Anmeldung ->

Ex Kap 00 Gliederung

H 02 Exodus 01-15,21 Auszug

✝️ Befreiung Israels aus Ägypten (Ex 1,1-15,21)

1. Pharaos Vorgehen gegen die Israeliten (Ex Kap 1)
2. Moses Geburt und Errettung (Ex 2,1-10)
3. Mord, Flucht und neues Zuhause (Ex 2,11-25)
4. Der brennende Dornbusch (Ex 3, 1-4)
5. Zieh deine Schuhe aus (Ex 3,5-6)
6. Gott sendet Moses (Ex 3,7-12)
7. Der Name Gottes (Ex 3, 13-22)
8. Moses Einwand: Unglaube des Volkes (Ex 4,1-9)
9. Moses Einwand: Kein Mann der Rede (Ex 4,10-12)
10. Moses Einwand: Nimm einen anderen (Ex 4,13-17)
11. Moses auf den Weg nach Ägypten (Ex 4,18-31)
12. Mose spricht mit dem Pharao (Ex Kap. 5)
13. Gott wiederholt seinen Auftrag an Mose (Kap. 6)
14. Die Plagen über Ägypten (Ex 7,1-10,29)
15. Die Feier des Passafest (Ex 12,1-28)
16. Die 10. Plage + Auszug (Ex 12,29-13,16)
17. Pharao verfolgt die Israeliten (Ex 14, 1-14)
18. Aufruf zum Stillesein (Ex 14,14)
19. Durchzug durchs Schilfmeer (Ex 14,15-31)
20. Das Danklied der Befreiten (Ex 15,1-21)

✝️ Der Weg durch die Wüste (Ex 15,22-18,27)

21. Die Erfahrung der Wüste (Ex 15,22)
22. Ich bin euer Arzt (Ex 15, 22-27)
23. Ich gebe euch Manna vom Himmel (Ex 16,1-4)
24. Christus täglich neu empfangen (Ex 16,13-21)
25. Ich stille euren Durst (Ex 17,1-7)
26. Christus unser Fürsprecher (Ex 17,8-16)
27. Entlastung Mose (Kap 18, 1-27)

✝️ Bundesschluss am Berg Sinai (Ex 19,1-24,11)

28. Gottesbegegnung (Ex Kap 19)
29. Die Zehn Gebote (Ex 20,1-17)
30. Rechtsordnungen (Ex 21,1- 23,19)
31. Heilszusage (Ex 23,20-33)
32. Gott schließt seinen Bund mit Israel (Ex 24,1-11)

✝️ Der Bau des heiligen Zeltes (Ex 25-31,11)

33. Lade & Tisch & Leuchter & Hütte (Ex 25-27)
34. Eingraviert im Herzen Jesus (Ex Kap. 28)
35. Gottesbegegnung (Ex Kap. 29)

✝️ Bundesbruch + Erneuerung  (31,12-34,35)

36. Gebot der Sabbatfeier (Ex 31,12-18)
37. Das goldene Kalb  (Ex 32,1-8)
38. Mose Fürbitte bei Gott (Ex 32,9-14)
39. Mose zerbricht Bundestafeln (Ex 32,15 – 33,6)
40. Gottes Umgang mit Mose (33,7-23)
41. Erneuter Bundesschluss (Ex Kap 34)

+ + +

Der Auszug der Israeliten aus dem Sklavenhaus Ägypten war für das Volk das große Erlebnis von Erlösung und Befreiung. Es war die Großtat Gottes an dem kleinen Volk, an das sich jeder fromme Israelit am Vorabend jedes Sabbats erinnerte. Die Befreiung aus Ägypten wurde schon in der Geschichte des alten Israels als Bild für jede Befreiung gesehen. Es ist die Befreiung von Abhängigkeit und Anhänglichkeit an die Wohltaten dieser Welt.

Da schickt Gott seinem Volk einen Retter: Mose. Schon von Geburt an zeigt Gott, dass er mit diesem Kind, das er – ausgesetzt – aus dem Wasser rettet, mit ihm Großes vorhat. Doch zunächst scheitert Mose. Als er einen Ägypter erschlägt, muss er in die Fremde fliehen. Dort sieht er im Dornbusch das göttliche Feuer brennen. Der Dornbusch ist Bild seines Scheiterns, seiner Unbrauxhbarkeit. Doch gerade in diesem vertrockneten und übersehenen Dornbusch erscheint Gottes Herrlichkeit. Und Gott offenbart sich dem Mose als JHWH, das heißt: der «Ich bin, der ich bin», der «Ich bin da für euch». Und Gott sendet Mose zum Volk, um es aus Ägypten herauszuführen. Doch der Pharao will nicht. Gott schickt dann zehn Plagen über Ägypten. Der Weg in die Freiheit geht über viele Widerstände. Das Alte wehrt sich, bis das Neue sich durchsetzen kann.

Und dann geschieht das Wunder des Auszugs. Zuvor feiern die Israeliten das Paschamahl. Pascha heißt «Übergang»,«Hinüberschreiten». Pascha wird zum Urbild jedes Übergangs von der Gefangenschaft in die Freiheit, vom Dunkel zum Licht, vom Tod zum Leben. – Jesus Christus wird das wahre Paschalamm sein. Er ermöglicht uns nicht nur in unserem Sterben, sondern jetzt schon den Übergang aus dieser Welt in die jenseitige Welt Gottes, die in Jesus schon hineinragt in unsere Welt. Pascha wird zum Urbild von Ostern.

Nach dem Mahl bricht das Volk auf und zieht trotz aller Angst trockenen Fußes durch das Schilfmeer, während die es verfolgenden Ägypter im Meer untergehen. Das kaum bewaffnete Volk setzt sich durch gegen die militärische Übermacht Ägyptens. Das war für die Israeliten die Erfahrung von Gnade schlechthin.

Israel ist glücklich durch das Schilfmeer gezogen. Doch anstatt sich über Gottes Schutz zu freuen, verfällt das Volk immer wieder ins Murren, sobald sich ihm ein Hindernis in den Weg stellt, sobald es an Hunger oder Durst leidet. Gott muss immer wieder ein Wunder wirken, um der Menschen Durst zu stillen und sie zu speisen. – Die Wunder sind im Grunde Bilder der Verwandlung auf unserem Weg in die Freiheit. Da muss sich die Bitterkeit in uns verwandeln, weil sie uns sonst von innen heraus tötet (Bitterwasser in Mara; Ex 15,22–27).

Gott schickt das Brot vom Himmel, das wunderbare Manna, das das Volk nicht für den nächsten Tag auf bewahren darf, sondern jeden Tag von Neuem sammeln muss. Gott sorgt täglich neu für uns, damit wir die ängstliche Sorge um uns aufgeben. Das, was hart geworden ist in uns, wird zu einer Leben spendenden Quelle, wenn Gottes Stab den Stein berührt.

Am Berg Sinai empfängt das Volk die Zehn Gebote (Ex 20,1–21) aus Gottes Hand. Die Gebote sind keine drückende Last, sondern Wohltat für das Volk. Der Dekalog soll das Volk immer wieder daran erinnern, dass Gott es herausgeführt hat aus dem Sklavenhaus Ägypten. Die Gebote sind Wege in die Freiheit, Verwirklichung der Freiheit, die Gott dem Volk geschenkt hat. Gott bindet sich an das Volk. Das Volk soll als Zeichen seiner Bindung an Gott die Gebote halten.

Doch schon bald fällt das Volk ab. Es betet lieber das Goldene Kalb an, das Sinnbild des eigenen Erfolgs. Es will nicht auf Gott bauen, sondern auf die eigene Kraft. Mose, der zwischen Gott und dem störrischen Volk steht, muss vermitteln. Nachdem er die Gesetzestafeln zerbrochen hat, gibt Gott ihm neue. Und Gott erneuert seinen Bund. Er ist treu, während das Volk immer wieder in Untreue verfällt. Mose muss seine Zweifel, ob Gott dieses störrische Volk wirklich nähren und tränken könne, damit bezahlen, dass er das Gelobte Land nicht betreten darf. Er darf nur einen Blick hineinwerfen.