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20 Sprüche

Inhaltsverzeichnis

Sprüche – Auslegungen

Sprüche – Kapitel 1

Das Buch der Sprüche entstand im Zeitraum vom 9.-3. Jh. v. Chr. Es ist eine Zusammenstellung von Weisheiten, die uns damals wie heute Wegweisung und Orientierung im Lebensalltag bieten können. Ziel ist das Einüben in eine an Weisheit orientierte Lebenshaltung.

Spr. 1,7: Ehrfurcht vor Gott

Alle Erkenntnis beginnt damit, dass man Ehrfurcht vor dem Herrn hat. Spr 1:7

Ehrfurcht vor Gott meint nicht Angst vor Gott zu haben, sondern beinhaltet die Sorge, jene Liebe, auf die unser Leben gegründet ist, mit Füssen zu treten. Ehrfurcht vor Gott ist dieses Bewußtsein für die eigene Verantwortung für das, was mir anvertraut ist. Dir ist etwas anvertraut! Lebst du in dieser Ehrfurcht vor Gott, dann wird er dich leiten in der Erkenntnis seiner selbst und damit in der Erkenntnis was gut und recht ist, zu tun hinsichtlich dessen, was dir anvertraut ist. Diese Erkenntnis, die er täglich neu schenkt, ist uns zugesagt und lässt in unserer Seele Ruhe und Sicherheit einkehren, lässt uns selbst im Unglück seine Geborgenheit erfahren, weil wissen: er lenkt und hilft uns. Gott liebt uns. Er weiß besser als wir selbst, was uns not tut.

Wer aber auf mich hört, lebt ruhig und sicher, vor keinem Unglück braucht er sich zu fürchten. Spr 1:33

Sprüche – Kapitel 2

Spr 2,1: Das Wort bewahren

Höre auf mich und befolge meine Ratschläge! Spr. 2:1

In einer anderen Übersetzung heißt es, dass wir sein Wort “bei uns verwahren” sollen, d.h. wir sollen es nicht nur Lesen, sondern in unser Herz aufnehmen. Ein guter Weg ist dabei bestimmte Worte der Schrift so sehr zu verinnerlichen, dass man sie auswendig kann. Ein Schatz, der dann ohne Buch oder Bibelapp immer parat und da ist. “Niemand kann dir die Bibeltexte rauben, die du auswendig gelernt hast.”(Corrie ten Boom). Aber Vorsicht: es geht nicht darum möglichst viele auswendig zu lernen, sondern lieber wenige, die aber dann im Herzen tragend.

Nimm dir die Lebensweisheiten zu Herzen. Spr 2:2

Spr. 2,5: Den Herrn kennen lernen

Dann wirst du den Herrn immer besser kennen lernen und Ehrfurcht vor ihm haben. Spr 2:5

Wer sucht, wird mit Sicherheit finden. Wer sich bemüht, in eine Beziehung zum Herrn zu kommen und Gott immer besser kennen zu lernen, ist noch nie enttäuscht worden. Der Mensch, der Gott sucht, hat ihn bereits gefunden. Christus offenbart den Vater allen, die an ihn glauben. Christus kennen heißt Gott kennen. Erkennen ist in der Bibel kein gedanklicher Vorgang, sondern ein vertrauter, persönlicher Umgang, aus dem heraus er uns hilft, gut und recht zu leben: “Aufrichtigen Menschen schenkt er Gelingen. Er hilft allen, die so leben, wie es ihm gefällt.” Spr 2:7

Wir glauben, um zu erkennen; wir erkennen nicht, um zu glauben. Augustinus

Spr. 2,9: Hören auf Gott

Wenn du auf mich hörst, wirst du erkennen, was richtig, gerecht und gut ist. Spr 2:9

In den ersten zwei Kapiteln steht das Hören auf Gott im Mittelpunkt. Dieses Hören ist unser Wegweiser im Leben, zeigt uns was richtig und gut ist. Dieses Hören bedeutet, dass in allem Handeln unser Auge vertrauensvoll auf Gott ruht. Beten heißt hier, auf seine Wegweisung und seine Instruktionen hören, mit einem Herzen, das ihm zugewandt ist, indem wir die Heilige Schrift nicht auf akademische, sondern auf geistliche Weise lesen. So lernen wir, Jesus zu begegnen, der anwesend ist und zu uns spricht und zwar sehr konkret. Glauben heißt auf ihn hören, ihn erkennen, ihm vertrauen.

So findest du stets den richtigen Weg. Spr 2:9

Spr. 2,11: Besonnenheit

Deine Umsicht und Besonnenheit werden dich schützen. Spr 2:11

Um auf Gottes Wort zu hören, reicht nicht allein der Vorsatz, sondern ich muss eine Haltung entwickeln, die dieses Hören und danach Handeln begünstigt. Die wichtigste Haltung ist hier die Besonnenheit. Handle ich zu schnell und impulsiv, gebe ich dem Wort Gottes keinen Raum, sich zu entfalten. Besonnenheit dagegen ist die überlegte, selbstbeherrschte Gelassenheit, die besonders auch in schwierigen Situationen den Verstand die Oberhand behalten lässt, um vorschnelle und unüberlegte  Entscheidungen  oder Taten zu vermeiden. Besonnenheit ist die Fähigkeit, zu überlegen, bevor man reagiert. Besonnenheit bedeutet einen Moment oder länger innezuhalten, um zu fragen: Gott, was willst du? Impulsives Verhalten dagegen schadet oft, besonders in zwischenmenschliche Beziehungen.

Drücke den Pfeil zu schnell nicht ab, der nimmer zurückkehrt! Glück zu zerstören, ist leicht, wiederzugeben so schwer. Johann Gottfried von Herder

Spr. 2,20: Vorbilder suchen

Suche stattdessen nach guten Vorbildern, die dir zeigen, wie man ein rechtschaffenes Leben führt. Spr 2:20

Die Zukunft ist das Zeitfenster, in dem wir uns immer wieder entscheiden können, die Dinge anders zu machen. Ich übernehme die Verantwortung für mich selbst. Kein anderer bestimmt, was ich denke, fühle und tue. Ich bin Gestalter meines Lebens und es ist meine Entscheidung, dies unter der Führung Gottes zu tun. Aber ich lebe nicht für mich allein, sondern immer in Gemeinschaft. Niemand ist eine Insel. Alles wirkliche Leben ist Begegnung. Soziale Netze geben emotionale Stabilität und können uns in unserem Verhalten positiv beeinflussen.  Der heutige Bibelvers rät uns, uns mit Menschen zu umgeben, die ebenso auf dem Weg des Guten gehen und uns so ein Vorbild sein können.

Wem bist du Vorbild? Wer ist dir ein Vorbild?

Sprüche – Kapitel 3

Spr. 3,1: Gottes Gebote im Herzen

Vergiss meine Lehre nicht, und dein Herz bewahre meine Gebote! Binde sie um deinen Hals, schreibe sie auf die Tafel deines Herzens. Spr 3:1;3

Die Liebe ist die Erfüllung des Gesetzes. Gottes Gebote im Herzen zu bewahren, bedeutet, dass die Liebe der Massstab all meines Handelns ist und mich führt. Das Gebot der Liebe binden wir uns um den Hals, d.h. die Liebe ist immer nah und wirkt und handelt in all unseren Facetten des Alltags. Sie bestimmt unser Denken, unser Leben und unser Handeln. Würde Sie dies nicht tun, wäre sie nur eine leere, lieb gemeinte Wortfloskel. Gottes Lehre sollen wir nicht vergessen, d.h. die Liebe kommt immer und zuerst von ihm. Zuerst Geliebte, dann Liebende sind wir. Darum beten wir: Gott, unser Vater, steh deinen Dienern bei und erweise allen, die zu dir rufen, Tag für Tag deine Liebe. 

In unserer neuen Beziehung zu Gott als Seine Kinder stehen wir unter dem Gesetz der Liebe. Robert Cleaver Chapman

Spr. 3,5: Vertraue auf den Herrn

Vertraue auf den Herrn von ganzem Herzen und verlass dich nicht auf deinen Verstand. Spr 3:5

Das Wort Vertrauen bedeutet fest werden. Diese Festigkeit entsteht und wächst, indem du täglich neu das Vertrauen wagst, mögen deine Umstände und Lebenssituationen auch mal düster sein. Verliere trotzdem nicht das Vertrauen, sondern nehme im Gegenteil mit aller Kraft den Weg wieder auf. Christus geht dir voran und begleitet dich. Vertraue auf seine immerwährende Gegenwart. Das ist Glauben. Das ist Gebet als vertrauende Bitte des Kindes zum Herzen seines Herrn. 

Das Gebet ist niemals demonstrativ, weder vor Gott, noch vor uns selbst, noch vor anderen, sondern schlicht das vertrauende Hineinwerfen meiner Selbst in seine Güte, das Loslassen meiner Selbst, um mich in ihm neu zu finden. Bonhoeffer

Spr. 3,6: Gott im Leben erkennen

Such ihn zu erkennen bei dem, was du tust, dann räumt er dir die Hürden aus dem Weg! Spr 3:6

Viele glauben nicht an die göttliche Vorsehung, weil sie niemals eine Erfahrung mit ihr gemacht haben, aber sie machen keine Erfahrung von ihr, weil sie niemals den Sprung ins Leere wagen, diesen Schritt des Glaubens, sie lassen der Vorsehung niemals die Möglichkeit des Eingreifens: sie berechnen alles, treffen Vorsorge für alles, suchen alle Probleme allein zu lösen, wobei sie nur auf sich selbst zählen statt auf Gott. So lange ein Mensch, der mit einem Fallschirm springen soll, sich nicht ins Leere gestürzt hat, kann er nicht fühlen, ob die Stricke des Fallschirms ihn halten, denn dieser hatte ja noch nicht die Möglichkeit zu öffnen. Zuerst muss man springen, und erst dann kann man sich gehalten fühlen. Jacques Philippe

Dann wirst du sicher auf deinem Weg gehen, und dein Fuß stößt nicht an. Spr 3:23

Spr. 3,26: Zuversicht

Der Herr wird deine Zuversicht sein und deinen Fuß bewahren vor dem Fallstrick. Spr 3:26

Zuversicht kommt von sehen. Ich sehe zu, wie Gott alles lenkt und leitet, wie er alles zum Guten wendet. Die Zuversicht sieht mehr als das bloß Vorhandene. Sie sieht mehr als die Probleme. Sie sieht zusätzlich zu allem Äußeren die innnerste Wirklichkeit aller Dinge, sie sieht den Dingen auf den Grund. Sie vertraut auf Gott, der mit uns durch diese Welt geht. “Herr, du allmächtiger Gott, glücklich ist jeder, der sich auf dich verlässt!” (Ps 84:13). Dieses innere Sehen auf Gottes Lenkung ist eine Haltung. Das kennzeichnende an dieser Haltung ist, dass sie sich diese über eine längere Zeit entwickelt. Die Haltung der Zuversicht gilt es so täglich neu einzuüben. Ein großes Vorbild in dieser Haltung ist und bleibt Maria.

Wir dürfen wissen, daß Gott weiß, was wir bedürfen, ehe wir darum bitten. Das gibt unserem Gebet größte Zuversicht und fröhliche Gewißheit. Bonhoeffer

Spr. 3,27: Die Welt ist immer so wie du

Weigere dich nicht, dem Bedürftigen Gutes zu tun, wenn deine Hand es vermag. Spr 3,27

Hilfst du anderen, hilfst du dir selbst, liebst du andere, liebst du dich selbst, haßt du den anderen, haßt du dich selbst. Verletzt du den anderen, verletzt du dich selbst. Es geht um eine tief gehende Einheit zwischen uns Menschen. Es liegt an uns, ein Gespür für diese Einheit zu nähren, denn es kann verloren gehen. Hilf uns dabei Herr, sind wir doch ein Leib in dir und mit dir als Haupt! 

Die Welt ist immer so wie du: Ein Lächeln und sie lacht dir zu, ein wenig Trotz, ein wenig Zorn und statt der Rose blüht der Dorn. Simon Dach

Spr. 3,29: Sich um Frieden bemühen

Ersinne nichts Böses gegen deinen Nächsten. Spr 3:29

Bewahrst du Frieden in dir, dann kannst du auch Frieden in anderen bewirken. Bemühe dich also zuallererst um deinen inneren Frieden. Denn wer mit sich selbst in Unfrieden lebt, den treibt es hin und her und dieser Unfrieden wirkt sich auch auf seine Umgebung aus. Dann sagen wir, was wir nicht hätten sagen sollen. Dann sehen wir immer auf das, was andere tun sollten und versäumen dabei zu sehen, wo es an uns liegt, etwas zu tun. Wenn also solche Gedanken über dich kommen, verrichte einen positiven Akt durch ein Herzensgebet, damit du wieder zu dir selbst kommst und so zum Herrn, der in dir wohnt und der dein wahrer Friede ist. 

Fange mit keinem Menschen ohne Ursache Streit an, wenn er dir nichts Böses zugefügt hat. Sprüche 3:30

Sprüche – Kapitel 4

Spr. 4,18-19: Unser Leben als Sonnenaufgang

Wer aber Gott gehorcht, dessen Leben gleicht einem Sonnenaufgang: Es wird heller und heller, bis es lichter Tag geworden ist. Sprüche 4:18-19

Die Sonne ist nicht plötzlich da. Sie geht langsam auf. Wir legen unseren alten Menschen nicht von jetzt auf gleich ab, es ist ein Prozess, der Schritt für Schritt vor sich geht. Wir brauchen Mut und Geduld, da wir immer wieder mit unseren vielfältigen Schwächen konfrontiert werden. Lebenslang. Das Bemühen um die Reinigung unserer Seele wird nur mit unserem Leben ein Ende finden. Jeden Tag arbeiten wir an uns, Stückchen für Stückchen. Wir dürfen niemals davon ausgehen, wir könnten an einem Tag all unsere Schwächen ablegen, aber halten wir im Bemühen und im Willen an unserem Weg fest, so werden wir heller und heller gleich dem Aufgang der Sonne.

Spr. 4,20-21: Achte auf Gottes Worte

Achte auf meine Worte, neige dein Ohr zu meinen Reden! Bewahre sie im Innersten deines Herzens! Spr 4:20-21

Bitte Gott, dir eine neue Liebe für sein Wort zu geben. Tränke dein Herz und deine Gedanken jeden Tag mit seinen lebensspendenden Worten. In Christus ist Gottes Wort als Person da. Gottes Wort ist das eigentliche Licht, das der Mensch braucht. Dieses Wort ist in ihm, dem Sohn, gegenwärtig. Neige also dein Ohr. Das Beste und Herrlichste, wozu man in diesem Leben gelangen kann, ist, dass du schweigst und Gott wirken und sprechen lässt, so dass du immer tiefer zu Christus geführt wirst, um in ihm zu leben. 

Spr. 4,23: Achte auf dein Herz

Mehr als alles andere behüte dein Herz; denn von ihm geht das Leben aus. Sprüche 4:23

Dein Herz spielt eine wichtige Rolle in deinem täglichen Leben, denn alles, was du denkst, sagst, fühlst und tust, spiegelt dein Herz wider. Es zu behüten, bedeutet, dass wir achtsam auf seinen Zustand zu schauen: ist es ruhig und ausgeglichen, sprechen wir ein “Gott sei’s gedankt”, ist es aufgewühlt und unruhig, sprechen wir dies ebenso, denn Gott bedient sich dieser Unruhe unseres Herzens, um Gutes in uns zu bewirken. 

Je dunkler es hier um uns wird, desto mehr müssen wir unser Herz öffnen für das Licht von oben. Edith Stein

Spr. 4,23: Achte auf deine Gedanken

Achte auf deine Gedanken. Spr 4,23

Versuche stets ermutigend und beruhigend zu denken. Auch in schwierigen Situationen lassen sich stets positive Aspekte erblicken und sei es, dass wir innerlich daran wachsen. Wir werden hier auf der Erde nie frei sein von Stress und Druck, von Konflikten und Widrigkeiten, aber wir können daran arbeiten, mit diesen Problemen besser umgehen zu können. Bevor wir all zu schnell ins Jammern geraten, können wir unseren Blick darauf hin schulen, welcher Gewinn in einer Schwierigkeit steckt. 

Man muss sich durch die kleinen Gedanken, die einen ärgern, immer wieder hindurchfinden zu den großen Gedanken, die einen stärken. Bonhoeffer

Spr. 4,24: Sagen, was ich meine

Tue hinweg von dir die Falschheit des Mundes. Spr 4:24

Liebe kann sich nur in der echten Begegnung ereignen. Das erfordert immer wieder auch Mut zur Echtheit, zur Nähe, zur Auseinandersetzung u.a. Aufgesetzte Liebduselei verhindert Begegnung. Also habe Mut, das zu sagen, was du meinst und handele danach. Tut der andere das ebenso, dann besteht die Möglichkeit, dass echte Begegnung statt findet. Und nur in der echten Begegnung kann Liebe sich ereignen, aufblühen und Realität werden. Es gehört aber auch zur schmerzhaften Realität, dass der andere diese Möglichkeit der Begegnung für sich verneinen kann. Der Mensch ist in seinem Willen frei.

Der Ursprung allen Konfliktes zwischen mir und meinen Mitmenschen ist, dass ich nicht sage, was ich meine und dass ich nicht tue, was ich sage. Martin Buber

Spr. 4,25: Achte auf deine Augen

Lass deine Augen geradeaus schauen und deine Blicke auf das gerichtet sein, was vor dir liegt! Spr 4:25

Augen werden nicht satt und suchen immer neue Anregungen. Die Lust der Augen ist eine gefährliche Realität, die uns dazu bringen kann, die Welt mehr zu lieben als Gott. Wir wollen dann dies oder jenes kaufen, das Neueste wissen, die Anerkennung aller haben u.v.m. Wie wir für die Worte verantwortlich sind, die aus unseren Mund herauskommen, so auch für die Dinge, die durch unsere Augen in uns hineinkommen und unser Begehren wecken wollen. Unsere Augen müssen den geraden Weg im Blick behalten. Dieser gerade Weg ist Christus.

Die Augen sind die Fenster der Seele. Hildegard von Bingen

Spr. 4,26: Schritt für Schritt mit Gott

Wähle sorgsam deine Schritte und weiche nicht vom rechten Weg ab! Spr 4:26

In der Nachfolge Christi schreiten wir nicht unsere eigenen Wege, sondern folgen ihm nach und er führt uns. Wo hat dich Gott schon überall hingeführt? Gottes Weisungen für unser Leben befreien uns von den selbst gemachten Plänen und Konflikten. Sie machen unsere Schritte sicher und unseren Weg fröhlich, denn es sind ja Gottes Wege. Und hier und da gibt er uns klare Zeichen, dass er uns ganz eng begleitet. 

Gestern zum Beispiel fand ich auf der Heimfahrt von meiner Schwester, mit der ich u.a. über den Frieden mit sich selbst, mit dem nächsten und mit Gott sprach, eben nicht ganz zufällig, sondern gottgeführt einen Stein auf einer Autobahn-Raststätte mit den Worten: Frieden mit Gott durch Jesus Christus (Röm 5,1)

Schau weder nach rechts noch nach links und halte dich vom Bösen fern. Spr 4:27

Sprüche – Kapitel 5

Spr. 5,1-2: Aufmerksamkeit

Sei aufmerksam. […] Dann lernst du, überlegt zu handeln. Sprüche 5:1-2

Aufmerksamkeit bedeutet, seine Aufmerksamkeit einer Sache, Person oder Situation zu schenken. Sind wir aufmerksam, dann sind wir gesammelt, konzentriert, vertieft, interessiert und wachsam. Klappt dann nicht, wenn wir abgelenkt werden. Wir sollten also bewusst entscheiden, wem und was wir unsere Aufmerksamkeit schenken wollen. Aufmerksamkeit basiert auf Offenheit, Interesse, zwischenmenschliche Sensibilität und Einfühlungsvermögen. Nur wer in der Lage ist, unterschiedliche Sichtweisen zu erkennen und andere Perspektiven wahrzunehmen, wer zwischen unterschiedlichen mentalen Räumen hin und her wandern kann, wird ein aufmerksamer Mitmensch oder ein guter Gesprächspartner sein.

An deinen Worten erkennt man, wie vernünftig du bist. Sprüche 5:2

Spr. 5,3-4: Umgang mit Versuchungen

Von Honig triefen die Lippen der Verführerin. Zuletzt ist sie bitter wie Wermut. Sprüche 5:3-4

Wenn Ihr Herz die Versuchung mehr als notwendig fürchtet, öffnet es seinen Feinden die Tür. Wenn wir dagegen ein kindliches Vertrauen auf Gott haben, uns ihm zuwenden und in seiner Güte Sicherheit finden, wird sich der Feind fürchten, uns zu versuchen, weil er sieht, daß uns die Versuchung zum Anlaß wird, uns in die Arme unseres Herrn zu werfen.

Bleibe fern von dem Weg, der zu ihr führt. Sprüche 5:8

Spr. 5,21: Die göttliche Vorsehung

Die Wege eines jeden liegen klar vor den Augen des Herrn und er achtet auf alle seine Pfade! Sprüche 5:21

Die Seele, die das Schifflein der göttlichen Vorsehung bestiegen, läßt sich ruhig auf den Wellen dahin tragen, gleich einem Menschen, der schlafend auf ruhiger See dahinfährt und trotzdem vorwärts kommt. Das Vertrauen muß auf die unendliche Güte Gottes und auf die Verdienste des Leidens und Sterbens Unseres Herrn Jesus Christus gegründet sein, mit der Voraussetzung unsererseits, daß wir den festen, unabänderlichen Entschluß in uns tragen, Gott ganz anzugehören und uns in allem ohne jeden Vorbehalt seiner Vorsehung zu überlassen.

Sprüche – Kapitel 6

Spr. 6,9: Warnung vor Trägheit 

Wann willst du aufstehen von deinem Schlaf? Spr 6:9

Jetzt ist die Zeit. Jetzt ist die Stunde. Fang heute an. Laßt uns das Gute tun, solange wir Zeit haben. Gestalter deiner Gegenwart zu sein erfordert eine Haltung der Wertschätzung dem Leben gegenüber. Das heute ist der einzige Tag, den du in der Hand hast, der Tag, um glücklich zu sein. Verschlafe ihn nicht. Ja dieser Tag wird dir vom Allmächtigen geschenkt. Wenn das kein Grund zum Dank ist und die gleichzeitige Berufung, ihn entsprechend zu nutzen.

Dich Vater, Sohn und Heiliger Geist voll Freude alle Schöpfung preist, der diesen neuen Tag uns schenkt und unser ganzes Leben lenkt.

Spr. 6,22: Wort Gottes immer bei uns

Beim Gehen soll es dich leiten, beim Liegen dich behüten und beim Wachwerden dir raten. Spr 6:22

Beginnen wir beim Evangelium: Lassen wir es offen auf dem Nachttisch liegen, tragen wir es in der Tasche mit uns, öffnen wir es auf dem Handy, lassen wir zu, dass es uns jeden Tag inspiriert. Das Wort lässt uns Gott nahe sein. Halten wir es nicht fern von uns. Tragen wir es immer bei uns und geben wir ihm einen würdigen Platz in unseren Häusern. Stellen wir die Heilige Schrift auf einen Platz, wo wir daran erinnert werden, sie täglich aufzuschlagen, vielleicht am Beginn und am Ende des Tages. Das Wort Gottes ist ein Liebesbrief, der für uns von dem geschrieben wurde, der uns kennt wie kein anderer.

Denn das Gebot ist wie eine Leuchte,  die Weisung wie ein Licht und die ermahnende Erziehung ist ein Weg zum Leben. Spr 6:23

Sprüche – Kapitel 7

Spr. 7,1: Wort Gottes bewahren

Bewahre meine Worte. Sprüche 7:1

Pflege die Andacht zum Wort Gottes. Ob du es in der Predigt hörst oder in vertraulicher Zwiesprache mit geistlichen Freunden, höre es immer mit Aufmerksamkeit und Ehrfurcht an. Lass es nicht zur Erde fallen, sondern zieh Nutzen daraus: nimm es in dein Herz auf wie einen kostbaren Balsam, gleich der allerseligsten Jungfrau, die, „in ihrem Herzen sorgfältig die Worte bewahrte“, die man zum Lob ihres Kindes sagte (Lk 2,19). Sei eingedenk, dass der Herr die Worte, die wir in unseren Gebeten an ihn richten, so aufnimmt, wie wir die Worte aufnehmen, die er an uns durch die Predigt richtet. Franz von Sales

Behalte meine Gebote, so wirst du leben. Sprüche 7,2

Schreibe sie tief in dein Herz! Spr 7:3

Sprüche – Kapitel 8

Spr. 8,5: Wach werden

Werdet endlich wach! Spr 8:5

Nehmt doch endlich Verstand an! Spr 8:5

Werde wachsam für das, worauf es ankommt: das ist der Glaube und die Bindung an Christus. Wachsam zu sein, bedeutet, dass du dein ganzes Sein, dich selbst als einzigartige Person hingibst und hinwendest zu ihm, überall, in allen Angelegenheiten und Lebensumständen. Das ist nicht Mystik für ein paar wenig Abgehobene, sondern alltagsrelevant wie es mehr nicht sein kann, z.B. bei mir in der Arbeit mit meinen Schülern, einem Elterngespräch, der Beziehungspflege innerhalb der Familie und noch und noch und noch. In alledem ist es der Mühe wert, das ganze Leben Christus zu widmen, jeden Tag in der Freundschaft zu ihm zu wachsen und sich gerufen zu fühlen, die Schönheit und Güte seines Lebens allen Menschen zu verkünden. 

Spr. 8,13: Das Böse hassen

Wer Ehrfurcht vor dem Herrn hat, der hasst das Böse. Ich verachte Stolz und Hochmut, ein Leben voller Bosheit und Lüge ist mir ein Gräuel! Spr 8:13

Es geht darum, zu verstehen: Ich bin nicht selbst Herr meines Lebens. Der Herr meines Lebens ist Gott. Er ist der Schöpfer. Und als solchen nehme ich ihn ernst. Ich respektiere ihn als den, der mich auf einen guten Weg bringen will. Ich erkenne ihn als den an, der meinem Leben Richtung und Ziel weist. Vor Gott muss ich keine Angst haben. Aber Ehrfurcht vor ihm zu haben – darum geht es.

Verbünde dich nicht heimlich mit dem Bösen! Suche keine billigen Ausreden, sondern richte und verurteile das Böse. Bring dein ganzes Leben unter den Gehorsam von Jesus Christus! Gerade weil Jesus barmherzig und gnädig ist, möchte er uns völlig rein machen von aller Sünde. Welch ein Trost! Heute will Jesus unser ganzes Leben neu ordnen, segnen und unter seinen Sieg bringen.

Spr. 8,17: Gott lässt sich finden

Ich liebe, die mich lieben und die mich suchen, finden mich. Spr 8:17

Wie groß ist die Not, wenn wir einen lieben Menschen verloren haben. Können wir uns den Schmerz Gottes vorstellen, den er hat, wenn er einen von uns verliert. Gott wartet auf meine bewusste Hinwendung zu ihm. Er stülpt mir sein Heil und seine Liebe nicht einfach über. Er wartet auf die Sehnsucht in meinem Herzen.

Herr, gib allen, die dich suchen, dass sie dich finden, und allen, die dich gefunden haben, dass sie dich aufs Neue suchen, bis all unser Suchen und Finden erfüllt ist in deiner Gegenwart. Hermann von Bezzel 

Spr. 8,20: Gerecht miteinander umgehen

Wo Menschen gerecht miteinander umgehen und nach Gottes Willen fragen, da bin ich zu Hause. Spr 8:20

Wir haben einen Sinn für Gerechtigkeit. Es ist ein Gespür für das, was recht und unrecht ist. Dieser Sinn reagiert wenn wir sehen, dass Unrecht geschieht, löst evtl. Schmerz und Zorn aus. Dem Herrn sei Dank für dieses Gespür für Gerechtigkeit! Gerechtigkeit als Tugend bedeutet, dass ich Verantwortung dafür trage, dass Recht geschieht und Unrecht benannt wird. Das ist der Wille Gottes. “Der Herr ist gerecht und hat Gerechtigkeit lieb.” (Ps 11,7) Daher: “Bemühe dich um Gerechtigkeit.” (1. Tim 6,11), denn “keine wahre Liebe ohne Gerechtigkeit und keine wahre Gerechtigkeit ohne Liebe.”  (Adolf Kolping) Sicher kannst du nicht die Welt retten, aber in deinem Alltag kannst du darauf achten gerecht zu handeln und Ungerechtigkeit anzusprechen.

Wer mich findet, der findet das Leben und erlangt Wohlgefallen von dem Herrn. Spr 8:35

Sprüche – Kapitel 9

Spr. 9,5: Die Eucharistie

Kommt her, esst von meinem Brot und trinkt von dem Wein, den ich gemischt habe! Spr 9:5

Nun ist dieser Logos wirklich Speise für uns geworden. Die Eucharistie zieht uns in den Hingabeakt Jesu hinein. Wir empfangen nicht nur statisch den inkarnierten Logos, sondern werden in die Dynamik seiner Hingabe hineingenommen. Das Bild von der Ehe zwischen Gott und Israel wird in einer zuvor nicht auszudenkenden Weise Wirklichkeit: Aus dem Gegenüber zu Gott wird durch die Gemeinschaft mit der Hingabe Jesu Gemeinschaft mit seinem Leib und Blut, wird Vereinigung: Die Mystik des Sakraments, die auf dem Abstieg Gottes zu uns beruht, reicht weiter und führt höher, als jede mystische Aufstiegsbegegnung des Menschen reichen könnte

Die Vereinigung mit Christus ist zugleich eine Vereinigung mit allen anderen, denen er sich schenkt. Ich kann Christus nicht allein für mich haben, ich kann ihm zugehören nur in der Gemeinschaft mit allen, die die Seinigen geworden sind oder werden sollen. Die Kommunion zieht mich aus mir heraus zu ihm hin und damit zugleich in die Einheit mit allen Christen. Wir werden ,,ein Leib’’, eine ineinander verschmolzene Existenz. Gottesliebe und Nächstenliebe sind nun wirklich vereint

Sprüche – Kapitel 10

Spr. 10,9: Pflege dein Herz

Wer ehrlich ist, lebt sicher und gelassen; wer aber krumme Wege geht, wird irgendwann ertappt. Spr 10:9

Ehrlich leben und nicht krumme Wege gehen. Dazu ist vor allem die Pflege des eigenen Herzens notwendig. Halte dein Herz weit und dränge es nicht zu sehr. Tue dein Herz nicht zu schnell beschuldigen, das macht dich kleinmütig. Tue dein Herz nicht zu schnell entschuldigen, das macht dich stolz. Mache dein armes Herz froh. Tröste dein Herz in seinem Kummer, stärke dein Herz in seinen Anstrengungen, ermuntern dein Herz in seiner Unlust, tröste dein Herz in seinen Ängsten, damit es nicht bedrückt wird und neuen Mut faßt, Gott zu dienen. Mache dein Herz froh, wie du es eben kannst. Pflege es, damit es große Fortschritte mache. Bedenke, dass dein Herz der Bräutigam erwählt hat, um darin sein Ruhelager aufzuschlagen. So und nur so werden wir ehrlich leben und keine krummen Wege gehen.

Fürchten wir nichts, sofern wir fest entschlossen sind, Gott in unserem Herzen herrschen soll. Warum sollten wir uns Sorgen machen?

Spr. 10,12: Liebe ist sanftmütig

Hass führt zu Streit, aber Liebe sieht über Fehler hinweg . Spr 10:12

Wenn es um das Korrigieren unserer Mitmenschen geht, sind wir immer sehr schnell und sehr genau. Viel Zank und Streit gäbe es nicht, wenn wir die Tugend der Sanftmut folgen würden und nicht jedes Fehlverhalten zu genau benennen und über vieles einfach hinweg sehen würden. Und selbst wenn wir ein Fehlverhalten benennen müssen, so soll unsere Zurechtweisung immer mit dem Herzen und mit milden Worten geschehen. Achte beim Tadeln von Fehlern darauf, dass du den schwachen Menschen entschuldigst und seinen Fehler verkleinerst.

Spr. 10,19: Bewusstes Sprechen und Hören

Wo viele Worte sind, da geht es ohne Sünde nicht ab. Wer aber seine Lippen im Zaum hält, der ist klug. Spr 10:19

Wie viel wird geredet! Wichtiges und Unwichtiges, Oberflächliches und Tiefgründiges! Und häufig übereinander statt miteinander! Wie schnell ist ein falsches Wort gesagt! Es geht nun nicht darum, nonstop zu schweigen, sondern vielmehr darum, bewusst und achtsam, mit Kopf und mit Herz unsere Worte zu wählen. Es geht um ein gesegnetes Reden, ein gutes Wort richtigen Zeit , eine Ermutigung, ein spontanes Lob, ein ehrliches Nachfragen, ein echtes Anteilnehmen u.v.m. Das wiederum setzt aufmerksames, achtsames Hören voraus, auf das jeweilige Gegenüber und auf Gott.

Wer Gott gehorcht, dessen Worte sind wohltuend und hilfreich; aber was der Gottlose von sich gibt, ist trügerisch und falsch. Spr 10:32

Sprüche – Kapitel 11

Spr. 11,2: Bescheidenheit

Ein weiser Mensch ist bescheiden. Spr 11:2

Weniger wäre manchmal mehr gewesen (Kant) Oder um es mit Abbas Poimen zu sagen: Alles Übermaß ist von den Dämonen. Ja, Bescheidenheit ist das Gegenteil von Vermessenheit. Du lebst heute in einer Gesellschaft der Mehr-Kultur.  Die Gefahr ist, dass du dich da reinziehen lässt. Bescheidenheit heilt deine Seele von dem Mehr, Größer und Besser. “Das wahre Glück ist die Genügsamkeit und die Genügsamkeit hat überall genug.” (Goethe). Hüte dich also vor der Übertreibung und dem Übermaß im materiellen, wie auch im geistigen und spirituellen Bereich.

Spr. 11,12: Zunge im Zaum halten

Ein vernünftiger Mensch hält seine Zunge im Zaum. Spr 11:12

Bei den Betern ist die Zunge gleichsam die Hand, mit der wir Gottes Knie umfassen. Beflecke sie darum nicht, damit er nicht zu dir spreche: Selbst wenn ihr eure Gebete vervielfältiget, werde ich euch nicht erhören, denn: Tod und Leben sind in der Hand der Zunge und: Nach deinen Worten wirst du gerechtfertigt und nach deinen Worten wirst du verurteilt werden. Hüte also deine Zunge mehr als deinen Augapfel. Die Zunge ist wie ein königliches Roß. Legst du ihr Zügel an und lehrest sie ebenmäßig einherschreiten, so wird der König darauf ruhen und sich darauf setzen. Läßt du sie aber ohne Zaum dahinstürmen und Seitensprünge machen, so werden der Teufel und die Dämonen auf ihr reiten. Chrysostomus

Wer klatschsüchtig ist, wird auch anvertraute Geheimnisse ausplaudern. Ein zuverlässiger Mensch behält die Sache für sich. Spr 11:13

Spr. 11,17: Barmherzigkeit üben

Ein barmherziger Mensch tut seiner eigenen Seele Gutes. Spr 11:17

Ein Weg zum Glück besteht darin, dass wir raus kommen aus unserer Selbstumkreisung. Wer immer nur an seine eigenen Probleme und Sorgen denkt, der wird nie glücklich werden und der wird nur selten dazu kommen, Barmherzigkeit üben zu können. Barmherzigkeit ist auf den anderen bezogen. Er sieht ihn in seiner Not und lässt sich davon berühren. Er fühlt sich in dessen momentane Situation ein. Es geht darum, zu fühlen, als wäre ich der andere. Es geht darum, die Bedürfnisse und Wünsche des anderen zu erahnen. Fast automatisch erwächst daraus dann das Tun.

Barmherzig heißt einer, der ein betrübtes Herz hat, weil er die Betrübnis eines anderen Menschen wie seine eigene betrachtet und über das Leid des anderen trauert wie über sein eigenes Unglück. Remigius

Spr. 11,19: Gerechtigkeit üben

Gerechtigkeit führt zum Leben; aber dem Bösen nachjagen führt zum Tode. Spr 11,19

Das hebräische Wort für Gerechtigkeit Zedaka ist ein Beziehungswort, soll heißen, es geht darum sich in konkreten Beziehungen, zu Gott, zu den Mitmenschen und zur Umwelt, angemessen zu verhalten im Sinne der Gerechtigkeit. Das hört sich schnell abstrakt und fern an, beginnt aber in meinem unmittelbaren Umfeld: evtl. gibt es an der Arbeit jemanden der ungerecht behandelt wird. Gerecht sein heißt da: mich nicht raushalten, sondern den Mund aufmachen, den Konflikt riskieren und mich nicht resignierend darauf zurück zu ziehen, dass man ja doch nichts machen kann. Die Nächstenliebe ist immer mit der Gerechtigkeit verbunden.

Der Same der Gerechten wird errettet. Sprüche 11:21

Spr. 11,24: Wer austeilt, wird reicher!

Manche sind freigebig und werden dabei immer reicher, andere sind geizig und werden arm dabei. Sprüche 11:24

Wir wissen, dass uns alles, was wir sind und haben,  geschenkweise von Gott auf Zeit geliehen ist. Gott möchte, dass seine geschenkten Gaben weiter gegeben werden, so dass sie sich vermehren. Im Kern geht es dabei immer um das Weitergeben der Liebe. Reichlich von dieser Liebe austeilen, weitergeben, gerade auch da, wo kein Zurückgeben von vornherein zu erwarten ist, das gehört zu den Grundprinzipien des Reiches Gottes. Der Geber achtet dabei nicht peinlich genau auf seine Gaben, er ist nicht gewissenhaft oder vorsichtig, er gibt gern, reichlich und schießt dabei auch schon mal übers Ziel hinaus. Und diese Haltung wird von Gott belohnt!

Eine segnende Seele wird reichlich gesättigt, und wer anderen zu trinken gibt, wird selbst erquickt. Sprüche 11:25

Sprüche – Kapitel 12

Spr. 12,2: Gütige Liebe

Ein gütiger Mensch erlangt Gunst von dem Herrn. Spr 12:2

Dein Herz öffnet sich und deine Liebe fließt so zu allen über. Die Weite deines Herzens spiegelt das Vertrauen in die Menschen wider. Hier wird keine Forderung sichtbar, sondern die Eigenschaft der Liebe verwandelt den Menschen und gibt ihm ein gutes Daseinsgefühl. Gütige Liebe zum anderen bedeutet, dass wir es gut mit ihm meinen. Wir wollen nur sein bestes und handeln dementsprechend.

Die Liebe ist das Wohlgefallen am Guten. Das Gute ist der einzige Grund der Liebe. Lieben heißt: jemandem Gutes tun wollen. Thomas von Aquin 

Spr. 12,16: Selbstbeherrschung

Wird ein Dummkopf gekränkt, macht er seinem Ärger sofort Luft. Der Kluge beherrscht sich, wenn er bloßgestellt wird. Spr 12:16

Das griechische Wort “egkrateia”, das als Selbstbeherrschung übersetzt wird, stammt von zwei anderen griechischen Begriffen ab – en und kratos. “En” bedeutet „in“ und “kratos” bedeutet „Kraft“ oder „Macht“. Aus diesen griechischen Wurzeln können wir sehen, dass egkrateia im Kern mit innerer Macht oder Kraft zu tun hat. Der Selbstbeherrschte ist in der Lage, bei Ärger nicht immer sofort und impulsiv zu reagieren, sondern bedacht und besonnen. Nicht immer gelingt das. Es ist immer wieder auch ein Kampf mit sich selbst, der Schweiß kostet. Aber dieser Kampf stärkt uns und bringt uns langfristig immer weiter zu einer inneren Ruhe in der Hingabe an Gott.

Spr. 12,18: Achte auf deine Worte

Die Worte eines gedankenlosen Schwätzers verletzen wie Messerstiche. Was ein weiser Mensch sagt, heilt und belebt. Spr 12:18

Abfällige Bemerkungen berauben andere Menschen ihrer Würde und schädigen ihr Selbstwertgefühl. Ich achte stets darauf, positiv über den anderen zu reden, gerade dann, wenn er mir auch nicht so liegt. Das hat heilende Wirkung auf unsere Beziehung. Ich bete stets darum, dass Gott mir hilft, das Schöne in der Seele des anderen wahrzunehmen. Und dennoch, nicht ausgesprochen, sondern in Gedanken, gelingt mir das dann auch wieder nicht. Momente, in denen ich bemerke, wie sehr ich auf Gottes unergründliche Barmherzigkeit angewiesen bin. Ob nun in Gedanken oder in Worten, achten wir darauf, den anderen nicht zu beleidigen, sondern achten wir seine von Gott verliehene Würde, gerade dann, wenn uns dieser Mensch mir auch nicht so liegt.

Spr. 12,20: Frieden

Wer Böses ausheckt, betrügt sich selbst damit, denn Freude erfährt nur, wer sich für Frieden einsetzt. Spr 12:20

Bewahrst du Frieden in dir, dann kannst du auch Frieden in anderen bewirken. Bemühe dich also zuallererst um deinen inneren Frieden. Denn wer mit sich selbst in Unfrieden lebt, den treibt es hin und her und dieser Unfrieden wirkt sich auch auf seine Umgebung aus. Dann sagen wir, was wir nicht hätten sagen sollen. Dann sehen wir immer auf das, was andere tun sollten und versäumen dabei zu sehen, wo es an uns liegt, etwas zu tun. Wenn also solche Gedanken über dich kommen, verrichte einen positiven Akt durch ein Herzensgebet, damit du wieder zu dir selbst kommst und so zum Herrn, der in dir wohnt und der dein wahrer Friede ist.

Ich sah auf Jesus, und die Taube des Friedens flog in mein Herz. Corrie ten Boom

Spr. 12,25: Sorgen

Sorge im Herzen bedrückt den Menschen, aber ein freundliches Wort erfreut ihn. Spr. 12:25

Sorgen bedrücken uns. Sorgen um das Morgen, Sorgen um Menschen, gegenstandslose Sorge. Sorge kann mich davon abhalten, den nächsten Schritt zu gehen. Mancher bleibt vor lauter Sorgen immer da, wo er ist, wo er sich auskennt. Sorgen macht sich vor allem derjenige, der beständig im Morgen lebt. Der Christ aber, der wirklich an die Liebe und Fürsorge Gottes glaubt, der lebt im Heute. Der freut sich heute über die Gegenwart Gottes. Der freut sich heute über seine Wohltaten. Er ist da. Er bleibt da. Er hält mich. Er trägt mich. Er führt mich. Das ist für mich das freundliche Wort

Angst und Sorgen entstehen immer dann, wenn ich mir die Zukunft ohne Jesus vorstelle. Sarah Young

Spr. 12,28: Gottes Willen

Wer Gottes Willen tut, ist auf dem Weg zum Leben. Ihm kann der Tod nichts anhaben. Spr 12:28

Der Wille Gottes kann tief verborgen liegen unter vielen Möglichkeiten. Weil er kein System von Regeln ist, sondern in den verschiedenen Lebenslagen ein jeweils neuer ist, darum muß immer wieder geprüft werden, was der Wille Gottes ist. Herz und Verstand, Beobachtung und Erfahrung müssen bei dieser Prüfung miteinander wirken, weil es hier nicht um das eigene Wissen um Gut und Böse geht, sondern um den lebendigen Willen Gottes geht. Es steht nicht im menschlichen Verfügen, sondern allein in der Gnade Gottes, daß wir seinen Willen erkennen. Weil diese Gnade jeden Morgen neu ist, darum steht es mit diesem Prüfen des Willen Gottes so ernst.Weil das Wissen um Jesus und seiner Liebe etwas Lebendiges ist, darum entsteht mit jedem neuen Tag die Frage, wie ich heute und hier in diesem neuen Leben mit Gott, mit Jesus Christus bleibe und bewahrt werde. Eben diese Frage aber ist der Sinn des Prüfens, was der Wille Gottes sei. Bonhoeffer

Sprüche – Kapitel 13

Spr. 13,3: Zunge im Zaum halten

Wer seine Zunge im Zaum hält, bewahrt sein Leben. Ein Großmaul richtet sich selbst zugrunde. Spr 13:3

Fast jeden Tag stelle ich in der abendlichen Rückbesinnung fest, dass das ein oder andere Wort unnötig oder dekonstuktiv war. Hin und wieder ist es gut für dich zu schweigen. Worte beinhalten auch das Schweigen. Ja, du kannst auch durch dein bewusstes Schweigen sprechen. Die Zunge ist schwer zu kontrollieren. Worte sind schnell gesagt und stehen dann im Raum. Manchmal ist es einfach besser zu schweigen und nicht alles und jeden zu kommentieren, zu diskutieren, zu kritisieren u.a. Die Weisheit besteht wohl darin, zu erkennen, wann es sinnvoll ist, zu schweigen und wann es aber unausweichlich ist, zu sprechen, denn es gibt auch das furchtbare Schweigen der Guten.

Wer den Mund halten kann, bewahrt sein Leben. wer ihn zu weit aufreißt, bringt sich ins Verderben. Spr 13, 3

Spr. 13,9: Licht und Öl

Das Licht der Gerechten wird hell brennen. Sprüche 13:9

Das damalige Licht benötigte Öl, um zu brennen. Das Öl, welches das Licht nährt, ist ein Bild für den heiligen Geist. Durch dessen Ausgießung möchte Gott den verglimmenden Docht in uns wieder zu heller Flamme anfachen. Durch seine Kraft sind wir.Menschen des Tages seien und Lichter für unsere Zeit. Hell brennen wir durch das Licht Christi. In ihm vollbringen wir Werke, die vor der Welt leuchten sollen.

Wo der Glaube an den kommenden Heiland vorhanden ist, da wohnt auch eine brennende Liebe zu den Hausgenossen im Herzen. Wo die Lichter des Glaubens im Herzen brennen, da brennt auch das Licht der Liebe zu denen allen, die uns anvertraut sind. Friedrich von Bodelschwingh 

Spr. 13,16: Der Kluge überlegt

Der Kluge überlegt, bevor er handelt. Der Leichtfertige stellt seine Dummheit offen zur Schau. Sprüche 13:16

Das lateinische Wort für Klugheit ist prudentia und meint Voraussicht. Klugheit handelt nicht impulsiv, sondern schaut voraus, bedenkt mögliche Konsequenzen. Klug ist nur der, der den größeren Horizont hat, der über den Augenblick hinaus schaut und die Zukunft und mögliche Folgen bedenkt. Lebe vorausschauend. Achte in deinem Leben darauf, dass du nicht überstürzt handelst. 

Sprüche – Kapitel 14

Spr. 14,8: Gottes Wegführung folgen

Die Weisheit lässt den Klugen erkennen, welchen Weg er gehen soll. Spr 14:8

Die Bitte um Wegführung am Morgen ist wichtig. Danach geht es darum, zu Hören. Folgen und  Vertrauen sind gefragt. Gottes Geist gibt dir Führung, wie du den heutigen Tag gestalten sollst, wenn du dich für ihn öffnest. Er hilft dir, wenn du bereit bist, dir helfen zu lassen. Wie das konkret aussieht, ist individuell. Evtl. geht es darum hier jemanden zu vergeben, dort Milde walten zu lassen, woanders wieder jemanden zur Hilfe zu eilen u.s.w. Vergessen wir dabei nicht: Der Weg, den er führt, ist immer ein Segensweg, der zum Ziel führt (im Gegensatz zu unseren selbst gewählten Wegen)

Mancher Weg erscheint dem Menschen richtig, aber zuletzt führt er ihn doch zum Tod. Spr 14:12

Spr. 14,13: Sein Herz vor Gott ausschütten

Auch hinter Lachen kann sich Kummer verbergen. Spr 14:13

Der Mensch hat Angst, sich so zu zeigen, wie er im Herzen fühlt. Gott lädt uns ein, vor ihm echt und wahrhaftig zu sein. Wir dürfen unser Herz von Gottes Heiligkeit durchleuchten lassen. Wenn wir Kinder Gottes sind, so bedeutet das nicht, dass wir uns immer gut fühlen werden. Wir müssen uns auch nicht immer gut fühlen. Doch wir leben dann im Glauben daran, dass Gott uns liebt und uns die Erfüllung im Leben schenken wird. Der gute Mensch ist der Mensch, der mit Gott lebt und sich von Gott beschenken lässt.

Der Abtrünnige bekommt, was er verdient und ebenso der gute Mann durch das, was er tut. Spr 14:14

Spr. 14,15: Achtsamkeit der Schritte

Der Kluge gibt auf seine Schritte acht. Spr 14:15

Der Kluge denkt nach, bevor er Entscheidungen trifft und reflektiert darüber, wo sie ihn hingebracht haben. Er glaubt nicht jedem Wort, sondern prüft es im Lichte Gottes. Aber Vorsicht: Als Tugend der Entscheidung beinhaltet die Klugheit immer auch das Risiko der Fehlentscheidung. Nicht der ist klug, der niemals irrt, sondern der, der es fertigbringt, seine Fehler zu berichtigen, und dabei auch die Möglichkeit in Kauf nimmt, zehnmal neu zu irren, anstatt sich in bequemes Nichtstun zu flüchten. Das größte Hindernis auf dem Weg zur Klugheit ist daher die Überheblichkeit, die meint, schon alles zu wissen. Wer sich für wissend hält, der hört nicht mehr hin. Der nimmt nicht mehr wahr.

Spr. 14,21: Erbarmen zeigen dem Nächsten

Wer seinen Nächsten verachtet, der sündigt, aber wohl dem, der sich über den Elenden erbarmt! Spr 14:21

Die Barmherzigkeit beinhaltet zwei Aspekte: den anderen geben, helfen, dienen und ebenso vergeben, verstehen. Geben und vergeben heißt zu versuchen, in unserem Leben einen kleinen Widerschein der Vollkommenheit Gottes, der überreichlich gibt und vergibt, abzubilden. Wir müssen daran denken, dass wir alle ein Heer von Begnadigten sind. Wir alle wurden mit göttlichem Erbarmen angeschaut. Wenn wir uns nun ehrlich dem Herrn nähern und genau hinhören, werden wir möglicherweise einige Male diesen Tadel vernehmen: Hättest nicht auch du mit deinem Mitknecht Erbarmen haben müssen, so wie ich mit dir Erbarmen hatte?

Wer den Schwachen unterdrückt, der lästert seinen Schöpfer, wer Ihn aber ehren will, der erbarmt sich über den Armen. Spr 14:31

Spr. 14,26: Sicherheit und Geborgenheit

Wer den Herrn ehrt, lebt sicher und geborgen. Spr 14:26

Wir leiden an Enttäuschungen, nicht eingetroffenen Erwartungen, unseren eigenen Grenzen, Krankheiten und allerlei mehr. Das alles zusammen lähmt die Freude am Leben. Sorgen und Ängste brechen in uns auf. Da ist es eine Hilfe, um Gott zu wissen, der alles in seiner Hand hat. So können wir mit allem, was uns bewegt jetzt schon im Vertrauen zu Gott uns äußern. Bei ihm finden wir eine Offenheit für alles, was uns bewegt und bedrückt. Er reißt uns aus dem Augenblick der Enge heraus. Er nimmt uns in die Weite seiner Herrschaft, die auf seine neue Welt ohne Not, Leid und Tod zustrebt.

Wer mit Gott im Vertrauen lebt, der ist nie allein. Er ist letztlich geborgen unabhängig von den äußeren Umständen.

Spr. 14,29: Langmut

Der Langmütige ist reich an Einsicht. Spr 14:29

Selig ist jeder Mensch, der die Langmut sich erworben hat. Der Langmütige ist allzeit in freudiger, heiterer und sehr fröhlicher Gemütsstimmung. Denn er setzt seine Hoffnung auf den Herrn. Der Langmütige ist frei von allem Zorne. Denn er hält Alles aus. Darum entbrennt er nicht sogleich in Grimm, läßt sich nicht zur Beleidigung verleiten und durch leere Worte nicht leicht aufregen. Wird ihm ein Unrecht zugefügt, so betrübt er sich nicht darüber. Wenn man ihm Vorwürfe macht, wird er darüber nicht mürrisch. Durch die Langmut weiß er allzeit sich in Ruhe zu erhalten. Bei Beleidigungen spricht er Segen aus, bei Streitigkeiten bleibt er friedfertig. Wer den Weg der Langmut und Geduld gefunden, der hat den Weg des Lebens gefunden. Ephräm der Syrer

Ein gelassenes Herz ist das Leben des Leibes, aber Eifersucht ist Fraß in den Gebeinen. Sprüche 14:30

Sprüche – Kapitel 15

Spr. 15,1: Mildes Reden

Eine milde Antwort stillt den Zorn. Spr 15:1

Das Leben mutet uns derweilen einiges zu. Häufig hat das auch mit dem Verhalten anderer Menschen gegen uns zu tun. Verbitterung und Groll können die Folge sein. In unserer Verantwortung und unserem Glauben aber liegt es, ob wir darin auch Lern-Lektionen für uns entdecken können, z.B. indem wir darin unsere Unvollkommenheiten und Schwächen erkennen und annehmen lernen (z.B. dass ich mal wieder gereizt bin aufgrund des Verhaltens einer Person). Erkenne und nehme ich diese meine Schwächen an und darin auch mein Menschsein, stehen die Chancen gut, dass ich auch die Schwächen des anderen erkenne und annehme. Wer hart über andere urteilt, der hat seine Fehler und Schwächen nicht wirklich überwunden.

Ein verletzendes Wort aber reizt zum Zorn. Spr 15:1

Spr. 15,13: Die Kraft des Lächelns

Einen fröhlichen Menschen erkennt man an seinem strahlenden Gesicht, aber einem verbitterten fehlt jede Lebensfreude. Spr 15,13

Jeder kann lächeln. Auch du! Es ist eines der schönsten Geschenke, das Gott dir gemacht hat. Ein Lächeln sorgt dafür, dass es Menschen gut geht. Ich hätte nie gedacht, dass Lächeln so eine ernste Sache ist, aber Gott hat mir gezeigt, welche verändernde Kraft ein einfaches Lächeln hat. Freude durch ein ruhiges, vergnügtes Lächeln auszudrücken bringt Gutes in dein Leben und wir teilen so die Freude und das Licht des Herrn mit anderen. Also: Bitte lächeln!

Ein zorniger Mann erregt Streit, aber ein Langmütiger stillt den Zank. Sprüche 15:18

Spr. 15,23: Ein Wort zur rechten Zeit

Es freut einen Mann, wenn sein Mund eine richtige Antwort geben kann, und wie gut ist ein Wort, das zur rechten Zeit gesprochen wird! Sprüche 15:23

Eine passende Antwort oder ein rechtzeitiges Wort zu geben, erfordert eine Hörhaltung. Wo kann ich lernen, echtes Interesse zu zeigen und dann mit meinen Worten aufzubauen? Wichtig ist dabei, dass wir in der Liebe und Aufrichtigkeit wohnen. Darum heißt es kurz darauf:

Böse Pläne sind dem Herrn verhasst, aber aufrichtige Worte erfreuen ihn. Spr 15:26

Spr. 15,33: Ehrfurcht vor dem Herrn

Wer Ehrfurcht vor dem Herrn hat, erlangt Weisheit. Bevor man zu Ehren kommt, muss man Bescheidenheit lernen. Spr 15:33

Furcht Gottes heißt Gott ernst nehmen. Das ist mehr als Respekt vor einem höheren Wesen. Furcht ist nicht zu verwechseln mit Angst. Wer sich in seiner Geschöpflichkeit erlebt, erfährt Grenzen für sein Wollen und Tun, weiß um die Vergänglichkeit seines Lebens und Handelns. Er anerkennt die Größe und Allmacht des Schöpfers und spürt das tiefe Erschauern vor der heiligen Gegenwart  Gottes. Die ehrfürchtige Schau vor Gottes Heiligkeit und die kindlich vertrauende Liebe zum Vater im Himmel verbinden sich zu einer geistlichen, uns beglückenden Erfahrung. Gottes Geist treibt die Angst aus. Wer Gott fürchtet, braucht sich vor nichts und niemand zu erschrecken.

Sprüche – Kapitel 16

Spr. 16,3: Vertraue der Vorsehung

Vertraue dem Herrn deine Pläne an. Sprüche 16:3

Es kommt wie es kommt: Wir machen uns viele Gedanken, planen, versuchen zu lenken. Das ist zu einem gewissen Grad gut, wir sollen ja nicht planlos leben. Trotzdem merken wir doch häufig, dass wir vieles im Endeffekt nicht in der Hand haben und es auf einmal ganz anders kommt, wie wir gedacht haben. Nachfolge geht nicht ohne Loslassen: Ballast muss abgeworfen werden. Nur so können wir durch die Tür Jesus. Zu viel Gepäck und wir passen nicht durch. Das Gepäck ablegen können wir, wenn wir uns überlassen:

Überlasse alles vertrauensvoll der göttlichen Vorsehung und bleibe in seinem göttlichen Frieden. Franz von Sales

Spr. 16,9: Der Mensch denkt – Gott lenkt

Das Herz des Menschen denkt sich seinen Weg aus, aber der Herr lenkt seine Schritte. Sprüche 16:9

Unser Leben ist keine einfache gerade Linie, die unser Wille zieht, sondern das Leben ist etwas, das aus zwei verschiedenen Kräften besteht: des Menschen Gedanken und Gottes Wege. In Wahrheit gibt es des Menschen Weg allerdings nicht, er ist nur ein Weg in der Illusion. Da ist nur ein wirklicher Weg, den wir unvermeidlich zu gehen haben und das ist Gottes Weg. Der Mensch möchte oft das Ganze seines Lebens auf einmal voraussehen, aber Gottes Weg geht nur Schritt für Schritt. Gott möchte, daß der Mensch Schritt für Schritt geht, nicht von seinen eigenen Ideen über das Leben geleitet, sondern von Gottes Wort, welches bei jedem Schritt zu ihm kommt, wann immer er danach fragt. Es gibt kein Wort von Gott für das Ganze unseres Lebens. Gottes Wort ist neu und frei und es kann nur auf den Augenblick bezogen werden, in welchem wir es hören. Bonhoeffer

Spr. 16,18: Hochmut und Demut

Hochmut kommt vor dem Fall. Sprüche 16:18

Strengen dich nicht an, den Hochmut zu zerstören, versuche vielmehr, die Demut durch positive Übung zu sichern. Bedenke: Das Wort ist Fleisch geworden. Und so rührt es uns an, rühren wir es an. Der Demut der Menschwerdung Gottes muß die Demut unseres Glaubens antworten, der den geistigen Hochmut des Besserwissens ablegt und sich in die Gemeinschaft des Leibes Christi hineinbeugt, auf sein Wort achtet und ihm vertraut.

Wer auf das Wort achtet, wird Gutes erlangen, und wohl dem, der auf den Herrn vertraut! Sprüche 16:20

Spr. 16,28: Gegen Klatsch und Tratsch

Ein hinterlistiger Mensch sät Zank und Streit und ein Lästermaul bringt Freunde auseinander. Sprüche 16:28

Menschen, die dir Klatsch erzählen, klatschen auch über dich! Sei dir dessen bewusst! Wenn du in ein solches Klatschgespräch verwickelt wirst, ziehe dich entweder sofort irgendwie raus oder konfrontiere den anderen mit einer positiven Sicht, indem du z.B. für Verständnis wirbst für denjenigen, über den der andere da “tratschen” will. Andererseits ertappe ich mich manchmal auch, dass in mir eine Lust aufsteigt, mich an dem Tratsch zu beteiligen, durch das negative Tratschen über andere steigt in mir mein Selbstwertgefühl, wie toll ich doch bin und es schafft Beziehung mit demjenigen, mit dem ich tratsche. Glücklicherweise merke ich diese Lust mittlerweile recht schnell und kann meist auch früh genüg innerlich Stop sagen. Oft entstehen durch Tratsch und Klatsch Probleme an Stellen, an denen keine existieren – das erlebe ich so häufig! Darum: versuchen wir uns jeglichem Tratsch und Klatsch so weit wie möglich zu entziehen – unsere geschenkten Lebensjahre sind dafür einfach zu kostbar!

Freundliche Worte sind wie Honigseim , süß für die Seele und heilsam für das Gebein. Sprüche 16:24

Sprüche – Kapitel 17

Spr. 17,3: Prüfung der Herzen

Der Herr aber prüft die Herzen. Spr 17:3

Es ist der Vater, der uns das Leben gegeben hat und uns so sehr liebt. Wenn wir Gott nicht mehr auf Abstand halten und in seiner Gegenwart leben, werden wir zulassen können, dass er unsere Herzen prüft, um zu erkennen, ob sie auf dem rechten Weg sind. So werden wir den liebenden und vollkommenen Willen Gottes erkennen und zulassen, dass er uns wie ein Töpfer formt. Wir haben oft gesagt, dass Gott in uns wohnt, aber es ist besser zu sagen, dass wir in ihm wohnen, dass er uns erlaubt, in seinem Licht und seiner Liebe zu leben. Franziskus

Nur mit Gottes Hilfe können wir unser Herz erkennen und wissen, wie es wirklich um uns steht. Es gibt nur einen Prüfer der Herzen und das ist der Herr.

Spr. 17,9: Verfehlung zudecken

Wer Liebe sucht, deckt die Verfehlung zu, wer aber eine Sache weitererzählt, trennt vertraute Freunde. Spr 17:9

Wer Liebe sucht, hängt es nicht an die große Glocke, wenn sich der Nächste verfehlt. Er macht nicht in schadenfroher Weise viel Aufhebens davon. Stattdessen sucht er durch beschwichtigendes zurechtbringendes, versöhnendes Eingreifen das Übel zu mildern, statt es ärger zu machen. Dem steht der andere gegenüber, der immer wieder Vergehungen und Schwachheiten ausgräbt, statt sie zu bedecken, sie immer wieder hervorholt, statt sie zu verschweigen, der das Feuer anheizt, statt es auszutreten. Dies kann sich erweisen im Umgang mit der Sünde der Mitmenschen, aber auch im Umgang mit der eigenen Lebensschuld, die man beständig neu hervorholt, obgleich sie längst vergeben ist.

Einen Streit anfangen ist, als ob man Wasser entfesselt. Darum lass ab vom Zank, ehe er heftig wird! Sprüche 17:14

Spr. 17,17: Freundschaft

Auf einen Freund kannst du dich immer verlassen. wenn es dir schlecht geht, ist er für dich wie ein Bruder. Spr 17:17

Bei Facebook ist es ja mittlerweile schon üblich, mit 100 oder mehr Leuten befreundet zu sein. Ich denke, bei dem Freund, auf den uns der Bibelvers aus dem Buch der Sprichwörter hinweist, kommt es nicht auf die Quantität an. Da reichen 10, 5, 2-3 oder vielleicht auch nur ein Freund, von dem man das sagen kann. Neben unerlässlichen direkten Auge-in-Auge-Treffen bieten ja die heutigen sozialen Kommunikationsmittel darüber hinaus die Möglichkeit den Kontakt aufrecht zu erhalten.

Spr 17,22: Psychosomatik

Ein fröhliches Herz macht den Körper gesund, aber ein trauriges Gemüt macht kraftlos und krank. Spr 17:22

Freude stärkt deine Gesundheit, das ist wissenschaftlich bewiesen worden. Die Freude stärkt deine psychische und physische Widerstandskraft. Wenn du in der Freude lebst, unterstützt du somit deine Gesundheit. Ein wichtiger Aspekt ist dabei, wenn du Freude teilst. Die geteilte Freude, die dich mit anderen Menschen verbindet und zur doppelten Freude wird. Ganz konkret bedeutet es auch eine gesunde Selbstsorge: sich ausruhen, wenn wir müde sind, grundlegende Bedürfnisse wie Schlaf, Nahrung und Bewegung nicht vernachlässigen u.v.m. Wenn wir keine echte Liebe und Güte zu uns selbst verspüren, wie sollen wir sie dann auf unsere Nächsten ausdehnen? Wenn wir das nicht beachten, wird ein Leben in der vollkommenen Freude nicht möglich sein. Bitte, bitte, bitte: Gott nimmt dich an. So nehme dich auch selbst an.

Spr. 17,27: Wenig reden

Ein weiser Mensch ist sparsam mit seinen Worten, denn wer sich selbst beherrschen kann, ist vernünftig. Sprüche 17:27

Die Weisen des Altertums empfehlen, wenig zu reden. Das heißt nicht, man soll nur wenige Worte sagen, sondern unnütze vermeiden. Beim Reden zählt man nicht die Worte, sondern wägt den lnhalt. Vor zwei Übertreibungen soll man sich in acht nehmen. Erstens: den verschlossenen Strengen zu spielen, so daß man in Gesellschaft nicht an der Unterhaltung teilnehmen will. Das sieht nach Mißtrauen oder Verachtung aus.  Zweitens: unaufhörlich zu schwätzen und zu plaudern, so daß die anderen überhaupt nicht zu Worte kommen; dann wird man zu Recht für seicht und oberflächlich gehalten.

Sprüche – Kapitel 18

Spr. 18,13: Zuhören

Wer antwortet, bevor er zugehört hat, zeigt seine Dummheit und macht sich lächerlich. Spr 18:13

Zuerst kommt das besonnene Zuhören und dann das eigene Reden. Nur wer bereit ist zu hören, besitzt die Freiheit, seine eigene partielle und unzulängliche Betrachtungsweise, seine Gewohnheiten und seine Denkschemata aufzugeben. So ist man wirklich bereit, den Ruf zu hören, der die eigenen Sicherheiten aufbricht und zu einem besseren Leben führt, weil es nicht genügt, dass alles soweit gut geht und ruhig ist. Für gutes Zuhören braucht es Demut: Interessiert es dich, was ein anderer zu sagen hat und willst du seine Sicht der Dinge verstehen?

Vor der Ehre kommt die Demut. Spr 18:12

Spr. 18,16: Sich schenken

Ein Geschenk öffnet viele Türen. Spr 18:16

Durch Geschenke wird Liebe sichtbar, der Klassiker: ein Blumenstrauß. Wenn ich jemanden beschenke, dann beschäftige ich mich gedanklich mit ihm. Und das Geschenk ist ein Symbol für dieses Gedenken. Es spielt keine Rolle, ob es Geld gekostet hat. Entscheidend ist, dass da jemand an mich gedacht hat. Aber nicht der flüchtige Gedanke selbst zählt, sondern die Tatsache, dass er konkret wird durch die Handlung des Aussuchens und Übergebens. So wird die Liebe sichtbar. Und so öffnet das Geschenk die Tür zum Herzen des anderen. Schenken kann ich nicht nur materielles, sondern auch Zeit, meine Hilfe und letztlich mich selbst auf der Basis dass ich selbst der unendlich beschenkte bin durch Gott.

Spr. 18,20-21: Achte auf deine Sprache

Du musst mit den Folgen deiner Worte leben, seien sie nun gut oder böse. […] Darum ist jeder für die Folgen seiner Worte verantwortlich. Sprüche 18,20-21

Unser Reden hat gewaltige Auswirkungen. Unser Wohl und Wehe ist in der Gewalt der Zunge. Wer klug und einfühlsam redet, der wird gesegnet sein. Ich bin nun Lehrer, arbeite in einem großen Team, dann natürlich die Schüler, nicht zu vergessen die Eltern: da wird viel, viel geredet. Und obwohl ich mir wirklich Mühe gebe, vergreife ich mich hin und wieder im Ton, finde nicht die richtigen Worte. Mich für diese unschönen oder unnutzen Worte verantwortlich zu fühlen, bedeutet meinen Ausrutscher zu erkennen, ihn zu akzeptieren und dann, wenn möglich, es mit der anderen Person versuchen zu bereinigen.

Tod und Leben steht in der Gewalt der Zunge. Spr 18:21

Sprüche – Kapitel 19

Spr. 19,2: Warnung vor der Schnelleritis

Wer zu schnell läuft, geht leicht fehl. Spr 19:2

Stille kommt von stillen, beruhigen, zur Ruhe bringen. Wie häufig geraten wir aber in die Schnelleritis. Ich geh mal schnell. Ich mache mal schnell. Das sind häufige Sätze. Warum schnell? Warum nicht rechtzeitig, in aller Ruhe und langsam, den inneren Raum der Stille hütend? Gerade wenn du viel mit anderen Menschen zu tun hast, wenn viele etwas von dir wollen, wenn Du Dich in intensiven Gesprächen auf sie einläßt, brauchst du diesen inneren Raum der Stille, der dich davor beschützt, dass dich die Probleme der andern bestimmen und überfordern, daß dich der Schmutz, den du im Gespräch oft mitbekommst, innerlich selber beschmutzt.

Spr. 19,2: Eile mit Weile

Wer eilt läuft Gefahr anzustoßen. Spr 19,2

Die Arbeit ist ein wichtiger Aspekt unseres Lebens. Versuche sie stets ohne Unruhe und Hast zu tun, denn das hindert uns, eine Sache gut zu machen. Flüsse, die in der Ebene ruhig dahinfließen, tragen große Schiffe mit reicher Fracht. Ein Regen, der sanft auf das Feld niederrieselt, macht es fruchtbar. Reißende Ströme dagegen überschwemmen das Land und sind für den Schiffsverkehr ungeeignet, wie auch Platzregen und Wolkenbrüche Wiesen und Felder verwüsten. Nie ward gut getan, was mit Hast und Ungestüm verrichtet wurde. Wir arbeiten rasch genug, wenn wir gut arbeiten.

Eine Expedition war durch einen Dschungel unterwegs. Der Leiter der Gruppe wollte in einer bestimmten Zeit die Strecke bewältigen. Nach einigen Tagen des ständigen Marschierens streikten die Träger. Sie luden ihre Lasten ab und setzten sich nieder. Als sie aufgefordert wurden weiterzugehen, meinten sie: Wir bleiben hier, bis unsere Seelen nachgekommen sind.

Spr. 19,11: Langsam zum Zorn

Einsicht macht einen Menschen langsam zum Zorn , und es ist ihm eine Ehre, Vergehungen zu übersehen. Spr 19:11

Der Kluge hat sich selbst im Griff. Einsicht macht langmütig. Der Weise wird nicht von seinen Emotionen beherrscht, steht nicht in der Gefahr, unkontrolliert zurückzuschlagen und weiß um seine eigenen Fehler. Geduld schafft Raum fürs Ertragen. Wer nicht gleich zornig in die Luft geht, der kann nachdenken und Sünde vergeben. Es ist ein zutiefst guter Charakterzug, wenn man auf Angriffe zurückhal-tend und deeskalierend reagieren kann

Spr. 19,21: Der Mensch denkt, Gott lenkt

Der Mensch macht viele Pläne, aber es geschieht, was der Herr will. Spr 19:21

Es kommt wie es kommt: Wir machen uns viele Gedanken, planen, versuchen zu lenken. Das ist zu einem gewissen Grad gut, wir sollen ja nicht planlos leben. Trotzdem merken wir doch häufig, dass wir vieles im Endeffekt nicht in der Hand haben und es auf einmal ganz anders kommt, wie wir gedacht haben. Nachfolge nun geht also nicht ohne Loslassen unserer eigenen Pläne. Ballast muss abgeworfen werden. Nur so können wir durch die Tür Jesus. Zu viel Gepäck, Pläne und eigene Gedanken und wir passen nicht durch. Das Gepäck ablegen können wir, wenn wir uns ganz und gar Gott überlassen.

Überlasse alles vertrauensvoll der göttlichen Vorsehung und bleibe in seinem göttlichen Frieden. Franz von Sales

Sprüche – Kapitel 20

Spr. 20,3: Abzulassen vom Streit

Abzulassen vom Streit ist für den Mann eine Ehre, jeder Narr aber stürzt sich hinein. Spr 20:3

Frieden zu bringen ist wichtiger, als unbedingt und immer Recht zu bekommen. Es ist der Demütige und der Geduldige, der mit Selbsterkenntnis, Selbstbeherrschung und einem guten Gespür für die Gefahr von Unfrieden alles daran setzt, einen Streit so schnell wie möglich zu beenden. So ein Mensch verdient Ehre und Anerkennung!

Wer kann sagen: Ich habe mein Herz geläutert, ich bin rein geworden von meiner Sünde? Sprüche 20:9

Niemand kann sein Herz reinigen und niemand kann rein werden von seinen Sünden. Wenn Gott uns nicht ein neues Herz schenkt und uns von unseren Sünden reinigt, dann sind wir rettungslos verloren. Alles was wir tun können und tun müssen ist Buße.

Spr. 20,10: Wiegen mit zweierlei Gewicht

Der Herr verabscheut das Messen mit zweierlei Maß und hasst das Wiegen mit zweierlei Gewicht. Spr 20:10

Den Nächsten klagen wir wegen des kleinsten Vergehens an, uns selbst aber entschuldigen wir auch bei schweren Verfehlungen. Für die anderen soll die strenge Gerechtigkeit gelten, für uns aber Barmherzigkeit und Nachsicht. Unsere Worte soll man stets gut aufnehmen, wir dagegen sind empfindlich gegen das kleinste Wort der anderen und regen uns darüber auf. Können wir jemanden nicht leiden, dann kann er uns nichts recht machen und wir finden alles schlecht, was er tut und nörgeln immer an ihm herum. Haben wir aber Gefallen an einem, dann mag er tun was immer, wir wissen es stets zu entschuldigen. Wir klagen gleich über den Nächsten, wollen aber nicht, daß man sich über uns beklage. Was wir für andere tun, scheint uns immer zu viel, was andere für uns tun, zählt in unseren Augen nicht. Wir haben ein mildes, nachsichtiges und höfliches Herz für uns, gegen die anderen aber ein hartes, strenges und unerbittliches. Sei also gleichmäßig gerecht in all deinem Tun. Versetze dich immer in die Lage deines Mitmenschen und ihn an deine Stelle, dann wirst du richtig urteilen. Prüfe darum oft dein Herz, ob es gegen den Nächsten so gesinnt ist, wie du es von ihm erwartest, wenn du an seiner Stelle wärest, dann handelst du richtig. Franz von Sales

Sprüche – Kapitel 21

Spr. 21,2: Ausrichtung am Willen des Herrn

Jeder Weg eines Menschen ist recht in seinen Augen, aber der Herr prüft die Herzen. Spr 21:2

Dies ermutigt zur ehrlichen Selbstprüfung. Der einzelne Lebensweg ist in den Augen dessen, der ihn geht, gerade, d.h. in Ordnung. Aber diese Einschätzung ist gefährlich, weil sie leicht nur in seinen Augen richtig sein kann. Unser Urteil über uns selbst ist nicht das entscheidende Urteil. Entscheidend ist der Einklang mit Jesus. So schreibt Paulus: Der mich aber beurteilt, ist der Herr. (1Kor4,3). Der Herr nun beurteilt nach der Liebe. Diese will er im Sinne eines guten Lebenswandels.

Recht und Gerechtigkeit üben ist dem Herrn lieber als Opfer. Spr 21:3

Spr. 21,13: Das Schreien des Armen hören

Wer sein Ohr verstopft vor dem Schreien des Armen, der wird auch keine Antwort erhalten, wenn er ruft. Spr 21:13

Annehmen des anderen, der leidet, bedeutet, dass ich mir sein Leid selbst zueigne, dass es auch mein Leiden wird. Eben dadurch aber, dass es nun geteiltes Leid geworden ist, dass ein anderer in ihm da ist, dringt das Licht der Liebe in dieses Leiden ein. Das lateinische Wort con-solatio, Tröstung, drückt dies sehr schön aus, indem es die Vorstellung eines Mitseins in der Einsamkeit weckt, die dann keine Einsamkeit mehr ist. Das ist Solidarität, die bereit ist, wirklich zu helfen, den Rücken zu stärken.

Spr. 21,21: Liebe und Gerechtigkeit üben

Wer Liebe und Gerechtigkeit übt, der findet das Leben. Spr 21:21

Die Seligpreisung spricht vom Hungern und Dürsten nach Gerechtigkeit. Jesus ist es wichtig, uns zu verdeutlichen, dass wir nicht nur irgendwelche Sehnsüchte in uns tragen sollen. Jesus will, dass wir solche Sehnsüchte wieder mehr in unser Bewusstsein rücken, die auch unsere Mitmenschen berücksichtigen. So wie ein guter Baum wie von alleine gute Frucht bringt, so sollen auch wir sein. In großer Selbstverständlichkeit sollen wir Gutes aus uns hervorbringen. Wahres und tiefes Glück entsteht nur bei den Menschen, die auch ihre Mitmenschen mit in den Blick nehmen, denn dadurch erfüllen sie den Willen des Vaters und das ist wahrhaftig ein großes Glück. Wenn Jesus sagt, dass es seine Speise ist, den Willen des Vaters zu tun, dann machen wir uns dies in der Nachfolge Jesus auch zu eigen, so werden wir gesättigt werden.

Spr. 21,23: Überlege deine Worte

Überlege deine Worte, und dir bleibt viel Ärger erspart! Sprüche 21:23

Sprache ist nicht nur Ausdruck der Gedanken. Wenn wir bewusst auf eine positive Sprache achten, so hat dies die Macht, auch unsere Gedanken zu ändern. So lerne an einer Situation oder einer anderen Person das Positive zu entdecken und dies auch zu äußern. Mich hat das langfristig in meinem Sein verändert. Dies gilt nicht nur im Sprechen mit dem Gegenüber, sondern vielmehr noch für unsere inneren Monologe. Eine positive Sprache unterstützt eine opptimistische Grundhaltung. Viel Streit und Spaltungen rühren daher, dass wir zu schnell etwas sagen, unüberlegt. Also gerade bei emotional aufgeheizten Situationen inne halten, innerlich einen Schritt zurück treten und darüber nachdenken, welche Worte zu wählen sind. Selbstkontrolle ist gefragt.

Jesus, schenke uns Besonnenheit, um in aufgeheizten Situationen die richtigen Worte zu finden.

Spr. 21,26: Geben

Der Gerechte gibt und hält nicht zurück. Spr 21:26

Es geht beim Geben nicht nur um unser Geld, sondern genauso um unsere Zeit, unsere Kraft und im tiefsten Kern um das Geben unser selbst. Die Großzügigkeit in diesem Geben beschreibt ein nicht kalkuliertes Verhalten, das auf keine adäquate Gegenleistung spekuliert. Es bedeutet ein echtes Interesse am Anderen. Die Art, wie man gibt, bedeutet mehr, als was man gibt. Durch zähneknirschendes Geben können wir Gott weder beeindrucken noch erfreuen. Es geht um die richtige Herzenseinstellung. “Wer mit Freuden gibt, gibt am meisten.” (Mutter Theresa) Geben ist eine Sache des Herzens. Ich achte darauf nicht aus Pflichtgefühl zu geben, um ja ein guter Christ zu sein, sondern zu geben mit einem geöffneten Herzen. Dafür wird er von Gott gesegnet werden.

Wer freigebig ist, der wird gesegnet, denn er gibt dem Armen von seinem Brot. Spr 22:9

Sprüche – Kapitel 23

Spr. 23,2: Gegen die Gier

Setze ein Messer an deine Kehle, wenn du gierig bist! Spr 23:2

Schaust du manchmal gierig auf andere? Wenn nicht, dann freue ich mich mit dir. Ich gehöre nicht dazu. Bei mir sind es gar nicht materielle Dinge, bei denen ich in diese Versuchung tappe, sondern meist betrifft es die Charaktereigenschaften des andern: wau kann der reden, mann ist der witzig … so wäre ich gerne auch. Ertappe ich mich dabei, kann ich das mit Gottes Kraft schnell wieder gerade rücken. Denn diese neidischen Vergleiche sind nicht gut. Ich will mehr und werde im Anhaften an dieses Begehren unfrei. Gott möchte keine Kopien, er möchte das Original: dich!

Der Vers macht als Bild auf dramatische Weise deutlich, wie wichtig es ist, sich selbst zu beherrschen.

Spr. 23,26: Gib mir dein Herz

Gib mir, mein Sohn, dein Herz, und lass deinen Augen meine Wege wohlgefallen! Sprüche 23:26

Wie kann das geschehen, daß ich Gott mein Herz schenke, das voll von Sünden und Unvollkommenheiten ist? Wie könnte es ihm so wohlgefällig sein? Armer Mensch, worüber regst du dich auf? Warum weigerst du dich, es ihm so zu schenken, wie es ist? Begreifst du nicht, daß er nicht sagt: Gib mir ein Herz wie das der Engel, sondern: schenk mir dein Herz? Es ist dein eigenes Herz, das er verlangt. Schenk es ihm so, wie es ist. Denn ach, wissen wir denn nicht, daß alles zum Guten gewendet wird, was in seine heiligen Hände gelegt wird? Ist dein Herz auch aus Erde, Schlamm oder Schmutz, fürchte dennoch nicht, es in die Hände Gottes zu legen. Schenk es ihm so, wie es ist, denn das ist es, was die göttliche Güte verlangt. Er will nichts als was wir sind und was wir haben.

Sprüche – Kapitel 24

Spr. 24,16: Fallen und aufstehen

Der Gerechte fällt siebenmal und steht wieder auf. Spr 24:16

Wie du manchmal niederfällst, so erhebst du dich auch wieder. Beunruhige dich also deswegen nicht, sondern sage demütig und aufrichtig, was dir aufgefallen ist. Was deiner Aufmerksamkeit entgangen ist, das stelle der milden Barmherzigkeit anheim. Du wirst so schnell und sachte erhebt, daß du es gar nicht gewahr wirst, weil die Hand Gottes dich aufgefangen hat in deinem Fall.

Spr. 24,26: Kuss auf die Lippen

Eine rechte Antwort ist wie ein Kuss auf die Lippen. Sprüche 24:26

Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit sind wunderbare Tugenden. Ein Mensch, der die Wahrheit sagt und nicht betrügt, der ist wie einer, der dem Nächsten auf die Lippen küsst. Der Kuss ist ein Ausdruck von Liebe und im Alten Orient auch von Wertschätzung. Es spielt dabei erst einmal keine Rolle, um welche Art von Wort und Antwort es sich handelt. Es kann sich um ein Lob, Dank, einen Tadel oder einen tröstlichen Zuspruch handeln. Immer ist entscheidend, dass das Wort selbst seine größte Wirkung nur zu seiner Zeit erzielt. Redet man zu früh oder zu spät, kann die Wirkung eines Wortes verpuffen oder als völlig unangemessen wahrgenommen werden. Der kluge Redner überlegt also nicht nur genau, was er sagt, sondern auch wann er etwas sagt.

Wie goldene Äpfel in silbernen Schalen, so ist ein Wort, gesprochen zur rechten Zeit. Spr 25:11

Spr. 25,21: Feindesliebe

Hat dein Feind Hunger, so speise ihn mit Brot. Hat er Durst, so gib ihm Wasser zu trinken! Spr 25:21

Es kann und wird irgendwann Menschen geben, die dich hassen, abblitzen lassen, ignorieren, nicht ausstehen können oder auf anderer Weise zum Ausdruck bringen, dass sie uns nicht mögen. Wie gehe ich mit solchen Menschen um, die mir deutlich gemacht haben, dass ich nicht ihr Freund bin? Ich helfe ihnen. Warum sollte ich das tun? Unsere guten Werke werden bei unserem Nächsten etwas Gutes bewirken. Unsere guten Werke können ein hartes Herz zum Schmelzen bringen. Gibt es Menschen, die du so sehr nicht magst, dass du ihnen niemals helfen würdest? Betest du regelmäßig für deine Feinde?

Spr. 25,27: Ziele setzen und Grenzen einhalten

Zu viel Honig essen ist nicht gut, zu viel Ehre bekommt einem nicht . Spr 25:27

Grenzen einzuhalten heißt zu verzichten. So ein Verzicht ist schwer. Das schafft man nur, wenn man sich ein Stück weit selbst unter Kontrolle hat. Selbstbeherrschung lässt sich trainieren. Wie Muskeln durch Training stärker werden, so kann auch die Willenskraft durch regelmäßige Disziplinübungen gesteigert werden. Aber vorsichtig. Nicht übertreiben. Der Wille erschlafft, wenn er lange gefordert ist und bricht dann ein. “Zu viel” ist auch hier nicht gut. Setze dir kleine Ziele. Diese aber setze dann um. Das bringt deiner Seele mehr, als die großen Vorsätze, die morgen schon Vergangenheit sind. Gott führe uns freundlich durch diese Zeiten, aber vor allem führe er uns zu sich.

Spr. 25,28: Selbstbeherrschung

Wie eine Stadt mit zerstörter Mauer ist ein Mann, der seinen Geist nicht beherrscht. Spr 25:28

Selbstbeherrschung ist eine Frucht des Geistes (Galater 5,22.23). Wer sich nicht im Griff hat, der ist den Angriffen des Teufels im Leben so schutzlos ausgesetzt, wie eine antike Stadt, deren Stadtmauer niedergerissen wurde und den Angriffen einer Belagerungsarmee schutzlos ausgeliefert war. Besonnenheit und Ausgeglichenheit sind wichtige Voraussetzungen dafür, dass wir mit Begierden, die in uns entstehen oder mit Provokationen von außen angemessen verfahren. Wer unbeherrscht immer gleich in die Luft geht, wer jeder Ablenkung folgt oder jedem Verlangen nachgibt, der darf sich nicht wundern, wenn er für die Sünde ein leichtes Opfer ist.

Sprüche – Kapitel 26

Spr. 26,20: Gegen die Streitsucht

Ohne Holz geht ein Feuer aus, und ohne ein Lästermaul legt sich der Streit.  Ein streitsüchtiger Mensch lässt den Zank aufflammen wie Kohle die Glut und Holz das Feuer. Spr 26:20

Kritik an der richtigen Stelle mit den richtigen Worten und stets mit Sanftmut formuliert ist richtig und wichtig. Häufig jedoch schießen wir über das Ziel hinaus, machen manchmal auch aus einer Mücke einen Elefanten. Es hilft häufig einen Schritt zurück zu tretten, die Emotionen abflachen zu lassen und häufig sind dann die kritikwürdigen Probleme doch nicht so dramatisch, wie sie es am Anfang erschienen. Kritik – falsch formuliert – verletzt den anderen und dieser schaltet dann sofort auf den Verteidigungsmodus um. Zwei Menschen streiten sich. Der eine wirft dem anderen eine ärgerliche Bemerkung an den Kopf, und der andere reagiert gleich mit einer scharfen Erwiderung. Keiner von beiden will jetzt mehr aufhören, weil sein Schweigen als Schwäche oder Niederlage gedeutet werden könnte. Gut formulierte Kritik ja – aber es unterliegt weder unser Verantwortung, noch ist es unser Recht, andere mit unseren Urteilen, seien sie zutreffend oder nicht, zu bombadieren. Das Leben ist viel zu kurz, um es mit Selbstverteidigung, Streiten und heftigen Wortwechseln zu vergeuden.

Zur Glut braucht es Kohlen und zum Feuer Holz, und um Streit anzufangen, einen zänkischen Mann. Sprüche 26:21

Sprüche – Kapitel 27

Spr. 27,5: Zurechtweisende Liebe

Liebe, die offen zurechtweist, ist besser als Liebe, die sich ängstlich zurückhält. Spr 27:5

Korrektur und Liebe gehören ganz eng zueinander. Es geht nicht darum jemanden überkritisch fertig zu machen. Hinter dem Tadel steckt Fürsorge, Interesse und Verantwortungsbewusstsein. Wer seine Liebe versteckt, indem er sich nicht traut, die Sünde eines Freundes offen anzusprechen, handelt schlechter als der, welcher Sünde beim Namen nennt, selbst dann, wenn seine Korrektur auf eine ungeschickte Weise vorgetragen wird.

Spr. 27,7: Das richtige Maß

Eine übersättigte Seele tritt Honigseim mit Füßen, einer hungrigen Seele aber ist alles Bittere süß. Spr 27:7

Während der Satte das beste Essen verachtet, ist der Ausgehungerte bereit, alles zu essen. Beide begehen einen Fehler. Der Volle kann das Gute nicht wertschätzen und der Hungrige isst alles, auch das, was ihm nicht gut tut. Im Hinblick auf menschliche Bedürfnisse (Essen, Sport, Genussmittel, Sexualität, Feiern, Freundschaft, Unterhaltung…) sollten wir immer die Mitte zwischen übermäßigem Genuss und Mangelernährung anstreben. Zuviel des Guten macht uns blind für den Wert der guten Gaben Gottes. Genuss wird so zur Qual. Eine ausgehungerte Seele hingegen, die sich nach etwas Genuss verzehrt, wird schließlich auch solche Formen des Genusses akzeptieren, die ihr nicht gut tun. Es ist ebenso falsch, der eigenen Seele das Gute vorzuenthalten, wie es falsch ist, sie mit dem Guten zu überfluten. Der Genusssüchtige ist ebenso unweise wie der Asket.

Gibt es Momente im Leben, in denen du deine Seele mit Dingen „gesättigt“ hast, die nicht gut waren? Bist du eher der Genusssüchtige oder der Asket?

Spr. 27,17: Veränderung durch Mitmenschen

Eisen wird mit Eisen geschärft, und ein Mensch bekommt seinen Schliff durch Umgang mit anderen. Spr 27:17

Solange wir hier leben, verändern wir uns. Wir sind ständig auf dem Weg. Wer stehen bleibt, steht in der Gefahr, innerlich zu sterben. Auf diesem Weg sind es vor allem unsere Mitmenschen, die in uns Bewegung anstoßen. Das sind sowohl Menschen, die uns sehr nahe stehen, von denen wir uns was sagen lassen, aber häufig noch viel mehr Menschen, an denen wir uns reiben. Danken wir Gott auch für die Menschen, die uns Schwierigkeiten bereiten. Wir wachsen durch diese Begegnungen. Überlasse dich ganz einfach dem Leben des Heiligen Geistes, welchen Menschen er dich auch immer begegnen lässt. Das ganze Leben besteht aus Gelegenheiten, Jesus zu begegnen und wir begegnen in jedem Menschen Christus!

Spr. 27,19: Herzensspiegelung

Wie sich im Wasser das Angesicht spiegelt, so spiegelt sich das Herz des Menschen im Menschen. Sprüche 27:19

Wer ins Wasser blickt, der sieht sein Spiegelbild. Das Spiegelbild meines Gesichtes entspricht meinem Gesicht. Dasselbe gilt für mein Herz. Mein Innerstes – meine Gedanken, Wünsche, Ziele, Motivation usw. – wird in dem sichtbar, was ich tue. Wer ein gutes Herz hat, der bringt aus dem guten Herzen das Gute hervor und wer ein böses Herz hat, der produziert Böses, vor allem böse Worte. Unser Herz wird an unseren Taten und Worten erkannt. Niemand bilde sich ein, er sei im Grunde seines Herzens ein „netter Typ“, wenn er dieser Behauptung keine netten Worte und Taten folgen lässt. Was zeigt dein Leben, vor allem dein Reden, über dein Herz? Bist du ein guter Mensch oder hältst du dich nur dafür

Sprüche – Kapitel 28

Spr. 28,13: Schuldbekenntnis

Wer seine Schuld verheimlicht, dem wird es nicht gelingen, wer sie aber bekennt und lässt, der wird Barmherzigkeit erlangen. Spr 28:13

Es geht um den Umgang mit eigener Sünde. Wer sie versteckt und so tut als hätte er nichts Falsches getan, der wird keine Barmherzigkeit finden. Weder bei Menschen noch bei Gott. Wer Gnade und Vergebung sucht, muss seine Übertretungen bekennen und lassen. Andernfalls wird sein Leben nicht gelingen, weil Gott Sünde straft und seine geistlichen Kinder züchtigt. Es ist Gott, der uns vergeben will, wenn wir zu unseren Fehlern stehen und uns darum bemühen, sie nicht mehr wieder zu tun. Wie schwer fällt es dir, Sünde vor Menschen oder vor Gott zuzugeben? Gibt es Sünde, die du immer wieder bekennst, aber es fehlen dir der Biss oder gute Ideen, sie zu lassen? Gibt es Sünden, die du versteckst?

Spr. 28,24: Gottesfurcht

Wohl dem Menschen, der beständig in der Furcht Gottes bleibt. Wer aber sein Herz verhärtet, wird ins Unglück stürzen. Spr 28:14

Glücklich, wer stets in der Furcht lebt, wer sich mit der Erwägung seiner eigenen Fehler befaßt und die Augen nicht öffnet,.um die Fehler der anderen zu betrachten. Es gehört zum klugen Menschsein dazu, dass man sich vor Gott fürchtet. Der Herr will Ehrfurcht und Verehrung. Er will gehört werden. Er will uns in unser Leben hineinsprechen dürfen. Wer sein Herz verhärtet, es unempfindlich gegen Gottes Reden macht, der wird ins Unglück fallen. Unglaube, Rebellion und Trotz erben keinen Segen. Wer sich nicht ermahnen und korrigieren lässt, der ist schon verloren. Anders der gehorsame Gläubige. Er maximiert seine Lebensqualität und muss sich nicht vor Gottes Strafe fürchten. Wahres Glück und Gottesfurcht gehen immer Hand in Hand

Spr. 28,23: Klare Worte

Wer einen anderen zurechtweist, wird zuletzt mehr Gunst finden als derjenige, der mit der Zunge schmeichelt. Spr 28:23

Wer ein falsches Verhalten nicht nur übersieht, sondern durch Schmeichelei bewusst überdeckt, wird keine Gunst finden. Bei niemandem! Schlussendlich auch nicht bei dem Betroffenen, der die Folgen seines Fehlverhaltens ausbaden muss. Wer bereit ist, Sünde anzusprechen, der macht sich nicht bei jedem beliebt, aber er wird Gunst finden, sei es bei Gott, der Gesellschaft oder am Ende vielleicht sogar bei dem Betroffenen. Korrektur ist wertvoller als Schmeichelei. Bist du bereit, das Fehlverhalten von Menschen anzusprechen? Hast du dich schon einmal dabei ertappt, bösen Menschen zu schmeicheln?

Spr. 28,22: Geben statt nehmen

Wer nach Reichtum jagt, ist ein habgieriger Mann, und er weiß nicht, dass Mangel über ihn kommen wird. Spr 28:22

Der Habgierige verursacht Streit, wer aber auf den Herrn vertraut, wird reichlich gesättigt. Spr 28:25

Der Habgierige ist einer, der nicht genug bekommt. Er kennt keine Genügsamkeit, will immer mehr und er ist bereit, einen Streit vom Zaun zu brechen, um seine Wünsche zu verwirklichen. Es ist immer weise und letztendlich auch für einen selbst gut, wenn man sich um die Bedürfnisse der Armen kümmert. Gott ist auf der Seite derer, die sich der Schwachen annehmen. Wer seine Augen jedoch vor der Not anderer verschließt, wer ihr Schreien nicht hören will, der wird von Menschen und von Gott verflucht. Der Mildtätige hat Überfluss und der Knauserige die Verwünschung.

Wer dem Armen gibt, hat keinen Mangel. Spr 28:27

Sprüche – Kapitel 29

Spr 29,8: Den Zorn stillen

Die Weisen stillen den Zorn. Spr 29:8

Jeder von uns ist mal wütend. Das ist nur menschlich. Aufpassen müssen wir, wenn wir merken, dass dies des Öfteren passiert, denn dann dringt diese Emotion so tief in unsere Seele, dass sie das Wachsen der vollkommenen Freude behindern kann. Daher: Wenn du Wut fühlst, dann bedenke stets, welch Folgen es haben kann, wenn du sie ungehindert raus lässt. Sie ist zu nichts nützlich und schädigt unser Immunsystem. Ein gesunder Geist ist ein ruhiger Geist. Versuche daher stets die Wut in den Griff zu bekommen. Denke zum Beispiel daran, dass auch der Mensch, auf den du gerade wütend bist, nach Gottes Ebenbild geschaffen sind.

Bleibt bei all eurem Kummer froh und ergeben!  Schaut nach oben und lasst keinen  Zorn  aufkommen. Johannes XXIII

Spr. 29,25: Wider die Menschenfurcht

Menschenfurcht bringt zu Fall. Wer sich aber auf den Herrn verlässt, wird beschützt. Spr 29,25

Die Angst vor Verurteilung, Kritik und dergleichen darf dich nicht bestimmen, so dass du Gutes unterlässt. Für Harmoniestrebende (der ich einer bin) nicht leicht. Die Angst vor der Meinung der anderen versklavt dich. Das ist nicht gut. Der Gläubige fürchtet Gott mehr als Umstände und andere Menschen. Und weil er auf den Herrn vertraut und das tut, was Gott von ihm verlangt, auch dann, wenn er Angst hat, deshalb erlebt er Gottes Schutz. Der Gläubige lässt sich sein Verhalten nicht von der Angst vor Menschen diktieren, weil er weiß, dass ein solches Verhalten nicht gut ist.

Wann stehst du in der Gefahr, aus Angst vor Menschen und ihrem Urteil über dich Dinge zu tun, die falsch sind?

Sprüche – Kapitel 30

Spr 30,8: Das richtige Maß

Lass mich weder arm noch reich sein! Gib mir nur so viel, wie ich zum Leben brauche! Spr 30:8

Hinter viel Besitz steht immer die Gefahr, dass man seine Hoffnung auf sein Vermögen und nicht mehr auf Gott setzt. Der Reiche steht in der Gefahr, Gott zu vergessen. Aber arm zu sein ist nun auch nicht schön. Hier wird nun der Mittelweg genannt: weder arm noch reich, genug, aber nicht zu viel. Diese Bitte ist wahre Weisheit und gleichzeitig die Haltung, die ein Mensch braucht, dem Gott Wohlstand anvertrauen kann, um damit in Gottes Sinn Gutes zu bewirken.

Spr. 30,21-23: Geduld haben

Unter drei Dingen zittert ein Land und vier kann es nicht ertragen: wenn ein Sklave König wird  und wenn ein Narr zu Wohlstand kommt; wenn eine Verschmähte geheiratet wird und wenn eine Magd ihre Herrin beerbt. Sprüche 30:21-23

Eine Magd, die plötzlich Herrin wird, wird leicht überheblich. Es bestünde daher auch für die Seele, die lange Zeit ihren eigenen Leidenschaften und Neigungen gedient hat, große Gefahr, stolz und eitel zu werden, wenn sie in eine Augenblick völlig Herrin über sich würde. Wir müssen uns daher nach und nach und Schritt für Schritt die Beherrschung derselben erwerben. Daher heißt es Geduld haben mit allem, in erster Linie aber mit sich selbst. Solange wir auf der Erde sind, müssen wir uns selbst ertragen, bis Gott uns in den Himmel trägt. Wir müssen Geduld haben und dürfen nicht denken, wir könnten an einem Tag soviel üble Gewohnheiten ablegen, die wir durch unsere geringe Sorge um unsere geistige Gesundheit angenommen haben.

Sprüche – Kapitel 31

Spr. 31,8: Sich für andere einsetzen

Du aber tritt für die Leute ein, die sich selbst nicht verteidigen können! Schütze das Recht der Hilflosen! Sprüche 31:8

Es liegt an mir, ob heute Menschen geholfen wird! Das klingt anmaßend. Doch es fordert mich auf, mich für Menschen einzusetzen. Rede und schweige nicht! Handle und zögere nicht. Wer Jesus nachfolgen will, ist aufgerufen, Fürsprecher dieser Menschen zu sein. Frage dich: Wo bin gefordert? Wo gibt es Menschen, die übersehen werden? Für welche Menschen soll ich mich einsetzen?

Spr 31,17: Tun und anpacken

Unermüdlich und voller Tatkraft ist sie bei der Arbeit; was getan werden muss, das packt sie an! Spr 31:17

Sie dürfen Ihrem Geist nicht erlauben, sich selbst zu betrachten und auf die eigenen Kräfte und Neigungen zurückzuschauen. Sie müssen die Augen auf das Wohlgefallen Gottes heften. Man darf sich nicht damit aufhalten, zu grübeln, wenn man laufen muß, noch über Schwierigkeiten zu reden, wenn sie gelöst werden sollen. Umgürten Sie Ihre Lenden mit Kraft und erfüllen Sie Ihr Herz mit Mut und dann sagen Sie: Ich werde es schon recht machen, aber nicht ich, sondern die Gnade Gottes mit mir.Betrachten Sie, erheben Sie Ihren Geist, tragen Sie ihn zu Gott hinauf, ziehen Sie Gott in Ihren Geist hinein. Spinnen Sie den Faden der kleinen Tugenden, lassen Sie sich zu Übungen der Nächstenliebe herab. Gott sieht Ihren kleinen Schritten wohlgefällig zu und wird wie ein guter Vater, der sein Kind an der Hand hält, seine Schritte den Ihren angleichen und sich damit begnügen, nicht schneller zu gehen als Sie.

Ihre Hände fassen die Spindel. Spr 31:19

Abschluss

Im Buch der Sprüche lässt Gott sich herab, seine Weisheit auf die Umstände unseres praktischen Lebens anzuwenden. Nach seiner vollkommenen Einsicht zeigt Er uns die Folgen all der Wege, auf denen der Mensch gehen mag. Denn die in diesem Buch niedergelegten Aussprüche werden oft in einer Weise gegeben, dass sie mehr Erkenntnis und Willen als Vorschriften darstellen. Es ist ein großer Segen, in dem Labyrinth dieser Welt, wo ein verkehrter Schritt so bittere Folgen nach sich ziehen kann, ein Buch zu besitzen, das den Weg der Klugheit und des Lebens anzeigt – und das verbunden mit einer Weisheit, die von Gott kommt. Darby