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Gen Kap 13-15

Impulse, Auslegungen, Kommentare und Bibelzitate aus dem Buch Genesis Kap. 13-15


Abram kehrte in den Süden des Landes Kanaan zurück und mit ihm seine Frau und sein Neffe Lot. Gen 13:1

Lot war der Neffe Abrahams. Mehrmals heißt es, dass Lot mit Abraham ging. Lot war ein Mitläufer. Abraham hatte einen Altar errichtet. Lot nicht. Die Gemeinschaft mit Gott spielte in seinem Leben kaum eine Rolle. Unsere Beziehung zu und Gemeinschaft mit Gott ist aber immer direkt, nie indirekt. Auch wenn uns andere Menschen positiv auf unserem Leben beeinflussen können, so können nur wir selbst direkte Beziehung zu Gott pflegen. Gott zeigt in seiner Gnade dir und mir den je individuellen Weg, den wir gehen sollen. Höre darauf, was Gott mit dir ganz persönlich vor hat. Pflege die intime Beziehung mit Gott. Dann wirst du hören, welchen Weg er mit dir gehen möchte.

Die Beziehung zwischen Gott und einem Menschen ist privater und intimer als jede mögliche Beziehung zwischen zwei Mitgeschöpfen. Clive Staples Lewis


Es soll doch nicht Streit sein zwischen mir und dir. […] Denn wir sind Brüder. […] Trenne dich von mir! Willst du zur Linken, so gehe ich zur Rechten; und willst du zur Rechten, so gehe ich zur Linken! Gen 13:7-9

Zwischen den Hirten Lots und den Hirten Abrams entstand ein Streit über die Weideflächen. Abram wirkt als Friedensstifter und aus seinem Handeln können wir vier Dinge mitnehmen:

1. Erstens formuliert er den Willen zum Frieden. Wenn wir mit anderen Menschen zusammen leben braucht es zuallerst eben diesen Willen, friedlich miteinander umzugehen.

2. Zweitens formuliert er die Geschwisterlichkeit als gemeinsames Band. Jeder Mensch ist für uns Bruder oder Schwester in der Familie Gottes.

3. Drittens beseitigt Abram die Ursache für den Streit. Es ist gut zu schauen, wie der Streit entstanden ist, um dann eben zu schauen, wie man diese Ursachen beseitigen kann.

4. Viertens lässt er Lot die Wahl, in welches Gebiet er ziehen möchte. Hin und wieder verlangt der zwischenmenschliche Frieden, dass wir etwas loslassen (meist uns selbst und unseren Stolz)


Lot selbst, die Frauen und alle anderen Gefangenen konnte er befreien. Gen 14:16

Lot trennt sich von Abraham. Bei kriegerischen Auseinandersetzungen um Sodom wird Lot verschleppt. Abraham hilft ihm und befreit ihn. Trotz allem Vorgefallenen war Lot der Bruder Abrahams und die geschwisterliche Liebe musste handeln. Wir können uns nicht oft genug daran erinnern, dass der wahre Weg mit Gott Wärme und Weitherzigkeit in uns wachsen lässt, die uns aus uns selbst heraustreten lässt in tätiger Liebe und Teilnahme für andere Menschen. Wir müssen soweit wie möglich gleich den Engeln an den Seelen wirken, nämlich durch liebevolle, gütige Anregungen und ohne Gewalt.

Wann werden wir alle unserem Nächsten gegenüber durchtränkt sein von Güte und Milde? Wann werden wir die Seelen unserer Mitmenschen in der heiligen Brust des Heilands sehen? Franz von Sales


Melchisedek, König von Salem, brachte Brot und Wein herbei. Und er war ein Priester Gottes, des Allerhöchs­ten. Gen 14:18

Abraham steht vor einer Auseinandersetzung mit dem König von Sodom. Da begegnet er Melchisedek, der ihn segnet und mit Brot und Wein stärkt. Die Bedeutung Melchisedeks besteht darin, dass er der erste überhaupt in der Bibel erwähnte Priester ist und dass er für sein Opfer Brot und Wein verwendet. Melchisedek bedeutet König der Gerechtigkeit und Salem bedeutet Friede. Er ist ein geheimnisvoller Verweis auf Christus ist, den wahren Hohenpriester, den König des Friedens und der Gerechtigkeit. Mit Brot und Wein wird Abraham gestärkt für den Kampf gegen den König von Sodom. Wie sollten wir da nicht an den Leib und das Blut Christi denken, durch das wir gestärkt werden, um der Versuchung zu widerstehen und den guten Kampf des Glaubens zu führen. Wir stehen unter dem Segen Gottes.

Gott selbst hat ihn für uns zum Hohenpriester eingesetzt, so wie Melchisedek. Heb 5:10


Fürchte dich nicht, Abram, ich bin dein Schild und dein sehr großer Lohn! Gen 15:1 

Gott ist unser Schild, das uns schützt. Gott ist unser Lohn. Welcher Lohn könnte wichtiger sein als er selbst? So finden wir unsere Ruhe, unseren Frieden und unsere Sicherheit allein in Christus! Gott verheißt Abram mit dem Blick auf des Himmels Sterne unzählbare Nachkommen. Auch uns fordert Gott täglich auf, den Glaubensblick nach oben zu richten. Bemühen wir uns, nicht mehr ständig die Schwierigkeiten vor Augen zu haben, sondern zu unserem Gott auf zu schauen, der unsere Hilfe ist. Und blicken wir immer wieder darauf, wie und was Gott in unserem Leben schon wirkte, denn dies bestärkt uns, auch im Hier und Jetzt ihm voll und ganz zu vertrauen.

Schau dir den Himmel an, und versuche, die Sterne zu zählen! Genauso werden deine Nachkommen sein – unzählbar! Gen 15:5


Abram glaubte dem Herrn und das rechnete er ihm als Gerechtigkeit an. Gen 15:6

Abraham wird hier zum Urbild bedingungslosen Glaubens. Ein Glaube als unerschütterliche Gewissheit, dass auf Gottes Zusage Verlass ist. Ein Glaube, für den wir uns bewusst entscheiden. Der Mensch kann nur glauben, wenn er will. Der Glaube ist das unglaubliche Abenteuer des Vertrauens auf Gott. Wenn du nur auf dich selbst vertraust, dann wirst du nie etwas ausrichten. Vertraust du dagegen auf Gott, so vermagst du alles. Also: Vertraue Gott, dem Vater, der uns liebt, dem Sohn, der uns gerecht macht und dem heiligen Geist, der in uns atmet. Vertraue!

Mit Abraham, der unerschütterlich Gott vertraute, werden also alle gesegnet, die ebenso glauben wie er. Gal 3:9