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Sprüche Kap. 21-23

Impulse, Auslegungen, Kommentare und Bibelzitate zum Buch der Sprüche Kap. 21-23


Ausrichtung am Willen des Herrn

Jeder Weg eines Menschen ist recht in seinen Augen, aber der Herr prüft die Herzen. Spr 21:2

Dies ermutigt zur ehrlichen Selbstprüfung. Der einzelne Lebensweg ist in den Augen dessen, der ihn geht, gerade, d.h. in Ordnung. Aber diese Einschätzung ist gefährlich, weil sie leicht nur in seinen Augen richtig sein kann. Unser Urteil über uns selbst ist nicht das entscheidende Urteil. Entscheidend ist der Einklang mit Jesus. So schreibt Paulus: Der mich aber beurteilt, ist der Herr. (1Kor4,3). Der Herr nun beurteilt nach der Liebe. Diese will er im Sinne eines guten Lebenswandels.

Recht und Gerechtigkeit üben ist dem Herrn lieber als Opfer. Spr 21:3


Das Schreien des Armen hören

Wer sein Ohr verstopft vor dem Schreien des Armen, der wird auch keine Antwort erhalten, wenn er ruft. Spr 21:13

Annehmen des anderen, der leidet, bedeutet, dass ich mir sein Leid selbst zueigne, dass es auch mein Leiden wird. Eben dadurch aber, dass es nun geteiltes Leid geworden ist, dass ein anderer in ihm da ist, dringt das Licht der Liebe in dieses Leiden ein. Das lateinische Wort con-solatio, Tröstung, drückt dies sehr schön aus, indem es die Vorstellung eines Mitseins in der Einsamkeit weckt, die dann keine Einsamkeit mehr ist. Das ist Solidarität, die bereit ist, wirklich zu helfen, den Rücken zu stärken.


Liebe und Gerechtigkeit üben

Wer Liebe und Gerechtigkeit übt, der findet das Leben. Spr 21:21

Die Seligpreisung spricht vom Hungern und Dürsten nach Gerechtigkeit. Jesus ist es wichtig, uns zu verdeutlichen, dass wir nicht nur irgendwelche Sehnsüchte in uns tragen sollen. Jesus will, dass wir solche Sehnsüchte wieder mehr in unser Bewusstsein rücken, die auch unsere Mitmenschen berücksichtigen. So wie ein guter Baum wie von alleine gute Frucht bringt, so sollen auch wir sein. In großer Selbstverständlichkeit sollen wir Gutes aus uns hervorbringen. Wahres und tiefes Glück entsteht nur bei den Menschen, die auch ihre Mitmenschen mit in den Blick nehmen, denn dadurch erfüllen sie den Willen des Vaters und das ist wahrhaftig ein großes Glück. Wenn Jesus sagt, dass es seine Speise ist, den Willen des Vaters zu tun, dann machen wir uns dies in der Nachfolge Jesus auch zu eigen, so werden wir gesättigt werden.


Überlege deine Worte

Überlege deine Worte, und dir bleibt viel Ärger erspart! Sprüche 21:23

Sprache ist nicht nur Ausdruck der Gedanken. Wenn wir bewusst auf eine positive Sprache achten, so hat dies die Macht, auch unsere Gedanken zu ändern. So lerne an einer Situation oder einer anderen Person das Positive zu entdecken und dies auch zu äußern. Mich hat das langfristig in meinem Sein verändert. Dies gilt nicht nur im Sprechen mit dem Gegenüber, sondern vielmehr noch für unsere inneren Monologe. Eine positive Sprache unterstützt eine opptimistische Grundhaltung. Viel Streit und Spaltungen rühren daher, dass wir zu schnell etwas sagen, unüberlegt. Also gerade bei emotional aufgeheizten Situationen inne halten, innerlich einen Schritt zurück treten und darüber nachdenken, welche Worte zu wählen sind. Selbstkontrolle ist gefragt.

Jesus, schenke uns Besonnenheit, um in aufgeheizten Situationen die richtigen Worte zu finden.


Geben

Der Gerechte gibt und hält nicht zurück. Spr 21:26

Es geht beim Geben nicht nur um unser Geld, sondern genauso um unsere Zeit, unsere Kraft und im tiefsten Kern um das Geben unser selbst. Die Großzügigkeit in diesem Geben beschreibt ein nicht kalkuliertes Verhalten, das auf keine adäquate Gegenleistung spekuliert. Es bedeutet ein echtes Interesse am Anderen. Die Art, wie man gibt, bedeutet mehr, als was man gibt. Durch zähneknirschendes Geben können wir Gott weder beeindrucken noch erfreuen. Es geht um die richtige Herzenseinstellung. “Wer mit Freuden gibt, gibt am meisten.” (Mutter Theresa) Geben ist eine Sache des Herzens. Ich achte darauf nicht aus Pflichtgefühl zu geben, um ja ein guter Christ zu sein, sondern zu geben mit einem geöffneten Herzen. Dafür wird er von Gott gesegnet werden.

Wer freigebig ist, der wird gesegnet, denn er gibt dem Armen von seinem Brot. Spr 22:9


Gegen die Gier

Setze ein Messer an deine Kehle, wenn du gierig bist! Spr 23:2

Schaust du manchmal gierig auf andere? Wenn nicht, dann freue ich mich mit dir. Ich gehöre nicht dazu. Bei mir sind es gar nicht materielle Dinge, bei denen ich in diese Versuchung tappe, sondern meist betrifft es die Charaktereigenschaften des andern: wau kann der reden, mann ist der witzig … so wäre ich gerne auch. Ertappe ich mich dabei, kann ich das mit Gottes Kraft schnell wieder gerade rücken. Denn diese neidischen Vergleiche sind nicht gut. Ich will mehr und werde im Anhaften an dieses Begehren unfrei. Gott möchte keine Kopien, er möchte das Original: dich!

Der Vers macht als Bild auf dramatische Weise deutlich, wie wichtig es ist, sich selbst zu beherrschen.


Gib mir dein Herz

Gib mir, mein Sohn, dein Herz, und lass deinen Augen meine Wege wohlgefallen! Sprüche 23:26

Wie kann das geschehen, daß ich Gott mein Herz schenke, das voll von Sünden und Unvollkommenheiten ist? Wie könnte es ihm so wohlgefällig sein? Armer Mensch, worüber regst du dich auf? Warum weigerst du dich, es ihm so zu schenken, wie es ist? Begreifst du nicht, daß er nicht sagt: Gib mir ein Herz wie das der Engel, sondern: schenk mir dein Herz? Es ist dein eigenes Herz, das er verlangt. Schenk es ihm so, wie es ist. Denn ach, wissen wir denn nicht, daß alles zum Guten gewendet wird, was in seine heiligen Hände gelegt wird? Ist dein Herz auch aus Erde, Schlamm oder Schmutz, fürchte dennoch nicht, es in die Hände Gottes zu legen. Schenk es ihm so, wie es ist, denn das ist es, was die göttliche Güte verlangt. Er will nichts als was wir sind und was wir haben.