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Sprüche Kap. 17-18

Impulse, Auslegungen, Kommentare und Bibelzitate zum Buch der Sprüche Kap. 17-18


Prüfung der Herzen

Der Herr aber prüft die Herzen. Spr 17:3

Es ist der Vater, der uns das Leben gegeben hat und uns so sehr liebt. Wenn wir Gott nicht mehr auf Abstand halten und in seiner Gegenwart leben, werden wir zulassen können, dass er unsere Herzen prüft, um zu erkennen, ob sie auf dem rechten Weg sind. So werden wir den liebenden und vollkommenen Willen Gottes erkennen und zulassen, dass er uns wie ein Töpfer formt. Wir haben oft gesagt, dass Gott in uns wohnt, aber es ist besser zu sagen, dass wir in ihm wohnen, dass er uns erlaubt, in seinem Licht und seiner Liebe zu leben. Franziskus

Nur mit Gottes Hilfe können wir unser Herz erkennen und wissen, wie es wirklich um uns steht. Es gibt nur einen Prüfer der Herzen und das ist der Herr.


Verfehlung zudecken

Wer Liebe sucht, deckt die Verfehlung zu, wer aber eine Sache weitererzählt, trennt vertraute Freunde. Spr 17:9

Wer Liebe sucht, hängt es nicht an die große Glocke, wenn sich der Nächste verfehlt. Er macht nicht in schadenfroher Weise viel Aufhebens davon. Stattdessen sucht er durch beschwichtigendes zurechtbringendes, versöhnendes Eingreifen das Übel zu mildern, statt es ärger zu machen. Dem steht der andere gegenüber, der immer wieder Vergehungen und Schwachheiten ausgräbt, statt sie zu bedecken, sie immer wieder hervorholt, statt sie zu verschweigen, der das Feuer anheizt, statt es auszutreten. Dies kann sich erweisen im Umgang mit der Sünde der Mitmenschen, aber auch im Umgang mit der eigenen Lebensschuld, die man beständig neu hervorholt, obgleich sie längst vergeben ist.

Einen Streit anfangen ist, als ob man Wasser entfesselt. Darum lass ab vom Zank, ehe er heftig wird! Sprüche 17:14


Freundschaft

Auf einen Freund kannst du dich immer verlassen. wenn es dir schlecht geht, ist er für dich wie ein Bruder. Spr 17:17

Bei Facebook ist es ja mittlerweile schon üblich, mit 100 oder mehr Leuten befreundet zu sein. Ich denke, bei dem Freund, auf den uns der Bibelvers aus dem Buch der Sprichwörter hinweist, kommt es nicht auf die Quantität an. Da reichen 10, 5, 2-3 oder vielleicht auch nur ein Freund, von dem man das sagen kann. Neben unerlässlichen direkten Auge-in-Auge-Treffen bieten ja die heutigen sozialen Kommunikationsmittel darüber hinaus die Möglichkeit den Kontakt aufrecht zu erhalten.


Psychosomatik

Ein fröhliches Herz macht den Körper gesund, aber ein trauriges Gemüt macht kraftlos und krank. Spr 17:22

Freude stärkt deine Gesundheit, das ist wissenschaftlich bewiesen worden. Die Freude stärkt deine psychische und physische Widerstandskraft. Wenn du in der Freude lebst, unterstützt du somit deine Gesundheit. Ein wichtiger Aspekt ist dabei, wenn du Freude teilst. Die geteilte Freude, die dich mit anderen Menschen verbindet und zur doppelten Freude wird. Ganz konkret bedeutet es auch eine gesunde Selbstsorge: sich ausruhen, wenn wir müde sind, grundlegende Bedürfnisse wie Schlaf, Nahrung und Bewegung nicht vernachlässigen u.v.m. Wenn wir keine echte Liebe und Güte zu uns selbst verspüren, wie sollen wir sie dann auf unsere Nächsten ausdehnen? Wenn wir das nicht beachten, wird ein Leben in der vollkommenen Freude nicht möglich sein. Bitte, bitte, bitte: Gott nimmt dich an. So nehme dich auch selbst an.


Wenig reden

Ein weiser Mensch ist sparsam mit seinen Worten, denn wer sich selbst beherrschen kann, ist vernünftig. Sprüche 17:27

Die Weisen des Altertums empfehlen, wenig zu reden. Das heißt nicht, man soll nur wenige Worte sagen, sondern unnütze vermeiden. Beim Reden zählt man nicht die Worte, sondern wägt den lnhalt. Vor zwei Übertreibungen soll man sich in acht nehmen. Erstens: den verschlossenen Strengen zu spielen, so daß man in Gesellschaft nicht an der Unterhaltung teilnehmen will. Das sieht nach Mißtrauen oder Verachtung aus.  Zweitens: unaufhörlich zu schwätzen und zu plaudern, so daß die anderen überhaupt nicht zu Worte kommen; dann wird man zu Recht für seicht und oberflächlich gehalten.


Zuhören

Wer antwortet, bevor er zugehört hat, zeigt seine Dummheit und macht sich lächerlich. Spr 18:13

Zuerst kommt das besonnene Zuhören und dann das eigene Reden. Nur wer bereit ist zu hören, besitzt die Freiheit, seine eigene partielle und unzulängliche Betrachtungsweise, seine Gewohnheiten und seine Denkschemata aufzugeben. So ist man wirklich bereit, den Ruf zu hören, der die eigenen Sicherheiten aufbricht und zu einem besseren Leben führt, weil es nicht genügt, dass alles soweit gut geht und ruhig ist. Für gutes Zuhören braucht es Demut: Interessiert es dich, was ein anderer zu sagen hat und willst du seine Sicht der Dinge verstehen?

Vor der Ehre kommt die Demut. Spr 18:12


Sich schenken

Ein Geschenk öffnet viele Türen. Spr 18:16

Durch Geschenke wird Liebe sichtbar, der Klassiker: ein Blumenstrauß. Wenn ich jemanden beschenke, dann beschäftige ich mich gedanklich mit ihm. Und das Geschenk ist ein Symbol für dieses Gedenken. Es spielt keine Rolle, ob es Geld gekostet hat. Entscheidend ist, dass da jemand an mich gedacht hat. Aber nicht der flüchtige Gedanke selbst zählt, sondern die Tatsache, dass er konkret wird durch die Handlung des Aussuchens und Übergebens. So wird die Liebe sichtbar. Und so öffnet das Geschenk die Tür zum Herzen des anderen. Schenken kann ich nicht nur materielles, sondern auch Zeit, meine Hilfe und letztlich mich selbst auf der Basis dass ich selbst der unendlich beschenkte bin durch Gott.


Achte auf deine Sprache

Du musst mit den Folgen deiner Worte leben, seien sie nun gut oder böse. […] Darum ist jeder für die Folgen seiner Worte verantwortlich. Sprüche 18,20-21

Unser Reden hat gewaltige Auswirkungen. Unser Wohl und Wehe ist in der Gewalt der Zunge. Wer klug und einfühlsam redet, der wird gesegnet sein. Ich bin nun Lehrer, arbeite in einem großen Team, dann natürlich die Schüler, nicht zu vergessen die Eltern: da wird viel, viel geredet. Und obwohl ich mir wirklich Mühe gebe, vergreife ich mich hin und wieder im Ton, finde nicht die richtigen Worte. Mich für diese unschönen oder unnutzen Worte verantwortlich zu fühlen, bedeutet meinen Ausrutscher zu erkennen, ihn zu akzeptieren und dann, wenn möglich, es mit der anderen Person versuchen zu bereinigen.

Tod und Leben steht in der Gewalt der Zunge. Spr 18:21