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Sprüche Kap. 24-26

Impulse, Auslegungen, Kommentare und Bibelzitate zum Buch der Sprüche Kap. 24-26


Fallen und aufstehen

Der Gerechte fällt siebenmal und steht wieder auf. Spr 24:16

Wie du manchmal niederfällst, so erhebst du dich auch wieder. Beunruhige dich also deswegen nicht, sondern sage demütig und aufrichtig, was dir aufgefallen ist. Was deiner Aufmerksamkeit entgangen ist, das stelle der milden Barmherzigkeit anheim. Du wirst so schnell und sachte erhebt, daß du es gar nicht gewahr wirst, weil die Hand Gottes dich aufgefangen hat in deinem Fall.


Kuss auf die Lippen

Eine rechte Antwort ist wie ein Kuss auf die Lippen. Sprüche 24:26

Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit sind wunderbare Tugenden. Ein Mensch, der die Wahrheit sagt und nicht betrügt, der ist wie einer, der dem Nächsten auf die Lippen küsst. Der Kuss ist ein Ausdruck von Liebe und im Alten Orient auch von Wertschätzung. Es spielt dabei erst einmal keine Rolle, um welche Art von Wort und Antwort es sich handelt. Es kann sich um ein Lob, Dank, einen Tadel oder einen tröstlichen Zuspruch handeln. Immer ist entscheidend, dass das Wort selbst seine größte Wirkung nur zu seiner Zeit erzielt. Redet man zu früh oder zu spät, kann die Wirkung eines Wortes verpuffen oder als völlig unangemessen wahrgenommen werden. Der kluge Redner überlegt also nicht nur genau, was er sagt, sondern auch wann er etwas sagt.

Wie goldene Äpfel in silbernen Schalen, so ist ein Wort, gesprochen zur rechten Zeit. Spr 25:11


Feindesliebe

Hat dein Feind Hunger, so speise ihn mit Brot. Hat er Durst, so gib ihm Wasser zu trinken! Spr 25:21

Es kann und wird irgendwann Menschen geben, die dich hassen, abblitzen lassen, ignorieren, nicht ausstehen können oder auf anderer Weise zum Ausdruck bringen, dass sie uns nicht mögen. Wie gehe ich mit solchen Menschen um, die mir deutlich gemacht haben, dass ich nicht ihr Freund bin? Ich helfe ihnen. Warum sollte ich das tun? Unsere guten Werke werden bei unserem Nächsten etwas Gutes bewirken. Unsere guten Werke können ein hartes Herz zum Schmelzen bringen. Gibt es Menschen, die du so sehr nicht magst, dass du ihnen niemals helfen würdest? Betest du regelmäßig für deine Feinde?


Ziele setzen und Grenzen einhalten

Zu viel Honig essen ist nicht gut, zu viel Ehre bekommt einem nicht . Spr 25:27

Grenzen einzuhalten heißt zu verzichten. So ein Verzicht ist schwer. Das schafft man nur, wenn man sich ein Stück weit selbst unter Kontrolle hat. Selbstbeherrschung lässt sich trainieren. Wie Muskeln durch Training stärker werden, so kann auch die Willenskraft durch regelmäßige Disziplinübungen gesteigert werden. Aber vorsichtig. Nicht übertreiben. Der Wille erschlafft, wenn er lange gefordert ist und bricht dann ein. “Zu viel” ist auch hier nicht gut. Setze dir kleine Ziele. Diese aber setze dann um. Das bringt deiner Seele mehr, als die großen Vorsätze, die morgen schon Vergangenheit sind. Gott führe uns freundlich durch diese Zeiten, aber vor allem führe er uns zu sich.


Selbstbeherrschung

Wie eine Stadt mit zerstörter Mauer ist ein Mann, der seinen Geist nicht beherrscht. Spr 25:28

Selbstbeherrschung ist eine Frucht des Geistes (Galater 5,22.23). Wer sich nicht im Griff hat, der ist den Angriffen des Teufels im Leben so schutzlos ausgesetzt, wie eine antike Stadt, deren Stadtmauer niedergerissen wurde und den Angriffen einer Belagerungsarmee schutzlos ausgeliefert war. Besonnenheit und Ausgeglichenheit sind wichtige Voraussetzungen dafür, dass wir mit Begierden, die in uns entstehen oder mit Provokationen von außen angemessen verfahren. Wer unbeherrscht immer gleich in die Luft geht, wer jeder Ablenkung folgt oder jedem Verlangen nachgibt, der darf sich nicht wundern, wenn er für die Sünde ein leichtes Opfer ist.


Gegen die Streitsucht

Ohne Holz geht ein Feuer aus, und ohne ein Lästermaul legt sich der Streit.  Ein streitsüchtiger Mensch lässt den Zank aufflammen wie Kohle die Glut und Holz das Feuer. Spr 26:20

Kritik an der richtigen Stelle mit den richtigen Worten und stets mit Sanftmut formuliert ist richtig und wichtig. Häufig jedoch schießen wir über das Ziel hinaus, machen manchmal auch aus einer Mücke einen Elefanten. Es hilft häufig einen Schritt zurück zu tretten, die Emotionen abflachen zu lassen und häufig sind dann die kritikwürdigen Probleme doch nicht so dramatisch, wie sie es am Anfang erschienen. Kritik – falsch formuliert – verletzt den anderen und dieser schaltet dann sofort auf den Verteidigungsmodus um. Zwei Menschen streiten sich. Der eine wirft dem anderen eine ärgerliche Bemerkung an den Kopf, und der andere reagiert gleich mit einer scharfen Erwiderung. Keiner von beiden will jetzt mehr aufhören, weil sein Schweigen als Schwäche oder Niederlage gedeutet werden könnte. Gut formulierte Kritik ja – aber es unterliegt weder unser Verantwortung, noch ist es unser Recht, andere mit unseren Urteilen, seien sie zutreffend oder nicht, zu bombadieren. Das Leben ist viel zu kurz, um es mit Selbstverteidigung, Streiten und heftigen Wortwechseln zu vergeuden.

Zur Glut braucht es Kohlen und zum Feuer Holz, und um Streit anzufangen, einen zänkischen Mann. Sprüche 26:21