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Sprüche Kap. 13-14

Impulse, Auslegungen, Kommentare und Bibelzitate zum Buch der Sprüche Kap. 13-14


Zunge im Zaum halten

Wer seine Zunge im Zaum hält, bewahrt sein Leben. Ein Großmaul richtet sich selbst zugrunde. Spr 13:3

Fast jeden Tag stelle ich in der abendlichen Rückbesinnung fest, dass das ein oder andere Wort unnötig oder dekonstuktiv war. Hin und wieder ist es gut für dich zu schweigen. Worte beinhalten auch das Schweigen. Ja, du kannst auch durch dein bewusstes Schweigen sprechen. Die Zunge ist schwer zu kontrollieren. Worte sind schnell gesagt und stehen dann im Raum. Manchmal ist es einfach besser zu schweigen und nicht alles und jeden zu kommentieren, zu diskutieren, zu kritisieren u.a. Die Weisheit besteht wohl darin, zu erkennen, wann es sinnvoll ist, zu schweigen und wann es aber unausweichlich ist, zu sprechen, denn es gibt auch das furchtbare Schweigen der Guten.

Wer den Mund halten kann, bewahrt sein Leben. wer ihn zu weit aufreißt, bringt sich ins Verderben. Spr 13, 3


Licht und Öl

Das Licht der Gerechten wird hell brennen. Sprüche 13:9

Das damalige Licht benötigte Öl, um zu brennen. Das Öl, welches das Licht nährt, ist ein Bild für den heiligen Geist. Durch dessen Ausgießung möchte Gott den verglimmenden Docht in uns wieder zu heller Flamme anfachen. Durch seine Kraft sind wir.Menschen des Tages seien und Lichter für unsere Zeit. Hell brennen wir durch das Licht Christi. In ihm vollbringen wir Werke, die vor der Welt leuchten sollen.

Wo der Glaube an den kommenden Heiland vorhanden ist, da wohnt auch eine brennende Liebe zu den Hausgenossen im Herzen. Wo die Lichter des Glaubens im Herzen brennen, da brennt auch das Licht der Liebe zu denen allen, die uns anvertraut sind. Friedrich von Bodelschwingh 


Der Kluge überlegt

Der Kluge überlegt, bevor er handelt. Der Leichtfertige stellt seine Dummheit offen zur Schau. Sprüche 13:16

Das lateinische Wort für Klugheit ist prudentia und meint Voraussicht. Klugheit handelt nicht impulsiv, sondern schaut voraus, bedenkt mögliche Konsequenzen. Klug ist nur der, der den größeren Horizont hat, der über den Augenblick hinaus schaut und die Zukunft und mögliche Folgen bedenkt. Lebe vorausschauend. Achte in deinem Leben darauf, dass du nicht überstürzt handelst. 


Gottes Wegführung folgen

Die Weisheit lässt den Klugen erkennen, welchen Weg er gehen soll. Spr 14:8

Die Bitte um Wegführung am Morgen ist wichtig. Danach geht es darum, zu Hören. Folgen und  Vertrauen sind gefragt. Gottes Geist gibt dir Führung, wie du den heutigen Tag gestalten sollst, wenn du dich für ihn öffnest. Er hilft dir, wenn du bereit bist, dir helfen zu lassen. Wie das konkret aussieht, ist individuell. Evtl. geht es darum hier jemanden zu vergeben, dort Milde walten zu lassen, woanders wieder jemanden zur Hilfe zu eilen u.s.w. Vergessen wir dabei nicht: Der Weg, den er führt, ist immer ein Segensweg, der zum Ziel führt (im Gegensatz zu unseren selbst gewählten Wegen)

Mancher Weg erscheint dem Menschen richtig, aber zuletzt führt er ihn doch zum Tod. Spr 14:12


Sein Herz vor Gott ausschütten

Auch hinter Lachen kann sich Kummer verbergen. Spr 14:13

Der Mensch hat Angst, sich so zu zeigen, wie er im Herzen fühlt. Gott lädt uns ein, vor ihm echt und wahrhaftig zu sein. Wir dürfen unser Herz von Gottes Heiligkeit durchleuchten lassen. Wenn wir Kinder Gottes sind, so bedeutet das nicht, dass wir uns immer gut fühlen werden. Wir müssen uns auch nicht immer gut fühlen. Doch wir leben dann im Glauben daran, dass Gott uns liebt und uns die Erfüllung im Leben schenken wird. Der gute Mensch ist der Mensch, der mit Gott lebt und sich von Gott beschenken lässt.

Der Abtrünnige bekommt, was er verdient und ebenso der gute Mann durch das, was er tut. Spr 14:14


Achtsamkeit der Schritte

Der Kluge gibt auf seine Schritte acht. Spr 14:15

Der Kluge denkt nach, bevor er Entscheidungen trifft und reflektiert darüber, wo sie ihn hingebracht haben. Er glaubt nicht jedem Wort, sondern prüft es im Lichte Gottes. Aber Vorsicht: Als Tugend der Entscheidung beinhaltet die Klugheit immer auch das Risiko der Fehlentscheidung. Nicht der ist klug, der niemals irrt, sondern der, der es fertigbringt, seine Fehler zu berichtigen, und dabei auch die Möglichkeit in Kauf nimmt, zehnmal neu zu irren, anstatt sich in bequemes Nichtstun zu flüchten. Das größte Hindernis auf dem Weg zur Klugheit ist daher die Überheblichkeit, die meint, schon alles zu wissen. Wer sich für wissend hält, der hört nicht mehr hin. Der nimmt nicht mehr wahr.


Erbarmen zeigen dem Nächsten

Wer seinen Nächsten verachtet, der sündigt, aber wohl dem, der sich über den Elenden erbarmt! Spr 14:21

Die Barmherzigkeit beinhaltet zwei Aspekte: den anderen geben, helfen, dienen und ebenso vergeben, verstehen. Geben und vergeben heißt zu versuchen, in unserem Leben einen kleinen Widerschein der Vollkommenheit Gottes, der überreichlich gibt und vergibt, abzubilden. Wir müssen daran denken, dass wir alle ein Heer von Begnadigten sind. Wir alle wurden mit göttlichem Erbarmen angeschaut. Wenn wir uns nun ehrlich dem Herrn nähern und genau hinhören, werden wir möglicherweise einige Male diesen Tadel vernehmen: Hättest nicht auch du mit deinem Mitknecht Erbarmen haben müssen, so wie ich mit dir Erbarmen hatte?

Wer den Schwachen unterdrückt, der lästert seinen Schöpfer, wer Ihn aber ehren will, der erbarmt sich über den Armen. Spr 14:31


Sicherheit und Geborgenheit

Wer den Herrn ehrt, lebt sicher und geborgen. Spr 14:26

Wir leiden an Enttäuschungen, nicht eingetroffenen Erwartungen, unseren eigenen Grenzen, Krankheiten und allerlei mehr. Das alles zusammen lähmt die Freude am Leben. Sorgen und Ängste brechen in uns auf. Da ist es eine Hilfe, um Gott zu wissen, der alles in seiner Hand hat. So können wir mit allem, was uns bewegt jetzt schon im Vertrauen zu Gott uns äußern. Bei ihm finden wir eine Offenheit für alles, was uns bewegt und bedrückt. Er reißt uns aus dem Augenblick der Enge heraus. Er nimmt uns in die Weite seiner Herrschaft, die auf seine neue Welt ohne Not, Leid und Tod zustrebt.

Wer mit Gott im Vertrauen lebt, der ist nie allein. Er ist letztlich geborgen unabhängig von den äußeren Umständen.


Langmut

Der Langmütige ist reich an Einsicht. Spr 14:29

Selig ist jeder Mensch, der die Langmut sich erworben hat. Der Langmütige ist allzeit in freudiger, heiterer und sehr fröhlicher Gemütsstimmung. Denn er setzt seine Hoffnung auf den Herrn. Der Langmütige ist frei von allem Zorne. Denn er hält Alles aus. Darum entbrennt er nicht sogleich in Grimm, läßt sich nicht zur Beleidigung verleiten und durch leere Worte nicht leicht aufregen. Wird ihm ein Unrecht zugefügt, so betrübt er sich nicht darüber. Wenn man ihm Vorwürfe macht, wird er darüber nicht mürrisch. Durch die Langmut weiß er allzeit sich in Ruhe zu erhalten. Bei Beleidigungen spricht er Segen aus, bei Streitigkeiten bleibt er friedfertig. Wer den Weg der Langmut und Geduld gefunden, der hat den Weg des Lebens gefunden. Ephräm der Syrer

Ein gelassenes Herz ist das Leben des Leibes, aber Eifersucht ist Fraß in den Gebeinen. Sprüche 14:30