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Ex Kap 08-15

Impulse, Auslegungen, Kommentare und Bibelzitate aus dem Buch Exodus Kap. 8-15


Das Blut an den Türpfosten eurer Häuser aber wird ein Zeichen sein, das euch schützt.  Ex 12:13

Israel erhält Anweisungen für die Feier des Passafest. Ein Lamm soll geschlachtet werden und mit dessen Blut soll jede Haustür als Schutzzeichen markiert werden, wenn die 10. Plage eintrifft. Das Blut des Opferlammes ist Zeichen für Gottes gnädiges Erbarmen. Dieses Lamm und sein Blut ist ein Bild von Christus und sein Tod am Kreuz. Während das Judentum bis heute jährlich das Passamahl feiert in Erinnerung an den Auszug aus Ägypten, so ist für die Christen an seine Stelle das Abendmahl getreten, das allerdings nicht nur einmal jährlich gefeiert wird. Christus ist unser Passalamm. Hier wie dort bezeichnet Passa ein Handeln Gottes, das einen neuen Anfang schafft.

Unser Passah, Christus, ist geschlachtet worden. 1. Kor 5,7


Um Mitternacht tötete der Herr alle erstgeborenen Söhne der Ägypter. Ex 12:29

Die angekündigte 10. Plage bringt die Tötung aller männlichen Erstgeborenen mit sich. Nur die Israeliten werden durch das Blut des Landes verschont. Der Pharao bittet Moses, so schnell wie möglich los zu ziehen und er bittet sogar bei Gott um Segen für sich. Der Auszug beginnt noch in der Nacht. “In dieser Nacht hielt der Herr selbst Wache, um sein Volk sicher aus Ägypten herauszuführen.” (Ex 12:42). Als Erinnerung an diese Befreiung, soll von nun an alles Erstgeborene dem Herrn geweiht werden.

Tagsüber zog der Herr in einer Wolkensäule vor ihnen her, um ihnen den Weg zu zeigen, und nachts war er in einer Feuersäule bei ihnen, die ihren Weg erhellte. So konnten sie bei Tag und Nacht wandern. Ex 13:21


Habt keine Angst! Verliert nicht den Mut! Ihr werdet erleben, wie der Herr euch heute rettet. Ex 14:13

Wieder wurde das Herz des Pharao verhärtet und er entschließt sich, die Israeliten zurück zu holen. Die Israeliten packt das Entsetzen, als sie die Truppen heranziehen sahen und sie schrien zum Herrn um Hilfe. Sie streiten mit Moses und geben ihm Schuld. Vor ihnen war das Meer, hinter ihnen die Kriegsheere des Pharaos, und auf beiden Seiten erhoben sich die Berge. Sie standen ohnmächtig da, umschlossen von einer Mauer von Schwierigkeiten. Der Herr hat uns nicht verheißen, dass wir von Leiden verschont bleiben sollen. Er sagt uns im Gegenteil, dass wir Schwierigkeiten begegnen werden. Der Glaube sieht über die Schwierigkeit hinaus und sieht die Treue, Liebe, das Handeln und die Macht Gottes.


Der Herr wird für euch streiten und ihr werdet stille sein. Ex 14,14

Nur wenn wir gelernt haben, still zu sein, sind wir wirklich fähig, aufzubrechen und vorwärts zu gehen. Lasst uns daher in jeder Schwierigkeit auf Gott allein warten. Er wird uns bestimmt einen Weg zeigen, und wir können dann mit friedlichem und glücklichem Herzen diesen Weg gehen. Immer, wenn uns die Angst und die Probleme den Blick für die Zukunft verstellen, sollen wir an Gott denken, ihn loben für sein Handeln und losgehen. Gott begleitet uns. Die Orientierung an seinem Willen gibt uns Kraft auf unserem Lebensweg. Kaum etwas trägt so sehr zur Verherrlichung des Namens unseres Herrn Jesus bei wie die tiefe Ruhe, die dem Bewusstsein entspringt, dass sich Jesus zwischen uns und allem befindet, was unsere Herzen beunruhigen könnte.


Heb deinen Stab hoch und streck ihn aus über das Meer! Es wird sich teilen, und ihr könnt trockenen Fußes mitten hindurchziehen. Ex 14:16

Gott rettet die Israeliten vor ihren Verfolgern. Das Wasser teilte sich, es stand auf beiden Seiten wie eine Mauer. Sie ziehen hindurch. Die Ägypter selbst werden ertrinken. Der Herr stellt sich nicht nur zwischen uns und unsere Sünden, sondern auch zwischen uns und unsere Probleme. Durch Ersteres gibt Er uns den Frieden des Gewissens, durch Letzteres den Frieden des Herzens. Der Glaube erhebt uns über die Schwierigkeiten und befähigt uns, ruhig zu sein und auf Gott zu sehen. In Schwierigkeiten erfährt man das Glück auf Gott rechnen zu dürfen. Ist alles nur leicht, kommt man schnell in die Versuchung zu denken, nicht so sehr auf Gottes Gegenwart angewiesen zu sein.

So rettete der Herr die Israeliten an diesem Tag vor den Ägyptern. Ex 14:30


Der Herr ist meine Rettung und Kraft, er lässt mich fröhlich singen. Er ist mein Gott, ihn will ich preisen! Ex 15:2

Erinnern wir uns dankbar an vergangene Momente der Hilfe. Wer nicht mehr mit Dankbarkeit an die Güte Gottes denken kann, dessen Herz wird bald mit Finsternis erfüllt werden. Ein Gläubiger kann ständig in der Gegenwart Gottes sein. Sooft aber seine Schwierigkeiten sich zwischen ihn und den Herrn drängen, genießt er nicht die Gegenwart des Herrn, sondern er leidet angesichts der Schwierigkeiten. Es ist so, als wenn eine Wolke zwischen uns und die Sonne tritt und uns für eine Zeit von ihr trennt. Die Wolke verhindert nicht das Leuchten der Sonne, aber sie nimmt uns die Freude an ihren Strahlen. Genauso ist es, wenn wir den Trübsalen und Sorgen des Lebens erlauben, sich zwischen uns und das Angesicht unseres Vaters zu drängen, der mit unveränderlicher Liebe und Güte auf uns blickt. Es gibt keine Schwierigkeit, die für unseren Gott zu groß wäre. Im Gegenteil, je größer die Schwierigkeit ist, umso mehr bietet sich ihm die Gelegenheit, seine Macht und Gnade zu erweisen.

Herr, deine Hand tut große Wunder. Ex 15:6
Voller Liebe führst du uns. Ex 15:13


Der Herr ist König für immer und ewig! Ex  15:18 


Der Weg durch die Wüste (Ex 15,22-18,27)

Mose ließ die Israeliten vom Schilfmeer aufbrechen. Sie zogen los und kamen in die Wüste Schur. Drei Tage lang waren sie hier unterwegs, ohne Wasser zu finden. Ex 15:22

Die Wüstenwanderung wird zur Glaubensprobe für das Volk. Es soll lernen, dass es sein Überleben allein Gott verdankt. Unser Leben beinhaltet oft Wüstenphasen. Wüstenphasen sind oft nötig, damit wir Gott und unsere eigenen Herzen besser kennenlernen. Die Hitze des Sommers bringt die reifen Früchte des Herbst hervor. In diesen Zeiten muss das tiefe Bewusstsein dessen, was Gott für uns ist, alles andere beherrschen, ansonsten beginnt unser Glaube zu schwanken. Die Kraft unserer Gottesbeziehung erleben wir nur in der Wüste. Das Volk Israel erlebt auf seiner langen Wanderung durch die Wüste immer wieder, wie Gott es versorgt und ihm Gutes schenkt.


Mose flehte den Herrn um Hilfe an, und der Herr zeigte ihm ein Stück Holz. Als Mose es ins Wasser warf, wurde das Wasser genießbar. 2. Mose 15:25

Das Volk leidet Durst, aber es ist nur ungenießbares Wasser vorhanden. Durch das ins Wasser geworfene Holz wird das Wasser durch das Eingreifen Gottes genießbar. Die Kirchenväter haben diese Szene auf das Kreuz Jesu hin gedeutet. Das Holz des Kreuzes Jesu, sein Leiden, nimmt all das Bittere in unserem Leben auf und macht das oft “Ungenießbare” und das schwer Erträgliche ertragbar, weil wir uns in unserem Leiden geliebt wissen. Er trinkt den bitteren Essig der Menschheit (vgl. Mk 15,36) und verwandelt ihn durch seinen Tod am Kreuz in Liebe. Diese Liebe strömt dann aus seinem geöffneten Herzen zu uns. Durch die Betrachtung und Meditation des Kreuzweges finden wir Zugang zu diesem großen Geheimnis der verwandelnden, mächtigen Ohnmacht des Kreuzes, der sich hingebenden Liebe.


Ich bin der Herr, der euch heilt! Ex 15:26

Die Israeliten finden Wasser, allerdings ist es bitter. Das Volk murrt und ist ohne Vertrauen. Sie hatten schnell das Bewusstsein ihrer Befreiung aus Ägypten verloren. Dennoch hilft Gott. Auf Anweisung Gottes wirft Moses ein Stück Holz hinein. Da wurde das Wasser genießbar. Das Holz ist ein Hinweis auf das Kreuz Jesus, das alle Bitterkeit ins Süße verwandelt. Er ist mein Arzt und seine Arztpraxis ist immer offen. Tag und Nacht können wir ihn im Gebet anrufen und um Hilfe anflehen. Er verschreibt keine gewöhnliche Medizin, sondern seinen heilenden Geist.

Hört auf mich, den Herrn, euren Gott und lebt so, wie es mir gefällt! Ex 15,25