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02 Exodus

Exodus – Auslegungen

Exodus – Mose Geburt und Auftrag (Kap. 1-4)

Ex 1,11

So zwang man die Israeliten zur Sklavenarbeit Ex 1:11

Die Nachkommen Jakobs vermehren sich. Darum bekommt der Pharao Angst. Die Fremden sind bedrohlich. Er zwingt sie zu hartem Sklavendienst. Das Volk vermehrt sich dennoch. Darum weist er die hebräische Hebammen an, neugeborene männliche Israeliten zu töten. Doch diese durchkreuzen seinen Plan und machen es nicht. Ein neuer Befehl des Pharao lautet nun die neugeborenen Jungen in den Nil zu werfen.

Werft alle neugeborenen Jungen der Hebräer in den Nil, nur die Mädchen lasst am Leben! Ex  1:22

Ex 2,6

Als sie den Korb öffnete, sah sie den weinenden Jungen darin liegen. Sie bekam Mitleid und sagte: Das ist bestimmt eins von den hebräischen Kindern. Ex 2:6

Ein israelisches Paar bekommt einen Sohn und halten ihn drei Monate versteckt. Dann setzen sie das Kind in einem Binsenkästchen im Nil aus. Die Schwester des Babys verfolgt es heimlich. Sie sieht, wie die Tochter des Pharao es findet und Mitleid mit dem Jungen hat. Die Schwester des Baby kommt aus dem Versteck und fragt die Tochter des Pharao, ob sie eine hebräische Frau zum stillen holen soll. Die Tochter des Pharao bejaht. Die leibliche Mutter kommt und wird dafür bezahlt es zu stillen. Die Tochter des Pharaos nahm ihn als ihren Sohn an und gab ihm den Namen Mose. Die Rettung und der Lebensweg Mose zeigen die Güte und Größe Gottes, der sich in allen Zeiten einzelnen Menschenschicksalen zuwendet.

Interessant: das Binsenkästchen des Mose wird mit dem gleichen Wort bezeichnet wie die Arche, in dem Noah gerettet wurde. Wie Noah am Anfang einer neuen Menschheit steht, so steht Mose am Anfang der Geschichte Israels

Ex 2,12

Als er sich überzeugt hatte, dass niemand ihn beobachtete, schlug er den Ägypter tot und verscharrte ihn im Sand. Ex 2:12

Moses ist mittlerweile erwachsen. Da sieht er, wie ein Hebräer erschlagen wird und erschlägt darauf den Ägypter. Als er am nächsten Tag den Streit zwischen zwei Hebräern schlichten möchte, spricht dieser ihn auf seinen Mord an. Moses bekommt Angst. Auch der Pharao hört von dem Mord und möchte Moses töten lassen. Moses flieht in das Land Midian. Als er sich dort an einem Brunnen ausruht, kommen sieben Töchter eines Priesters, um Wasser zu holen. Als Hirten sie versuchen weg zu drängen, nimmt Moses sie in Schutz. Der Vater der Töchter lädt ihn darauf hin zu ihm ein. Moses bleibt bei ihm. Der Priester gibt ihm seine Tochter Zippora zur Frau und sie bekommen einen Sohn.

Der lud ihn ein, bei ihnen zu bleiben, und Mose willigte ein. Reguël gab ihm seine Tochter Zippora zur Frau. Ex 2:21

Ex 3,2

Dort erschien Moses der Engel des Herrn in einer Flamme, die aus einem Dornbusch schlug. Ex 3:2

Gott hatte die Israeliten nicht vergessen. Er wusste, was zu tun war. Dieses Tun beginnt mit Moses. Er kam beim Hüten der Schafe absichtslos zum Berg Horeb. Mose hört vollkommen unerwartet und unvorbereitet wie er gerufen wird und antwortet schlicht: Ja Herr! Kein Erschrecken über einen Dornbusch, der brennt und nicht verbrennt oder über die unheimliche Stimme aus dem Busch. Moses Antwort zeigt Spannung, Neugierde, Offenheit und Bereitschaft für die Stimme Gottes. Wir sollten uns beim Lesen der Bibel oder bei unerwarteten Begegnungen diese Haltung als Vorbild nehmen, um immer neu etwas von Gott zu erfahren und bereit zu sein, nach seinem Willen zu handeln.

Der Herr sah, dass Mose sich dem Feuer näherte, um es genauer zu betrachten. Da rief er ihm aus dem Busch zu: Mose, Mose! Ja, Herr,  antwortete er. Ex 3:4

Ex 3,4

Da rief er ihm aus dem Busch zu: Mose! Ex 3:4

Mose begegnet Gott in einem brennenden Dornbusch. Wo sind deine Orte, wo du Gott begegnest? Sicher im Gebet, im Empfang der Sakramente, in der Stille einer Kirche u.v.m. Immer wieder geschieht Gottesbegegnung  offensichtlich, manchmal unbemerkt auch an ganz anderen Orten. Gott lässt sich keine Grenzen setzen. Das Heilige ist überall, wenn wir die Augen dafür offen halten. So vieles kann zum brennenden Dornbusch werden u.a. eben auch deine Ängste. Gott gibt nicht nur Zeiten der Freude, sondern auch Zeiten der Angst, um darin unser Vertrauen zu stärken, sich darin uns zu offenbaren. Gott segne dich und diesen Tag.

Ex 3,5

Komm nicht näher! befahl Gott. Zieh deine Schuhe aus, denn du stehst auf heiligem Boden! Ex 3:5

Um nach außen für Gott wirken zu können, muss ich innerlich bei ihm sein. Wenn ich nicht in dem verborgenen Heiligtum seiner Gegenwart bin, werde ich bald in meinem Dienst ermatten. Viele scheitern an dieser Klippe. Wir sind immer der Gefahr ausgesetzt, im Getriebe unseres Verkehrs mit den Menschen und in der Aufregung der Diensttätigkeit aus dem Ernst und der Ruhe der Gegenwart Gottes herauszutreten. In diesem Punkt ist sorgfältige Wachsamkeit nötig. Wenn wir diese heilige Geistesstimmung verlieren, die in den „unbeschuhten Füßen“ ihren Ausdruck findet, so wird unser Dienst sehr bald geistlos und fruchtleer werden. Wenn wir unserer Arbeit erlauben, sich zwischen unser Herz und den Herrn zu drängen, so wird sie von geringem Wert sein. Nur wenn wir Christus genießen, werden wir ihm in wirksamer Weise dienen können. Nur wenn das Herz in seiner Nähe bleibt, sind die Hände fähig, seinem Namen in wohlgefälliger Weise zu dienen.

Ich bin der Gott, den dein Vater verehrt hat, der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs.« Mose verhüllte sein Gesicht, denn er hatte Angst davor, Gott anzuschauen. Ex 3:6

Ex 3,10

Geh nach Ägypten, Mose! Ich sende dich zum Pharao, denn du sollst mein Volk Israel aus Ägypten herausführen! Ex 3:10

Ob Gott jemand sendet oder ob ein Mensch ungesandt seinen Lauf beginnt, das sind zwei sehr verschiedene Dinge. Wenn ich allein auf mich schaue, werde ich nichts ausrichten. Wenn ich aber auf Christus blicke, so vermag ich alles. Als daher Mose aus Misstrauen und Furchtsamkeit die Frage stellte: Wer bin ich? antwortete Gott: Ich werde mit dir sein. Das hätte ihm genügen sollen. Wenn Gott mit mir ist, dann ist es überhaupt nicht wichtig, wer ich bin oder was ich bin. Wenn Gott sagt: Ich will dich senden und Ich werde mit dir sein, dann ist der Diener reichlich mit göttlicher Autorität und Kraft versehen, und er sollte daher freudig und zufrieden seine Straße ziehen.

Mose erwiderte: Ich soll zum Pharao gehen und die Israeliten aus Ägypten herausführen? Wer bin ich schon? Gott antwortete: Ich stehe dir bei. Ex 3:11-12

Ex 3,14

Gott antwortete: Ich bin, der ich bin! Darum sag den Israeliten: “Ich bin” hat mich zu euch gesandt. Ex 3:14

Der Name drückt Gottes Wesen aus. Er nennt sich „Ich bin“ und der Glaube darf seine Bedürfnisse neben diesen kostbaren Namen schreiben. Brauchen wir Leben, Christus sagt: Ich bin das Leben. Brauchen wir Gerechtigkeit. Er ist unsere Gerechtigkeit. Brauchen wir Frieden. Er ist unser Friede. Jesus sagt: Ich bin das Brot des Lebens. (Joh 6,48). Ich bin das Licht der Welt. (Joh 8,12). Ich bin der gute Hirte. (Joh 10,11). Ich bin die Auferstehung und das Leben. (Joh 11,25). Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.(Joh 14,6). Ich bin der wahre Weinstock (Joh 15,1). Ich bin das Alpha und das Omega (Off 22,13). Ich bin der glänzende Morgenstern (Off 22,16) Oh Tiefe und Fülle dieses Namens “Ich bin”!

Ja, der Herr hat mich geschickt, der Gott eurer Vorfahren, der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs. – Denn das ist mein Name für alle Zeiten. Alle kommenden Generationen sollen mich so nennen. Ex 3:15

Ex 4,1

Was ist, wenn die Israeliten mir nicht glauben und nicht auf mich hören? Bestimmt sagen sie: Der Herr ist dir gar nicht erschienen! Ex 4:1

Welche Mühe kostet es den Menschen, sein Vertrauen auf Gott zu setzen! Der Herr schenkt Moses drei große Zeichen, die das Volk zum Glauben bringen soll. Zum einen sein Stab, der sich in eine Schlange verwandelte, wenn Moses ihn zum Boden warf. Ergreift er sie beim Schwanz wird sie wieder zum Stab. Zum anderen seine Hand, die aussätzig wurde, wenn er sie in sein Gewand steckte und ebenso wieder den Aussatz verschwinden lies. Zuletzt das Wasser aus dem Nil, dass zu Blut wurde, sobald er es auf den Boden goß.

Der Herr sagte: Tu dies vor den Augen der Israeliten! Dann werden sie dir glauben, dass ich, der Herr, dir erschienen bin. Ex 4:5

Ex 4,10

Herr ich bin noch nie ein guter Redner gewesen. […] Zum Reden habe ich einfach kein Talent, die Worte kommen mir nur schwer über die Lippen. Ex 4:10

Es ist gut, uns immer wieder ins Gedächtnis zu rufen, dass, wenn der Herr mit uns ist, gerade unsere Mängel für ihn eine Veranlassung werden, seine Gnade und seine Geduld zu offenbaren. Paulus schreibt später: Daher will ich mich meiner Schwachheiten rühmen, damit die Kraft des Christus über mir wohne. Diese Erkenntnis hätte Mose von seinem Misstrauen und seiner Furchtsamkeit befreien sollen. Wenn der Herr ihm versichert hatte, dass Er mit seinem Mund sein werde, so hätte er über den Mangel an Beredsamkeit völlig beruhigt sein sollen. Für den Glauben ist das einfach. Das zweifelnde Herz aber setzt sein Vertrauen weit lieber auf eine beredte Zunge als auf den, der sie erschaffen hat.

Darum geh jetzt! Ich bin bei dir und werde dir sagen, was du reden sollst. Ex 4:12

Ex 4,13

Mose bat: Ach, Herr, sende doch lieber einen anderen! Ex 4,13

Ist dies alles für uns nicht ein deutlicher Spiegel, in dem wir unser eigenes Bild sehen können? Wir sind alle vielmehr geneigt, unser Vertrauen auf irgendetwas anderes zu setzen, als auf den lebendigen Gott. Gestützt durch einen schwachen Menschen gehen wir mutig vorwärts. Aber wir zittern, zögern und zweifeln, wenn wir die Gunst Gottes zu unserer Ermutigung und seinen mächtigen Arm zu unserer Stütze haben. Das sollte uns tief vor dem Herrn demütigen und uns antreiben, ihn besser kennenzulernen, damit wir ihm immer tiefer vertrauen, bei ihm allein unsere Quelle finden und mit festerem Schritt unsern Weg gehen können

Ich weiß, dass dein Bruder Aaron, der Levit, sehr gut reden kann. Er ist schon unterwegs und kommt dir entgegen. Ex 4:14

Ex 4,30

Aaron teilte ihnen Wort für Wort mit, was der Herr zu Mose gesagt hatte, und Mose tat die Wunder vor aller Augen. Ex 4:30

Gott macht Mose klar, dass alles, was nun geschehen wird nach seinem Plan und Willen abläuft. Er prophezeit die Auseinandersetzung mit dem Pharao.
Wir befinden uns in der Gefahr, die Führung Gottes mit einem widerstandsfreien Weg zu verwechseln. Wenn wir Widerstände erleben, fangen wir schnell an, an der Führung Gottes zu zweifeln. Aron redet. Mose vollbringt Wunder. Wenn jemand befähigt ist, sich selbst als Boten Gottes zu betrachten, kann er wegen der Annahme seiner Botschaft völlig ruhig sein. Diese Gewissheit beeinträchtigt keineswegs seine liebevolle Sorgfalt im Blick auf die, an die er sich wendet. Im Gegenteil; sie bewahrt ihn vor jener Unruhe des Geistes, die nur dazu dienen würde, ihn zur Ablegung eines ruhigen, erhabenen und beharrlichen Zeugnisses unfähig zu machen. Der Bote Gottes sollte nie vergessen, wessen Botschaft er bringt.

Die versammelten Israeliten glaubten ihnen. Als sie hörten, dass der Herr ihr Elend gesehen hatte und ihnen helfen wollte, warfen sie sich nieder und beteten ihn an. Ex 4:31

Exodus: Moses vor dem Pharao (Kap. 5-13)

Ex 5,1-2

Lass mein Volk ziehen! Es soll mir zu Ehren ein Fest in der Wüste feiern! – Wer ist denn dieser Herr?, fragte der Pharao. Ich kenne den Herrn nicht und lasse sein Volk bestimmt nicht frei! Ex 5:1‭-‬2

Mose und Aaron gehen zum Pharao. Sie wollen dass er sie ziehen lässt. Er macht es nicht. Im Gegenteil. Die Not wird größer. Sie müssen sich in ihrer Sklavenarbeit das Stroh für die Ziegel selber suchen. Der Pharao reagiert mit Verschärfung der Arbeitsbedingungen. Faul seid ihr, nichts als faul, rief er. Der Pharao zeigt Unkenntnis und Ungehorsam. Wenn man Gott nicht kennt, so kann man ihm nicht gehorchen, denn Gehorsam gründet sich auf Erkenntnis. Die Israeliten machen Moses und Aaron Vorwürfe. Jetzt hasst uns der Pharao noch mehr. Die Handlungsweise des Pharao zeigt Wirkung: Das Volk steht nicht mehr ungeteilt hinter Mose und Aaron. Moses klagt Gott an. Anklagend hält Mose dem Herrn den Misserfolg seiner Sendung vor.

Da wandte sich Mose an den Herrn und sprach: Herr, warum lässt du dein Volk so schlecht behandeln? Warum hast du mich hergesandt? Ex 5:22

Ex 6,6

Ich will euch aus ihrer Knechtschaft erretten und will euch erlösen. Ex 6:6

Gott kündigt sein Eingreifen an. Er antwortet : Jetzt wirst du sehen was ich mit dem Pharao mache.  Gott lässt sich nicht auf Moses Anklage ein, sondern lenkt den Blick auf das, was er tun wird: Du wirst sehen!Nichts ist mehr geeignet, ein zweifelndes Herz auf einen sicheren Boden zu stellen, als das Bewusstsein, dass Gott sich unser angenommen hat, gerade so wie wir sind. Seine Liebe ist unveränderlich.Eine Befreiung konnte nur von außen kommen. Das Volk konnte einzig und allein nach oben schauen. In Gott war sein Zufluchtsort. 

Ex 7,1

Ich habe dich als meinen Botschafter eingesetzt. Wenn du zum Pharao gehst, ist das so, als würde ich selbst zu ihm sprechen! Ex 7:1

Gott ist nicht auf menschliche Fähigkeiten angewiesen. Schwachheit oder Selbstzweifel können geradezu Fähigkeiten sein, die Gottes Wirken sichtbar werden lassen. Wen Gott bevollmächtigt, der hat etwas zu geben und zu sagen, auch wenn das scheinbar nichts bewirkt wie bei dem Pharao.  Gott hat ihn zum Pharao gesandt. Unsere Berufung erfordert ein sensibles Hören auf das, was Gott will. Dieses “Hin-Hören” ist immer unsere erste Aufgabe. Dann wollen wir reden, was Gott sagt, und tun, was er uns zeigt. Denn wir werden nicht von uns selbst geschickt, sondern von Gott.

Ex 7,3

Ich will das Herz des Pharao verhärten, damit ich meine Zeichen und Wunder im Land Ägypten zahlreich werden lasse. Ex 7:3

Zehn Plagen lässt der Herr über Ägypten kommen: das Wasser des Nils wird zu Blut, Fröscheplage, Stechmücken-Plage, Fliegenplage, Pest, Geschwüre, Hagel, Heuschrecken, Finsternis und zuletzt die Tötung aller Erstgeborenen. Diese letzte Plage wird sogar öffentlich angekündigt: die Tötung aller männlichen Erstgeborenen. Aber das Herz des Pharao bleibt verhärtet.

Der Pharao wird nicht auf euch hören. Das soll so sein, damit ich in Ägypten viele mächtige Wunder tun kann. Ex 11:9

Ex 12,13

Das Blut an den Türpfosten eurer Häuser aber wird ein Zeichen sein, das euch schützt.  Ex 12:13

Israel erhält Anweisungen für die Feier des Passafest. Ein Lamm soll geschlachtet werden und mit dessen Blut soll jede Haustür als Schutzzeichen markiert werden, wenn die 10. Plage eintrifft. Das Blut des Opferlammes ist Zeichen für Gottes gnädiges Erbarmen. Dieses Lamm und sein Blut ist ein Bild von Christus und sein Tod am Kreuz. Während das Judentum bis heute jährlich das Passamahl feiert in Erinnerung an den Auszug aus Ägypten, so ist für die Christen an seine Stelle das Abendmahl getreten, das allerdings nicht nur einmal jährlich gefeiert wird. Christus ist unser Passalamm. Hier wie dort bezeichnet Passa ein Handeln Gottes, das einen neuen Anfang schafft.

Unser Passah, Christus, ist geschlachtet worden. 1. Kor 5,7

Ex 12,29

Um Mitternacht tötete der Herr alle erstgeborenen Söhne der Ägypter. Ex 12:29

Die angekündigte 10. Plage bringt die Tötung aller männlichen Erstgeborenen mit sich. Nur die Israeliten werden durch das Blut des Landes verschont. Der Pharao bittet Moses, so schnell wie möglich los zu ziehen und er bittet sogar bei Gott um Segen für sich. Der Auszug beginnt noch in der Nacht. “In dieser Nacht hielt der Herr selbst Wache, um sein Volk sicher aus Ägypten herauszuführen.” (Ex 12:42). Als Erinnerung an diese Befreiung, soll von nun an alles Erstgeborene dem Herrn geweiht werden.

Tagsüber zog der Herr in einer Wolkensäule vor ihnen her, um ihnen den Weg zu zeigen, und nachts war er in einer Feuersäule bei ihnen, die ihren Weg erhellte. So konnten sie bei Tag und Nacht wandern. Ex 13:21

Exodus – Durchquerung des Schilfmeeres (Kap. 13-15)

Ex 14,13

Habt keine Angst! Verliert nicht den Mut! Ihr werdet erleben, wie der Herr euch heute rettet. Ex 14:13

Wieder wurde das Herz des Pharao verhärtet und er entschließt sich, die Israeliten zurück zu holen. Die Israeliten packt das Entsetzen, als sie die Truppen heranziehen sahen und sie schrien zum Herrn um Hilfe. Sie streiten mit Moses und geben ihm Schuld. Vor ihnen war das Meer, hinter ihnen die Kriegsheere des Pharaos, und auf beiden Seiten erhoben sich die Berge. Sie standen ohnmächtig da, umschlossen von einer Mauer von Schwierigkeiten. Der Herr hat uns nicht verheißen, dass wir von Leiden verschont bleiben sollen. Er sagt uns im Gegenteil, dass wir Schwierigkeiten begegnen werden. Der Glaube sieht über die Schwierigkeit hinaus und sieht die Treue, Liebe, das Handeln und die Macht Gottes.

Ex 14,14

Der Herr wird für euch streiten und ihr werdet stille sein. Ex 14,14

Nur wenn wir gelernt haben, still zu sein, sind wir wirklich fähig, aufzubrechen und vorwärts zu gehen. Lasst uns daher in jeder Schwierigkeit auf Gott allein warten. Er wird uns bestimmt einen Weg zeigen, und wir können dann mit friedlichem und glücklichem Herzen diesen Weg gehen. Immer, wenn uns die Angst und die Probleme den Blick für die Zukunft verstellen, sollen wir an Gott denken, ihn loben für sein Handeln und losgehen. Gott begleitet uns. Die Orientierung an seinem Willen gibt uns Kraft auf unserem Lebensweg. Kaum etwas trägt so sehr zur Verherrlichung des Namens unseres Herrn Jesus bei wie die tiefe Ruhe, die dem Bewusstsein entspringt, dass sich Jesus zwischen uns und allem befindet, was unsere Herzen beunruhigen könnte.

Ex 14,16

Heb deinen Stab hoch und streck ihn aus über das Meer! Es wird sich teilen, und ihr könnt trockenen Fußes mitten hindurchziehen. Ex 14:16

Gott rettet die Israeliten vor ihren Verfolgern. Das Wasser teilte sich, es stand auf beiden Seiten wie eine Mauer. Sie ziehen hindurch. Die Ägypter selbst werden ertrinken. Der Herr stellt sich nicht nur zwischen uns und unsere Sünden, sondern auch zwischen uns und unsere Probleme. Durch Ersteres gibt Er uns den Frieden des Gewissens, durch Letzteres den Frieden des Herzens. Der Glaube erhebt uns über die Schwierigkeiten und befähigt uns, ruhig zu sein und auf Gott zu sehen. In Schwierigkeiten erfährt man das Glück auf Gott rechnen zu dürfen. Ist alles nur leicht, kommt man schnell in die Versuchung zu denken, nicht so sehr auf Gottes Gegenwart angewiesen zu sein.

So rettete der Herr die Israeliten an diesem Tag vor den Ägyptern. Ex 14:30

Ex 15,2

Der Herr ist meine Rettung und Kraft, er lässt mich fröhlich singen. Er ist mein Gott, ihn will ich preisen! Ex 15:2

Erinnern wir uns dankbar an vergangene Momente der Hilfe. Wer nicht mehr mit Dankbarkeit an die Güte Gottes denken kann, dessen Herz wird bald mit Finsternis erfüllt werden. Ein Gläubiger kann ständig in der Gegenwart Gottes sein. Sooft aber seine Schwierigkeiten sich zwischen ihn und den Herrn drängen, genießt er nicht die Gegenwart des Herrn, sondern er leidet angesichts der Schwierigkeiten. Es ist so, als wenn eine Wolke zwischen uns und die Sonne tritt und uns für eine Zeit von ihr trennt. Die Wolke verhindert nicht das Leuchten der Sonne, aber sie nimmt uns die Freude an ihren Strahlen. Genauso ist es, wenn wir den Trübsalen und Sorgen des Lebens erlauben, sich zwischen uns und das Angesicht unseres Vaters zu drängen, der mit unveränderlicher Liebe und Güte auf uns blickt. Es gibt keine Schwierigkeit, die für unseren Gott zu groß wäre. Im Gegenteil, je größer die Schwierigkeit ist, umso mehr bietet sich ihm die Gelegenheit, seine Macht und Gnade zu erweisen.

Herr, deine Hand tut große Wunder. Ex 15:6
Voller Liebe führst du uns. Ex 15:13


Der Herr ist König für immer und ewig! Ex  15:18 

Exodus – Weg durch die Wüste (Kap. 15,22-18,27)

Ex 15,22

Mose ließ die Israeliten vom Schilfmeer aufbrechen. Sie zogen los und kamen in die Wüste Schur. Drei Tage lang waren sie hier unterwegs, ohne Wasser zu finden. Ex 15:22

Die Wüstenwanderung wird zur Glaubensprobe für das Volk. Es soll lernen, dass es sein Überleben allein Gott verdankt. Unser Leben beinhaltet oft Wüstenphasen. Wüstenphasen sind oft nötig, damit wir Gott und unsere eigenen Herzen besser kennenlernen. Die Hitze des Sommers bringt die reifen Früchte des Herbst hervor. In diesen Zeiten muss das tiefe Bewusstsein dessen, was Gott für uns ist, alles andere beherrschen, ansonsten beginnt unser Glaube zu schwanken. Die Kraft unserer Gottesbeziehung erleben wir nur in der Wüste. Das Volk Israel erlebt auf seiner langen Wanderung durch die Wüste immer wieder, wie Gott es versorgt und ihm Gutes schenkt.

Ex 15,25

Mose flehte den Herrn um Hilfe an, und der Herr zeigte ihm ein Stück Holz. Als Mose es ins Wasser warf, wurde das Wasser genießbar. 2. Mose 15:25

Das Volk leidet Durst, aber es ist nur ungenießbares Wasser vorhanden. Durch das ins Wasser geworfene Holz wird das Wasser durch das Eingreifen Gottes genießbar. Die Kirchenväter haben diese Szene auf das Kreuz Jesu hin gedeutet. Das Holz des Kreuzes Jesu, sein Leiden, nimmt all das Bittere in unserem Leben auf und macht das oft “Ungenießbare” und das schwer Erträgliche ertragbar, weil wir uns in unserem Leiden geliebt wissen. Er trinkt den bitteren Essig der Menschheit (vgl. Mk 15,36) und verwandelt ihn durch seinen Tod am Kreuz in Liebe. Diese Liebe strömt dann aus seinem geöffneten Herzen zu uns. Durch die Betrachtung und Meditation des Kreuzweges finden wir Zugang zu diesem großen Geheimnis der verwandelnden, mächtigen Ohnmacht des Kreuzes, der sich hingebenden Liebe.

Ex 15,26

Ich bin der Herr, der euch heilt! Ex 15:26

Die Israeliten finden Wasser, allerdings ist es bitter. Das Volk murrt und ist ohne Vertrauen. Sie hatten schnell das Bewusstsein ihrer Befreiung aus Ägypten verloren. Dennoch hilft Gott. Auf Anweisung Gottes wirft Moses ein Stück Holz hinein. Da wurde das Wasser genießbar. Das Holz ist ein Hinweis auf das Kreuz Jesus, das alle Bitterkeit ins Süße verwandelt. Er ist mein Arzt und seine Arztpraxis ist immer offen. Tag und Nacht können wir ihn im Gebet anrufen und um Hilfe anflehen. Er verschreibt keine gewöhnliche Medizin, sondern seinen heilenden Geist.

Hört auf mich, den Herrn, euren Gott und lebt so, wie es mir gefällt! Ex 15,25

Ex 16,4

Ich lasse Brot vom Himmel für euch regnen! Ex 16,4

Israel hungert und murrt. Sie klagen Moses an: Ihr habt uns doch nur in diese Wüste gebracht, damit wir alle. Die Israeliten waren äußerlich befreit, aber innerlich zog es ihr Herz immer wieder nach den “Fleischtöpfen” Ägyptens zurück. Ägypten ist ein Bild für unser vergangenes Leben, als wir noch nicht im Glauben standen. Der Durchzug durch das Meer ist ein Bild für die Taufe. Als die Israeliten hungerten und daraufhin wieder murrten, lässt Gott Brot vom Himmel regnen, das berühmte Manna, das die Israeliten die 40 Jahre in der Wüste ernährte.

Er wird euch abends Fleisch zu essen geben und am Morgen Brot genug. Ex 16:8

Ex 16,19

Hebt nichts davon bis zum nächsten Morgen auf. Ex 16:19

Das Manna musste jeden Morgen frisch gesammelt werden. Manche Israeliten vertrauen nicht und versuchen Brot für Morgen auf zu heben. Doch es verdirbt. So ist es auch bei uns mit Christus dem Brot. Unsere Speise in der Wüste ist Christus. Wir müssen uns jeden Tag neu von Christus nähren. Das Vertrauen zu Gott will jeden Morgen neu gewagt werden. Die Begegnung mit Christus im Abendmahl am Sonntag ist dabei der Höhepunkt der Woche. Interessant, dass gerade an dieser Manna-Stelle der von Gott gegebene Ruhetag nach dem Schöpfungsbericht erstmalig erwähnt wird.

Denkt daran, dass ich euch den siebten Tag als Ruhetag gegeben habe. Darum versorge ich euch am sechsten Tag mit der doppelten Menge Nahrung. Ex 16:29

Ex 17,6

Schlag mit dem Stab an diesen Felsen! Dann wird Wasser aus dem Stein herausströmen, und das Volk kann trinken. Ex 17:6

Die gegenwärtige Not des Durstes verstellt wieder den Blick auf Gottes frühere Taten. Sie murren gegen Moses. Er hat Angst, dass sie ihn steinigen. Verzweifelt wendet sich Mose an Gott, der ihn erhört und eine klare Anweisung gibt. Mit seinem Stab soll er  gegen einen Felsen schlagen. Frisches Wasser fließt.  Der Fels aber war der Christus. Aber wer hätte trinken können, bevor der Felsen geschlagen worden war? Dies ist ein Bild hin auf das geschlachtete Lamm Jesus Christus. Der Felsen ist geschlagen worden und ein Strom ist daraus hervorgebrochen, an dem jeder Dürstende Erquickung finden kann. “Das Wasser, das ich ihm geben werden, wird in ihm eine Quelle Wassers werden, das ins ewige Leben quillt“ (Joh 4,14).

Der Fels aber war der Christus. 1. Kor 10,4

Ex 17,11-12

Solange Mose seine Hände mit dem Stab erhoben hatte, behielten die Israeliten im Kampf die Oberhand. […] Mit der Zeit wurden Mose die Arme schwer. […] Sie selbst stellten sich links und rechts neben ihn und stützten seine Arme, bis die Sonne unterging. 2. Mose 17:11-12

Moses tritt hier als Fürsprecher aus. Seine erhobenen Händen bringen den Sieg. Die erhobenen und sinkenden Hände lassen unmittelbar erkennen, woher die Kraft zum Siegen kommt: von Christus. Er ist als eigentlicher Fürsprecher für uns tätig. Es besteht aber ein großer Unterschied zwischen Mose auf dem Hügel und Christus auf dem Thron. Die Hände unseres großen Fürsprechers können niemals sinken und seine Fürbitte endet nie. Seine Hände können niemals schwer werden und er braucht niemanden zu ihrer Unterstützung. Alle Schwierigkeiten können durch seine Fürsprache beseitigt werden. Seine vollkommene Fürsprache ist gegründet auf sein vollkommenes Opfer.

So konnte Josua das Heer der Amalekiter in der Schlacht besiegen. Ex 17:13

Ex 18,17-18

So wie du es machst, ist es nicht gut! Die Aufgabe ist für dich allein viel zu groß. Du reibst dich nur auf, und auch die Leute sind überfordert Ex 18:17-18

Der Schwiegervater Jitro besucht Mose. Nach einer herzlichen Begrüßung berichtet Moses alles, vor allem wie der Herr immer wieder geholfen hat. Dieser freute sich über all das Gute, das der Herr an Israel getan hatte. Am nächsten Tag bekommt Jitro den Alltag mit: Moses muss Streitigkeiten schlichten. Die Leute drängten sich um ihn vom Morgen bis zum Abend. Er sieht und erkennt die enorme Last, die auf Moses Schultern lastet. Und er hat einen guten Lösungsvorschlag, der umgesetzt wird. Zuverlässigen Männern wird das Regeln von alltäglichen kleineren Streitigkeiten übergeben. Nur die größeren Fälle werden Moses zugetragen.

So helfen sie dir, die Verantwortung zu tragen, und du wirst entlastet. Ex 18:22

Exodus – Bundesschluss am Berg Sinai (Kap. 19,1-24,11)

Ex 19,16

Früh am Morgen des dritten Tages begann es, zu donnern und zu blitzen. Eine dichte Wolke umhüllte den Berg. Ex 19:16

Die Israeliten kommen am Berg Sinai an. Im Auftrag Gottes bereitet Mose das Volk für die Begegnung mit Gott vor. Sie reinigen sich und geloben Gehorsam: Wir wollen alles tun, was der Herr befiehlt! Sehr kühn gesprochen. Sie übernahmen damit eine Verpflichtung, der sie selbst beim besten Willen nicht nachkommen konnten. Müssen nicht auch wir vielmehr formulieren: Wir wollen uns bemühen, es zu tun. Als dann das Volk unten am Berg versammelt ist, erscheint Gott. Das Volk im Lager zitterte vor Angst.

Der Berg Sinai war in dichten Rauch gehüllt, denn der Herr war im Feuer herabgekommen. Ex 19:18

Ex 20,6

Denen, die mich lieben und sich an meine Gebote halten, bin ich gnädig. Ex 20:6

Das Gesetz ist nicht Gnade. Das Gesetz ist der Ausdruck dessen, was der Mensch sein sollte, während die Gnade zeigt, was Gott ist. Deshalb ist es unmöglich für einen Sünder, teils durch Gesetz, teils durch Gnade errettet zu werden. Wozu dann aber das Gesetz? Es kam, um die Sünde als Sünde erkennbar zu machen. So kann jemand in einem dunklen Zimmer von Staub und Unordnung umgeben sein, ohne es zu merken.  Sobald aber ein Sonnenstrahl ins Zimmer fällt, kann er alles unterscheiden. Haben die Sonnenstrahlen den Staub hervorgebracht? Natürlich nicht. Der Staub war vorhanden, und die Sonnenstrahlen bewirkten nur, dass er gesehen wurde. 

Mose beruhigte sie: Habt keine Angst! Gott ist gekommen, um euch auf die Probe zu stellen. Er will, dass ihr Ehrfurcht vor ihm habt und keine Schuld auf euch ladet. Ex 20:20

Ex 20,9

Sechs Tage sollst du deine Arbeit verrichten, aber der siebte Tag ist ein Ruhetag 2. Mose 20:9‭

Sowohl in der Wochenstruktur wie auch in der Tagesstruktur sind Ruhe und Pausen unerlässlich. Ich unterbreche meine Arbeit am Tag ganz bewusst, um mich in der Nähe Gottes zu erholen. Das können teilweise auch nur ein paar Sekunden sein, in denen sich mein Herz zu ihm hinwendet, ein einfaches “Ich liebe dich.” und am Sonntag natürlich die Messe. Zur Kunst der Arbeit gehört immer auch die Kunst des Ausruhens und sich nicht die Tages-Pausen oder den Sonntag voll zu stopfen, bewusst die Stille suchen. Also: achte ganz bewusst auf deine Pausen, auch damit ehrst du Gott. Ich will den Herrn allezeit preisen; nie will ich aufhören, ihn zu rühmen. (Ps 34:2)

Ex 21,24

Auge um Auge, Zahn um Zahn, Hand um Hand, Fuß um Fuß. Ex 21:24

Im Unterschied zu den Zehn Geboten handelt es sich bei den folgenden Rechtsordnungen um Anweisungen für die Rechtspraxis, die festlegen, wie in einem bestimmten Fall verfahren werden soll (Wenn-dann-Fälle). Im Abschnitt über Körperverletzungen findet sich das bekannte “Auge für Auge, Zahn für Zahn”. Dies ist nicht wie heute falsch verwendet ein primitives Rachegesetz, sondern bedeutet im Gegenteil einen wichtigen Schritt in der Entwicklung des Rechtswesens. Die private Vergeltung wird durch einen öffentlichen Rechtsgrundsatz abgelöst, der der persönlichen Willkür Schranken setzt.

Ex 23,20-21

Ich verspreche euch: Ich werde einen Engel vor euch hersenden, der euch auf dem Weg bewahrt. […] Ich selbst bin in ihm gegenwärtig. Ex 23:20-21

Engel sind Diener und Boten Gottes. Sie sind beauftragt, uns mit ihren Einsprechungen zu Hilfe zu kommen, in Gefahren zu beschützen, auf Fehler hin zu weisen, die Tugenden zu fördern. Engel führen und schützen uns. Ja: “Einem jeden der Gläubigen steht ein Engel als Beschützer und Hirte zur Seite, um ihn zum Leben zu führen.” (Basilius). Dies wird nicht nur einmal biblisch erwähnt. “Gott wird dir seine Engel schicken, um dich zu beschützen, wohin du auch gehst.” (Ps 91:11). Glaube fest an die Existenz der Engel. Die Engel zu leugnen würde bedeuten, jede zweite Seite aus der Bibel reißen.

Ex 23,25

Dient mir, dem Herrn, eurem Gott! Dann werde ich euch reichlich Essen und Trinken geben und Krankheiten von euch fernhalten. Ex 23:25

Kümmere dich um Gottes Sache, dann wird er sich um deine Sache kümmern! Dieses Prinzip gilt in allen  Lebenssituationen z.B. der Ehe: Kümmere dich um das Glück deines Partners, so wirst auch du Glück finden. “Gebt, und es wird euch gegeben.” (Lk 6,38) Es ist eine Botschaft des Vertrauens, dass Gott unser Handeln sieht und uns vergilt. Im Zentrum steht Jesus Christus, sein Reich und seine Gerechtigkeit. Alles andere kommt danach. Wenn wir uns danach ausrichten, so glaube ich, werden wir nicht mehr von unseren Sorgen getrieben.

Ex 24,7

Dann nahm er die Schriftrolle, in der er die Gesetze des Bundes aufgeschrieben hatte und las sie den Israeliten vor. Sie antworteten: Alles, was der Herr befohlen hat, wollen wir tun! Wir werden ihm gehorchen! Ex 24:7

Einstimmig verspricht das ganze Volk, Gottes Weisungen zu befolgen. Mose hat dem Volk Israel alles gesagt, was er von Gott gehört hat. Die Israeliten schwören die Treue. Gott schließt den Bund mit Israel. Mose besprengt das Volk mit dem Blut aus den Schalen und sagte: Das Blut besiegelt den Bund zwischen dem Herrn und euch. Dieser Bund beruht auf all den Geboten, die ich euch in seinem Namen weitergegeben habe.

Mose aber ging weiter hinauf zum Gipfel, mitten in die Wolke hinein. Vierzig Tage und Nächte blieb er dort. Ex 24:18

Exodus – Bau des heiligen Zeltes (Kap. 24,12-31,11)

Ex 25,8

Sie sollen mir ein Heiligtum machen, dass ich unter ihnen wohne. Ex 25,8

Das gesamte heilige Zelt kann als ein bedeutungsvolles Bild vom Leib Christi betrachtet werden. In den folgenden Kapiteln wird genau beschrieben, wie dieses Heiligtum aussehen soll. An erster Stelle steht die Bundeslade. Schon der Name deutet auf ihre Wichtigkeit hin. Eine Lade ist dazu bestimmt, das, was man hineinlegt, unversehrt zu erhalten. Sie ist ein tragbarer Kasten, in den die Gesetzestafeln gelegt werden sollen. Ihren Platz erhält sie hinter dem Vorhang, der den innersten Raum des Heiligtums, das Allerheiligste, verdeckt.

Auch der Tisch für die geweihten Brote soll für die Wanderzeit als tragbares Gerät hergestellt werden. Auf ihm werden sinnbildlich Trank und Speise für Gott aufgetragen. Sowohl das Brot, wie auch der Tisch sind ein Bild für Christus. 

Als Nächstes folgt der Leuchter.  Dass es gerade sieben Lampen sind ist ein Ausdruck der Vollkommenheit des Lichts.

Ex 28,12

Wenn Aaron in das Heiligtum geht, trägt er die Namen der Israeliten auf seinen Schultern und ich, der Herr, werde dann stets an sie denken. Ex 28:12

Stellvertretend für das ganze Volk tritt der Hohepriester vor Gott. In Steine werden die Namen der zwölf Stämme Israels eingraviert. Der Priester trägt die Steine an seinem Herzen und somit vor Gott. Nun ist Jesus unser ewiger Hoherpriester. Wie ermutigend zu wissen, dass Gott uns immer nur auf dem Herzen Jesus sieht. Das verleiht uns einen tiefen, dauernden Frieden, der durch nichts erschüttert werden kann. Unsere Mängel mögen uns beständig vor Augen sein und wir mögen darüber manchmal so betrübt sein, dass wir kaum den Glanz der kostbaren Steine erkennen, in die unsere Namen eingegraben sind. Aber trotzdem sind sie da.

Ex 28,29

Wenn Aaron dann ins Heiligtum geht, trägt er die Steine mit den Namen der Stämme Israels an seinem Herzen. So werde ich immer an mein Volk erinnert. 2. Mose 28:29

Fürbitten sind im alten Testament vielfältig und zahlreich vorhanden. Eine sehr wichtige Stelle ist dabei der heutige Bibelvers. Da steckt viel drin. Fürbitte ist nicht einfach ne kurze Bitte an Gott, so wie ich im Supermarkt mal kurz eine Butter kaufe.  Im Alten Testament hatten die Priester die wichtige Aufgabe, das Volk vor Gott hinzutragen, ihn an sein Volk zu erinnern. Äußerlich sichtbar wurde das durch Steine, auf denen die Namen der Stämme Israels standen und die der Priester am Herzen trug. Durch deine Berufung zum allgemeinen Priestertum der Taufe darfst und sollst nun auch du Personen bzw. ihre Namen an deinem Herzen tragen, sie zu Gott hintragen, so dass er ihrer gedenkt.

Welche Namen trägst du heute auf deinem Herzen?

Ex 29,38-39

Lass täglich zwei einjährige Lämmer auf dem Altar verbrennen, eins am Morgen, das andere gegen Abend. Ex 29:38‭-‬39

Mit der Einrichtung des Heiligtums und der Stiftung des Opferdienstes ist das Ziel des Auszugs aus Ägypten erreicht. Das Morgen- und Abendopfer ist dabei Ausdruck der stetigen Verbundenheit zwischen Gott und seinem Volk. Seit Jesus Opfertod ist nun aber jegliches Tieropfer nicht mehr notwendig. Sich morgens und abends in besonderer Weise Gott zu zuwenden ist dagegen ein wichtiger Punkt in unserem geistlichen Leben.

Ja, ich selbst will euch begegnen und mein Heiligtum mit meiner Herrlichkeit erfüllen! Ex 29:43

Ich will bei euch wohnen und euer Gott sein. Ex 29:45

Exodus: Bundesbruch + Erneuerung (Kap. 31,12-34,35)

Ex 31,13

Schärfe den Israeliten ein, dass sie den Sabbat als Ruhetag achten! Ex 31:13

Der Sabbath wurde nach der Auferstehung Christi vom Tag des Herrn abgelöst. Dieser erste Tag der Woche nimmt im NT einen besonderen Platz ein. Es ist deshalb ganz natürlich, wenn er auch im Leben eines Christen eine besondere Bedeutung erhält. Er ist in seiner Bedeutung klar vom Sabbath zu trennen. Der Sabbat war der siebte Tag, während der Tag des Herrn der erste Tag der Woche ist. Der Sabbat gehörte der alten Schöpfung an, während der Tag des Herrn der neuen angehört.

Nachdem der Herr dies alles zu Mose gesagt hatte, übergab er ihm auf dem Berg Sinai die beiden Steintafeln, auf denen die Gesetze des Bundes festgehalten waren. Gott selbst hatte die Worte auf diese Tafeln geschrieben. Ex 31:18 Ex 32,1

Ex 32,1

Mach uns einen Gott, der vor uns hergehe! Ex 32,1

Mose ist schon 40 Tage auf dem Berg. Das Volk verliert die Geduld. Mose ist fort und mit ihm auch Gott. Ein neuer Gott muss her, der sichtbar und greifbar ist. Der Mensch  liebt etwas, was er wahrnehmen kann, was seinen Sinnen entspricht und sie befriedigt. Sie machen sich ein goldenes Stierbild und opfern ihm. Doch ein selbst gemachter Gott hilft nicht, bewahrt nicht und rettet nicht. Während sie anstelle des Herrn ein Kalb verehrten, sind wir in Gefahr, denselben Geist zu offenbaren. Unser einziges Bewahrungsmittel ist, viel in der Gegenwart Gottes zu sein. Nur der Glaube vermag standhaft zu bleiben, als sähe er den Unsichtbaren (Heb 11,27).

Er nahm den Schmuck entgegen, schmolz ihn ein und goss daraus ein goldenes Kalb. Als es fertig war, schrien die Israeliten: Das ist unser Gott, der uns aus Ägypten befreit hat! Ex 32:4

Ex 32,12

Sei nicht länger zornig über dein Volk! Ex 32:12

Mose verhandelt mit Gott auf dem Boden seiner eigenen Herrlichkeit und wirft das Volk auf ihn zurück.  Da lenkte der Herr ein. Mose verliert sich selbst ganz und gar aus dem Auge. Seine ganze Seele ist erfüllt mit der Herrlichkeit Gottes und mit dem Volk Gottes. Welch ein Diener! Wie wenige gleichen ihm! Und doch, wie unendlich weit war er selbst in diesem Dienst von unserem Herrn Jesus entfernt!

Bitte, vergib ihnen! Wenn du ihnen aber nicht vergeben willst, dann streich auch mich aus deinem Buch, in dem du die Namen der Menschen aufgeschrieben hast, die zu dir gehören. Ex 32:32

Ex 32,19

Als Mose sich dem Lager näherte, sah er das Volk um das Goldene Kalb tanzen. Da packte ihn der Zorn, er schleuderte die Tafeln fort und zerschmetterte sie am Fuß des Berges. Ex 32:19

Der Bund ist noch nicht richtig in Kraft, da liegt er schon am Boden. Er liegt in Scherben, weil das Volk ihn längst gebrochen hat. Auf den Tafeln stand Gottes guter Wille für ihr Leben. Doch sie haben ihren Willen über seinen gestellt. Und das ist tödlich. Nicht nur Mose, vor allem Gott wird zornig. Das passt nicht in unser Bild von Gott. So wie auch der ferne Gott auf dem Berg nicht in Israels Bild gepasst hat. Dann wollen wir doch lieber einen angenehmen, goldig-goldenen Gott. Aber wir wollen uns hüten, dass wir nicht unser Bild von Gott über Gott selbst stellen – auch wenn er fern und fremd ist! Denn selbst im Zorn Gottes gibt es die Chance zur Umkehr. Die Israeliten legen als Zeichen ihrer Demut ihren Schmuck ab. Den Schmuck nicht anzulegen ist Zeichen der Trauer.

Da legten die Israeliten am Berg Horeb ihren Schmuck ab. Ex 33:6

Ex 33,11

Der Herr sprach von Angesicht zu Angesicht mit Mose, so wie Freunde miteinander reden. Ex 33:11

Moses drängt es in der Erkenntnis Gottes voran zu schreiten. Er möchte Gottes Pläne erkennen und verstehen. Der Herr antwortete: Ich selbst werde dir vorangehen und dich zur Ruhe kommen lassen! Auf die Bitte seine Herrlichkeit sehen zu dürfen, antwortet Gott: Ich will an dir vorüberziehen, damit du sehen kannst, wie gütig und barmherzig ich bin. Meinen eigenen Namen “Herr” werde ich vor dir aussprechen.

Ich erweise meine Gnade, wem ich will. Und über wen ich mich erbarmen will, über den werde ich mich erbarmen. Ex 33:19

Ex 34,6

Er zog an Mose vorüber und verkündete: Ich bin der Herr, der barmherzige und gnädige Gott. Meine Geduld ist groß, meine Liebe und Treue kennen kein Ende! Ex 34:6

Der Text beschreibt eine Ausnahmesituation. Mose zieht sich ganz zurück. Er ist bei Gott und nichts soll ihn ablenken. Das Leben wird unterbrochen. Mose nimmt nicht einmal Brot und Wasser zu sich. Mose kommt mit Gottes Weisungen zurück. Neue Tafeln werden gehauen, denn Gottes Wort zerbricht nicht, auch nicht an unserem Ungehorsam. Mose muss sein Gesicht verhüllen. Die Haut von Moses Gesicht strahlte. Der Mensch, der in Gottes Licht tritt, wird zu einem Spiegel seiner Herrlichkeit.

Vierzig Tage und Nächte blieb Mose auf dem Berg in der Gegenwart des Herrn . Während dieser Zeit aß und trank er nichts. Er schrieb auf die Steintafeln die Zehn Gebote, auf die sich Gottes Bund mit den Israeliten gründete. Ex 34:28

Exodus: Errichtung des heiligen Zeltes (Kap. 35-40)

Ex 40,34

Da bedeckte die Wolke die Stiftshütte und die Herrlichkeit des Herrn erfüllte die Wohnung. Ex 40,34

Am Anfang des Buches Exodus steht die Gefangenschaft in Ägypten. Am Ende steht die Herrlichkeit Gottes. Als die Stiftshütte fertig ist, erfüllt Gottes Herrlichkeit das Zelt. Nun wohnt Gott unter den Israeliten. Alles in der Stiftshütte (Bundeslade, Leuchter, Tisch und Brote etc.) sind lebendige Zeichen für Gottes Gegenwart und seine Kraft. Erhub sich die Wolke von der Stiftshütte, so sollten die Israeliten aufbrechen. Und wenn die Wolke ruht, verweilt auch Gottes Volk an Ort und Stelle. Damit gibt Gott nicht nur die Richtung vor, er bestimmt auch den Rhythmus zwischen Ruhe und Bewegung. Gottes Geist möchte unsere Herzen und Gedanken erfüllen. Er wird allen, die mit ihm unterwegs sind, den Weg weisen, bei Tag und bei Nacht. Darauf dürfen wir vertrauen.