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Sprüche Kap. 29-31

Impulse, Auslegungen, Kommentare und Bibelzitate zum Buch der Sprüche Kap. 29-31


Den Zorn stillen

Die Weisen stillen den Zorn. Spr 29:8

Jeder von uns ist mal wütend. Das ist nur menschlich. Aufpassen müssen wir, wenn wir merken, dass dies des Öfteren passiert, denn dann dringt diese Emotion so tief in unsere Seele, dass sie das Wachsen der vollkommenen Freude behindern kann. Daher: Wenn du Wut fühlst, dann bedenke stets, welch Folgen es haben kann, wenn du sie ungehindert raus lässt. Sie ist zu nichts nützlich und schädigt unser Immunsystem. Ein gesunder Geist ist ein ruhiger Geist. Versuche daher stets die Wut in den Griff zu bekommen. Denke zum Beispiel daran, dass auch der Mensch, auf den du gerade wütend bist, nach Gottes Ebenbild geschaffen sind.

Bleibt bei all eurem Kummer froh und ergeben!  Schaut nach oben und lasst keinen  Zorn  aufkommen. Johannes XXIII


Wider die Menschenfurcht

Menschenfurcht bringt zu Fall. Wer sich aber auf den Herrn verlässt, wird beschützt. Spr 29,25

Die Angst vor Verurteilung, Kritik und dergleichen darf dich nicht bestimmen, so dass du Gutes unterlässt. Für Harmoniestrebende (der ich einer bin) nicht leicht. Die Angst vor der Meinung der anderen versklavt dich. Das ist nicht gut. Der Gläubige fürchtet Gott mehr als Umstände und andere Menschen. Und weil er auf den Herrn vertraut und das tut, was Gott von ihm verlangt, auch dann, wenn er Angst hat, deshalb erlebt er Gottes Schutz. Der Gläubige lässt sich sein Verhalten nicht von der Angst vor Menschen diktieren, weil er weiß, dass ein solches Verhalten nicht gut ist.

Wann stehst du in der Gefahr, aus Angst vor Menschen und ihrem Urteil über dich Dinge zu tun, die falsch sind?


Das richtige Maß

Lass mich weder arm noch reich sein! Gib mir nur so viel, wie ich zum Leben brauche! Spr 30:8

Hinter viel Besitz steht immer die Gefahr, dass man seine Hoffnung auf sein Vermögen und nicht mehr auf Gott setzt. Der Reiche steht in der Gefahr, Gott zu vergessen. Aber arm zu sein ist nun auch nicht schön. Hier wird nun der Mittelweg genannt: weder arm noch reich, genug, aber nicht zu viel. Diese Bitte ist wahre Weisheit und gleichzeitig die Haltung, die ein Mensch braucht, dem Gott Wohlstand anvertrauen kann, um damit in Gottes Sinn Gutes zu bewirken.


Geduld haben

Unter drei Dingen zittert ein Land und vier kann es nicht ertragen: wenn ein Sklave König wird  und wenn ein Narr zu Wohlstand kommt; wenn eine Verschmähte geheiratet wird und wenn eine Magd ihre Herrin beerbt. Sprüche 30:21-23

Eine Magd, die plötzlich Herrin wird, wird leicht überheblich. Es bestünde daher auch für die Seele, die lange Zeit ihren eigenen Leidenschaften und Neigungen gedient hat, große Gefahr, stolz und eitel zu werden, wenn sie in eine Augenblick völlig Herrin über sich würde. Wir müssen uns daher nach und nach und Schritt für Schritt die Beherrschung derselben erwerben. Daher heißt es Geduld haben mit allem, in erster Linie aber mit sich selbst. Solange wir auf der Erde sind, müssen wir uns selbst ertragen, bis Gott uns in den Himmel trägt. Wir müssen Geduld haben und dürfen nicht denken, wir könnten an einem Tag soviel üble Gewohnheiten ablegen, die wir durch unsere geringe Sorge um unsere geistige Gesundheit angenommen haben.


Sich für andere einsetzen

Du aber tritt für die Leute ein, die sich selbst nicht verteidigen können! Schütze das Recht der Hilflosen! Sprüche 31:8

Es liegt an mir, ob heute Menschen geholfen wird! Das klingt anmaßend. Doch es fordert mich auf, mich für Menschen einzusetzen. Rede und schweige nicht! Handle und zögere nicht. Wer Jesus nachfolgen will, ist aufgerufen, Fürsprecher dieser Menschen zu sein. Frage dich: Wo bin gefordert? Wo gibt es Menschen, die übersehen werden? Für welche Menschen soll ich mich einsetzen?


Tun und anpacken

Unermüdlich und voller Tatkraft ist sie bei der Arbeit; was getan werden muss, das packt sie an! Spr 31:17

Sie dürfen Ihrem Geist nicht erlauben, sich selbst zu betrachten und auf die eigenen Kräfte und Neigungen zurückzuschauen. Sie müssen die Augen auf das Wohlgefallen Gottes heften. Man darf sich nicht damit aufhalten, zu grübeln, wenn man laufen muß, noch über Schwierigkeiten zu reden, wenn sie gelöst werden sollen. Umgürten Sie Ihre Lenden mit Kraft und erfüllen Sie Ihr Herz mit Mut und dann sagen Sie: Ich werde es schon recht machen, aber nicht ich, sondern die Gnade Gottes mit mir.Betrachten Sie, erheben Sie Ihren Geist, tragen Sie ihn zu Gott hinauf, ziehen Sie Gott in Ihren Geist hinein. Spinnen Sie den Faden der kleinen Tugenden, lassen Sie sich zu Übungen der Nächstenliebe herab. Gott sieht Ihren kleinen Schritten wohlgefällig zu und wird wie ein guter Vater, der sein Kind an der Hand hält, seine Schritte den Ihren angleichen und sich damit begnügen, nicht schneller zu gehen als Sie.

Ihre Hände fassen die Spindel. Spr 31:19


Abschluss

Im Buch der Sprüche lässt Gott sich herab, seine Weisheit auf die Umstände unseres praktischen Lebens anzuwenden. Nach seiner vollkommenen Einsicht zeigt Er uns die Folgen all der Wege, auf denen der Mensch gehen mag. Denn die in diesem Buch niedergelegten Aussprüche werden oft in einer Weise gegeben, dass sie mehr Erkenntnis und Willen als Vorschriften darstellen. Es ist ein großer Segen, in dem Labyrinth dieser Welt, wo ein verkehrter Schritt so bittere Folgen nach sich ziehen kann, ein Buch zu besitzen, das den Weg der Klugheit und des Lebens anzeigt – und das verbunden mit einer Weisheit, die von Gott kommt. Darby