! Er allein ist der Weg, der zum ewigen  Glück führt.

Des Menschen letztes Glück und Glückseligkeit ist: Gott zu schauen. Thomas von Aquin

Psalm 17: Im Schatten deiner Flügel

Höre, o Herr, die gerechte Sache! Vernimm meine Klage, achte auf mein Gebet, das nicht von falschen Lippen kommt! Ps 17:1

Höre, vernimm, achte. Die dreifach wiederholte Bitte fleht um Gehör. Dies zeigt, wie es uns ernst ist. Wir beten mit aufrichtigen Lippen. Aufrichtigkeit ist die unerlässliche Voraussetzung des Gebets. Denn Gott allein kennt unser Herz. Er prüft und läutert es. Er sieht mich, wenn niemand sonst in der Nähe ist. Wohl dem, der so des allwissenden Auges, der Nähe des Allgegenwärtigen bewusst ist und darin Trost findet.

Du hast mein Herz geprüft, mich in der Nacht durchforscht. Du hast mich geläutert. Ps 17:3

Du durchschaust alles, was in mir vorgeht. Ps 17,3

Dein Wort war mein einziger Maßstab. Ps 17:4

Es ist die Demut des Herzens, die anerkennt, dass das Wort Gottes uns immer übersteigt. Diese Haltung einer demütigen und staunenden Verehrung des Wortes Gottes äußert sich darin, dabei zu verweilen, es sehr sorgfältig zu studieren, in heiliger Furcht davor, es zu manipulieren. Um einen biblischen Text auslegen zu können, braucht es Geduld, muss man alle Unruhe ablegen und Zeit, Interesse und Hingabe einsetzen. 

Denken wir uns die Schrift als einen Acker, worauf wir etwas bauen wollen. Seien wir nicht träge und begnügen wir uns nicht mit der Oberfläche. Graben wir tief genug, bis wir auf den Felsen kommenm Der Fels aber war Christus. Augustinus

Ich rufe zu dir, denn du, o Gott, wirst mich erhören. Neige dein Ohr zu mir, höre meine Rede! Ps 17:6

Gib nicht auf! Bleib dran! Vertraue! Gott ist gut, auch wenn eine Lebenssituation im Moment alles andere als gut aussieht. Gott legt sein Ohr an deinen Mund. Bleibe dran im Beten und im Flehen zu Gott. Wir dürfen fest wissen, dass Gott denen hilft, die ihm vertrauen. Er ist der gnadenvolle Retter in allen Situationen. Rechnen wir damit, dass er sich heute als unser Heiland erweist. Er hat einen Plan für unser Leben, er will uns segnen. Gott kann noch so verfahrene Lebenssituationen wieder heil machen und neue Wege aufzeigen. Ja, wir sind Gottes Augapfel! Überaus kostbar und wertvoll, umhüllt von seiner Nähe, geschützt und geliebt.

Erweise deine wunderbare Gnade, du Retter. Ps 17:7

Behüte mich wie den Augapfel im Auge, beschirme mich unter dem Schatten deiner Flügel Ps 17:8

Ich aber werde dein Angesicht schauen in Gerechtigkeit, an deinem Anblick mich sättigen, wenn ich erwache. Ps 17:15

Das Erwachen ist die Auferstehung. Wir werden uns an seinem Anblick satt sehen, dass heißt jegliche Sehnsucht nach Gott, die hier auf Erden in unserem Herzen brennt wird gestillt werden. Sein Angesicht wird die Züge seiner Gerechtigkeit tragen, in der unser Heil liegt. Oh hoch gepriesene Sonne der Gerechtigkeit in Christus! Im Glauben beginnt nun das ewige Leben schon Jetzt in deinem Heute. Daher: Gottes Angesicht zu schauen und durch dieses Anschauen verwandelt ist schon hier auf Erden mein Ziel.

Psalm 18: Fels und Retter

Ich will dich von Herzen lieben, o Herr, meine Stärke! Ps 18:2

Gott ist letztlich die eigentliche Kraftquelle, die Quelle des Lebens, lebenspendendes Wasser, Brot des Lebens, der unsere Seelen führt und stärkt, vor allem wenn wir möglichst häufig online mit ihm sind. Das ist für mich das Bestaunenswerteste überhaupt: wir können immer, überall und in jeder Situation diese Beziehung aktivieren, online gehen zu Gott, aus dem wir einst hervor gegangen sind, geschaffen in Liebe in einer unverwechselbaren Einmaligkeit. Lasst uns stets mit ihm verbunden leben, nicht nur Sonntags. Der dreieine Gott verdient die inbrünstigste Liebe unser aller Herzen. Unser Gott ist die Stärke unseres Lebens, unseres Charakters, unserer Werke, unserer Hoffnungen, unserer Kämpfe und unserer Siege.

Der Herr ist mein Fels, meine Burg und mein Retter. Ps 18:3

Gott ist wie ein Fels. Er ist ein starker, fester Untergrund, kein rutschiger oder nachgiebiger Sand. Darauf kann man sicher stehen. Er gibt uns Halt. Gott ist wie eine Burg, die mich in Gefahren schützt, in der ich geborgen bin. Gott ist mein Retter in Jesus Christus. Für all das lasst uns dankbar sein. Wie erfreulich, mehr als man sagen kann, ist dies alles. Welche Freude muß diese Wahrheit im Menschen bewirken, daß unser Herr unser Erlöser und Retter ist und daß wir unser Leben von ihm erhalten.

Gepriesen sei der Herr! Ps 18:4

In meiner Bedrängnis rief ich den Herrn an und schrie zu meinem Gott. Er hörte meine Stimme in seinem Tempel, mein Schreien vor ihm drang zu seinen Ohren. Ps 18:7

O welch Macht des Gebets. Die Gebete, die du auf der Erde sprichst, bewegen Gottes Arm im Himmel.Der Ruf und Schrei der bedrängten Seele gelangt unmittelbar zum Herrn selbst. Es ist der Ruf des Glaubens, der zu den Ohren der göttlichen Barmherzigkeit empordringt. Wir dürfen mit Zuversicht beten, weil unser Vater selbst auf unser Flehen horcht.

Das Gebet, das Gespräch mit Gott, ist das höchste Gut, denn es bedeutet eine Vereinigung mit ihm. Chrysostomus

Er streckte seine Hand aus von der Höhe, er nahm mich, er zog mich aus grossen Wassern. Ps 18,17

David sieht sich selbst wie er beinahe ertrinkt. Gott rettet ihn. Ist das nicht ein Bild unserer Errettung?Durch unsere Sünden drohten wir zu ertrinken, weil sie uns immer weiter von Gott entfernten. Da hörten wir das Evangelium der Gnade. Wir lernten Jesus Christus kennen, der in die Welt gekommen ist, um Sünder zu erretten. Als wir im Glauben zu Ihm riefen, streckte Er seine Hand aus, zog uns aus dem Wasser und stellte unsere Füsse auf einen unerschütterlichen Felsen. Wir sind für Zeit und Ewigkeit errettet.

Er rettete mich. Ps 18:18

Der Herr wurde mir zur Stütze. Ps 18:19

Er befreite mich. Ps 18:20

Ich habe die Wege des Herrn bewahrt und bin nicht abgefallen von meinem Gott. Ps 18:22

Das Tun des Guten und das Meiden des Bösen müssen in einem wahrhaft geheiligten Leben miteinander verbunden sein. Und dennoch passieren uns Fehltritte und wir sündigen. Aber sobald es mir zum Bewusstsein kommt, bringt mich diese Erkenntnis zum Stillstehen und zur Umkehr. Beachten wir: Ein gläubiger Mensch kann, obwohl ihm noch Unvollkommenheiten anhaften, doch völligen Herzens sein, sich in ungeteilter Aufrichtigkeit Gott hingeben, und das ist es, worauf der Herr sieht.

Ich lebte vollkommen nach seinem Willen und ging jedem Unrecht aus dem Weg. Ps 18:24

Ich hütete mich vor meiner Sünde. Ps 18:24

Wer zu dir steht, Herr, dem stehst auch du zur Seite. Wer nach deinem Willen lebt, den enttäuschst du nicht. Wer ein reines Herz hat, kann sich ganz auf dich verlassen. Ps 18:26-27

Wer offen und ehrlich gegen Gott ist, gegen den handelt er auch so. Wer mit ganzer Treue seine Pflicht gegen Gott zu erfüllen bestrebt ist, der wird Gott auch ganz treu finden in der Erfüllung seiner Verheißungen. Ist es deine Lust, ihm wohlzugefallen, so ist es auch seine Lust, dich zu führen. Hörst du, wenn er ruft, so wird er auch hören, wenn du rufst. Für den Aufrichtigen gibt es nur einen Gott, den Vater, und einen Herrn, Jesus Christus und mit einem Herzen dient er ihnen.

Du zündest meine Leuchte an. Der Herr, mein Gott, macht meine Finsternis licht. Ps 18:29

Mitten in der dunklen Stunde geht uns ein Licht auf. Eine Leuchte wird angezündet und ist uns ein Trost. Es ist das Licht süß und den Augen lieblich. Ebenso vertreibt die Gegenwart des Herrn alle Düsternis des Leides und erfüllt uns mit Freude. In dieser Haltung können wir den Schwierigkeiten begegnen. Sicherlich, auf unserem Weg tauchen Mauern auf. Wir stehen plötzlich vor unlösbaren Problemen. Mit unserem Gott aber können wir auch diese schwierige Lebenslagen überwinden. Das bedeutet nicht, dass wir Problemen ausweichen oder dass wir sie kleinreden. Nein, es geht darum, sie demütig aus der Hand Gottes anzunehmen und mit seiner Hilfe den Glaubensweg weiterzugehen.

Mit dir, mein Gott, kann ich über Mauern springen. Ps 18:30

Er ist ein Schild allen, die ihm vertrauen. Ps 18:31

Wer ist Gott außer dem Herrn, und wer ist ein Fels außer unserem Gott? Ps 18:32

Wer sonst schafft, erhält, versieht und regiert alles? Wer außer ihm ist vollkommen in all seinem Wesen und herrlich in all seinem Tun? Vor wem als vor Gott allein sollen alle sich anbetend neigen? Wer sonst hat auf deinen Dienst und deine Liebe Anspruch? Und wer ist ein Fels, außer unserem Gott? Wo gibt es sonst noch einen Felsen, darauf sich unerschütterliches Vertrauen gründen kann? Wo kann die Seele Ruhe finden? Wo ist Beständigkeit, wo Kraft? Fürwahr, bei dem Ewigen allein können wir Ruhe und Zuflucht finden.

Gott ist es, der mich umgürtet mit Kraft. Ps 18:33

Er beflügelt meine Schritte […] Selbst auf steilen Felsen gibt er mir festen Halt. Ps 18:34

Du machst mir Raum zum Gehen, und meine Knöchel wanken nicht. Ps 18:37

Vertraue Gott! Rede mit ihm über alles. Schaue erinnernd in die Vergangenheit. Daraus Kraft und Zuversicht, dich der heutigen, vielleicht schwierigen Situation mutig zu stellen. Du machst mir Raum zum Gehen, d.h. auch wenn ich unsicher bin und den nächsten Schritt noch nicht erkenne, will ich es üben zu sagen: Du wirst auch heute für mich Wege finden, die mein Fuß sicher gehen kann.

Meine Knöchel wanken nicht, d. h. dass kein Unglück uns zu Boden werfen kann, auch wenn wir es bisweilen erdulden müssen. Wahr ist, dass Gott hilft in der Bedrängnis. Die Erfahrung der starken Hand des himmlischen Vaters wünsche ich dir heute.

Der Herr lebt! Gepriesen sei mein Fels! Der Gott meines Heils sei hoch erhoben! Ps 18:47

Sein ist das ewige Leben. Der Herr, unser Gott, lebt. Lasst uns in ihm leben. Überall sollten wir sein Evangelium bezeugen, seinen Tod und seine Auferstehung im Herzen tragen und weiter geben. Im Himmel singen sie dem, der uns geliebt hat und gewaschen von den Sünden mit seinem Blut und die gleiche liebliche Musik sollte bei uns auf dieser Erde immerfort ertönen.

Darum will ich dich loben, Herr. Ps 18:50

Deinen Namen will ich preisen. Ps 18:50

Wie groß ist die Gnade. Ps 18:51

Psalm 19: Schöpfung und Gesetz

Die Himmel verkünden die Herrlichkeit Gottes. Ps 19:2

Dies will sagen, daß die Schönheit des Himmels die Menschen einlädt, die Größe der Schöpfung zu bewundern und seine Wunder zu verkünden. Wenn wir in einer Nacht den Sternenhimmel betrachten, werden wir angeregt, die Allmacht und Weisheit dessen zu bewundern und anzubeten, der ihn mit so vielen schönen Sternen übersät hat? Tage und die Nächte lösen sich ab, die Herrlichkeit Gottes zu künden. Wenn wir einen schönen Tag vom Licht der Sonne erleuchtet sehen, ja selbst, wenn unser Herr uns den Regen sendet, der ja dazu dienst, die Pflanzen wachsen zu lassen, kündet das von der Herrlichkeit des Herrn. Also wissen und empfinden wir: Wer die Schöpfung in ihrer Schönheit wahrnimmt, findet den Schöpfer in ihr.

Es fließt die Rede Tag für Tag, Nacht für Nacht tut sich die Botschaft kund. Ps 19:3

Er hat der Sonne am Himmel ein Zelt gemacht. Ps 19:5

Die natürliche Sonne überströmt alles mit ihrer belebenden Wärme und spendet jedem die nötige Kraft, Früchte zu bringen, so als liebte sie alle Dinge auf Erden. Genau so belebt auch die göttliche Güte alle Seelen und ermutigt die Herzen zur Liebe. All die Herrlichkeit der natürlichen Sonne ist nur ein Abglanz der Herrlichkeit Gottes. Unsere geistliche Sonne nun ist Christus. Wie sich unser ganzes Planetensystem um die Sonne bewegt, so ist Jesus der Mittelpunkt von allem. Er ist die Sonne der Gerechtigkeit, die sein Licht in unsere Täler des Lebens ergießt. Nicht nur Licht, auch Wärme teilt Christus von seinen himmlischen Zelt aus mit. Der Bräutigam kümmert sich um seine Braut. Die Braut ist die Gemeinde, die Jesus dem Bräutigam nachfolgt.

Sie geht hervor wie ein Bräutigam aus seiner Kammer. Ps 19:6

Nichts bleibt vor ihrer Glut verborgen. Ps 19:7

Das Gesetz des Herrn ist vollkommen, es stärkt und erfrischt die Seele. Was der Herr in seinem Wort bezeugt, darauf kann man sich verlassen. Ps 19:8

Das Wort Gottes ist der Arzt, der dem Kranken die richtige Arznei gibt. Wenn unser Auge trüb ist, weil es Kummer hat, dann ist Gottes Wort die richtige Medizin. Es macht das Auge klar und reinigt es. Wenn wir in die natürliche Sonne blicken, dann blendet sie uns. Wenn wir in Gottes Wort blicken, das heller strahlt als jedes natürliche Licht, so blendet es uns eben nicht, sondern erleuchtet unsere Augen. So ist Gottes Wort unser Wegweiser durch dieses Leben, das uns den richtigen Weg zeigt. Welche Freude erfüllt den Wanderer, wenn er sich auf dem richtigen Weg zum Ziel weiß! Gottes Wort ist das Beste vom Besten, der köstlichste Schatz. Vergleiche die Schrift mit einem Garten. Jede Wahrheit sei eine duftende Blume, die wir nicht am Herzen, sondern im Herzen tragen sollten.

Die Anordnungen des Herrn sind wegweisend und erfreuen das Herz. Ps 19:9

Wertvoller als Gold sind sie, kostbarer als eine Menge von feinstem Gold; sie sind süßer als Honig, ja, süßer noch als Honig, der aus der Wabe fließt. Ps 19:11

Wem fällt es schon gleich auf, wenn er falsch gehandelt hat? Sprich mich frei von unbewusster Schuld! Ps 19:13

Wer die Bibel von Herzen ließt, bekommt verlangen nach einem reinem Herzen. Es wäre allerdings aussichtslos zu erwarten, dass ich all meine Sünden sehe. Kein Mensch kann merken, wie oft er fehlt, aber Gott merkt es. Nur der Unendliche kennt das Menschenherz. Ich erkenne nur mangelhaft. Gott aber erkennt mich völlig. Darum bitte ich dich, Herr: Reinige du mich mit dem Blut der Sühnung auch von den Sünden, welche mein Gewissen zu entdecken unfähig gewesen ist. Und das mich durch dein Wort mein Fehlen und meine Schuld tiefer und tiefer erkennen, umso tiefer und tiefer deine Erlösung zu erkennen.

Die Wirkung des Wortes Gottes ist, dass es den Menschen wieder zu sich selbst, sowie zu Gott und zur Heiligkeit zurückbringt.

Mögen die Worte, die ich spreche, und die Gedanken, die mein Herz ersinnt, dir gefallen, Herr, mein Fels und mein Erlöser! Ps 19:15

Es ist wichtig, dass wir bei unserem Gebet den Herrn im Auge haben als ewigen Fels, dessen Treue fest ist und als unseren Erlöser, dessen Liebe sich Tag für Tag in neuen Gnadentaten erweist. Verlieren wir Ihn aus dem Auge, so werden unsere Gebete niemals gut gelingen. Der Name unseres Erlösers macht den Schluss dieses Psalms. Der Psalm beginnt mit den Himmeln, aber es endet mit dem, dessen Herrlichkeit Himmel und Erde erfüllt. Du unser teurer Freund Jesus, lasse uns deine süße Liebe und deine herrliche Erlösung anbetend betrachten.