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36 Zephanja

Impulse, Auslegungen, Kommentare und Bibelzitate zum Buch Zephanja


Geht in euch und kommt endlich zur Besinnung! Zefanja 2:1

Das, was wir jeden Tag oft unbewusst tun, sollten wir bewusster wahrnehmen. Wenn ich morgens aufstehe, mache ich mir bewusst: Ich stehe auf, ich gehe in den Tag hinein. Ich verlasse das bequeme Bett. Ich verlasse die passive Rolle des Zuschauers.
Ich nehme teil am Leben. Ich versäume es nicht. Ich stehe auf, um mich auf den Weg zu machen. Ich mache mich auf den Weg zu Gott. Mein Weg geht letztlich immer auf ihn zu. Aber ich stehe auch auf, um mich auf den Weg zu den Menschen zu machen. Ich gehe aufrecht und aufgerichtet durch den Tag, um auch Menschen in meiner Umgebung aufzurichten. Dann erahne ich bei jedem Aufstehen am Morgen etwas vom Geheimnis der Auferstehung, welche die Grundlage unseres ganzen Lebens ist. Anselm Grün


Sucht den Herrn, alle ihr Demütigen. Zeph 2,3

Im tiefen Kern bedeutet die Selbstliebe, sich selbst anzunehmen. Dazu ist Demut notwendig. Denn wir alle machen Fehler und sind weit davon entfernt, perfekt zu sein, wir haben Schwächen. Es gibt viele Arten von Fehlschlägen im Umgang mit meinen Mitmenschen, mit mir selbst und mit Gott. Diese notwendige Demut üben wir ein, indem wir Gott möglichst häufig loben, preisen und rühmen. Das erzeugt in uns ein Bewußtsein für seine Größe und lässt in uns die Demut wachsen.

Gepriesen sei der Herr, der mich von mir selbst erlöst hat! Teresa von Avila



Dann aber will ich den Völkern andere, reine Lippen geben, dass sie alle den Namen des Herrn anrufen und ihm einträchtig dienen. Zeph 3:9

Worte wirken. Worte sind wichtig. Worte bleiben. Es sind ja vor allem die Worte Jesu, die uns berühren. Mit Worten bete ich zu Gott. Mit Worten trete ich auch in den zwischenmenschlichen Dialog. Hier können sie positiv wie negativ wirken, verbinden oder spalten. Die Macht der Zunge ist wahrlich groß und Jesus mahnt uns mehrmals, auf die Wahl unserer Worte zu achten. Ja, Worte sind wichtig. Bitten wir daher mit Herzen darum, dass Gott unsere Lippen reinige.


Der Herr, euer Gott, ist in eurer Mitte. Zefanja 3,17

Wichtig ist, dass Gelassenheit diese dunklen Wolken nicht einfach blind übersieht. Dann wäre Gelassenheit vielmehr Gleichgültigkeit und Resignation. Nein! Gelassenheit lässt diese dunklen Wolken an den Himmel unserer Seele, in die Tiefe unseres Herzens gelangen und verwandelt sie dort, so dass diese dunklen Wolken uns zwar emotional berühren (und das ist gut so!), aber dennoch nicht das in unserer Seele strahlende Licht Gottes betrüben. Das führt zu einer gottverbundenen Gelassenheit, die Hoffnung und Zuversicht ausstrahlt. Ja und zur Übung unseres Glaubens sind Wolken und Dunkelheit notwendig, um uns zu veranlassen, dass wir unser Vertrauen allein auf Christus setzen.

Von ganzem Herzen freut er sich über euch. Zef 3:17


Inhalt des Buches:

Das Buch Zefanja umfasst zwar nur drei Kapitel, die aber haben es in sich. Mit Donnerstimme verkündet der Prophet, der gegen 630 v. Chr. sein Wirken in Jerusalem beginnt, das Gottesgericht über Juda und daran anschließend über die Völker. Er sieht einem schrecklichen Tag des Zorns entgegen, dem niemand entfliehen kann. Seine Bilder sind furchterregend, geradezu verstörend; es war eben seine Art, solch schweres Geschütz aufzufahren, um die Menschen wachzurütteln, besonders die, die es sich auf Kosten anderer gut gehen ließen und sich ganz nonchalant in Sicherheit wähnten, weil für sie der HERR weit weg war (Zef 1,12). Das konnte Zefanja so nicht stehen lassen, denn aus jüdischer Glaubenssicht war Gott stets mit seinem Volk. Die göttliche Strafe für ihr Fehlverhalten würde sie deshalb auch mit Sicherheit ereilen. Das Anprangern von kultischem Verfall und sozialen Missständen sind Urgestein prophetischer Anklage, genauso wie der positive Schlussakkord der Errettung durch den HERRN. Sie wird in extremis all jenen geschenkt, die sich ihm wieder zuwenden (Rest von Israel). Selbst die Völker sind in diesem Heilsgeschehen miteingeschlossen (Zef 3,9–10). Das universalistisch verstandene Heilsangebot Gottes ist keine christliche Erfindung, es ist schon seit Langem im jüdischen Glauben fest verankert! Te Drum – Maria Lasch