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Sprüche Kap. 01-02

Impulse, Auslegungen, Kommentare und Bibelzitate zum Buch der Sprüche Kap. 1-2

Das Buch der Sprüche entstand im Zeitraum vom 9.-3. Jh. v. Chr. Es ist eine Zusammenstellung von Weisheiten, die uns damals wie heute Wegweisung und Orientierung im Lebensalltag bieten können. Ziel ist das Einüben in eine an Weisheit orientierte Lebenshaltung.


Alle Erkenntnis beginnt damit, dass man Ehrfurcht vor dem Herrn hat. Spr 1:7

Ehrfurcht vor Gott meint nicht Angst vor Gott zu haben, sondern beinhaltet die Sorge, jene Liebe, auf die unser Leben gegründet ist, mit Füssen zu treten. Ehrfurcht vor Gott ist dieses Bewußtsein für die eigene Verantwortung für das, was mir anvertraut ist. Dir ist etwas anvertraut! Lebst du in dieser Ehrfurcht vor Gott, dann wird er dich leiten in der Erkenntnis seiner selbst und damit in der Erkenntnis was gut und recht ist, zu tun hinsichtlich dessen, was dir anvertraut ist. Diese Erkenntnis, die er täglich neu schenkt, ist uns zugesagt und lässt in unserer Seele Ruhe und Sicherheit einkehren, lässt uns selbst im Unglück seine Geborgenheit erfahren, weil wissen: er lenkt und hilft uns. Gott liebt uns. Er weiß besser als wir selbst, was uns not tut.

Wer aber auf mich hört, lebt ruhig und sicher, vor keinem Unglück braucht er sich zu fürchten. Spr 1:33


Höre auf mich und befolge meine Ratschläge! Spr. 2:1

In einer anderen Übersetzung heißt es, dass wir sein Wort “bei uns verwahren” sollen, d.h. wir sollen es nicht nur Lesen, sondern in unser Herz aufnehmen. Ein guter Weg ist dabei bestimmte Worte der Schrift so sehr zu verinnerlichen, dass man sie auswendig kann. Ein Schatz, der dann ohne Buch oder Bibelapp immer parat und da ist. “Niemand kann dir die Bibeltexte rauben, die du auswendig gelernt hast.”(Corrie ten Boom). Aber Vorsicht: es geht nicht darum möglichst viele auswendig zu lernen, sondern lieber wenige, die aber dann im Herzen tragend.

Nimm dir die Lebensweisheiten zu Herzen. Spr 2:2


Dann wirst du den Herrn immer besser kennen lernen und Ehrfurcht vor ihm haben. Spr 2:5

Wer sucht, wird mit Sicherheit finden. Wer sich bemüht, in eine Beziehung zum Herrn zu kommen und Gott immer besser kennen zu lernen, ist noch nie enttäuscht worden. Der Mensch, der Gott sucht, hat ihn bereits gefunden. Christus offenbart den Vater allen, die an ihn glauben. Christus kennen heißt Gott kennen. Erkennen ist in der Bibel kein gedanklicher Vorgang, sondern ein vertrauter, persönlicher Umgang, aus dem heraus er uns hilft, gut und recht zu leben: “Aufrichtigen Menschen schenkt er Gelingen. Er hilft allen, die so leben, wie es ihm gefällt.” Spr 2:7

Wir glauben, um zu erkennen; wir erkennen nicht, um zu glauben. Augustinus


Wenn du auf mich hörst, wirst du erkennen, was richtig, gerecht und gut ist. Spr 2:9

In den ersten zwei Kapiteln steht das Hören auf Gott im Mittelpunkt. Dieses Hören ist unser Wegweiser im Leben, zeigt uns was richtig und gut ist. Dieses Hören bedeutet, dass in allem Handeln unser Auge vertrauensvoll auf Gott ruht. Beten heißt hier, auf seine Wegweisung und seine Instruktionen hören, mit einem Herzen, das ihm zugewandt ist, indem wir die Heilige Schrift nicht auf akademische, sondern auf geistliche Weise lesen. So lernen wir, Jesus zu begegnen, der anwesend ist und zu uns spricht und zwar sehr konkret. Glauben heißt auf ihn hören, ihn erkennen, ihm vertrauen.

So findest du stets den richtigen Weg. Spr 2:9


Deine Umsicht und Besonnenheit werden dich schützen. Spr 2:11

Um auf Gottes Wort zu hören, reicht nicht allein der Vorsatz, sondern ich muss eine Haltung entwickeln, die dieses Hören und danach Handeln begünstigt. Die wichtigste Haltung ist hier die Besonnenheit. Handle ich zu schnell und impulsiv, gebe ich dem Wort Gottes keinen Raum, sich zu entfalten. Besonnenheit dagegen ist die überlegte, selbstbeherrschte Gelassenheit, die besonders auch in schwierigen Situationen den Verstand die Oberhand behalten lässt, um vorschnelle und unüberlegte  Entscheidungen  oder Taten zu vermeiden. Besonnenheit ist die Fähigkeit, zu überlegen, bevor man reagiert. Besonnenheit bedeutet einen Moment oder länger innezuhalten, um zu fragen: Gott, was willst du? Impulsives Verhalten dagegen schadet oft, besonders in zwischenmenschliche Beziehungen.

Drücke den Pfeil zu schnell nicht ab, der nimmer zurückkehrt! Glück zu zerstören, ist leicht, wiederzugeben so schwer. Johann Gottfried von Herder


Suche stattdessen nach guten Vorbildern, die dir zeigen, wie man ein rechtschaffenes Leben führt. Spr 2:20

Die Zukunft ist das Zeitfenster, in dem wir uns immer wieder entscheiden können, die Dinge anders zu machen. Ich übernehme die Verantwortung für mich selbst. Kein anderer bestimmt, was ich denke, fühle und tue. Ich bin Gestalter meines Lebens und es ist meine Entscheidung, dies unter der Führung Gottes zu tun. Aber ich lebe nicht für mich allein, sondern immer in Gemeinschaft. Niemand ist eine Insel. Alles wirkliche Leben ist Begegnung. Soziale Netze geben emotionale Stabilität und können uns in unserem Verhalten positiv beeinflussen.  Der heutige Bibelvers rät uns, uns mit Menschen zu umgeben, die ebenso auf dem Weg des Guten gehen und uns so ein Vorbild sein können.

Wem bist du Vorbild? Wer ist dir ein Vorbild?