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Sprüche Kap. 15-16

Impulse, Auslegungen, Kommentare und Bibelzitate zum Buch der Sprüche Kap. 15-16


Mildes Reden

Eine milde Antwort stillt den Zorn. Spr 15:1

Das Leben mutet uns derweilen einiges zu. Häufig hat das auch mit dem Verhalten anderer Menschen gegen uns zu tun. Verbitterung und Groll können die Folge sein. In unserer Verantwortung und unserem Glauben aber liegt es, ob wir darin auch Lern-Lektionen für uns entdecken können, z.B. indem wir darin unsere Unvollkommenheiten und Schwächen erkennen und annehmen lernen (z.B. dass ich mal wieder gereizt bin aufgrund des Verhaltens einer Person). Erkenne und nehme ich diese meine Schwächen an und darin auch mein Menschsein, stehen die Chancen gut, dass ich auch die Schwächen des anderen erkenne und annehme. Wer hart über andere urteilt, der hat seine Fehler und Schwächen nicht wirklich überwunden.

Ein verletzendes Wort aber reizt zum Zorn. Spr 15:1


Die Kraft des Lächelns

Einen fröhlichen Menschen erkennt man an seinem strahlenden Gesicht, aber einem verbitterten fehlt jede Lebensfreude. Spr 15,13

Jeder kann lächeln. Auch du! Es ist eines der schönsten Geschenke, das Gott dir gemacht hat. Ein Lächeln sorgt dafür, dass es Menschen gut geht. Ich hätte nie gedacht, dass Lächeln so eine ernste Sache ist, aber Gott hat mir gezeigt, welche verändernde Kraft ein einfaches Lächeln hat. Freude durch ein ruhiges, vergnügtes Lächeln auszudrücken bringt Gutes in dein Leben und wir teilen so die Freude und das Licht des Herrn mit anderen. Also: Bitte lächeln!

Ein zorniger Mann erregt Streit, aber ein Langmütiger stillt den Zank. Sprüche 15:18


Ein Wort zur rechten Zeit

Es freut einen Mann, wenn sein Mund eine richtige Antwort geben kann, und wie gut ist ein Wort, das zur rechten Zeit gesprochen wird! Sprüche 15:23

Eine passende Antwort oder ein rechtzeitiges Wort zu geben, erfordert eine Hörhaltung. Wo kann ich lernen, echtes Interesse zu zeigen und dann mit meinen Worten aufzubauen? Wichtig ist dabei, dass wir in der Liebe und Aufrichtigkeit wohnen. Darum heißt es kurz darauf:

Böse Pläne sind dem Herrn verhasst, aber aufrichtige Worte erfreuen ihn. Spr 15:26


Ehrfurcht vor dem Herrn

Wer Ehrfurcht vor dem Herrn hat, erlangt Weisheit. Bevor man zu Ehren kommt, muss man Bescheidenheit lernen. Spr 15:33

Furcht Gottes heißt Gott ernst nehmen. Das ist mehr als Respekt vor einem höheren Wesen. Furcht ist nicht zu verwechseln mit Angst. Wer sich in seiner Geschöpflichkeit erlebt, erfährt Grenzen für sein Wollen und Tun, weiß um die Vergänglichkeit seines Lebens und Handelns. Er anerkennt die Größe und Allmacht des Schöpfers und spürt das tiefe Erschauern vor der heiligen Gegenwart  Gottes. Die ehrfürchtige Schau vor Gottes Heiligkeit und die kindlich vertrauende Liebe zum Vater im Himmel verbinden sich zu einer geistlichen, uns beglückenden Erfahrung. Gottes Geist treibt die Angst aus. Wer Gott fürchtet, braucht sich vor nichts und niemand zu erschrecken.


Vertraue der Vorsehung

Vertraue dem Herrn deine Pläne an. Sprüche 16:3

Es kommt wie es kommt: Wir machen uns viele Gedanken, planen, versuchen zu lenken. Das ist zu einem gewissen Grad gut, wir sollen ja nicht planlos leben. Trotzdem merken wir doch häufig, dass wir vieles im Endeffekt nicht in der Hand haben und es auf einmal ganz anders kommt, wie wir gedacht haben. Nachfolge geht nicht ohne Loslassen: Ballast muss abgeworfen werden. Nur so können wir durch die Tür Jesus. Zu viel Gepäck und wir passen nicht durch. Das Gepäck ablegen können wir, wenn wir uns überlassen:

Überlasse alles vertrauensvoll der göttlichen Vorsehung und bleibe in seinem göttlichen Frieden. Franz von Sales


Der Mensch denkt – Gott lenkt

Das Herz des Menschen denkt sich seinen Weg aus, aber der Herr lenkt seine Schritte. Sprüche 16:9

Unser Leben ist keine einfache gerade Linie, die unser Wille zieht, sondern das Leben ist etwas, das aus zwei verschiedenen Kräften besteht: des Menschen Gedanken und Gottes Wege. In Wahrheit gibt es des Menschen Weg allerdings nicht, er ist nur ein Weg in der Illusion. Da ist nur ein wirklicher Weg, den wir unvermeidlich zu gehen haben und das ist Gottes Weg. Der Mensch möchte oft das Ganze seines Lebens auf einmal voraussehen, aber Gottes Weg geht nur Schritt für Schritt. Gott möchte, daß der Mensch Schritt für Schritt geht, nicht von seinen eigenen Ideen über das Leben geleitet, sondern von Gottes Wort, welches bei jedem Schritt zu ihm kommt, wann immer er danach fragt. Es gibt kein Wort von Gott für das Ganze unseres Lebens. Gottes Wort ist neu und frei und es kann nur auf den Augenblick bezogen werden, in welchem wir es hören. Bonhoeffer


Hochmut und Demut

Hochmut kommt vor dem Fall. Sprüche 16:18

Strengen dich nicht an, den Hochmut zu zerstören, versuche vielmehr, die Demut durch positive Übung zu sichern. Bedenke: Das Wort ist Fleisch geworden. Und so rührt es uns an, rühren wir es an. Der Demut der Menschwerdung Gottes muß die Demut unseres Glaubens antworten, der den geistigen Hochmut des Besserwissens ablegt und sich in die Gemeinschaft des Leibes Christi hineinbeugt, auf sein Wort achtet und ihm vertraut.

Wer auf das Wort achtet, wird Gutes erlangen, und wohl dem, der auf den Herrn vertraut! Sprüche 16:20


Gegen Klatsch und Tratsch

Ein hinterlistiger Mensch sät Zank und Streit und ein Lästermaul bringt Freunde auseinander. Sprüche 16:28

Menschen, die dir Klatsch erzählen, klatschen auch über dich! Sei dir dessen bewusst! Wenn du in ein solches Klatschgespräch verwickelt wirst, ziehe dich entweder sofort irgendwie raus oder konfrontiere den anderen mit einer positiven Sicht, indem du z.B. für Verständnis wirbst für denjenigen, über den der andere da “tratschen” will. Andererseits ertappe ich mich manchmal auch, dass in mir eine Lust aufsteigt, mich an dem Tratsch zu beteiligen, durch das negative Tratschen über andere steigt in mir mein Selbstwertgefühl, wie toll ich doch bin und es schafft Beziehung mit demjenigen, mit dem ich tratsche. Glücklicherweise merke ich diese Lust mittlerweile recht schnell und kann meist auch früh genüg innerlich Stop sagen. Oft entstehen durch Tratsch und Klatsch Probleme an Stellen, an denen keine existieren – das erlebe ich so häufig! Darum: versuchen wir uns jeglichem Tratsch und Klatsch so weit wie möglich zu entziehen – unsere geschenkten Lebensjahre sind dafür einfach zu kostbar!

Freundliche Worte sind wie Honigseim , süß für die Seele und heilsam für das Gebein. Sprüche 16:24