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Gen Kap 03

Impulse, Auslegungen, Kommentare und Bibelzitate aus dem Buch Genesis Kap. 3


Die Schlange sprach zu der Frau: Sollte Gott wirklich gesagt haben, dass ihr von keinem Baum im Garten essen dürft? Gen 3,1

Wir leben aus dem Vertrauen auf Gott. Genau hier setzt die Schlange an und sät Mißtrauen: Hat Gott das wirklich gesagt? Als Adam und Eva, verführt durch die Lüge Satans, wider das göttliche Gebot nach der geheimnisvollen Frucht gegriffen haben, setzten sie an die Stelle der Logik der Liebe jene des Misstrauens. Die Schlange, der Satan, versuchte Eva, indem sie ihr Zweifel an Gottes Güte einredete. So erschüttert die Schlange das Vertrauen in die Liebe Gottes und das brachte den Tod in die Welt. Die Erkenntnis Gottes als die Liebe selbst dagegen bringt das Leben. Jesus offenbarte uns, wie Gott ist. Gott ist Liebe! So hängt also alles von dieser Erkenntnis Gottes ab.

Wo erkenne ich Gottes Liebe und Güte in meinem Leben, so dass ich dankbar darüber nachdenken darf?


Die Frau schaute den Baum an. Er sah schön aus! Es wäre bestimmt gut, von ihm zu essen, dachte sie. Seine Früchte wirkten verlockend, und klug würde sie davon werden!  1. Mose 3:6

Die Gier steht am Beginn unserer Geschichte. Bei Eva im Paradies erwacht ein Begehren nach etwas, das sie nicht braucht und dennoch haben will. Die Lebensbedingungen im Paradies waren vollkommen, und dennoch war alles, was Gott den beiden gegeben hatte, nicht genug. Wirke dem entgegen: Du wirst in deiner Gottverbundenheit wachsen, wenn du das, was du besitzt, nicht als dein Eigentum betrachest, sondern als Geschenk Gottes, das du mit anderen teilen willst und kannst. Die Großzügigkeit bricht die Macht von Gier im Herzen, denn “nicht der ist reich, der viel hat, sondern der, der viel gibt.” (E. Fromm)


Da wurden ihnen beiden die Augen geöffnet, und sie erkannten, dass sie nackt waren. Gen 3:7

Dies nun ist die Folge des Abfallens von Gott. Ihr geöffnetes Auge erblickte ihren elenden Zustand. Sie beginnen, sich zu schämen und versuchen, sich zu verbergen. Die Nähe Gottes füllt ihn nicht mehr mit Freude, sondern mit Furcht: Ängstlich versteckten sie sich (Gen 3:8). Aussichtslos! Wir müssen zu unseren Fehltritten stehen. “Die wahrlich gesegneten sind diejenigen, die ihre eigenen Sünden sehen können.” (Antonius der Große). Nur so kann die Unruhe und der Unfrieden, der damals Adam und Eva überkam und der auch in uns ist, geheilt werden. Nur so wird das Herz wieder Ruhe bei Gott am Kreuz finden, da sich hier die Liebe Gottes offenbart, die uns sagt: Habt keine Angst! Ich habe euch erlöst.

O wahrhaft heilbringende Sünde des Adam, du wurdest uns zum Segen, da Christi Tod dich vernichtet hat. O glückliche Schuld, welch großen Erlöser hast du gefunden! Osterlob in der Osternacht


Da rief Gott der Herr den Menschen und sprach: Wo bist du? Gen 3:9

Ergreifend! Lesen wir die Bibel mit dem Herzen. Der Mensch ist gefallen und das erste, was Gott tut: er sucht ihn. Nicht physisch sucht der Allwissende ihn, sondern sein Herz sucht er. Gott sucht dich, dein Herz! Täglich! Gott ist ein Vater, der nicht gerne verliert. Er sucht freudig und mit der Schwäche der Liebe. Statt sich nun finden zu lassen und Reue zu zeigen, weist der Mensch aber die Schuld von sich: “Die Frau, die du mir gegeben hast, ist schuld daran!” (Gen 3:12). Kennen wir das nicht auch von uns? Erstmal die Schuld auf andere schieben.

Glückselig, der seine Schuld erkennt. Glückselig, der achtsam wahrnimmt, wo Gott ihn sucht. Glückselig, wer sein Herz öffnet und sich finden lässt: heute, hier und jetzt!


Ich will Feindschaft setzen zwischen dir [Schlange] und der Frau, zwischen deinem Samen und ihrem Samen: Er wird dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen. Gen 3:15

Nach dem Fall des Menschen Fall hat Gott ihn wieder aufgerichtet in Hoffnung auf das Heil, indem er die Erlösung versprach. Dieser Vers beinhaltet einen verheißungsvollenAusblick auf die Erlösung durch die Passion und Auferstehung Jesu Christi. Die Schlange wird ihm in die Ferse stechen. Das ist ein Bild für das Leiden Christi. Das Stechen der Ferse geschah am Kreuz von Golgatha. Er wird der Schlange den Kopf zertreten. Das ist der Sieg Christi am Kreuz über das Böse und den Tod. Durch seinen Tod und seine Auferstehung zertrat Jesus den Kopf des Satans, indem er uns von den Sünden erlöste.

Er hat für uns beim ewigen Vater Adams Schuld bezahlt und den Schuldbrief ausgelöscht mit seinem Blut, das er aus Liebe vergossen hat. Osterlob in der Osternacht


So schickte ihn Gott der Herr aus dem Garten Eden. Gen 3:23

Adam erhob sich, um Gott gleich zu sein und Christus, der Gott war, machte sich selbst zu nichts, um ein Mensch zu sein und wurde gehorsam bis zum Tod, der andere war ungehorsam bis zum Tod. Bei meiner Vorbereitung der Impulse zum Buch Genesis, habe ich immer tiefer erkannt, was Augustinus mit seiner Aussage meint: “Das Neue Testament ist im Alten verhüllt, das Alte im Neuen enthüllt.” Und so lässt sich das neue nicht ohne das alte Testament begreifen und umgekehrt. Beispielhaft kannst du das an folgenden zwei Versen aus dem Römerbrief (5:18‭-‬19) ersehen:

Durch die Sünde eines einzigen Menschen sind alle Menschen in Tod und Verderben geraten. Aber durch die Erlösungstat eines einzigen Menschen sind alle mit Gott versöhnt und bekommen neues Leben. Durch Adams Ungehorsam wurden alle Menschen vor Gott schuldig, aber weil Jesus Christus gehorsam war, werden sie von Gott freigesprochen.