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Psalm 30-39

Psalmen 30-39

Psalm 30: Gottes Güte bedeutet Leben

Ich will dich preisen, Herr, denn du hast mich aus der Tiefe heraufgezogen!  Ps 30:2

Geht es uns schlecht, so lasst uns zu Gott unsere Zuflucht nehmen. Was uns betrifft, so kann nichts uns heilen, als dass Christi Hand uns berührt. Denn alle anderen Ärzte (bildlich gesprochen, wo wir Hilfe suchen) sind außerstande, uns zu helfen. Er hört dich und deine Not. Er verschließt seine Ohren und sein Herz nicht vor deiner Bitte. Überlasse dich sich so mit deiner Not dem gnädigen Gott. Er wird dich heilen, wie er es will und wie es gut für dich ist.

Zu dir schrie ich um Hilfe, und du hast mich geheilt. Du hast mich dem sicheren Tod entrissen und mir das Leben neu geschenkt. Ps 30:3-4

Ein Leben lang währt seine Güte. Wenn wir am Abend noch weinen und traurig sind, so können wir am Morgen doch wieder vor Freude jubeln. Ps 30:6

Die dunklen Seiten des Lebens sind uns vertraut. Wir haben zuweilen das Gefühl, dass sich Gott entzieht und schweigt. Dann dennoch das Gespräch mit Gott zu suchen, darauf kommt es an. Bei ihm bin ich geborgen, was auch immer geschieht und was immer ich fühle. Gott wird immer wieder und am Ende am Morgen der Auferstehung endgültig alle Traurigkeit beenden und in Freude und Jubel verwandeln. Wenn ich daran festhalte, kann ich die dunklen Tage meines Lebens durchleben, ohne daran zu verzweifeln. Ich weiß und glaube: Gott ist mein Helfer.

Als es mir gut ging, dachte ich selbstzufrieden: Was kann mir schon passieren? Ps 30:7

Weil es mir heute wohlergeht, darf ich nicht meinen, es müsse morgen auch so sein. Das ist Hochmut. Statt zu denken, wir würden niemals sterben, täten wir besser, daran zu denken, dass wir bald sterben werden, um hier auf Erden niemals wieder aufzustehen. Dies nun erkennt der Beter in Vers 8. Voller Buße anerkennt und bekennt der Gläubige die Gnade Gottes und was sie an ihm bewirkt hat. Er hatte sich an die Gabe gehängt, statt an den Geber, und da mußte ihn Gott verlassen, damit das falsche Fundament zerbrach und die wirkliche Sicherheit in der gnädigen Gegenwart Gottes neu entdeckt werden konnte.

Alles hatte ich deiner Güte zu verdanken. Dann aber hast du dich von mir abgewandt, und mich packte das Entsetzen. Ps 30:8

Kann ein Mensch dich noch loben, wenn er zu Staub zerfallen ist? Kann ein Toter noch von deiner Treue erzählen? Höre mich, Herr, und sei mir gnädig!  Herr, komm du mir zu Hilfe! Ps 30,10-11

Unsere Bitte um Leben ist nicht auf irdischen Besitz und Genuß aus, sondern auf Gottes Ehre gerichtet. Alles zur Ehre Gottes! Das allein ist unser Leben. Und darum beten wir mit ganzem Herzen mit diesem Psalm: Höre mich. Komm! Kurze Bitten, die in jeder Lage helfen. Lasst uns oft von ihnen Gebrauch machen. Wenn Gott seine Hilfe erscheinen lässt, können wir alle Schwierigkeiten durch schreiten. Gott ist der Helfer und erweist sich kräftig in der Not.

Wer Gott bittet, darf kein langes Gewäsch machen. Die Heiligen in der Schrift haben mit kurzen, aber starken und gewaltigen Worten gebetet, wie man im Psalter sieht. Martin Luther 

Du hast mir meine Klage in einen Reigen verwandelt; du hast mein Trauergewand gelöst und mich mit Freude umgürtet. Ps 30:12

Der Vers wird von den Vätern als Jubel Christi über die Auferstehung verstanden oder als Jubel der Kirche über das neue Leben in Christus. Christus nahm das Trauergewand der menschlichen Sterblichkeit bei seiner Menschwerdung an, die Sünde aber, die der Grund für dieses Trauergewand war, nahm er nicht an, denn er war ohne Sünde. Zerrissen wurde sein Trauergewand, als er für uns starb. Die Kirche kann diesen Vers sprechen, wenn sie ihm, dem Erstgeborenen aus den Toten nachfolgt. Augustinus schreibt dazu: Du hast zerrissen das Gewand meiner Sünden, die Traurigkeit meiner Sterblichkeit und hast mich umgürtet mit dem ursprünglichen Gewand, der unsterblichen Freude.

Nun kann ich dich mit meinen Liedern loben, nie will ich verschweigen, was du für mich getan hast. Immer und ewig will ich dir danken, Herr, mein Gott! Ps 30:13

Psalm 31: In Gottes Hand

Bei dir, o Herr, habe ich Zuflucht gefunden. Lass mich niemals zuschanden werden. Errette mich durch deine Gerechtigkeit! Ps 31:2

Nirgendwo anders suche ich Zuflucht. Auf Dich, Herr, setze ich mein Vertrauen. Sagen wir das oft, sagen wir das mit einem brennenden Herzen, sagen wir das mutig und zuversichtlich. Sagen wir das so, dann werde ich nicht zuschanden werden weder in diesem noch im künftigen Leben. Wissen wir doch, dass der Herr zu jeder Stunde auch auf das schwächste Seufzen seiner geringsten Kinder auf Erden bemerkt und hört. So beten wir: Gott, lass dich zu meiner Niedrigkeit herab. Lausche meinen Bitten, wie einer, der sich kein Wort entgehen lassen möchte.

Neige dein Ohr zu mir, rette mich rasch. Sei mir ein starker Fels, eine feste Burg zu meiner Rettung! Ps 31:3

Führe und leite du mich. Ps 31:4

In deine Hand befehle ich meinen Geist. Ps 31:6

Diese Worte betete Jesus am Kreuz. Als Jesus so betete, bezeugte er damit seine vollkommene Ergebenheit in den Willen des Vaters und drückte damit auch aus, dass er aus seinem eigenen und freien Willen heraus sein Leben hingab. Im Mund Davids dagegen und damit in unserem Munde bedeuten die gleichen Worte nicht ganz das Gleiche. Hier bedeuten sie: Ich höre jetzt auf, selbst planen und schalten zu wollen. Ich bekenne, dass ich aus dem Labyrinth nicht herausfinde, dass ich mich nicht selbst retten kann. Ich lasse mich jetzt von dir leiten und von dir tragen.

Von Gott hat der Mensch den Geist erhalten. Gott bewahrt unseren Geist. In seinen Händen ist alles wohlgeborgen.

Du hast mich erlöst, Herr, du treuer Gott! Ps 31:6

Jesus hat durch seinen Gehorsam und sein Sterben die Erlösung für mich erworben. So nimm mich hin, ewiger Vater, um Christi willen: meine Wunden, dass du sie heilst, meine Blindheit, dass ich sehend werde, meine Kälte, dass du sie erwärmst, meine Irrwege, dass du mich auf den rechten Weg führst. Ja, nimm all das Böse, das in mir ist, dass du es mit allen seinen Wurzeln mir aus der Seele reißest. In deine erlösenden Hände lasse ich mich fallen, mit allem, was ich bin. Was ich bin, weißt du weit besser als ich: schwach, elend, verwundet, wankend, blind, taub, stumm, arm. Lenke alles so, dass es zu deiner Herrlichkeit und Ehre diene. Lehre mich in allen Stücken deinen Willen tun und in allem das Wirken deiner Hände erkennen.

Ich vertraue auf den Herrn. Ps 31:7

Ich will frohlocken und mich freuen an deiner Gnade. Ps 31:8

Unter Kummer schwindet mein Leben dahin, unter Seufzen vergehen meine Jahre. Meine Schuld raubt mir alle Kraft und lähmt meine Glieder. Ps 31:11

Unser Kummer ist bisweilen groß. Mal ist er selbst verursacht, mal nicht. Unser Kummer kostet uns seelische und körperliche Lebenskraft. Dennoch: Wir müssen stets auch sehen, dass wir aus unserem Kummer lernen können. Unser Kummer kann eine heilsame Arznei sein, wenn wir zum einen die Ursache des Kummers suchen, um in Zukunft diese zu vermeiden, zum anderen wenn wir durch den Kummer noch stärker zu unserem Gott finden. Gerade Zeiten des Leids haben mich näher zu Gott gebracht und mein Vertrauen in ihn gestärkt.

Aber ich vertraue auf dich, o Herr. Ich sage: Du bist mein Gott! Ps 31:15

In deiner Hand steht meine Zeit. Ps 31:16

Alles ist in den Händen des allmächtigen Gottes. Wir werden eben nicht willkürlich hin und her geworfen. Seine Hand, ja die unendliche Weisheit selbst, steuert und leitet uns. Sturm und Stille wechseln nach göttlicher Bestimmung. Die göttliche Vorsehung ist ein sanftes Ruhekissen für unsere sorgenbeschwerte Seelen. Ob die Zeiten erfrischend oder niederdrückend sind, steht bei ihm, welcher der Herr der Zeit und der Ewigkeit ist, und wir freuen uns, dass es in seinen Händen liegt. Dinge werden geschehen, die du nicht vorhersehen kannst, aber dein Herr hat alles vorhergesehen und für alles gesorgt. Wenn uns nur die göttliche Sonne leuchtet, dann können wir in allen Stürmen des Lebens bestehen.

Lass dein Angesicht leuchten über deinem Knecht. Rette mich durch deine Gnade! Ps 31:17

Wie groß ist deine Güte. Ps 31:20

Gottes Güte hat kein Maß. Dies ruft in uns anbetende Bewunderung hervor. Wo wir nicht messen können, können wir nur staunen. Je größer die Not war, durch die Gott uns führte, desto größer erscheint uns nun seine Güte. An dieser Güte dürfen wir in keiner Not, in keinem Kummer zweifeln. Auch wenn sie uns verborgen scheint, wissen und glauben wir, dass sie da ist: Wer glaubt, schaut nicht auf das, was man sieht, sondern auf das, was man nicht sieht.

Du gibst ihnen Schutz in deiner Nähe. Ps 31:21

Liebt den Herrn. Ps 31:24

Gib dich mir, mein Gott, und gib dich mir wieder! Ja, ich liebe und ist es zu wenig, will ich heißer noch dich lieben. Ich kann es ja nicht messen, wie viel mir fehlt zu dem, was erst genug ist, dass mein Leben sich in deine Arme wirft und nie mehr sich lösen lässt, bis es verborgen ist in der Verborgenheit deines Angesichts. Nur das eine weiß ich, dass ich, wenn ich dich nicht habe, im Übel bin, nicht nur bei allem außer mir, sondern auch in mir selbst, und dass all mein Reichtum, der nicht mein Gott ist, Armut ist. Augustinus

Wer treu zu ihm hält, steht unter seinem Schutz. Ps 31:24

Seid stark, und euer Herz fasse Mut. Ps 31:25

Psalm 32: Vergebung der Schuld

Wohl dem, dessen Übertretung vergeben, dessen Sünde zugedeckt ist! Ps 32:1

Oh, welches Glück ist die Vergebung unserer Sünden durch Gott! Es kostete Jesus sein Leben, sie völlig hinwegzutragen! Wir haben wohl noch Sünde, aber sie wird uns nicht zugerechnet, vielmehr wird der Glaube uns als Gerechtigkeit gerechnet. Warum aber macht Vergebung so glücklich? Weil sie uns wieder in Gottes Nähe bringt. Bei Gott sein, das ist eigentlich die Glückseligkeit der Glückseligen. Darum geht es: ihm nahe sein. Darum ist Sünde für uns so schlimm: Sie trennt uns von Gott.

Wohl dem Menschen, dem der Herr keine Schuld anrechnet. Ps 32:2

Dann endlich bekannte ich dir meine Sünde, meine Schuld verschwieg ich nicht länger vor dir. Ich sagte: Ich will dem Herrn alle meine Vergehen bekennen. Ps 32:5

Solange wir unsere Sünde nicht bekennen, liegt sie noch auf uns. Meiden wir es, unsere Sünde zu verniedlichen oder zu entschuldigen, sondern bekennen wir sie aufrichtig. Nur wer seine Sünde nicht mehr bedeckt, darf erfahren, dass Gott sie bedeckt. Oder mit den Worten von Augustinus: Bekenne deine Sünde, so wird der Herr sie nicht mehr kennen wollen. Sei du nur aufrichtig im Bekennen, so wird Gott treu sein im Vergeben.

Du befreitest mich von der Last meiner Sünde. Ps 32:5

Du, Gott, bist mein sicherer Zufluchtsort, mein Schutz in Zeiten der Not. Wohin ich mich auch wende, deine Hilfe kommt nie zu spät. Darüber juble ich vor Freude.
Ps 32:7

Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, auf dem du wandeln sollst. Ps 32:8

Denke daran, daß der gegenwärtige Tag dir gegeben wurde, damit du durch ihn die Ewigkeit gewinnst. Nimm dir fest vor, den Tag dafür gut zu nützen. Überlege im voraus, was auf dich zukommt, welche Möglichkeiten dir geboten werden, Gott zu dienen, welche Versuchungen oder Gefahren auf dich zukommen könnten. Nimm dir vor, Gott zu dienen und alles zu meiden, was dein Seelenheil gefährdet. Zuletzt demütige dich vor Gott. Gibt zu, dass du aus eigener Kraft nichts kannst, weder das Schlechte meiden noch das Gute vollbringen kannst.

Wer auf den Herrn vertraut, den umgibt er mit seiner Gnade. Ps 32:10

Wir können uns der gnädigen Gegenwart Gottes nicht ununterbrochen bewußt sein. Es genügt, wenn wir soviel als möglich daran denken und oft den Geist zu Gott erheben. Eine stets gespannte Aufmerksamkeit auf Gott ist nicht notwendig. Die allgemeine Aufopferung am Morgen genügt. Zieht uns unsere Beschäftigung von Gott ab und ist sie notwendig, dann brauchen wir uns nicht zu beunruhigen. Es genügt, alles, was wir tun, einfach und schlicht für Gott zu tun. Tun wir etwas Gott zuliebe, dann sind wir schon in seiner Gegenwart. Unser Herz soll daher voll heiliger Freude sein, so dass es davon überströmt.

Freut euch über den Herrn und jubelt laut, die ihr nach seinem Willen lebt! Ihr alle, deren Herz aufrichtig ist, singt vor Freude! Ps 32:11

Psalm 33: Gott sprach und es geschah

Jauchzt dem Herrn, ihr Gerechten! Den Aufrichtigen ziemt Lobgesang. Ps 33:1

Freude ist die Seele des Gotteslobs. Haben wir unsere Freude am Herrn, so preisen wir ihn durch Worte und noch mehr durch unser Leben. Dass Gott ist, und dass er ein solcher Gott ist (gnädig, barmherzig,…) und dass er unser Gott ist auf immer und ewig, das sollte in uns nie versiegende, ja übersprudelnde Freude erwecken. Die Stunden, die wir mit Gott verbringen, sind der Brunnen, aus dem unsere Heiligung fließt und unsere Freude.

Preist den Herrn mit der Laute, lobsingt ihm auf der zehnsaitigen Harfe! Ps 33:2

Singt ihm ein neues Lied. Ps 33:3

Der Ausdruck des neuen Liedes kommt hier zum ersten Mal vor in der Bibel. Dieses kann nur singen, wer zuerst neu gemacht worden ist und wer dem Herrn neu begegnet ist. Augustinus sagt: Wer die irdischen Dinge liebt, singt das alte Lied. Wer ein neues Lied singen will, der liebe die ewigen Dinge. Dieses neue Lied gehört nicht Menschen, die noch im alten Wesen sind. Keiner kann es lernen, er sei denn ein neuer Mensch, erneuert durch die Gnade.

Singet dem Herrn ein neues Lied nicht mit der Zunge, sondern durch ein Leben. Singet ihm gut. Es frage sich jeder, wie er dem Herrn singt. Augustinus

Das Wort des Herrn ist wahrhaftig. Ps 33:4

Die Himmel sind durch das Wort des Herrn gemacht. Ps 33:6

Die Schöpfung war die Folge seines Wortes. Gott sprach: Es werde Licht und es wurde Licht. Die Taten des Herrn sind erhaben durch die Augenblicklichkeit, mit der sie sich vollziehen.

Er sprach und es geschah. Ps 33:9

Bei Gott ist Sprechen und Tun, Verheißen und Erfüllen gleichbedeutend. Was Gott sagt, das geschieht. Wenn Gott mir nun seine Güte zusagt, dann meint er es auch wirklich gut mit mir. Und wenn er verspricht, mir zu helfen, dann tut er das auch. Oder sind die Versprechen, die er mir in der Bibel macht, für mich nur schöne Floskeln? Glaube heißt, Gott beim Wort zu nehmen. Glauben heißt, Gott zuzutrauen, dass er mir besser helfen kann als jeder andere, auch besser als ich mir selbst. Sich auf Gott verlassen, bedeutet mich selbst loszulassen.

Glücklich zu nennen ist das Volk, dessen Gott der Herr ist, das Volk, das er sich zum Eigentum erwählt hat. Ps 33:12

Ganz besonders achtet er mit fürsorgender Liebe auf die, die auf ihn trauen. Alle, die auf den Herrn ihre Zuversicht setzen, sind so im umfassendsten und tiefsten Sinn des Wortes glückliche Leute und niemand kann ihr Glück zerbrechen. Das Glück dieser Glückseligen liegt daran, dass sie den Herrn als ihren Gott kennen. Wir leben unter den Augen des dreifaltigen Gottes. Augustinus drückt dies so aus: Eben dies ist das glückselige Leben, auf dich hin sich zu freuen, an dir und um deinetwegen.

Der Herr schaut herab vom Himmel, er sieht alle Menschenkinder. Von der Stätte seiner Wohnung schaut er auf alle Bewohner der Erde. Ps 33:13-14

Er hat ihnen allen das Herz gebildet. Ps 33:15

In der Beschaffenheit des Herzens ist die Individualität des Menschen begründet. Gott ist’s, der jedem das Herz gebildet hat. Nicht nur das Leben, sondern auch die Mannigfaltigkeit der Individualität geht auf den einen Schöpfer zurück. Was hast du, das du nicht empfangen hast? Darum hast du keine Ursache, dich eines Dinges zu rühmen. Er, der Schöpfer, der uns gebildet hat, kennt uns wie kein Zweiter. Kein noch so geheimer Gedanke im Menschenherzen wäre Gott verborgen.

Der einzeln ihre Herzen bildete. Mit der Hand Seiner Gnade, mit der Hand Seiner Barmherzigkeit bildete Er unsere Herzen, bildete jedes einzelne für sich. Augustinus

Er gibt auch acht auf alle ihre Werke. Ps 33:15

Zwei Menschen geben den Armen. Der eine sucht seinen Lohn im Himmel, der andere den Ruhm vor den Menschen. Du siehst bei den beiden ein Ding, Gott sieht zweierlei. Denn er merkt, was drinnen in ihren Herzen ist: er sieht ihre Absichten, die ihren Handlungen zugrunde liegenden Gedanken. Augustinus.

Hast du nicht Jesu Augen aufleuchten sehen, als die arme Witwe im Tempel ihr Scherflein gab? Gib du Ihm, was du kannst: das Verdienst liegt nicht im Mehr oder Weniger, sondern in der Gesinnung, mit der du gibst. Josemaria

Das Auge des Herrn achtet auf die, welche ihn fürchten, die auf seine Gnade harren. Ps 33:18

Er bewahrt sie vor dem sicheren Tod. Ps 33:19

Unsere Seele harrt auf den Herrn. Er ist unsere Hilfe und unser Schild. Ps 33:20

Still warten, geduldig hoffen, unbeirrt auf Gott trauen, unsere Seele, unser innerstes Leben, muss an Gott hängen. Wir sollen ihm nicht nur Kleinigkeiten anvertrauen, sondern alles, was wir sind und haben. Er ist unsre Hilfe und Schild, unser Beistand beim Wirken, unser Schutz in Gefahren. Hast du ihn, so hast du alles. Wer auf den Herrn traut, kann nicht anders als fröhlichen Herzens sein. Ja: aus der Wurzel des Glaubens sprosst die Blume der Freude.

Ja, an ihm wird unser Herz sich freuen, denn wir vertrauen auf seinen heiligen Namen. Ps 33:21

Deine Gnade, o Herr, sei über uns, wie wir es von dir erhoffen! Ps 33:22

Müssen wir denn Gott um die Dinge bitten, die er uns zugesagt hat? Müssen wir noch beten, wenn wir schon vertrauen? Ja, gerade weil wir vertrauen, beten wir. Wir beten, weil wir wissen, dass alle Sicherheit in Gott, aber nicht in uns ist. Worum bitten wir? Dass Gottes Gnade über uns sei. Nicht neben uns, sondern über uns, dass sie über uns wache und uns regiere. Ohne seine Güte sind wir verloren.

Wenn du Gott willst, wirst du Ihn haben, der schon zu dir kam, bevor du wolltest. Augustinus

Dadurch also werden wir selig sein: Gott besitzend. Augustinus

Psalm 34: Unter Gottes Schutz 

Ich will den Herrn preisen allezeit, sein Lob soll immerzu in meinem Mund sein. Ps 34:2

Gott zu loben, gehört zu unserem täglichen Sein. Das Loben besteht darin, Gottes Eigenschaften und Seine mächtigen Werke auszusprechen. Betrachten wir also seine Liebe, seine Barmherzigkeit und all seine vollkommenen Eigenschaften. Betrachten wir seine Werke vor allem im Wirken unseres Lebens. Das alles erfüllt uns mit Freude, sind wir doch so geborgen in ihm. Und diese Freude an Gott treibt uns an, Gott zu loben. Diese Freude an Gott drängt zu immer stärkerer Vereinigung mit ihm, zur Vereinigung des Herzens durch ein intensives Gebetsleben und Vereinigung des Willens mit dem Willen Gottes. Beten wir, daß der Heilige Geist unser Leben verwandle, damit wir wahrhaft und erfüllt von Glauben, Hoffnung und Liebe Gott loben. 

Meine Seele rühme sich des Herrn. Ps 34:3

Preist mit mir diesen großen Herrn. Ps 34:4

Wer zu ihm aufschaut, der strahlt vor Freude, und sein Vertrauen wird nie enttäuscht. Ps 34:6

Welch Segen kann ein Blick auf den Herrn uns bringen! Schaue auf Jesus, den gekreuzigten Heiland: Du findest Leben, Licht, Liebe, alles, in solchem Blick des Glaubens. Nie hat ein krankes Herz umsonst zum guten Arzt aufgeschaut. Obwohl Gott die Gebete nicht wegen ihrer Innigkeit, sondern um Christi willen erhört, so ist doch die Beteiligung des Herzens eine wesentliche Eigenschaft des Gebets. Denn ein Pfeil, der mit voller Kraft abgeschossen wird, fliegt schneller. Nichts anderes will auch die Bibel sagen, wenn sie die Gebete ein Schreien nennt. 

Ich habe es selbst erlebt: Ich war am Ende, da schrie ich zum Herrn und er hörte mein Flehen. Aus aller Bedrängnis hat er mich befreit. Ps 34:7

Der Engel des Herrn umgibt alle mit seinem Schutz. Ps 34:8

Schmeckt und seht, wie freundlich der Herr ist. Wohl dem, der auf ihn traut! Ps 34:9 

Wer liebt das Licht mehr, der Blindgeborene, der alles weiß über die Sonne oder der Bauer, der mit klaren Augen den Glanz der aufgehenden Sonne sieht und empfindet? Der Blinde weiß wohl mehr von ihr, der Bauer hat aber mehr Freude daran. Und diese Freude bringt eine viel lebendigere und innigere Liebe hervor als ein Wissen, das nur durch Gedankengänge zustande gekommen ist. Denn die Erfahrung Gottes macht es uns weit liebensfähiger, als alles Wissen das wir über ihn haben können. 

Probiert es aus und erlebt selbst, wie gut der Herr ist! Glücklich ist, wer bei ihm Zuflucht sucht! Ps 34:9

Behüte deine Zunge vor Bösem und deine Lippen, dass sie nicht betrügen. Ps 34:14

Achte auf deine Zunge, damit sie nicht Böses von sich lässt. Denn das Böse wird auf dich zurückfallen und deine Lebensfreude trüben. Niemand kann auf andere Gift speien, ohne sich selber mit dem Gift den Mund zu verbrennen. Geh den bösen Worten also aus dem Weg. Es geht darum das Wort, das auf der Zunge liegt, kurz zu überdenken, ob es gut oder böse ist. Erst dann rede ich oder schweige eben. Der Maßstab dabei sollte stets das Gute sein. Trägt mein Wort zum Guten bei? Das ist die entscheidende Denkfrage.

Weiche vom Bösen und tue Gutes. Ps 34:15

Suche den Frieden und jage ihm nach! Ps 34:15

Liebe den Frieden und suche ihn mit allen Mitteln zu fördern. Trachte nach dem Frieden mit Gott, mit deinem eigenen Herzen und mit deinen Mitmenschen. Nichts fördert unsere Glückseligkeit wirksamer als der Friede. Streit weckt Leidenschafen, die sich mit bohrender Gewalt ins Herz hineinfressen. Der Zornige mordet sich selbst so gut wie seinen Nächsten. Nimm dir vor, nie streitsüchtig zu sein. Der Friede, den du so hegst und pflegst, wird in deine eigne Brust zurückkehren und dir eine unversiegbare Quelle des Trostes sein. 

Der Herr ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind, und er hilft denen, die zerschlagenen Geistes sind. Psalmen 34:19

Zerbrochenes Herz und zerschlagener Geist sind Bilder für Buße und demütige Selbsterkenntnis, die ohne zu verschönern auf das eigene Verhalten und die eigene Seele blickt. Nüchterne Selbsterkenntnis weckt in uns Demut und Bescheidenheit. Uns wird bewusst, wie wenig vollkommen wir sind. Wer diesen Weg geht, dessen Seele wird erlöst, wer so zum Herrn ruft, denn rettet er. Gott findet an den zerbrochenen Herzen solches Gefallen, dass er es nicht über sich bringt, sie zu verlassen, sondern er will sie in seiner Nähe haben. Erlösung und Zerknirschung sind somit eng miteinander verbunden.

Nahe ist der Herr denen, die ein gebrochenes Herz haben. Er rettet alle, die ohne Hoffnung sind. Ps 34:19 

Zwar bleiben auch dem, der treu zu Gott steht, Schmerz und Leid nicht erspart. Doch aus allem befreit ihn der Herr! Ps 34:20 

Es sind die unbequemen Momente, die unseren Glauben an Gott auf den Prüfstand stellen. Das Aushalten, wenn das Leben unerwartete Wendungen nimmt. Das Dranbleiben, auch wenn Gott fern scheint. Das Festhalten an seinen Verheissungen, wenn die Finsternis der Nacht noch über den Tag herrscht. Hier mag der breite Weg verlockend sein, aber der schmale Weg führt zum Leben. Vielleicht ist er steinig, doch Gott hat seinen Engeln befohlen, dass wir unseren Fuss an keinen Stein stossen werden. 

Glaube ist der Vogel, der singt, wenn die Nacht noch dunkel ist. Rabindranath Tagore 

Er bewahrt ihm alle seine Gebeine, dass nicht eines von ihnen zerbrochen wird. Ps 34:21

Wie Christus selbst kein Bein zerbrochen wurde, so soll auch am Leib Christi im geistlichen Sinne kein Glied zerschlagen werden. Denn Gottes Liebe wacht über alle Nachfolger Jesus, wie einst über Jesus. Wir werden keine Schuld haben. Gott selber wird uns rechtfertigen. Wir werden in dem Blut der Sühne gewaschen, auf ewig schuldlos dastehen. Und so ist dies ein köstlicher Schluss des Psalms, besonders wenn wir ihn im Licht des Neuen Bundes lesen: 

Der Herr erlöst alle, die ihm von Herzen dienen. Niemand, der bei ihm Zuflucht sucht, muss sein Strafgericht fürchten. Ps 34:23

Psalm 35: Schutz der Schwachen

Erhebe dich, um mir zu helfen! […] Sprich zu meiner Seele: Dein Heil bin ich! Ps 35:3

Sag zu meiner Seele: Dein Heil bin ich. Sag es so, daß ich es vernehme. Siehe, meines Herzens Ohren sind bei Dir, Herr. Öffne sie und sag zu meiner Seele: Dein Heil bin ich. Dieser Stimme will ich nacheilen, um Dich endlich zu fassen. Verbirg nicht Dein Antlitz vor mir. Ich möchte sterben, um nicht zu sterben, sondern Dein Antlitz zu sehen. Mein Gott! Lass mich in Danksagung deiner Erbarmungen über mich gedenken und sie preisend dir bekennen. Durchgossen werden meine Gebeine von Liebe zu dir, und sie mögen rufen: Herr, wer ist dir gleich? Nach Augustinus

Meine Seele soll sich freuen am Herrn und sich ergötzen an seinem Heil! Ps 35:9

Herr, wer ist dir gleich, der du den Elenden errettest. Ps 35:10

Sie vergelten mir Gutes mit Bösem. […] Ich aber legte das Trauergewand an, als sie krank waren. Ich beugte meine Seele mit Fasten und betete gesenkten Hauptes für sie. Ps 35:12-13

Beten für seine Feinde! Bei wie Wenigen finden wir heute so tief gefühltes Mitleid! Und doch sollte in der Nachfolge Jesus viel zärtliche Liebe herrschen. Hätten wir mehr herzliche Liebe zu den Menschen und mehr Kummer um ihre zahllosen Leiden, so könnten wir viel nützlicher sein. Jedenfalls wären wir dann dem Heiland ähnlicher. Wir sollen alles tun, um Feindschaft zu beenden, in dem wir nicht versuchen, uns selbst zu rächen oder indem wir Böses nicht mit Bösem vergelten. So werden wir das Böse mit dem Guten überwinden.

Ich ging einher, als wäre es mein Freund, mein Bruder, und lief trauernd gebeugt, wie einer, der um seine Mutter Leid trägt. Ps 35:14

Sie lästern ohne Aufhören. Ps 35:15

Alles, was Christus gelitten hat, litt er für unser Heil. Er ertrug schon Zeit seines Lebens Lästerungen. Besonders schmerzlich aber waren die Lästerungen, die ihm am Kreuze widerfuhren. Alles aber erduldete der Herr. Doch er hatte bei alledem das Ziel seiner Sendung fest im Blick und konnte am Ende sagen: Es ist vollbracht!

Ich will dir danken in der großen Gemeinde, unter zahlreichem Volk will ich dich rühmen. Ps 35:18

Sie reden nicht, was zum Frieden dient. Ps 35:20

Die Werke der Liebe sind immer Werke des Friedens. Jedes Mal, wenn ihr liebevoll miteinander umgeht, werdet ihr den Frieden bemerken, der über euch und die anderen herabkommt. Dort, wo Frieden wohnt, wohnt Gott. Indem er Frieden und Freude in unsere Herzen gießt, berührt Gott unser Leben und zeigt uns seine Liebe. Führe mich vom Tod zum Leben, vom Irrtum zur Wahrheit. Führe mich von der Verzweiflung zur Hoffnung, von der Angst zum Vertrauen. Führe mich vom Hass zur Liebe, vom Krieg zum Frieden. Bewirke, dass der Frieden unser Herz unsere Welt, unser Universum erfüllt: Frieden, Frieden, Frieden. Hl. Mutter Teresa

Herr; schweige nicht! Herr, sei nicht fern von mir! Ps 35:22

Welch ein Trost! Unser himmlischer Vater weiß um alle unsere Not. Gottes Allwissenheit ist das Licht, das uns auch in der dunkelsten Nacht leuchtet. Hat es der Herr aber gesehen, ergibt sich daraus die Bitte: Schweige nicht! Wir können sicher sein, dass der Herr das nicht tut. Wenn der Herr sieht, dann nimmt er nicht bloß als der passive Zuschauer wahr, was geschieht, sondern dann handelt er auch.

Erhebe dich und erwache. Ps 35:23

Sie sollen allezeit sagen: Der Herr sei hochgelobt. Ps 35:27

Allezeit! Ohne Unterbrechung und ohne Aufhören dient unser Leben zum Lobe Gottes. Den ganzen Tag, vom Morgen bis zum Abend, und einen Tag wie den anderen soll das Herz sinnen und die Zunge in dankbarer Liebe reden und singen von der Gerechtigkeit des Herrn und Gottes Ruhm kundtun. Wie herrlich wäre es, wenn dieser Entschluss von uns allen ausgeführt würde!

Meine Zunge soll reden von deiner Gerechtigkeit, von deinem Lob allezeit! Ps 35:28

Psalm 36: Quelle des Lebens

Herr, deine Gnade reicht bis zum Himmel, deine Treue bis zu den Wolken! Ps 36:6

Herr! In diesem Namen ist uns alles Licht enthalten, das unsere Seele hell macht. Wir rufen zum Herr und es ist, als ob in einer finsteren Höhle eine Fackel angezündet würde. Es ist, wie wenn sich dem suchenden Blick des Seefahrers mitten in der Nacht plötzlich die Wolkendecke auftut und er den Polarstern funkeln sieht. Der Name des Herrn ist uns ein starker Turm. Wir laufen dahin und wir sind in Sicherheit. Die Kostbarkeit der Gnade des Herrn erkennen die, welche glauben. Sie schauen die Entfaltung der Liebe, das Erbarmen Gottes gegen die Sünder. Gott ist in seiner Höhe unendlich wie der Himmel, er ist mächtig und unerschütterlich wie ein Fels und doch ist er kein ferner und kein abweisender Gott für uns.

Deine Gerechtigkeit ist wie die Berge Gottes. […] Wie köstlich ist deine Gnade, o Gott, dass Menschenkinder Zuflucht finden unter dem Schatten deiner Flügel! Ps 36:7-8

Aus dem Reichtum deines Hauses schenkst du ihnen mehr als genug, mit Freude und Glück überschüttest du sie. Ps 36:9

Wir finden in Gottes Güte nicht allein Schutz, sondern auch Nahrung. Nahrung, die wirklich sättigt und Genuss bereitet. Gott gibt seinen Geist nicht nach Maß, er teilt seine Gaben mit freigebiger Hand aus, seine Segnungen fließen frei und voll. Er öffnet seine Hand und sättigt alles Lebendige mit seinem Geist. Das größte bleibende Geschenk ist sein Sohn, den Christus. Das Angesicht Gottes, die uns zugewandte helle Seite Gottes, ist uns in Christus geschenkt.

Jesus Christus, der Auferstandene, das bedeutet, dass Gott aus Liebe und Allmacht dem Tod ein Ende macht und eine neue Schöpfung ins Leben ruft, neues Leben schenkt. Bonhoeffer

Bei dir ist die Quelle des Lebens. Ps 36:10

Vom Herrn als Quelle geht alles Leben aus. Durch ihn wird es erhalten, von ihm allein kann es zur Vollendung geführt werden. Das Geschöpf hat Leben, aber die Quelle des Lebens ist einzig der Schöpfer. Dies gilt sowohl für das körperliche, aber viel mehr noch für das geistliche Leben. Wer nun die Quelle hat, hat alles, alles in Jesus Christus: Der Sohn Gottes ist uns Licht und Weisheit von Gott. Er ist uns das Licht des Lebens, das die Finsternis und damit alle Ungewissheit und Angst vertreibt. Er ist uns eine Lampe, die uns in einer finsteren Welt den Weg nach Hause leuchtet.

In deinem Licht schauen wir das Licht. Ps 36:10

Wir bedürfen keiner Kerze, um die Sonne zu sehen. Wir nehmen sie durch ihren eigenen Glanz wahr und sehen dann alles andere im Licht ihrer Strahlen. Ebenso ist es mit dem Licht Gottes. Nur im Licht Gottes, also von seinem Licht, von seinem Blick her, kommen wir selbst ins rechte Licht, gewinnen wir Klarheit über Gott, diese Welt, über uns selbst. Finden wir Gott, so finden wir auch uns selbst.

Erweise deine Gnade auch weiterhin denen, die dich kennen, und deine Gerechtigkeit denen, die aufrichtigen Herzens sind! Ps 36:11

Psalm 37: Glückselig die Sanftmütigen

Vertraue auf den Herrn und tue Gutes, wohne im Land und übe Treue. Ps 37:3

Das Erste, was wir tun müssen: Vertraue! Das ist das Grundlegendste. Was auch kommt, wir dürfen uns nicht dazu drängen oder hinreißen lassen, unser Vertrauen wegzuwerfen. Wir wollen den weisen, den guten und gerechten Führungen des Herrn vertrauen. Er weiß, was er tut. Wir müssen nicht alles wissen, aber uns genügt zu wissen, dass er weiß. Wir sind sein und er ist unser, was um uns auch geschehen mag. Vertraue ich ihm, tue ich schon das erste Gute und aus diesem Guten erwächst alles weitere Gute.

Habe deine Lust am Herrn, so wird er dir geben, was dein Herz begehrt! Ps 37:4

Befiehl dem Herrn dein Leben an und vertraue auf ihn, er wird es richtig machen. Ps 37:5

Wir befehlen dem Herrn unseren Weg, wie der Herr auch seinen ganzen Weg Gott befahl, bis ans Ende auf dem Hügel Golgatha. Unsere Sache ist es nicht, den Weg zu bestimmen, auf dem wir durch diese Welt gehen. Unsere Sache ist einzig, dem Herrn zu vertrauen und zu gehorchen. Es wäre eine viel zu große Last, müssten wir unseren Weg selbst bestimmen und dafür sorgen, dass wir ihn gehen können. Nein, diese Last sollen wir auf den Herrn wälzen. Er ist besorgt um uns und er handelt für uns. Übergib in des ewigen Hände das, was dir das Herz beschwert, alle deine Kümmernisse und Sorgen. Unterstelle ihm den ganzen Lauf deines Lebens. Lass fahren alle Angst. Überlass alles deinem treuen Gott. Sei still! Vertraue still!

Halte still dem Herrn und warte auf ihn! Ps 37:7

Lass dich nicht von Zorn und Wut überwältigen. Ps 37:8

Umkehr beinhaltet den täglichen verantwortungsvollen Umgang mit den eigenen Gefühlen z.B. wie du mit Wut umgehst. Wut darf nicht verdrängt werden. Das rächt sich. Aber Wut darf nicht unkontrolliert ausgelebt werden. Das rächt sich auch. Sie zu, wohin dich der Zorn führt. Wer Groll im Herzen trägt, steht am Rand eines Abgrunds. Denn im Zorn tun wir niemals, was Gott gefällt. Wut ist da, steigt in uns auf, da können wir kaum was tun. In unserer Verantwortung liegt es, ob wir uns davon überwältigen lassen. Wut darf nicht die Macht und Kontrolle über uns als Ganzes übernehmen.

Jeder kann wütend werden, das ist einfach. Aber wütend auf den Richtigen zu sein, im richtigen Maß, zur richtigen Zeit, zum richtigen Zweck und auf die richtige Art, das ist schwer. Aristoteles

Die Sanftmütigen werden das Land erben und sich großen Friedens erfreuen. Ps 37:11

Wenn du sanftmütig sein willst, lerne zuallererst, alles was dir geschieht anzunehmen, ohne gleich in die Haltung des Richters zu verfallen, der verurteilt. Spiritualität, die uns hart und selbstgerecht macht, ist wertlos. Es sind unzählige Stellen im Evangelium, in denen das Jesus verurteilt. Bleibe stattdessen standhaft und beharrlich bei einem gütigen Auge. Dein Blick auf den anderen Menschen ist das entscheidende Moment. Ein Mensch mit Sanftmut hat großes Verständnis für die unterschiedlichen Persönlichkeiten der Menschen und kann diese annehmen. Und ja, ich weiß, dass dies bei bestimmten Personen eine echte Herausforderung ist und bleiben wird.

Fehler sind dick, wo die Sanftmut dünn ist. Englisches Sprichwort

Das Wenige, das ein Gerechter hat, ist besser als der Überfluss vieler Gottloser. Ps 37:16

Die Zufriedenheit findet viel in wenig. Bescheidenheit als Frucht des hl. Geistes ist eine Entscheidung, mit dem glücklich zu sein, was man hat. Wir können uns dafür entscheiden, jeden Tag zufrieden zu sein mit dem was wir haben und was ist und unsere Gier und Sehnsucht zügeln. Zufriedenheit in der Bescheidenheit! Es liegt durchaus an uns wieviele Sternchen wir dem Tag am Ende geben, abhängig mit wie viel Wünschen und Ansprüchen wir in den Tag gehen. Sind diese zu viel und zu hoch, dann scheitern wir wahrscheinlich recht häufig daran. Ergebnis ist meist Unzufriedenheit. Bescheidenheit ist die Fähigkeit, mit Wenigem zufrieden zu sein. So

Schmücke dein Haus mit Bescheidenheit. Chrysostomus

Der Herr kennt die Tage der Rechtschaffenen und ihr Erbe wird ewiglich bestehen. Ps 37:18

Das ist unser Trost, dass unser Lebensweg unserem Gott bekannt ist und nichts von alledem, was uns zukünftig begegnen wird, ihn überraschen kann. Weder in der Zeit noch in der Ewigkeit kann uns irgendein Übel zustoßen, das Gott nicht vorhergesehen hätte. Die Zukunft wird nur eine fortgehende Entfaltung all des Guten sein, das der Herr für uns aufbewahrt hat. Der Herr kennt die Seinen und die Seinen hören auf seine Stimme. Er wacht über alle. Was haben wir doch für einen fürsorgenden Hirten. Gelobt sei Jesus Christus!

Sie sollen nicht zuschanden werden zur bösen Zeit, sondern genug haben auch in den Tagen der Hungersnot. Ps 37:19

Der Gottlose borgt und zahlt nicht zurück. Der Gerechte aber ist barmherzig und gibt. Ps 37:21

Der Gerechte will sein wie sein Herr, der gnädig ist und gibt. Er weiß, dass er in Gott alles hat. Die Barmherzigkeit in Jesus Christus gibt ihm viel. Darum gibt auch er in barmherziger Liebe den Bedürftigen. Er ist mildtätig und je mehr er gibt, desto mehr hat er. Darum ist er frei von Habsucht und Ruhmsucht, von Geldgeiz und Ehrgeiz. Er leiht nicht, sondern er gibt. So viel er nur kann, leiht er der Stimme der Not sein Ohr. Es tut ihm nicht weg, von seinem eigenen Besitz herzugeben, sei dies nun materieller oder geistlicher Art. Echter Glaube zeigt sich in unserer Freigebigkeit.

Die von Ihm Gesegneten werden das Land erben. Ps 37:22

Fällt er, so wird er nicht hingestreckt liegen bleiben. Denn der Herr stützt seine Hand. Ps 37:24

Alles ist in Gottes Hand und diese Hand stützt uns, wenn wir fallen. Wir vertrauen auf die ewigen Arme Gottes, die unter uns sind. Wir mögen straucheln, aber wir stehen wieder auf. Wir mögen wie Petrus für kurze Zeit einbrechen, aber der Herr führt wieder zurück. Keiner von uns wird fallen, ohne in der Gnade Gottes sich wieder zu erheben.

Ich bin jung gewesen und alt geworden, doch habe ich nie den Gerechten verlassen gesehen. Ps 37:25

Weiche vom Bösen und tue Gutes, so wirst du ewiglich bleiben! Ps 37:27

Wer Gott liebt, hasst das Böse. Wir wollen das Gute tun, weil der Herr das Gute liebt. Das große Werk der Gnade, das Gott an Sündern tut, hat auch dies zum Ziel: unsere Zuneigungen mit Gottes Zuneigungen in Einklang zu bringen. Mag kommen, was will, die Gläubigen werden in Christus Jesus bewahrt. Er lebt und sie sollen auch leben.

Sie werden ewiglich bewahrt. Ps 37:28

Die Gerechten werden das Land erben und für immer darin wohnen. Ps 37:29

Die Gerechten sind die Menschen, die gerecht sind in Jesus Christus und ihm in allen Dingen folgen und nachahmen. Jesus Christus ist voller Sanftmut. Vor allem darin folgen wir ihm von ganzem Herzen nach, so dass wir keine Gewalt welcher Art auch immer anwenden. Jesus Christus ist voller Geduld. Trotz unserer Schwächen und unserer Sünden macht er immer wieder einen Anfang mit uns. Er vergibt mir, auch wenn er weiß, daß ich morgen wieder fallen und sündigen werde. Und wiederum gehört diese Geduld, diese Großherzigkeit und die Bereitschaft zur Vergebung zur Nachfolge Christi.

Das Gesetz seines Gottes ist in seinem Herzen und seine Schritte wanken nicht. Ps 37:31

Es geht nicht um oberflächliches Tun. Im Herzen aufgenommen gestaltet mich das Wort Gottes um, reinigt meine innersten Beweggründe und Wünsche und stärkt mich im Gehorsam gegenüber dem Herrn, bewahrt mich vor bedenklichen Fehltritten. Einen festen Gang zu bewahren, diese Gnade wird allerdings nur solchen gegeben, deren Herzen gegen Gott aufrichtig gesinnt sind und die darum in Wahrheit Gott ihren Gott nennen können. Im aufrichtigem Glauben tun wir dies. Mit festen Schritten gehe ich so durch den Tag, wissend, dass der Herr bei mir ist. Wie drückt es Theresa von Avila so schön aus: Auch zwischen den Kochtöpfen wandelt der Herr. 

Harre auf den Herrn und bewahre seinen Weg, so wird er dich erhöhen, dass du das Land erbst. Ps 37:34

Bleibe auf dem schmalen Pfad. Lass dich nicht durch Hast nach Reichtum oder durch Genuss und Bequemlichkeit zu unguten Handlungen verleiten. Vorwärts, immer vorwärts auf dem Weg des Glaubens. Wer bis ans Ende beharrt, der wird selig. Wer auf Gott vertraut, wartet geduldig und wandelt auf Gottes Weg, ob dieser auch ein Umweg scheint. Wir eilen mit Weile und stürzen unsere Seele nicht durch Hast in Gefahr. Wir treten nicht ab von dem guten und geraden Weg des Herrn.

Heute muss alles schnell gehen. In dieser Zeit, die keine Zeit hat, versuche, Mensch zu bleiben. Lass dich nicht hetzen! Auch die Schnecke erreichte die Arche Noah! Phil Bosmans 

Für den Mann des Friedens gibt es eine Zukunft! Ps 37:37

Seien wir Menschen des Friedens. Das können wir nur sein, wenn wir die Andersheit des Anderen annehmen. Aber die Andersheit des anderen ist immer eine Last. Warum ist der andere anders? Aber gerade diese Vielfalt, diese Andersheit ist notwendig für die Schönheit der Symphonie Gottes. Und gerade durch die Demut, in der ich meine Grenzen, meine Andersheit gegenüber dem anderen, die Last, die ich für den anderen bin, erkenne, müssen wir fähig werden, den anderen nicht nur zu ertragen, sondern gerade in der Andersheit mit Liebe auch den Reichtum seines Seins und der Ideen und Phantasie Gottes erkennen. Dann können wir im Frieden mit ihm leben.

Die Rettung der Gerechten kommt von dem Herrn. Er ist ihre Zuflucht zur Zeit der Drangsal. Ps 37:39

Alle Rettung kommt von Gott. Lasst uns seinen Namen preisen. Gott ist unsere Stärke und Hilfe in der Not. In unserem Leben, das einem Tag gleicht, mag es am Morgen regnen, am Mittag donnern und danach in Strömen gießen. Aber es wird sich zuletzt aufklären, ehe die Sonne unter den Horizont sinkt. Kampf und Not mögen andauern bis zu unserer letzten Stunde, aber dann werden wir zum letzten Mal damit zu tun gehabt haben und heim kehren in den Himmel.

Der Herr wird ihnen beistehen und sie erretten. Ps 37:40

Psalm 38: Dritter Bußpsalm

Meine Wunden stinken und eitern. Ps 38:6

Welch ein Ekel an seiner Sünde kommt allein in diesen Worten zum Ausdruck. Tiefe Trauer war bei jedem Schritt in seinem Herzen. Er kann nicht aufrecht gehen. Wie tief hat David seine Sünde empfunden. Hätten wir doch ein stärkeres Bewusstsein von der Schwere der Sünde. Wissen wir nach dem Kreuz nicht viel besser, wie schrecklich Sünde in den Augen Gottes ist? Er kann nichts mehr tun, nur noch auf Gottes Güte hoffen.

Ich bin tief gebeugt und niedergedrückt. Ich gehe trauernd einher den ganzen Tag. Ps 38:7

O Herr, all mein Verlangen ist vor dir offenbar, und mein Seufzen ist dir nicht verborgen! Ps 38:10

Gepriesen sei Gott, er liest das Verlangen unseres Herzens. Nichts kann ihm verborgen sein. Auch was wir ihm nicht zu sagen vermögen, versteht er vollkommen. Auch das leiseste Seufzen vernimmt er, versteht auch die stumme Sprache unserer Tränen. Er kennt unsere Not. Gott kann helfen. Wie oft wollen Menschen Gott beeindrucken. Ihm etwas bringen. Aber das wird Gott nicht gerecht. Er wartet darauf, dass Menschen alles von ihm erwarten. Er ist ganz auf Gott und sein Erbarmen geworfen. Er kann nur noch von da Hilfe erwarten. Die verzweifelte Lage hat David gelehrt, all sein Begehr vor Gott auszubreiten. Sie hat ihn in Gottes Gegenwart gedrängt. Alles ist unter seinen Augen.

Mein Herz pocht heftig, meine Kraft hat mich verlassen und selbst das Licht meiner Augen ist mir geschwunden. Ps 38:11

Auf dich, Herr, harre ich. Du wirst antworten, o Herr, mein Gott! Ps 38:16

Ich bin nahe daran zu fallen, und mein Schmerz ist stets vor mir. Ps 38:18

Ich bekenne meine Schuld und bin bekümmert wegen meiner Sünde. Ps 38:19

Ein offenes Bekenntnis ist unserer Seele heilsam. Das reife Schuldbewusstsein und Schuldgeständnis macht die Klarheit eines aufrechten Menschen aus. Er bekennt seine Schuld Gott. Er hat verstanden: Meine Schuld trennt mich von Gott. Für den Mann damals ist klar, dass seine Schuld nur von Gott vergeben werden kann. Darum wendet er sich an ihn allein. Und: Dieser Bitte verschließt sich Gott nicht. Das hat Jesus, sein Sohn, deutlich gemacht, als er am Kreuz von Golgatha für unsere Schuld gestorben ist.

Verlass mich nicht, o Herr! Mein Gott, sei nicht fern von mir! Ps 38:22

Entziehe mir nicht das Licht deiner Liebe, noch deine allezeit hilfsbereite Hand. Offenbare dich mir. Steh mir zur Seite. Lass mich aufs Neue erfahren, dass ich in dir doch einen unwandelbar gnädigen Freund habe. Das Kreuz ist der Ort, an dem Gott erkennbar geeilt ist, um mir beizustehen. Jesus ist der Garant dafür, dass da ein Gott ist, der wirklich helfen möchte

Eile zu meiner Hilfe, o Herr, mein Heil! Ps 38:23

Psalm 39: Vergänglichkeit des Menschen

Ich will auf meine Wege achten, dass ich nicht sündige mit meiner Zunge. Ich will meinen Mund im Zaum halten. Ps 39:2 

Unsere Worte zeigen die Beschaffenheit unserer Seele an. Hüte dich sorgfältig, irgendein ungutes Wort zu sagen. Nichts ist der Liebe und noch mehr der Frömmigkeit so entgegengesetzt wie die Verachtung des Nächsten. Die Schlange hat eine gegabelte Zunge mit zwei Spitzen. So schaden schlechte Worte über andere sowohl den, der sie hört wie auch den, über den gesprochen wird. Rede also niemals von irgend jemand lieblos. Böse Worte sind wie Feuerfunken, die weit umherfliegen und oft großes Unheil anrichten. Meine Zunge ist, während ich vom Nächsten spreche, wie das Messer in der Hand des Chirurgen, der zwischen Nerven und Sehnen schneidet. Der von mir beabsichtigte Schnitt muß so haargenau geführt werden, daß ich nicht mehr und nicht weniger sage, als wirklich an der Sache ist. 

Ich war gänzlich verstummt, schwieg auch vom Guten, aber mein Schmerz fraß in mir. Mein Herz entbrannte in mir. Ps 39,3-4

Schweigen bringt den inneren Kummer nicht zum Schweigen. Dieser kommt vielmehr, da er sich nicht Luft machen konnte, in desto stärkere Wallung. Durch das Stillschweigen verschlimmern wir das Übel und verhindern zugleich dessen Heilung. Darum redet nun David. Er bittet darum, sein Ende und die Kürze seines Lebens zu erkennen. Hat er sein Ende vor Augen, gewinnt das Leiden eine ganz andere Bedeutung. Es wird nicht mehr als bloßer sinnloser Schmerz, sondern als nützliche und notwendige Zurüstung auf das gute Ende an gesehen. Erkennen wir, dass das Leben kurz und die Ewigkeit lang ist, können wir die Gewichte richtig setzen. 

Lass mich mein Ende wissen. Ps 39,5

Jeder Mensch, wie fest er auch steht, ist nur ein Hauch! Ps 39:6 

Als Schattenbild geht der Mensch einher. Ps 39:7 

Wir sind voller Unruhe über Geschehnisse, die nicht wir, sondern die Gott lenkt. Dabei sind wir ja nur so mächtig wie ein Schattenbild. Wie der Schatten keine eigene Substanz hat, sondern seine Existenz von etwas Gewichtigerem herleitet, so leitet der Menschen sein Wesen von einem Höheren her, nämlich von Gott. Er hat in sich selbst weder Leben noch Lebenskraft. Sie wird ihm beständig von oben gegeben. Darum sind wir immer ganz vergebens voll Unruhe. Oder kann jemand von uns durch Sorgen seine Lebensspanne auch nur um eine einzige Elle verlängern? 

Nur um Nichtigkeit machen sie so viel Lärm! Er häuft auf und weiß nicht, wer es einsammeln wird. Ps 39:7 

Die Menschen schaffen, sorgen und schinden sich ab und das alles rein für nichts. Selbst nur Schatten, jagen sie Schatten nach, während doch der Tod ihnen auf den Fersen ist. Sie mühen und plagen und quälen sich, um Reichtum, Ehre oder Genuss zu erhaschen, und wenn sie das Ersehnte erreicht haben, finden sie am Ende all ihre Mühe verloren. Lies diese Psalmworte aufmerksam und horche dann auf den Lärm des Marktes, auf das Gesumm der Börse, auf das Getöse der Straßen, und erinnere dich, dass alle diese Unruhe ein Lärmen um nichts, um unwesentliche, vergängliche, eitle Dinge ist. Ruhelose Ruhe, schlaflose Nächte, nagende Sorgen, ein überarbeitetes Gehirn,

Und nun, Herr, worauf soll ich hoffen? Meine Hoffnung gilt dir allein! Ps 39:8 

Hoffnung ist der Universalschlüssel, der jede Tür öffnet. Es gibt kein Hindernis, das er nicht überwindet, keine Mauer, die ihn verlegen macht, kein Riegel, der ihm zu stark wäre. Alles ist in seiner Hand. Ich will ihn entscheiden und handeln lassen. Er ist Liebe, d.h., er kann nur Gutes mit mir wollen. Er ist weise; d.h., er weiß, was das wirklich Gute für mich ist. Er ist allmächtig, d.h., er vermag auch all das Gute, das er will, zu tun und alle Umstände so zu lenken, dass alles zu diesem Guten beitragen muss. 

Errette mich von allen meinen Übertretungen. Ps 39:9 

Niemand ist imstande, einen Menschen von seinen Übertretungen zu erretten, als der Eine, dessen Name Jesus ist, eben weil er sein Volk selig macht, d. h. errettet, von seinen Sünden. Amen. Er nimmt die Schuld weg und verzeiht mir meine Übertretungen. Kein Tag in unserem Leben soll vergehen, wo wir nicht liebend und bewundernd dankbar die Gnade Gottes betrachten, die in seiner Barmherzigkeit am schönsten in unser Leben strahlt und wirkt. Jeden Tag im Gebet bitten wir um diese Gnade, die immer unverdientes Geschenk ist. 

Herr, höre mein Gebet und vernimm mein Schreien! Schweige nicht zu meinen Tränen. Ps 39:13 

Der Psalmist hat über die Welt und alles, was darin ist, nachgedacht und hat in alldem nichts gefunden, was sein Herz stillen und seiner Hoffnung einen festen Ankergrund bieten könnte. Darum wendet er sich von allem Sichtbaren, das doch vergänglich ist, ab, seinem Gott zu. Der Herr hat allein das Leben in sich und er allein ist treu. Wie herrlich ist es, sich auf Gott stützen zu dürfen, bei dem Unveränderlichen Zuflucht zu haben, sich an den ewigen Halt zu klammern, der allein unserer Seele völlig genügt.

Blicke weg von mir, damit ich wieder froh werde, bevor ich dahinfahre und nicht mehr bin! Ps 39:14

David meint nicht, Gott solle aufhören, über ihm zu wachen, sondern er meint, Gott solle ihn nicht mehr seiner Sünden wegen mit dem Blick des Richters durchbohren, David bittet um Schonung und Verlängerung des Lebens, damit er besser gerüstet aus diesem Leben scheiden und in Gottes Gegenwart ein gehen kann.