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Sprüche Kap. 19-20

Impulse, Auslegungen, Kommentare und Bibelzitate zum Buch der Sprüche Kap. 19-20


Warnung vor der Schnelleritis

Wer zu schnell läuft, geht leicht fehl. Spr 19:2

Stille kommt von stillen, beruhigen, zur Ruhe bringen. Wie häufig geraten wir aber in die Schnelleritis. Ich geh mal schnell. Ich mache mal schnell. Das sind häufige Sätze. Warum schnell? Warum nicht rechtzeitig, in aller Ruhe und langsam, den inneren Raum der Stille hütend? Gerade wenn du viel mit anderen Menschen zu tun hast, wenn viele etwas von dir wollen, wenn Du Dich in intensiven Gesprächen auf sie einläßt, brauchst du diesen inneren Raum der Stille, der dich davor beschützt, dass dich die Probleme der andern bestimmen und überfordern, daß dich der Schmutz, den du im Gespräch oft mitbekommst, innerlich selber beschmutzt.


Eile mit Weile

Wer eilt läuft Gefahr anzustoßen. Spr 19,2

Die Arbeit ist ein wichtiger Aspekt unseres Lebens. Versuche sie stets ohne Unruhe und Hast zu tun, denn das hindert uns, eine Sache gut zu machen. Flüsse, die in der Ebene ruhig dahinfließen, tragen große Schiffe mit reicher Fracht. Ein Regen, der sanft auf das Feld niederrieselt, macht es fruchtbar. Reißende Ströme dagegen überschwemmen das Land und sind für den Schiffsverkehr ungeeignet, wie auch Platzregen und Wolkenbrüche Wiesen und Felder verwüsten. Nie ward gut getan, was mit Hast und Ungestüm verrichtet wurde. Wir arbeiten rasch genug, wenn wir gut arbeiten.

Eine Expedition war durch einen Dschungel unterwegs. Der Leiter der Gruppe wollte in einer bestimmten Zeit die Strecke bewältigen. Nach einigen Tagen des ständigen Marschierens streikten die Träger. Sie luden ihre Lasten ab und setzten sich nieder. Als sie aufgefordert wurden weiterzugehen, meinten sie: Wir bleiben hier, bis unsere Seelen nachgekommen sind.


Langsam zum Zorn

Einsicht macht einen Menschen langsam zum Zorn , und es ist ihm eine Ehre, Vergehungen zu übersehen. Spr 19:11

Der Kluge hat sich selbst im Griff. Einsicht macht langmütig. Der Weise wird nicht von seinen Emotionen beherrscht, steht nicht in der Gefahr, unkontrolliert zurückzuschlagen und weiß um seine eigenen Fehler. Geduld schafft Raum fürs Ertragen. Wer nicht gleich zornig in die Luft geht, der kann nachdenken und Sünde vergeben. Es ist ein zutiefst guter Charakterzug, wenn man auf Angriffe zurückhal-tend und deeskalierend reagieren kann


Der Mensch denkt, Gott lenkt

Der Mensch macht viele Pläne, aber es geschieht, was der Herr will. Spr 19:21

Es kommt wie es kommt: Wir machen uns viele Gedanken, planen, versuchen zu lenken. Das ist zu einem gewissen Grad gut, wir sollen ja nicht planlos leben. Trotzdem merken wir doch häufig, dass wir vieles im Endeffekt nicht in der Hand haben und es auf einmal ganz anders kommt, wie wir gedacht haben. Nachfolge nun geht also nicht ohne Loslassen unserer eigenen Pläne. Ballast muss abgeworfen werden. Nur so können wir durch die Tür Jesus. Zu viel Gepäck, Pläne und eigene Gedanken und wir passen nicht durch. Das Gepäck ablegen können wir, wenn wir uns ganz und gar Gott überlassen.

Überlasse alles vertrauensvoll der göttlichen Vorsehung und bleibe in seinem göttlichen Frieden. Franz von Sales


Abzulassen vom Streit

Abzulassen vom Streit ist für den Mann eine Ehre, jeder Narr aber stürzt sich hinein. Spr 20:3

Frieden zu bringen ist wichtiger, als unbedingt und immer Recht zu bekommen. Es ist der Demütige und der Geduldige, der mit Selbsterkenntnis, Selbstbeherrschung und einem guten Gespür für die Gefahr von Unfrieden alles daran setzt, einen Streit so schnell wie möglich zu beenden. So ein Mensch verdient Ehre und Anerkennung!

Wer kann sagen: Ich habe mein Herz geläutert, ich bin rein geworden von meiner Sünde? Sprüche 20:9

Niemand kann sein Herz reinigen und niemand kann rein werden von seinen Sünden. Wenn Gott uns nicht ein neues Herz schenkt und uns von unseren Sünden reinigt, dann sind wir rettungslos verloren. Alles was wir tun können und tun müssen ist Buße.


Wiegen mit zweierlei Gewicht

Der Herr verabscheut das Messen mit zweierlei Maß und hasst das Wiegen mit zweierlei Gewicht. Spr 20:10

Den Nächsten klagen wir wegen des kleinsten Vergehens an, uns selbst aber entschuldigen wir auch bei schweren Verfehlungen. Für die anderen soll die strenge Gerechtigkeit gelten, für uns aber Barmherzigkeit und Nachsicht. Unsere Worte soll man stets gut aufnehmen, wir dagegen sind empfindlich gegen das kleinste Wort der anderen und regen uns darüber auf. Können wir jemanden nicht leiden, dann kann er uns nichts recht machen und wir finden alles schlecht, was er tut und nörgeln immer an ihm herum. Haben wir aber Gefallen an einem, dann mag er tun was immer, wir wissen es stets zu entschuldigen. Wir klagen gleich über den Nächsten, wollen aber nicht, daß man sich über uns beklage. Was wir für andere tun, scheint uns immer zu viel, was andere für uns tun, zählt in unseren Augen nicht. Wir haben ein mildes, nachsichtiges und höfliches Herz für uns, gegen die anderen aber ein hartes, strenges und unerbittliches. Sei also gleichmäßig gerecht in all deinem Tun. Versetze dich immer in die Lage deines Mitmenschen und ihn an deine Stelle, dann wirst du richtig urteilen. Prüfe darum oft dein Herz, ob es gegen den Nächsten so gesinnt ist, wie du es von ihm erwartest, wenn du an seiner Stelle wärest, dann handelst du richtig. Franz von Sales