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Sprüche Kap. 27-28

Impulse, Auslegungen, Kommentare und Bibelzitate zum Buch der Sprüche Kap. 27-28


Zurechtweisende Liebe

Liebe, die offen zurechtweist, ist besser als Liebe, die sich ängstlich zurückhält. Spr 27:5

Korrektur und Liebe gehören ganz eng zueinander. Es geht nicht darum jemanden überkritisch fertig zu machen. Hinter dem Tadel steckt Fürsorge, Interesse und Verantwortungsbewusstsein. Wer seine Liebe versteckt, indem er sich nicht traut, die Sünde eines Freundes offen anzusprechen, handelt schlechter als der, welcher Sünde beim Namen nennt, selbst dann, wenn seine Korrektur auf eine ungeschickte Weise vorgetragen wird.


Das richtige Maß

Eine übersättigte Seele tritt Honigseim mit Füßen, einer hungrigen Seele aber ist alles Bittere süß. Spr 27:7

Während der Satte das beste Essen verachtet, ist der Ausgehungerte bereit, alles zu essen. Beide begehen einen Fehler. Der Volle kann das Gute nicht wertschätzen und der Hungrige isst alles, auch das, was ihm nicht gut tut. Im Hinblick auf menschliche Bedürfnisse (Essen, Sport, Genussmittel, Sexualität, Feiern, Freundschaft, Unterhaltung…) sollten wir immer die Mitte zwischen übermäßigem Genuss und Mangelernährung anstreben. Zuviel des Guten macht uns blind für den Wert der guten Gaben Gottes. Genuss wird so zur Qual. Eine ausgehungerte Seele hingegen, die sich nach etwas Genuss verzehrt, wird schließlich auch solche Formen des Genusses akzeptieren, die ihr nicht gut tun. Es ist ebenso falsch, der eigenen Seele das Gute vorzuenthalten, wie es falsch ist, sie mit dem Guten zu überfluten. Der Genusssüchtige ist ebenso unweise wie der Asket.

Gibt es Momente im Leben, in denen du deine Seele mit Dingen „gesättigt“ hast, die nicht gut waren? Bist du eher der Genusssüchtige oder der Asket?


Veränderung durch Mitmenschen

Eisen wird mit Eisen geschärft, und ein Mensch bekommt seinen Schliff durch Umgang mit anderen. Spr 27:17

Solange wir hier leben, verändern wir uns. Wir sind ständig auf dem Weg. Wer stehen bleibt, steht in der Gefahr, innerlich zu sterben. Auf diesem Weg sind es vor allem unsere Mitmenschen, die in uns Bewegung anstoßen. Das sind sowohl Menschen, die uns sehr nahe stehen, von denen wir uns was sagen lassen, aber häufig noch viel mehr Menschen, an denen wir uns reiben. Danken wir Gott auch für die Menschen, die uns Schwierigkeiten bereiten. Wir wachsen durch diese Begegnungen. Überlasse dich ganz einfach dem Leben des Heiligen Geistes, welchen Menschen er dich auch immer begegnen lässt. Das ganze Leben besteht aus Gelegenheiten, Jesus zu begegnen und wir begegnen in jedem Menschen Christus!


Herzensspiegelung

Wie sich im Wasser das Angesicht spiegelt, so spiegelt sich das Herz des Menschen im Menschen. Sprüche 27:19

Wer ins Wasser blickt, der sieht sein Spiegelbild. Das Spiegelbild meines Gesichtes entspricht meinem Gesicht. Dasselbe gilt für mein Herz. Mein Innerstes – meine Gedanken, Wünsche, Ziele, Motivation usw. – wird in dem sichtbar, was ich tue. Wer ein gutes Herz hat, der bringt aus dem guten Herzen das Gute hervor und wer ein böses Herz hat, der produziert Böses, vor allem böse Worte. Unser Herz wird an unseren Taten und Worten erkannt. Niemand bilde sich ein, er sei im Grunde seines Herzens ein „netter Typ“, wenn er dieser Behauptung keine netten Worte und Taten folgen lässt. Was zeigt dein Leben, vor allem dein Reden, über dein Herz? Bist du ein guter Mensch oder hältst du dich nur dafür


Schuldbekenntnis

Wer seine Schuld verheimlicht, dem wird es nicht gelingen, wer sie aber bekennt und lässt, der wird Barmherzigkeit erlangen. Spr 28:13

Es geht um den Umgang mit eigener Sünde. Wer sie versteckt und so tut als hätte er nichts Falsches getan, der wird keine Barmherzigkeit finden. Weder bei Menschen noch bei Gott. Wer Gnade und Vergebung sucht, muss seine Übertretungen bekennen und lassen. Andernfalls wird sein Leben nicht gelingen, weil Gott Sünde straft und seine geistlichen Kinder züchtigt. Es ist Gott, der uns vergeben will, wenn wir zu unseren Fehlern stehen und uns darum bemühen, sie nicht mehr wieder zu tun. Wie schwer fällt es dir, Sünde vor Menschen oder vor Gott zuzugeben? Gibt es Sünde, die du immer wieder bekennst, aber es fehlen dir der Biss oder gute Ideen, sie zu lassen? Gibt es Sünden, die du versteckst?


Gottesfurcht

Wohl dem Menschen, der beständig in der Furcht Gottes bleibt. Wer aber sein Herz verhärtet, wird ins Unglück stürzen. Spr 28:14

Glücklich, wer stets in der Furcht lebt, wer sich mit der Erwägung seiner eigenen Fehler befaßt und die Augen nicht öffnet,.um die Fehler der anderen zu betrachten. Es gehört zum klugen Menschsein dazu, dass man sich vor Gott fürchtet. Der Herr will Ehrfurcht und Verehrung. Er will gehört werden. Er will uns in unser Leben hineinsprechen dürfen. Wer sein Herz verhärtet, es unempfindlich gegen Gottes Reden macht, der wird ins Unglück fallen. Unglaube, Rebellion und Trotz erben keinen Segen. Wer sich nicht ermahnen und korrigieren lässt, der ist schon verloren. Anders der gehorsame Gläubige. Er maximiert seine Lebensqualität und muss sich nicht vor Gottes Strafe fürchten. Wahres Glück und Gottesfurcht gehen immer Hand in Hand


Klare Worte

Wer einen anderen zurechtweist, wird zuletzt mehr Gunst finden als derjenige, der mit der Zunge schmeichelt. Spr 28:23

Wer ein falsches Verhalten nicht nur übersieht, sondern durch Schmeichelei bewusst überdeckt, wird keine Gunst finden. Bei niemandem! Schlussendlich auch nicht bei dem Betroffenen, der die Folgen seines Fehlverhaltens ausbaden muss. Wer bereit ist, Sünde anzusprechen, der macht sich nicht bei jedem beliebt, aber er wird Gunst finden, sei es bei Gott, der Gesellschaft oder am Ende vielleicht sogar bei dem Betroffenen. Korrektur ist wertvoller als Schmeichelei. Bist du bereit, das Fehlverhalten von Menschen anzusprechen? Hast du dich schon einmal dabei ertappt, bösen Menschen zu schmeicheln?


Geben statt nehmen

Wer nach Reichtum jagt, ist ein habgieriger Mann, und er weiß nicht, dass Mangel über ihn kommen wird. Spr 28:22

Der Habgierige verursacht Streit, wer aber auf den Herrn vertraut, wird reichlich gesättigt. Spr 28:25

Der Habgierige ist einer, der nicht genug bekommt. Er kennt keine Genügsamkeit, will immer mehr und er ist bereit, einen Streit vom Zaun zu brechen, um seine Wünsche zu verwirklichen. Es ist immer weise und letztendlich auch für einen selbst gut, wenn man sich um die Bedürfnisse der Armen kümmert. Gott ist auf der Seite derer, die sich der Schwachen annehmen. Wer seine Augen jedoch vor der Not anderer verschließt, wer ihr Schreien nicht hören will, der wird von Menschen und von Gott verflucht. Der Mildtätige hat Überfluss und der Knauserige die Verwünschung.

Wer dem Armen gibt, hat keinen Mangel. Spr 28:27