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Sprüche Kap. 04

Impulse, Auslegungen, Kommentare und Bibelzitate zum Buch der Sprüche Kap. 4


Licht empfangen und weitergeben

Der Gerechten Pfad glänzt wie das Licht am Morgen, das immer heller leuchtet bis zum vollen Tag. Sprüche 4,18

Wer mit Gott rechnet und auf sein Wort hört, lebt anders als Menschen, die ohne Gott leben. So spiegeln wir das Licht des Wortes Gottes wider und geben es durch unser ganzes Leben an andere Menschen weiter. Jesus sagt: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben. Aber sind wir wirklich mit der Art, wie wir leben und reden wie das Licht am Morgen? Oft genug versinkt diese Wahrheit in alltäglicher Leere. Wir brauchen doch eher selbst das Licht, als dass wir hell leuchten! Die Bibel macht uns immer wieder klar, dass wir das Licht nicht von Natur aus in uns tragen oder es durch eigene Anstrengungen entzünden können. Sie zeigt uns, dass wir das Licht Gottes nur im Glauben an Christus bekommen und weitergeben können.

Wer aber Gott gehorcht, dessen Leben gleicht einem Sonnenaufgang: Es wird heller und heller, bis es lichter Tag geworden ist. Spr 4:18-19


Unser Leben als Sonnenaufgang

Wer aber Gott gehorcht, dessen Leben gleicht einem Sonnenaufgang: Es wird heller und heller, bis es lichter Tag geworden ist. Sprüche 4:18-19

Die Sonne ist nicht plötzlich da. Sie geht langsam auf. Wenn wir uns dazu entscheiden fromm zu leben, legen wir unseren “alten” Menschen nicht von jetzt auf gleich ab, es ist ein Prozess, der Schritt für Schritt vor sich geht und ja, auch mit Aufwand an Mühe und Zeit verbunden ist. Wir brauchen daher Mut und Geduld und wenn wir auf diesem Weg immer wieder auch mit unseren vielfältigen Unvollkommenheiten konfrontiert werden, so soll uns dass nicht unruhig oder mutlos machen. Das Bemühen um die Reinigung unserer Seele kann und soll nur mit unserem Leben ein Ende finden. Regen wir uns also nicht auf über unsere Unvollkommenheiten: unsere Vollkommenheit besteht eben darin, daß wir die Unvollkommenheiten bekämpfen. Unser Sieg besteht darin, daß wir uns ihnen nicht beugen.

Wir müssen also Geduld haben und dürfen nicht denken, wir könnten an einem Tag soviel üble Gewohnheiten ablegen, die wir durch unsere geringe Sorge um unsere geistige Gesundheit angenommen haben. Franz von Sales


Achte auf Gottes Worte

Achte auf meine Worte, neige dein Ohr zu meinen Reden! Sprüche Bewahre sie im Innersten deines Herzens! Sprüche 4:20-21

Bitte Gott, dir eine neue Liebe für sein Wort zu geben. Tränke dein Herz und deine Gedanken jeden Tag mit seinen lebensspendenden Worten. In Christus ist Gottes Wort als Person da. Gottes Wort ist das eigentliche Licht, das der Mensch braucht. Dieses Wort ist in ihm, dem Sohn, gegenwärtig.

Das Beste und Herrlichste, wozu man in diesem Leben gelangen kann, ist, dass du schweigst und Gott wirken und sprechen lässt. Dag Hammerskjöld


Achte auf dein Herz

Mehr als alles andere behüte dein Herz; denn von ihm geht das Leben aus. Sprüche 4:23

Es ist mittlerweile nachgewiesen, dass nicht ausgelebte Gefühle zu körperlichen Erkrankungen führen und zudem der Seele schaden. Ich denke, dieser Punkt spricht unter euch vor allem die “Kopfmenschen” an, zu denen ich mich auch zähle. Das ist aber kein unveränderliches Schicksal. Gefühle auszudrücken kann gelernt werden. Wenn ich “fühle”, bin ich ganz nah bei mir, bei meinen Bedürfnissen, bei dem, was mich ausmacht. Und Gefühle sind fur unsere Beziehungen zu den Mitmenschen und auch zu Gott unverzichtbar. Also: Achte auf deine Gefühle, denn sie beeinflussen dein ganzes Leben. Habe Mut, sie auszudrücken, auch wenn du deswegen evtl. mal schief angeschaut wirst.


Achte auf deine Gedanken

Achte auf deine Gedanken. Spr 4,23

Der Optimismus: versuche stets ermutigend und beruhigend zu denken. Auch in schwierigen Situationen lassen sich stets positive Aspekte erblicken und sei es, dass wir innerlich daran wachsen. Resilient zu sein heißt nicht, frei zu sein von Stress und Druck, von Konflikten und Widrigkeiten, sondern dass wir mit diesen Problemen erfolgreich umgehen können. In nahezu jeder Schwierigkeit steckt ein verborgener Gewinn. Halbleeres oder halbvolles Glas eben. Konzentriere dich auf das Positive ohne dabei die Schwierigkeiten aus dem Blick zu verlieren. Mir hilft es, in den entsprechenden Situationen zu mir selbst den folgenden Satz zu sagen: Alles wird gut!

Man muss sich durch die kleinen Gedanken, die einen ärgern, immer wieder hindurchfinden zu den großen Gedanken, die einen stärken. Bonhoeffer


Sagen, was ich meine

Tue hinweg von dir die Falschheit des Mundes. Spr 4:24

Liebe kann sich nur in der echten Begegnung ereignen. Das erfordert immer wieder auch Mut zur Echtheit, zur Nähe, zur Auseinandersetzung u.a. Aufgesetzte Liebduselei verhindert Begegnung. Also habe Mut, das zu sagen, was du meinst und handele danach. Tut der andere das ebenso, dann besteht die Möglichkeit, dass echte Begegnung statt findet. Und nur in der echten Begegnung kann Liebe sich ereignen, aufblühen und Realität werden. Es gehört aber auch zur schmerzhaften Realität, dass der andere diese Möglichkeit der Begegnung für sich verneinen kann – der Mensch ist in seinem Willen frei.

Der Ursprung allen Konfliktes zwischen mir und meinen Mitmenschen ist, dass ich nicht sage, was ich meine und dass ich nicht tue, was ich sage. Martin Buber


Achte auf deine Augen

Lass deine Augen geradeaus schauen und deine Blicke auf das gerichtet sein, was vor dir liegt! Spr 4:25

Augen werden nicht satt und suchen immer neue Anregungen und lassen sich so vom Eigentlichen ablenken. Die Augen eines Toren „sind am Ende der Erde“ (Sprüche 17,24), sie schauen überall hin, aber nicht auf den eigentlichen Weg. Die Lust der Augen ist eine gefährliche Realität, die uns dazu bringen kann, die Welt mehr zu lieben als Gott. Wie wir für die Worte verantwortlich sind, die aus unseren Mund herauskommen, so auch für die Dinge, die durch unsere Augen in uns hineinkommen. Unsere Augen müssen den geraden Weg im Blick behalten. Dieser gerade Weg ist Christus.

Die Augen sind die Fenster der Seele. Hildegard von Bingen 


Achte auf deine Schritte

Wähle sorgsam deine Schritte und weiche nicht vom rechten Weg ab! Spr 4:26

Jeder deiner Schritte ist wichtig. In der Nachfolge Christi schreiten wir nun nicht unsere eigenen Wege, sondern folgen ihm nach. Deshalb ist es so wichtig, hören zu lernen, wo Gott einen hinführt. Gottes Befehle befreien uns von den selbst gemachten Plänen und Konflikten. Sie machen unsere Schritte gewiss und unseren Weg fröhlich. Nur eben das Hören ist wichtig. Bonhoeffer mahnt uns:  Alles hat seine Zeit, und die Hauptsache ist, dass man mit Gott Schritt hält und ihm nicht immer schon einige Schritte vorauseilt, allerdings auch keinen Schritt hinter ihm zurückbleibt.  

Schau weder nach rechts noch nach links und halte dich vom Bösen fern. Spr 4:27