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Sprüche Kap. 01-14

Impulse, Auslegungen, Kommentare und Bibelzitate zum Buch der Sprüche Kap. 1-14

Das Buch der Sprüche entstand im Zeitraum vom 9.-3. Jh. v. Chr. Es ist eine Zusammenstellung von Weisheiten, die uns damals wie heute Wegweisung und Orientierung im Lebensalltag bieten können. Ziel ist das Einüben in eine an Weisheit orientierte Lebenshaltung.


Alle Erkenntnis beginnt damit, dass man Ehrfurcht vor dem Herrn hat. Spr 1:7

Ehrfurcht vor Gott meint nicht Angst vor Gott zu haben, sondern beinhaltet die Sorge, jene Liebe, auf die unser Leben gegründet ist, mit Füssen zu treten. Ehrfurcht vor Gott ist dieses Bewußtsein für die eigene Verantwortung für das, was mir anvertraut ist. Dir ist etwas anvertraut! Lebst du in dieser Ehrfurcht vor Gott, dann wird er dich leiten in der Erkenntnis seiner selbst und damit in der Erkenntnis was gut und recht ist, zu tun hinsichtlich dessen, was dir anvertraut ist. Diese Erkenntnis, die er täglich neu schenkt, ist uns zugesagt und lässt in unserer Seele Ruhe und Sicherheit einkehren, lässt uns selbst im Unglück seine Geborgenheit erfahren, weil wissen: er lenkt und hilft uns. Gott liebt uns. Er weiß besser als wir selbst, was uns not tut.

Wer aber auf mich hört, lebt ruhig und sicher, vor keinem Unglück braucht er sich zu fürchten. Spr 1:33


Höre auf mich und befolge meine Ratschläge! Spr. 2:1

In einer anderen Übersetzung heißt es, dass wir sein Wort “bei uns verwahren” sollen, d.h. wir sollen es nicht nur Lesen, sondern in unser Herz aufnehmen. Ein guter Weg ist dabei bestimmte Worte der Schrift so sehr zu verinnerlichen, dass man sie auswendig kann. Ein Schatz, der dann ohne Buch oder Bibelapp immer parat und da ist. “Niemand kann dir die Bibeltexte rauben, die du auswendig gelernt hast.”(Corrie ten Boom). Aber Vorsicht: es geht nicht darum möglichst viele auswendig zu lernen, sondern lieber wenige, die aber dann im Herzen tragend.

Nimm dir die Lebensweisheiten zu Herzen. Spr 2:2


Dann wirst du den Herrn immer besser kennen lernen und Ehrfurcht vor ihm haben. Spr 2:5

Wer sucht, wird mit Sicherheit finden. Wer sich bemüht, in eine Beziehung zum Herrn zu kommen und Gott immer besser kennen zu lernen, ist noch nie enttäuscht worden. Der Mensch, der Gott sucht, hat ihn bereits gefunden. Christus offenbart den Vater allen, die an ihn glauben. Christus kennen heißt Gott kennen. Erkennen ist in der Bibel kein gedanklicher Vorgang, sondern ein vertrauter, persönlicher Umgang, aus dem heraus er uns hilft, gut und recht zu leben: “Aufrichtigen Menschen schenkt er Gelingen. Er hilft allen, die so leben, wie es ihm gefällt.” Spr 2:7

Wir glauben, um zu erkennen; wir erkennen nicht, um zu glauben. Augustinus


Wenn du auf mich hörst, wirst du erkennen, was richtig, gerecht und gut ist. Spr 2:9

In den ersten zwei Kapiteln steht das Hören auf Gott im Mittelpunkt. Dieses Hören ist unser Wegweiser im Leben, zeigt uns was richtig und gut ist. Dieses Hören bedeutet, dass in allem Handeln unser Auge vertrauensvoll auf Gott ruht. Beten heißt hier, auf seine Wegweisung und seine Instruktionen hören, mit einem Herzen, das ihm zugewandt ist, indem wir die Heilige Schrift nicht auf akademische, sondern auf geistliche Weise lesen. So lernen wir, Jesus zu begegnen, der anwesend ist und zu uns spricht und zwar sehr konkret. Glauben heißt auf ihn hören, ihn erkennen, ihm vertrauen.

So findest du stets den richtigen Weg. Spr 2:9


Deine Umsicht und Besonnenheit werden dich schützen. Spr 2:11

Um auf Gottes Wort zu hören, reicht nicht allein der Vorsatz, sondern ich muss eine Haltung entwickeln, die dieses Hören und danach Handeln begünstigt. Die wichtigste Haltung ist hier die Besonnenheit. Handle ich zu schnell und impulsiv, gebe ich dem Wort Gottes keinen Raum, sich zu entfalten. Besonnenheit dagegen ist die überlegte, selbstbeherrschte Gelassenheit, die besonders auch in schwierigen Situationen den Verstand die Oberhand behalten lässt, um vorschnelle und unüberlegte  Entscheidungen  oder Taten zu vermeiden. Besonnenheit ist die Fähigkeit, zu überlegen, bevor man reagiert. Besonnenheit bedeutet einen Moment oder länger innezuhalten, um zu fragen: Gott, was willst du? Impulsives Verhalten dagegen schadet oft, besonders in zwischenmenschliche Beziehungen.

Drücke den Pfeil zu schnell nicht ab, der nimmer zurückkehrt! Glück zu zerstören, ist leicht, wiederzugeben so schwer. Johann Gottfried von Herder


Suche stattdessen nach guten Vorbildern, die dir zeigen, wie man ein rechtschaffenes Leben führt. Spr 2:20

Die Zukunft ist das Zeitfenster, in dem wir uns immer wieder entscheiden können, die Dinge anders zu machen. Ich übernehme die Verantwortung für mich selbst. Kein anderer bestimmt, was ich denke, fühle und tue. Ich bin Gestalter meines Lebens und es ist meine Entscheidung, dies unter der Führung Gottes zu tun. Aber ich lebe nicht für mich allein, sondern immer in Gemeinschaft. Niemand ist eine Insel. Alles wirkliche Leben ist Begegnung. Soziale Netze geben emotionale Stabilität und können uns in unserem Verhalten positiv beeinflussen.  Der heutige Bibelvers rät uns, uns mit Menschen zu umgeben, die ebenso auf dem Weg des Guten gehen und uns so ein Vorbild sein können.

Wem bist du Vorbild? Wer ist dir ein Vorbild?


Vertraue auf den Herrn von ganzem Herzen und verlass dich nicht auf deinen Verstand. Spr 3:5

Das Wort Vertrauen bedeutet fest werden. Vertrauen hat mit Festigkeit zu tun und mit Treue. Vertrauen will jeden Tag neu gewagt werden. Beende dein Gebet stets  immer mit Gottvertrauen. Laut Bonhoeffer ist das Gebet nicht ein fromme Handlung oder Übung, sondern es ist die vertrauende Bitte des Kindes zum Herzen des Vaters. Darum ist das Gebet niemals demonstrativ, weder vor Gott, noch vor uns selbst, noch vor anderen, sondern schlicht das vertrauende Hineinwerfen meiner Selbst in seine Güte, das Loslassen meiner Selbst, um mich in ihm neu zu finden.


Denke bei jedem Schritt an ihn; er zeigt dir den richtigen Weg. Spr 3:6

Der vorauseilende Geist – eine wiederkehrende Schwäche von mir. Da bin ich überall und nirgends, nur nicht im Jetzt und so denke ich auch nicht an ihn, während ich durch den Tag schreite. Sorgen, Gedankengrübelei fesseln meinen Geist an die Zukunft und das Ergebnis ist Angst. Und dann schreie ich innerlich Stop! Sicherlich erwartet mich heute nicht nur Freude. Aber Geborgenheit ist gewiss. Mag sein, dass ich Augenblicke der Angst und Verwirrung erlebe, aber ich kann lernen, auch inmitten von Widrigkeiten zu vertrauen. Ich kann mich der Kraft, die größer ist als ich selbst, anvertrauen. Dem Jetzt und den Menschen im Hier und Jetzt Aufmerksamkeit zu schenken, ist die einzig richtige Antwort auf das Leben. Ich will die Abenteuer schätzen lernen, die die Gegenwart in sich birgt. Ich will die Augenblicke des heutigen Tages auskosten und das Ergebnis Gott anvertrauen.


Wenn jemand deine Unterstützung braucht und du ihm helfen kannst, dann weigere dich nicht. Vertröste ihn nicht auf morgen, wenn du heute helfen kannst! Spr 3:27-28

Das Christentum ist schnell als Moralreligion zu mißzuverstehen. Tue dies, dann bist du gut, tue das, dann bist du böse. Das ist falsch verstanden. Die Bibel v.a. im Bild der Gemeinde als Leib mit Christus als Haupt will uns ins Herz legen: Hilfst du anderen, hilfst du dir selbst, liebst du andere, liebst du dich selbst, haßt du den anderen, haßt du dich selbst. Es geht um eine tief gehende Einheit zwischen uns Menschen und das Gespür für diese Einheit steht immer in Gefahr verloren zu gehen. “Die Welt ist immer so wie du: Ein Lächeln und sie lacht dir zu, ein wenig Trotz, ein wenig Zorn und statt der Rose blüht der Dorn.” (Simon Dach) . Das ist beim Gebot so wichtig, das uns Jesus gegeben hat:  Liebe deinen Nächsten SO wie dich selbst!


Wer aber Gott gehorcht, dessen Leben gleicht einem Sonnenaufgang: Es wird heller und heller, bis es lichter Tag geworden ist. Sprüche 4:18‭-‬19

Die Sonne ist nicht plötzlich da. Sie geht langsam auf. Wenn wir uns dazu entscheiden fromm zu leben, legen wir unseren “alten” Menschen nicht von jetzt auf gleich ab, es ist ein Prozess, der Schritt für Schritt vor sich geht und ja, auch mit Aufwand an Mühe und Zeit verbunden ist. Wir brauchen daher Mut und Geduld und wenn wir auf diesem Weg immer wieder auch mit unseren vielfältigen Unvollkommenheiten konfrontiert werden, so soll uns dass nicht unruhig oder mutlos machen. Das Bemühen um die Reinigung unserer Seele kann und soll nur mit unserem Leben ein Ende finden. Regen wir uns also nicht auf über unsere Unvollkommenheiten: unsere Vollkommenheit besteht eben darin, daß wir die Unvollkommenheiten bekämpfen. Unser Sieg besteht darin, daß wir uns ihnen nicht beugen.

Wir müssen also Geduld haben und dürfen nicht denken, wir könnten an einem Tag soviel üble Gewohnheiten ablegen, die wir durch unsere geringe Sorge um unsere geistige Gesundheit angenommen haben. Franz von Sales


Was ich dir jetzt rate, ist wichtiger als alles andere: Achte auf deine Gedanken und Gefühle, denn sie beeinflussen dein ganzes Leben! Sprichwörter 4:23

Es ist mittlerweile nachgewiesen, dass nicht ausgelebte Gefühle zu körperlichen Erkrankungen führen und zudem der Seele schaden. Ich denke, dieser Punkt spricht unter euch vor allem die “Kopfmenschen” an, zu denen ich mich auch zähle. Das ist aber kein unveränderliches Schicksal. Gefühle auszudrücken kann gelernt werden. Wenn ich “fühle”, bin ich ganz nah bei mir, bei meinen Bedürfnissen, bei dem, was mich ausmacht. Und Gefühle sind fur unsere Beziehungen zu den Mitmenschen und auch zu Gott unverzichtbar. Also: Achte auf deine Gefühle, denn sie beeinflussen dein ganzes Leben. Habe Mut, sie auszudrücken, auch wenn du deswegen evtl. mal schief angeschaut wirst.


Achte auf deine Gedanken. Spr 4,23

Der Optimismus: versuche stets ermutigend und beruhigend zu denken. Auch in schwierigen Situationen lassen sich stets positive Aspekte erblicken und sei es, dass wir innerlich daran wachsen. Resilient zu sein heißt nicht, frei zu sein von Stress und Druck, von Konflikten und Widrigkeiten, sondern dass wir mit diesen Problemen erfolgreich umgehen können. In nahezu jeder Schwierigkeit steckt ein verborgener Gewinn. Halbleeres oder halbvolles Glas eben. Konzentriere dich auf das Positive ohne dabei die Schwierigkeiten aus dem Blick zu verlieren. Mir hilft es, in den entsprechenden Situationen zu mir selbst den folgenden Satz zu sagen: Alles wird gut!

Man muss sich durch die kleinen Gedanken, die einen ärgern, immer wieder hindurchfinden zu den großen Gedanken, die einen stärken. Bonhoeffer


Wo Menschen gerecht miteinander umgehen und nach Gottes Willen fragen, da bin ich zu Hause. Spr 8:20

Wir haben einen Sinn für Gerechtigkeit. Es ist ein Gespür für das, was recht und unrecht ist. Dieser Sinn reagiert wenn wir sehen, dass Unrecht geschieht, löst evtl. Schmerz und Zorn aus. Dem Herrn sei Dank für dieses Gespür für Gerechtigkeit! Gerechtigkeit als Tugend bedeutet, dass ich Verantwortung dafür trage, dass Recht geschieht und Unrecht benannt wird. Das ist der Wille Gottes. “Der Herr ist gerecht und hat Gerechtigkeit lieb.” (Ps 11,7) Daher: “Bemühe dich um Gerechtigkeit.” (1. Tim 6,11), denn “keine wahre Liebe ohne Gerechtigkeit und keine wahre Gerechtigkeit ohne Liebe.”  (Adolf Kolping) Sicher kannst du nicht die Welt retten, aber in deinem Alltag kannst du darauf achten gerecht zu handeln und Ungerechtigkeit anzusprechen.


Ein weiser Mensch ist bescheiden. Spr 11:2

Weniger wäre manchmal mehr gewesen.Kant. Oder um es mit Abbas Poimen zu sagen: “Alles Übermaß ist von den Dämonen.” Ja, Bescheidenheit ist das Gegenteil von Vermessenheit. Du lebst heute in einer Gesellschaft der Mehr-Kultur.  Die Gefahr ist, dass du dich da reinziehen lässt. Bescheidenheit heilt deine Seele von dem Mehr, Größer und Besser. “Das wahre Glück ist die Genügsamkeit und die Genügsamkeit hat überall genug.” (Goethe). Hüte dich also vor der Übertreibung und dem Übermaß im materiellen, wie auch im geistigen und spirituellen Bereich.


Die Worte eines gedankenlosen Schwätzers verletzen wie Messerstiche; was ein weiser Mensch sagt, heilt und belebt. Sprüche 12:18

Abfällige Bemerkungen berauben andere Menschen ihrer Würde und schädigen mit der Zeit auch ihr Selbstwertgefühl. Ich achte stets darauf, positiv über den anderen zu reden, gerade dann, wenn er mir auch nicht so liegt. Das hat heilende Wirkung auf unsere Beziehung. Ich bete stets darum, dass Gott mir hilft, das Schöne in der Seele des anderen wahrzunehmen. Und dennoch, nicht ausgesprochen, sondern in Gedanken, gelingt mir das dann auch wieder nicht. Momente, in denen ich bemerke, wie sehr ich auf Gottes unergründliche Barmherzigkeit angewiesen bin. Ob nun in Gedanken oder in Worten – achten wir darauf, den anderen nicht zu beleidigen, sondern achten wir seine von Gott verliehene Würde, gerade dann, wenn uns dieser Mensch mir auch nicht so liegt.

Herr, halte du selbst meine Zunge im Zaum,  damit kein schlechtes Wort über meine Lippen kommt! (Ps. 141:3)


Die Worte mancher Leute sind wie Messerstiche; die Worte weiser Menschen bringen Heilung. Sprüche 12, 18

Neben dem belanglosen Small-Talk, haben wir jeden Tag Möglichkeiten, auch “Ausrufezeichen” in Gesprächen zu setzen. Paulus schreibt, unsere Worte sollen hilfreich sein und dem Mitmenschen wohl tun* (vgl. Eph 4,29). In Gesprächen ist das für mich Reflexions-Grundlage: Welche hilfreichen, aufbauenden und wohltuende Worte kann ich dem anderen mitgeben? Am Anfang bedarf das etwas der Übung, aber mit der Zeit kommst du da immer besser rein, weil du bewusster die mögliche positive Wirkung deiner Worte bedenkst.


Die Worte eines gedankenlosen Schwätzers verletzen wie Messerstiche; was ein weiser Mensch sagt, heilt und belebt. Spr 12:18

Unser Herr Jesus Christus verlangt von uns die Schlichtheit der Taube, die darin besteht, Dinge ganz einfach zusagen, so wie man sie denkt. Zugleich aber befiehlt er uns, klug zu sein wie die Schlange, also eine Tugend zu praktizieren, die uns mit Umsicht reden und handeln lässt. Strebe danach, dass alles, was du sagst, von Herzen kommt. In der Milde liegt eine Kraft, die Menschen für Gott zu gewinnen. Manchmal genügt ein bloßes gütiges Wort, um einen Verhärteten zu wandeln, während ein rohes Wort imstande ist, eine Seele zu verwüsten und eine Bitterkeit hervorzurufen, die ihr sehr schaden kann. Gewöhne dich daran, Dinge und Menschen immer und in jedem Fall nach ihrer guten Seite hin zu beurteilen. Vinzenz von Paul


Wer Böses ausheckt, betrügt sich selbst damit, denn Freude erfährt nur, wer sich für Frieden einsetzt. Spr 12:20

Bewahrst du Frieden in dir, dann kannst du auch Frieden in anderen bewirken. Bemühe dich also zuallererst um deinen inneren Frieden. Denn wer mit sich selbst in Unfrieden lebt, den treibt es hin und her und dieser Unfrieden wirkt sich auch auf seine Umgebung aus. Dann sagen wir, was wir nicht hätten sagen sollen. Dann sehen wir immer auf das, was andere tun sollten und versäumen dabei zu sehen, wo es an uns liegt, etwas zu tun. Wenn also solche Gedanken über dich kommen, verrichte einen positiven Akt durch ein Herzensgebet, damit du wieder zu dir selbst kommst und so zum Herrn, der in dir wohnt und der dein wahrer Friede ist.

Ich sah auf Jesus, und die Taube des Friedens flog in mein Herz. Corrie ten Boom


Wer Gottes Willen tut, ist auf dem Weg zum Leben. Ihm kann der Tod nichts anhaben. Spr 12:28

Der Wille Gottes kann tief verborgen liegen unter vielen Möglichkeiten. Weil er kein System von Regeln ist, sondern in den verschiedenen Lebenslagen ein jeweils neuer ist, darum muß immer wieder geprüft werden, was der Wille Gottes ist. Herz und Verstand, Beobachtung und Erfahrung müssen bei dieser Prüfung miteinander wirken, weil es hier nicht um das eigene Wissen um Gut und Böse geht, sondern um den lebendigen Willen Gottes geht. Es steht nicht im menschlichen Verfügen, sondern allein in der Gnade Gottes, daß wir seinen Willen erkennen. Weil diese Gnade jeden Morgen neu ist, darum steht es mit diesem Prüfen des Willen Gottes so ernst.Weil das Wissen um Jesus und seiner Liebe etwas Lebendiges ist, darum entsteht mit jedem neuen Tag die Frage, wie ich heute und hier in diesem neuen Leben mit Gott, mit Jesus Christus bleibe und bewahrt werde. Eben diese Frage aber ist der Sinn des Prüfens, was der Wille Gottes sei. Bonhoeffer


Wer den Mund halten kann, bewahrt sein Leben; wer ihn zu weit aufreißt, bringt sich ins Verderben. Sprüche 13, 3

Fast jeden Tag stelle ich in der abendlichen Rückbesinnung fest, dass das ein oder andere Wort unnötig oder dekonstuktiv war. Hin und wieder ist es gut für dich zu schweigen. Worte beinhalten auch das Schweigen. Ja, du kannst auch durch dein bewusstes Schweigen sprechen. Die Zunge ist schwer zu kontrollieren. Worte sind schnell gesagt und stehen dann im Raum. Manchmal ist es einfach besser zu schweigen und nicht alles und jeden zu kommentieren, zu diskutieren, zu kritisieren u.a. Die Weisheit besteht wohl darin, zu erkennen …. wann es sinnvoll ist, zu schweigen und wann es aber unausweichlich ist, zu sprechen, denn es gibt auch das “furchtbare Schweigen der Guten” (Martin Luther King).


Der Langmütige ist reich an Einsicht. Spr 14:29

Selig ist jeder Mensch, der die Langmut sich erworben hat. Der Langmütige ist allzeit in freudiger, heiterer und sehr fröhlicher Gemütsstimmung. Denn er setzt seine Hoffnung auf den Herrn. Der Langmütige ist frei von allem Zorne. Denn er hält Alles aus. Darum entbrennt er nicht sogleich in Grimm, läßt sich nicht zur Beleidigung verleiten und durch leere Worte nicht leicht aufregen. Wird ihm ein Unrecht zugefügt, so betrübt er sich nicht darüber. Wenn man ihm Vorwürfe macht, wird er darüber nicht mürrisch. Durch die Langmut weiß er allzeit sich in Ruhe zu erhalten. Bei Beleidigungen spricht er Segen aus, bei Streitigkeiten bleibt er friedfertig. Wer den Weg der Langmut und Geduld gefunden, der hat den Weg des Lebens gefunden. Ephräm der Syrer