Anmeldung ->

Gen Kap 19-22

Impulse, Auslegungen, Kommentare und Bibelzitate aus dem Buch Genesis Kap. 19-22


Lots Frau drehte sich auf der Flucht um und schaute zurück. Sofort erstarrte sie zu einer Salzsäule. Gen 19:26

Lot und seine Frau fliehen aus Sodom. Lots Frau blickte auf der Flucht zurück und erstarrte zur Salzsäure. Lots Frau hielt wehmütig am Alten fest, blickt zurück auf Vergangenes und Vergehendes. Es gibt eine negative, krankmachende Erinnerung, die uns lähmt. Einen Blick zurück, der uns den Blick in die Zukunft versperrt. Um offen zu sein für Neues, müssen wir Altes loslassen. Altes lässt sich nicht mehr ändern, Zukünftiges liegt dagegen in unserer Hand. Jeder Tag ist eine neue Chance, um sich ganz und gar Gott hinzugeben,  an nichts klammernd als an ihn, dem Allmächtigen, der unser Leben bewahrt.

Denkt daran, was mit Lots Frau geschah!  Wer sich an sein Leben klammert, der wird es verlieren. Wer aber sein Leben aufgibt, der wird es für immer bewahren. Lk 17:32‭-‬33


Was hast du dir nur dabei gedacht? Gen 20:10

Abraham lässt sich abermals zu verkehrtem Tun fortreißen, weil er sein Auge von Gott abgewandt hat. Abermals gibt er seine Frau als Schwester aus. Der König Abimelech holt sie als Frau in sein Haus und nur Gottes Eingreifen verhindert das Unglück, dass die beiden miteinander schlafen. Auch hier kein Schuldbewusstsein Abrahams. Er versuchte sogar, einen Teil der Schuld Gott zuzuschieben, der ihn  dazu gebracht habe, umherzuirren. Es wäre weiser gewesen, seine Schuld demütig einzugestehen. Uns wird unsere Schuld in Christus nur dann vergeben, wenn wir sie bekennen.

Da gab Abimelech Abraham seine Frau zurück. Gen 20,14


Der Herr suchte dann Sara gnädig heim, wie er verheißen hatte. […] Sara gebar dem Abraham […] einen Sohn zu der Zeit, die Gott ihm im voraus angegeben hatte. Gen 21,1-2

Lange hatten Abraham und Sara auf die Geburt eines Kindes gewartet. Alles hat seine Zeit. Es gibt eine von Gott bestimmte Zeit und auf diese muss der Gläubige geduldig warten können. Niemand wartet vergeblich auf Gott, wenn wir ihm nur vertrauen! Gott selbst ist unser Ruheort in dieser Welt, auf sein Wort dürfen wir uns ein Leben lang stützen. Gott suchte Sara gnädig heim. Das heisst für uns, dass unser Glaube nie ein Verdienst ist, der von Gott belohnt werden müsste. Nein, wir verlassen uns ganz und gar allein auf Gottes Gnade.

Es gehört zur Schule der Demut, dass wir unsere Zeit nicht in eigene Regie nehmen, sondern sie von Gott füllen lassen. Dietrich Bonhoeffer


Jag mir die Sklavin und ihren Sohn weg! Gen 21,10

Ismael, der Sohn von der Sklavin Hagar und Abraham, macht sich über das Kleinkind Isaak lustig. Darauf bittet Sara Abraham die beiden weg zu schicken. Obwohl Abraham das weh tut, macht er es auf Gottes Wort hin. Ismael und Hagar müssen gehen. Paulus deutet dies als Bild für das Gesetz und die Gnade. Es geht um die Frage, wie das Heil zu erlangen ist und diese Frage ist für jeden zentral. Erklärung: Die Skavin Hagar und ihr Sohn stehen für das Gesetz. Die Skavin Hagar und ihren Sohn fort zu treiben, bedeutet dann bildlich. Wir unterstehen nicht mehr dem Gesetz. Konkret: Wir wollen natürlich gute Menschen sein und Gutes tun, aber wir glauben nicht das Leben zu erhalten aufgrund dieser guten Werke. Das wäre ein Glauben und Leben nach dem Gesetz. Sara und Isaak, das Kind der Verheißung Gottes, stehen dagegen für die Gnade, das unverdiente Schenken Gottes. Nur die Kinder der Verheißung, diejenigen, die ihr Vertrauen allein auf Jesus Christus setzen, erfahren die Erfüllung der Zusagen Gottes. 

Deshalb sind wir, liebe Geschwister, nicht die Kinder einer Sklavin, sondern die einer freien Frau. Gal 4:31


Geh mit deinem einzigen Sohn Isaak, den du so sehr liebst, in die Gegend von Morija. Dort zeige ich dir einen Berg. Auf ihm sollst du deinen Sohn Isaak töten und als Opfer für mich verbrennen! Gen  22:2

Außer dem Tod Jesus gibt es für mich in der Bibel keine Szene, die so ergreifend ist, wie die Aufforderung an Abraham, seinen geliebten Sohn Isaak Gott als Opfer da zu bringen. Es gibt außerdem keine andere Szene im alten Testament, die eine so klare Vorschattung des Todes Jesus am Kreuz enthält. Interessant: Als erstes Mal kommt hier in der Bibel das Wort Liebe vor. Diese Liebe Abrahams zu Isaak ist ein Abbild der Liebe Gottes zu seinem Sohn Jesus und es ist auch ein Abbild der Liebe Gottes zu uns, die am Kreuz auf Golotha hell aufleuchtet. Als Isaak fragte, wo das Lamm für die Opferung ist, antwortete Abraham, dass Gott für ein Lamm zum Opfer sorgen wird. Diese Verheißung wurde durch Jesus, das Lamm Gottes erfüllt. Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab.

Gott wird für ein Lamm zum Brandopfer sorgen! Gen 22,8


Weil du dies getan und deinen Sohn, deinen einzigen, nicht verschont hast, darum will ich dich reichlich segnen. Gen 22, 16

Nach der bestandenen schweren Glaubensprüfung segnet Gott Abraham, wie er es auch schon davor getan hat. Der Segen Gottes liegt auf Abraham. Dennoch muss Abraham in seinem Leben so einiges erleiden. Der Segen Gottes bedeutet nicht, dass uns Leid erspart bleibt, er bedeutet, dass er im Leid uns beisteht und uns nahe ist. Es gibt nun allerdings seit der Menschwerdung Jesus und seiner Passion einen gewichtigen Unterschied. Während im alten Testament der Segen auch das Kreuz mit einschloß, liegt im neuen Testament der Segen nun allein im Kreuz Jesus Christi. Einen Menschen zu segnen bedeutet dann, ihn unter das Kreuz Jesu zu stellen, in dem aller Segen und alles Heil enthalten ist.

Das Kreuz ist mein sicheres Heil. Das Kreuz bete ich immer an. Das Kreuz des Herrn ist mit mir. Das Kreuz ist meine Zuflucht. Thomas von Aquin