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Sprüche Kap. 08-10

Impulse, Auslegungen, Kommentare und Bibelzitate zum Buch der Sprüche Kap. 8-10


Wach werden und Verstand annehmen

Werdet endlich wach! Spr 8:5

Nehmt doch endlich Verstand an! Spr 8:5

Werde wachsam für das, worauf es ankommt: das ist der Glaube und die Bindung an Christus. Wachsam zu sein, bedeutet, dass du dein ganzes Sein, dich selbst als einzigartige Person hingibst und hinwendest zu ihm, überall, in allen Angelegenheiten und Lebensumständen. Das ist nicht Mystik für ein paar wenig Abgehobene, sondern alltagsrelevant wie es mehr nicht sein kann, z.B. bei mir in der Arbeit mit meinen Schülern, einem Elterngespräch, der Beziehungspflege innerhalb der Familie und noch und noch und noch. In alledem ist es der Mühe wert, das ganze Leben Christus zu widmen, jeden Tag in der Freundschaft zu ihm zu wachsen und sich gerufen zu fühlen, die Schönheit und Güte seines Lebens allen Menschen zu verkünden. 


Ehrfurcht haben und das Böse hassen

Wer Ehrfurcht vor dem Herrn hat, der hasst das Böse. Ich verachte Stolz und Hochmut, ein Leben voller Bosheit und Lüge ist mir ein Gräuel! Spr 8:13

Es geht darum, zu verstehen: Ich bin nicht selbst Herr meines Lebens. Der Herr meines Lebens ist Gott. Er ist der Schöpfer. Und als solchen nehme ich ihn ernst. Ich respektiere ihn als den, der mich auf einen guten Weg bringen will. Ich erkenne ihn als den an, der meinem Leben Richtung und Ziel weist. Vor Gott muss ich keine Angst haben. Aber Ehrfurcht vor ihm zu haben – darum geht es.

Verbünde dich nicht heimlich mit dem Bösen! Suche keine billigen Ausreden, sondern richte und verurteile das Böse. Bring dein ganzes Leben unter den Gehorsam von Jesus Christus! Gerade weil Jesus barmherzig und gnädig ist, möchte er uns völlig rein machen von aller Sünde. Welch ein Trost! Heute will Jesus unser ganzes Leben neu ordnen, segnen und unter seinen Sieg bringen.


Gott lässt sich finden

Ich liebe, die mich lieben und die mich suchen, finden mich. Spr 8:17

Wie groß ist die Not, wenn wir einen lieben Menschen verloren haben. Können wir uns den Schmerz Gottes vorstellen, den er hat, wenn er einen von uns verliert. Gott wartet auf meine bewusste Hinwendung zu ihm. Er stülpt mir sein Heil und seine Liebe nicht einfach über. Er wartet auf die Sehnsucht in meinem Herzen.

Herr, gib allen, die dich suchen, dass sie dich finden, und allen, die dich gefunden haben, dass sie dich aufs Neue suchen, bis all unser Suchen und Finden erfüllt ist in deiner Gegenwart. Hermann von Bezzel 


Gerecht miteinander umgehen

Wo Menschen gerecht miteinander umgehen und nach Gottes Willen fragen, da bin ich zu Hause. Spr 8:20

Wir haben einen Sinn für Gerechtigkeit. Es ist ein Gespür für das, was recht und unrecht ist. Dieser Sinn reagiert wenn wir sehen, dass Unrecht geschieht, löst evtl. Schmerz und Zorn aus. Dem Herrn sei Dank für dieses Gespür für Gerechtigkeit! Gerechtigkeit als Tugend bedeutet, dass ich Verantwortung dafür trage, dass Recht geschieht und Unrecht benannt wird. Das ist der Wille Gottes. “Der Herr ist gerecht und hat Gerechtigkeit lieb.” (Ps 11,7) Daher: “Bemühe dich um Gerechtigkeit.” (1. Tim 6,11), denn “keine wahre Liebe ohne Gerechtigkeit und keine wahre Gerechtigkeit ohne Liebe.”  (Adolf Kolping) Sicher kannst du nicht die Welt retten, aber in deinem Alltag kannst du darauf achten gerecht zu handeln und Ungerechtigkeit anzusprechen.

Wer mich findet, der findet das Leben und erlangt Wohlgefallen von dem Herrn. Spr 8:35


Die Eucharistie

Kommt her, esst von meinem Brot und trinkt von dem Wein, den ich gemischt habe! Spr 9:5

Nun ist dieser Logos wirklich Speise für uns geworden. Die Eucharistie zieht uns in den Hingabeakt Jesu hinein. Wir empfangen nicht nur statisch den inkarnierten Logos, sondern werden in die Dynamik seiner Hingabe hineingenommen. Das Bild von der Ehe zwischen Gott und Israel wird in einer zuvor nicht auszudenkenden Weise Wirklichkeit: Aus dem Gegenüber zu Gott wird durch die Gemeinschaft mit der Hingabe Jesu Gemeinschaft mit seinem Leib und Blut, wird Vereinigung: Die Mystik des Sakraments, die auf dem Abstieg Gottes zu uns beruht, reicht weiter und führt höher, als jede mystische Aufstiegsbegegnung des Menschen reichen könnte

Die Vereinigung mit Christus ist zugleich eine Vereinigung mit allen anderen, denen er sich schenkt. Ich kann Christus nicht allein für mich haben, ich kann ihm zugehören nur in der Gemeinschaft mit allen, die die Seinigen geworden sind oder werden sollen. Die Kommunion zieht mich aus mir heraus zu ihm hin und damit zugleich in die Einheit mit allen Christen. Wir werden ,,ein Leib’’, eine ineinander verschmolzene Existenz. Gottesliebe und Nächstenliebe sind nun wirklich vereint


Pflege dein Herz

Wer ehrlich ist, lebt sicher und gelassen; wer aber krumme Wege geht, wird irgendwann ertappt. Spr 10:9

Ehrlich leben und nicht krumme Wege gehen. Dazu ist vor allem die Pflege des eigenen Herzens notwendig. Halte dein Herz weit und dränge es nicht zu sehr. Tue dein Herz nicht zu schnell beschuldigen, das macht dich kleinmütig. Tue dein Herz nicht zu schnell entschuldigen, das macht dich stolz. Mache dein armes Herz froh. Tröste dein Herz in seinem Kummer, stärke dein Herz in seinen Anstrengungen, ermuntern dein Herz in seiner Unlust, tröste dein Herz in seinen Ängsten, damit es nicht bedrückt wird und neuen Mut faßt, Gott zu dienen. Mache dein Herz froh, wie du es eben kannst. Pflege es, damit es große Fortschritte mache. Bedenke, dass dein Herz der Bräutigam erwählt hat, um darin sein Ruhelager aufzuschlagen. So und nur so werden wir ehrlich leben und keine krummen Wege gehen.

Fürchten wir nichts, sofern wir fest entschlossen sind, Gott in unserem Herzen herrschen soll. Warum sollten wir uns Sorgen machen?


Liebe ist sanftmütig

Hass führt zu Streit, aber Liebe sieht über Fehler hinweg . Spr 10:12

Wenn es um das Korrigieren unserer Mitmenschen geht, sind wir immer sehr schnell und sehr genau. Viel Zank und Streit gäbe es nicht, wenn wir die Tugend der Sanftmut folgen würden und nicht jedes Fehlverhalten zu genau benennen und über vieles einfach hinweg sehen würden. Und selbst wenn wir ein Fehlverhalten benennen müssen, so soll unsere Zurechtweisung immer mit dem Herzen und mit milden Worten geschehen. Achte beim Tadeln von Fehlern darauf, dass du den schwachen Menschen entschuldigst und seinen Fehler verkleinerst.


Bewusstes Sprechen und Hören

Wo viele Worte sind, da geht es ohne Sünde nicht ab. Wer aber seine Lippen im Zaum hält, der ist klug. Spr 10:19

Wie viel wird geredet! Wichtiges und Unwichtiges, Oberflächliches und Tiefgründiges! Und häufig übereinander statt miteinander! Wie schnell ist ein falsches Wort gesagt! Es geht nun nicht darum, nonstop zu schweigen, sondern vielmehr darum, bewusst und achtsam, mit Kopf und mit Herz unsere Worte zu wählen. Es geht um ein gesegnetes Reden, ein gutes Wort richtigen Zeit , eine Ermutigung, ein spontanes Lob, ein ehrliches Nachfragen, ein echtes Anteilnehmen u.v.m. Das wiederum setzt aufmerksames, achtsames Hören voraus, auf das jeweilige Gegenüber und auf Gott.

Wer Gott gehorcht, dessen Worte sind wohltuend und hilfreich; aber was der Gottlose von sich gibt, ist trügerisch und falsch. Spr 10:32