Anmeldung ->

28 Kleine Propheten

Kleine Propheten – Auslegungen

Hosea

Hos 6,2

Am dritten Tag schenkt er uns neues Leben. Dann können wir immer in seiner Nähe sein. Hosea 6:2

Im Geheimnis seines Todes und seiner Auferstehung hat Gott die rettende Liebe vollends offenbart und ruft die Menschen durch die Vergebung der Sünden zur Umkehr des Lebens. Jesus wurde vom Vater gesandt als Sühneopfer für unsere Sünden und für die der ganzen Welt. So werden uns aus Barmherzigkeit die Möglichkeit der Erlösung und der Beginn eines neuen Lebens in Christus angeboten. O glückliche Schuld, welch großen Erlöser hast du gefunden!

Hos 6,5

Was ich für richtig und gut halte, habe ich deutlich gesagt, es ist klar wie der helle Tag. Hos 6:5

Üben, unsere  Aufmerksamkeit bewusst von uns weg auf andere zu richten! Üben, gute Gedanken über andere zu denken, das Verhalten des anderen möglichst positiv zu deuten, statt immer gleich das Böseste anzunehmen. Üben, liebevoll mit anderen zu sprechen, ein riesiges Trainingsfeld! Üben auch tatkräftig mit den Händen anzupacken. Echte Liebe äußert sich nach Augustinus in Miene, Wort und tausend freundlichen Gesten. Liebesfähig zu werden ist das Ziel des Lebens. Im Mitgefühl und Mitleid dem Herrn nacheifern!

Hos 10,12

Fangt ganz neu an wie ein Bauer, der ein brachliegendes Feld zum ersten Mal wieder bestellt! Denn die Zeit ist da, mich, den Herrn, zu suchen. Dann werde ich kommen und Gutes vom Himmel für euch regnen lassen. Hos 10:12

In Jesus ist Vergebung und Barmherzigkeit. Die in Jesus inkarnierte barmherzige Vergebung  Gottes richtet den Sünder wieder auf. Er ermöglicht immer wieder einen neuen Anfang. Die Freundschaft mit ihm ist Freundschaft mit dem, der uns zu Menschen des Vergebens macht und der uns auch selbst vergibt, uns immer wieder aufhebt aus unserer Schwachheit und uns gerade so erzieht, uns die innere Verpflichtung der Liebe einsenkt, seinem Vertrauen mit unserer Treue zu antworten. Wir können den ungepflügten Boden unseres Herzens erschließen, indem wir unsere Sünden bekennen und Gottes Vergebung und Führung erbitten.

Hos 11,4

Mit Freundlichkeit und Liebe wollte ich sie ihren Weg führen. Ich habe ihnen ihre Last leicht gemacht. Hos 11:4

Gott führt in Freundlichkeit uns auf unserem Weg. In der Nachfolge Christi folgen wir ihm in dieser Tugend nach. Oft ist das nicht leicht. Gerade dann, wenn wir schlecht behandelt werden, merken wir ganz schnell, dass wir von uns aus niemals zu dieser Person aus tiefstem Herzen freundlich sein können. Genau in diesen Momenten tritt die übernatürliche Freundlichkeit auf, die wir nur mit Hilfe des Heiligen Geistes praktizieren können. Mögen wir Gott heute nochmals neu darum bitten, dass wir mit Hilfe des Heiligen Geistes seine Freundlichkeit leben, damit hierdurch andere Menschen um uns herum Veränderung erfahren dürfen, weil sie sehen, dass wir anders sind.

Mit Freundlichkeit und Liebe wollte ich sie ihren Weg führen. Ich habe ihnen ihre Last leicht gemacht – wie ein Bauer, der seinem Ochsen das Joch hochhebt, damit er besser fressen kann, ja, der sich bückt, um ihn selbst zu füttern. Hosea 11:4

Diese Worte gehen zu Herzen. Gott bückt sich sogar, um uns Nahrung zu geben. Zutiefst hat er sich in Jesus zu uns gebückt. Er ist unsere wahre Nahrung. Im Gegensatz zur nur vorübergehenden Erfüllung sinnlicher Bedürfnisse und Wünsche besteht das wahre Glück im Besitz des ewigen und darum eben höchsten Gutes: Jesus Christus. Glücklich zu sein bedeutet für den Geist, in Christus Gott zu haben und ihn zu genießen.

Hos 11,8

Ich habe Mitleid mit dir! Hos 11:8

Wenn wir andere Menschen bedauern, schwächen wir sie, tun ihnen nicht gut. “Dauern” heißt eigentlich: Leid tun. “Bedauern” ist so verstanden: ein beständiges Leid antun. Den, den ich bedauere, verletze ich immer wieder, anstatt ihn aufzurichten und zu stärken. Dagegen: Annehmen des anderen, der leidet, bedeutet, dass ich mir sein Leid selbst zueigne, dass es auch mein Leiden wird. Eben dadurch aber, dass es nun geteiltes Leid geworden ist, dass ein anderer in ihm da ist, dringt das Licht der Liebe in dieses Leiden ein. Das lateinische Wort con-solatio, Tröstung, drückt dies sehr schön aus, indem es die Vorstellung eines Mitseins in der Einsamkeit weckt, die dann keine Einsamkeit mehr ist. Das ist Solidarität, die bereit ist, wirklich zu helfen, den Rücken zu stärken.

Hos 12,7

Verlass dich voll und ganz auf mich, deinen Gott! Hos 12:7

Menschen suchen überall nach Glück und Erfüllung, außer bei Gott. Sie streben nach Besitz, Entspannung und Gemeinschaft. In Wirklichkeit kann nur Gott das tiefe Verlangen der Seele stillen. Darum müssen wir zuerst nach oben blicken, zum höchsten Gott. Glaube heißt: akzeptieren, dass Gott nahe ist und dass dies eine gute Botschaft ist.

Hos 13,4

Es gibt keinen anderen Retter! Hos 13:4

Gewöhne dich daran, dein Herz viele Male während des Tages in Dankbarkeit zu Gott zu erheben. Weil Er dir dies und jenes gibt. Danke dem Herrn für das wunderbare Geschenk, das Er dir gemacht hat, als Er dir die Augen dafür öffnete, dass nur eines notwendig ist. Nehme heute mal wieder ganz bewusst diese kleinen und doch so großen Geschenke wahr.Gott ist es, der Wunder wirkt. Ihm allein gebührt Ehre und Anbetung. Wir als Jünger Christi sind nur Werkzeuge. Er ist der eigentlich Wirkende. In Jesus ist der Wunder wirkende Gott gegenwärtig. Dank sei Gott!

Hos 13,5

In der glühenden Hitze der Wüste habe ich euch begleitet und bewahrt. Hosea 13:5

Viel Streit und Spaltungen rühren daher, dass wir zu schnell etwas sagen, unüberlegt. Gerade in der glühenden Hitze der Wüste verfehlen wir uns sprachlich. Gerade bei emotional aufgeheizten Situationen inne halten, innerlich einen Schritt zurück treten und darüber nachdenken, welche Worte zu wählen sind. Selbstkontrolle ist gefragt. Und dabei immer versuchen, darauf zu hören

Hos 13,6

Mich, den Herrn, habt ihr vergessen! Hosea 13:6

Gehorsam bedeutet, den Herrn nicht zu vergessen, sondern in allen Dingen auf ihn zu hören. Gerade im Alltagstrott des immer Selben kommt es darauf an, das Hören auf ihn nicht untergehen zu lassen. Gerade der Alltagstrott des immer Selben soll für uns ein ständiges Gebet sein. Ein Gebet, das immer aus denselben herzbewegenden Worten besteht, aber jeden Tag zu einer anderen Melodie. Rufen wir jeden Tag seine Hilfe an.

Hos 14,3

Kommt zurück zum Herrn , sprecht mit ihm und sagt: Vergib uns alle Schuld! Hosea 14:3

Die demütige Seele läßt beim Anblick der eigenen Fehler den Mut nicht sinken. Echte Demut drängt nur zu einem: um Vergebung zu bitten! Wir sind aufgerufen, unser Herz zu Gott zu bekehren, im ständigen Bewußtsein, daß wir unsere Umkehr nicht allein, aus eigenen Kräften wirken können, denn Gott schenkt uns die Umkehr. Er bietet uns noch immer seine Vergebung an und lädt uns ein, zu ihm zurückzukehren, um uns ein neues Herz zu schenken. Unsere Welt braucht die Bekehrung durch Gott, sie braucht seine Vergebung, seine Liebe, sie braucht ein neues Herz.

Hos 14,5

Ich will mein Volk von ihrer Untreue heilen! Von Herzen gern begegne ich ihnen wieder mit Liebe. Hosea 14:5

Während seines öffentlichen Lebens vergab Jesus nicht nur Sünden, sondern zeigte auch die Wirkung der Vergebung: Er gliederte die Sünder, denen er verziehen hatte, wieder in die Gemeinschaft des Gottesvolkes ein. Ein offensichtliches Zeichen dafür ist es, daß Jesus Sünder an seinen Tisch lädt, eine Handlung, die auf ergreifende Weise zugleich die Vergebung durch Gott und die Rückkehr in den Schoß des Volkes Gottes zum Ausdruck bringt. Der wahre Glaubende weiß, daß er ein Sünder ist, und ersehnt aufrichtig mit Geist, Seele und Leib die göttliche  Vergebung als eine Neuschöpfung, die ihm Freude und Hoffnung wiedergeben kann.

Ich gebe ihnen neues Leben. Hosea 14:6

Hos 14,10

Der Herr zeigt uns den richtigen Weg. Wer ihm folgt, kommt sicher ans Ziel. Hosea 14:10

Das Christsein ist nicht fertig vorgegeben. Eher ist es ein Christ-Werden. Erst allmählich wachsen wir in das Mysterium der Christusgemeinschaft hinein. So erlangen wir Schritt für Schritt, durch allerlei Wechselfälle hindurch, das Vollalter Christi voran getrieben von unserem guten Willen, erfüllt und ermutigt von der Gnade. Bei diesem Wachstum ist es besser, einer stellt sich bescheidene Ziele, statt dass er alles in einem Anlauf erreichen will. Gott verspricht, sein Volk zu stärken. Wenn wir in einer engen Beziehung zu Gott bleiben, wird der Heilige Geist uns befähigen, ungeachtet aller Widerstände seinen Willen zu tun. Wenn wir von Gott weglaufen, werden wir von unserer Kraftquelle abgeschnitten.

Joel

Joel 2,13

Kommt zurück zum Herrn, eurem Gott, denn er ist gnädig und barmherzig, seine Geduld ist groß, und seine Liebe kennt kein Ende. Joel 2:13

Die Vergebung beginnt dort, wo wir die zerstörerische Wirkung der Sünde und die Sinnlosigkeit eines Lebens ohne Gott erkennen. Dann müssen wir zugeben, dass wir uns nicht aus eigener Kraft retten können; unsere einzige Hoffnung liegt in der Gnade Gottes. Wenn wir um Vergebung bitten, müssen wir erkennen, dass wir sie nicht verdienen und sie aus diesem Grund auch nicht fordern können. Wir müssen um Gottes Liebe und Gnade bitten, nicht um seine Gerechtigkeit. Auch wenn wir die Vergebung nicht einfordern können, können wir trotzdem zuversichtlich sein, dass wir sie erhalten, weil Gott gnädig und voller Liebe ist und uns zu sich zurückbringen will, so wie er auch Israel zu sich zurückbringen wollte.

Joel 2,18

Da erwachte im Herrn die leidenschaftliche Liebe zu seinem Land, und er hatte Mitleid mit seinem Volk. Joel 2:18

Die Liebe zum Herrn ist das tragende Fundament und Ziel unseres Lebens, das einzige Ziel, das niemals aufhören wird. Ohne Liebe sind wir nichts. Liebe ist  Mutter aller Tugenden. Gott ist die Quelle aller Liebe. Wir sind berufen, seine Liebe zu empfangen, zu erwidern und weiterzugeben. Allerdings: wenn wir versuchen, uns in der Tugend der Liebe zu üben, lernen wir vor allem eines, nämlich dass wir häufig scheitern. Dennoch üben wir uns ein Leben lang in der Liebe. Unsere ganze Askese zielt darauf ab, dass wir fähig werden, Gott, den Nächsten und uns selbst zu lieben. Der Wille Gottes ist es, dass wir lieben. Dort wo wir lieben, ist das Reich Gottes.

So sind doch alle Tugenden nackt ohne die Liebe. Leo der Große

Joel 2,21

Fürchte dich nicht, fruchtbares Land! Freu dich und juble; denn der Herr hat Großes getan. Joel 2,21

Es will mir scheinen, dass der selige Prophet Joel sich an Maria wendet, wenn er ausruft: Fürchte dich nicht, fruchtbares Land! Freu dich und juble; denn der Herr hat Großes getan. Denn Maria ist ein Land: jenes Land nämlich, auf dem der Gottesmann Mose den Befehl bekam, seine Sandale auszuziehen: Sandale als ein Bild des Gesetzes, an dessen Stelle die Gnade treten wird. Sie ist auch das Land, auf dem durch den Heiligen Geist derjenige Wohnung nahm, von dem wir singen, dass er die Erde auf Pfeiler gegründet hat. Sie ist ein Land, das Frucht hervorbringt, ohne eingesät worden zu sein, und dessen Frucht allen Geschöpfen Nahrung gibt. Ein Land, auf dem der Dorn der Sünde gar nicht gewachsen ist, ganz im Gegenteil: Es bringt jenen hervor, der diesen Dorn mitsamt der Wurzel ausgerissen hat. Ein Land schließlich, das nicht verflucht ist wie das erste, von dem man Dornen und Disteln erntete, sondern auf dem der Segen des Herrn ruht und das in seinem Schoß eine gesegnete Frucht birgt. Theodor von Studion

Joel 2,23

Freut euch und seid fröhlich im Herrn, eurem Gott. Joel 2,23

Wir können es üben, mit der inneren Freude in Berührung zu kommen. Sie weitet unser Herz und beflügelt unsere Seele. Wenn wir die Freude in uns spüren, geht uns manches leichter von der Hand. Dann bekommt unser Leben einen anderen Geschmack. Und es ist heilsam für unser ganzes Leben, wenn die Freude den Raum in uns einnimmt, der ihr eigentlich zukommt. Freude beschwingt uns, sie lässt das Leben leichter werden. Und die Freude verbindet uns mit anderen Menschen. Freude drängt uns, sie mit anderen zu teilen. Geteilte Freude ist doppelte Freude, sagt das Sprichwort. Freude schafft Beziehung. Sie schenkt uns Lebendigkeit. Die Freude stärkt unsere Gesundheit.

Amos

Amos 2,8

Neben jedem Altar machen sie sich weiche Polster aus den Kleidern, die sie den Armen als Pfand wegnehmen. Amos 2:8

Diese Menschen, die Amos hier ermahnt, hatten kein Mitgefühl. Die Tugend des Mitgefühls bedeutet aber dem anderen zu sagen: Gut, dass es dich gibt! Wahres Mitgefühl besteht darin, die Fehler des Nächsten zu ertragen. Gerade bei Menschen, die uns nicht so liegen, hat diese Tugend ihren großen Stellenwert. Dies tun wir nicht aus eigener Kraft: “Alle Bewegung, durch die wir zur Liebe bewegt werden, in der bewegt uns nichts anderes als der Heilige Geist.” (Meister Eckhart). Wie wichtig ist daher das Wort des Herrn, in seiner Liebe zu bleiben. Der Herr sieht nicht so sehr auf die Größe der Werke als auf die Liebe, mit der sie getan werden

Amos 4,1

Ihr unterdrückt die Hilflosen und knechtet die Armen. Amos 4:1

Das Christentum besteht nicht in schönen Worten, es muss tätig, hingebend, aufopfernd geübt werden. Wir sollen unsere Worte durch unser Leben unterstreichen und nicht durchstreichen. Tun wir für unsere Mitmenschen was wir nur können; beten wir für sie und seien wir stets von Herzen hilfsbereit, dann beweisen wir am besten, daß wir sie wirklich von Herzen lieb haben. Eine Liebe, die sich in schönen Worten erschöpft, hat wenig Wert; das ist nicht die Liebe, wie sie der Herr uns erwiesen hat. Die Liebe erfordert oft Anstrengung, Einsatz und Opfer. Sie bedeutet aber auch Freude. Kennt du nicht auch diese innere Freude, wenn du jemanden helfen konntest. So nehmen wir uns immer wieder neu, jeden Tag, der stets neue Situationen dazu bietet, die anspruchsvollen Worte des Auferstandenen zu Herzen: Liebt einander, wie ich euch geliebt habe. (Joh 15:12) und das gerade in den vielen kleinen scheinbar unbedeutenden Situationen, achte heute darauf

Zu großen Taten ist selten Gelegenheit, die kleinen aber begegnen uns zu Hunderten. Herr, lass uns sorgfältig und liebevoll die kleinen Dinge tun. Franz von Sales

Amos 5,12

Ja, ich weiß, wie viele Verbrechen ihr begangen habt und wie groß eure Schuld ist. Amos 5:12

Die Freiheit zum Verzeihen ist denen leichter zugänglich, die auch an sich selbst Fehler sehen. Die Perfekten und Fehlerlosen tun sich außerordentlich schwer mit dem Verzeihen. Einfach und sehr wirkungsvoll ist für mich diese Übung: Hat mich jemand mit seinem Verhalten verletzt, dann frage ich mich, ob ich mit dem gleichen Verhalten auch schon einmal jemanden in gleicher Weise verletzt habe. Die Antwort lautet bei mir immer: Ja! Das fördert in mir die Empathie, dass der andere wie auch ich nur Menschen sind, die sich immer wieder auch verletzen. Gott sei’s gedankt für die Kraft zur Versöhnung.

Amos 5,14

Sucht das Gute. Amos 5:14

Das Gute ist Gott schlechthin. Und Gott ist Liebe. Wir suchen also die Liebe. Diese Liebe ist die einzige Tugend, die maßlos sein darf. Wir können die Mitmenschen nie zu viel lieben und somit auch in der Liebe nie die Grenzen der Vernunft überschreiten, sofern die Liebe wirklich im Herzen wurzelt. Welch ein Glück, lieben zu dürfen, ohne ein Übermaß zu fürchten. Setze der Liebe keine Schranken, lasse sie ihre Äste breiten, so weit sie nur kann, gebe dich hin an Gott und denn Nächsten. Wo kannst du diese Hingabe in Liebe heute konkret Wirklichkeit werden lassen?

Das innerste Wesen der Liebe ist Hingabe. Edith Stein

Amos 5,15

Liebt das Gute. Amos 5:15

Das Gute ist vielerlei, doch in der Mitte steht die Liebe. Freundlichkeit ist ein Ausdruck von Liebe. Freundlichkeit etwas ganz Besonderes. Freundlichkeit wirkt wie ein kleines wärmendes Feuer. Sie verbreitet sich und sorgt für ein gutes Gefühl. Ein kleines Lächeln, ein kurzes Hallo, ein nettes Wort, jemanden die Tür aufhalten u.a. ….das alles dürfen wir im Streben nach Tugenden nicht unterschätzen.

Freundlichkeit ist unwiderstehlich, wenn sie ernst und nicht gespielt ist. Mark Aurel

Obadja

Jona

Jona 2,7

Du hast mich heraufgezogen und mir das Leben neu geschenkt! Jona 2:7

Jeder Augenblick, den wir erleben, ist neu. Jeder Tag ist von Gott neu geschenktes Leben. Leben wir ihn bewusst in seiner Gegenwart, aufmerksam dafür, wo und wie er uns heute begegnet. Das achtsame Leben in der Gegenwart wird mit der Gegenwart Gottes  verbunden. Denke nicht zu viel an gestern, das schon vorüber ist, noch sorge dich um das morgen, von dem du nicht weißt, ob es für dich noch kommt, sondern in allem suche den Herrn zu erkennen.

Jona 2,8

Als ich schon alle Hoffnung aufgegeben hatte, dachte ich an dich. Jona 2:8

Oftmals handeln wir ähnlich. Solange in unserem Leben alles gut geht, neigen wir dazu, Gottes Handeln als Selbstverständlichkeit zu betrachten. Doch wenn wir die Hoffnung verlieren, schreien wir zu ihm. Diese Art einer Gottesbeziehung führt zu einem unbeständigen geistlichen Leben mit ständigem Auf und Ab. Eine dauerhafte, tägliche Verbindlichkeit gegenüber Gott fördert eine stabile Beziehung zu ihm. Wir wollen uns an Gott halten, sowohl in den guten wie auch in den schlechten Zeiten und wir werden sehen, dass unser geistliches Leben gestärkt wird.

Mein Gebet drang zu dir. Jona 2:8

Unser Gebet kommt immer bei Gott an. Auch unser Gebet für andere Menschen. Wenn eine Fürbitte nicht erhört wurde bedeutet das nicht, dass du zu wenig geglaubt hast oder dass Gott es egal ist. Es kann einfach bedeuten, dass Gott etwas Besseres für den anderen hat als das, worum du betest, dass die Zeit noch nicht reif ist dafür oder zuletzt ganz wichtig, dass wir nicht alles verstehen und nicht alles kontrollieren können. Gott ist kein Wunsch-Automat ist und bleibt geheimnisvoll.

Jona 2,10

Ich aber will dir Danklieder singen. Jona 2:10

Mein Schöpfer, wieviel Dank schulde ich Dir! Mit deinem Arm hilfst du mir, ziehst mich aus dem Nichts, um mich durch Deine Barmherzigkeit zu dem zu machen, was ich bin. Das Heil lässt du mir zukommen. Darum: Jauchzt vor dem Herrn freut euch, jubelt und singt! Gewöhne dich daran, dein Herz viele Male während des Tages in Dankbarkeit zu Gott zu erheben, für Gottes Schutz und Segen, für das Geleit seiner Engel, für das Geschenk des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe und für so vieles mehr!

Dankbarkeit ist des Lebens höchste Freude. Luther

Micha

Micha 2,13

Ich selbst, der Herr gehe als euer König an der Spitze. Micha 2:13

Wir können die Sanftmut Christi unter vier Umständen betrachten. Zunächst können wir die Sanftmut Christi in seinem gewöhnlichen Leben erkennen, denn all seine Gesinnungen waren friedlich: Er legte es nie darauf an, Streitgespräche zu provozieren, sondern vermied alles, was zu einer Auseinandersetzung führen konnte. Darin müssen wir ihn nachahmen. Ebenso scheint die Sanftmut Christi auf in seinen Zurechtweisungen. Er musste von seinen Verfolgern viel Schmach erleiden, und doch antwortete er ihnen nie wütend oder in einem aggressiven Ton. Seine Sanftmut tritt erneut in Erscheinung, wenn er jemanden in Gnade aufnahm. Er ließ sie an seinen Mahlzeiten teilnehmen oder nahm ihre Einladung an. Schließlich offenbart sich die Sanftmut Christi in seiner Passion, denn er ging in diese Passion wie ein Lamm, er, der, als er geschmäht wurde, nicht schmähte. Thomas von Aquin

Micha 5,4

Er bringt uns Frieden! Micha 5:4

Jesus sagte in einer seiner letzten Reden: »Ich lasse euch ein Geschenk zurück – meinen Frieden. Und der Friede, den ich schenke, ist nicht wie der Friede, den die Welt gibt. Deshalb sorgt euch nicht und habt keine Angst« (Johannes 14,27). Weil Jesus auf diese Erde gekommen ist, haben wir die Möglichkeit, Frieden mit Gott zu erleben. Wir brauchen nicht länger Angst vor dem Gericht zu haben, und es wird keinen Kampf und keine Schuld mehr geben. Der Friede von Jesus gibt uns Sicherheit, auch wenn weiterhin Kriege stattfinden. Wenn Jesus zum zweiten Mal auf die Erde kommt, wird es keine Kriege mehr geben und alle Waffen werden vernichtet (4,3-5).

Micha 7,7

Mein Gott wird mich erhören! Micha 7:7

Eine Fürbitte ist ein Gebet, in dem ein Beter Gott für jemand anderen bittet. Gott ruft alle Christen auf, Vermittler zu sein. Es ist Gottes Wunsch, dass jeder Gläubige aktive Fürbitten leistet. Es ist ein wunderbares und erhabenes Privileg, dass jeder Christ mutig vor unseren Allmächtigen Gott mit diesen Gebeten und Bitten treten darf.

Ich verlasse mich auf den Herrn , ich warte auf seine Hilfe. Micha 7:7

Glaube ist keine Sache, die man anfängt und dann für immer hat. Glauben empfangen wir von Gott immer nur so viel, wie wir für den gegenwärtigen Tag gerade brauchen. Der Glaube ist das tägliche Brot, das Gott uns gibt. An uns liegt es diesen Glauben im Vertrauen anzunehmen. Vertrauen muss eingeübt werden. Immer wieder neu. Nur so kann es wachsen. Allerdings kannst Du nicht einfach beschließen, von heute an zu vertrauen. Vertrauen muß wachsen. Mein Glaube wurde vor allem durch Erfahrungen gestärkt, wo ich das ganz konkret im Kleinen wie im Großen erlebt habe. Durch die Erinnerung daran, wächst und vertieft sich mein Glaube.

Micha 7,18

Herr, wo ist ein Gott wie du? Du vergibst denen, die von deinem Volk übrig geblieben sind, und verzeihst ihnen ihre Schuld. […] Du liebst es, gnädig zu sein! Micha 7:18

Die Taufe ist das bedeutsamste Sakrament der Sündenvergebung. Sie vereint uns nämlich mit Christus, der für unsere Sünden gestorben ist, damit wir als neue Menschen leben. Christus, der für alle Menschen gestorben ist, will, daß jedem, der sich von der Sünde abwendet, die Pforten zur Vergebung immer offenstehen. Jedoch wird niemand durch die Taufgnade von aller Schwachheit der Natur befreit. Vielmehr hat jeder gegen die Regungen der Begierlichkeit, welche uns unablässig zu Sünden anregt, zu kämpfen.

Der Herr wird wieder Erbarmen mit uns haben und unsere Schuld auslöschen. Er wirft alle unsere Sünden ins tiefste Meer. Micha 7:19

Nahum

Nahum 1,7

Er ist für sie eine sichere Zuflucht in Zeiten der Not. Nahum 1:7

Durch dunkle Erlebnisse begreifen wir, dass unser Leben nicht vollständig in unserer Hand liegt und werden auf Gott hin geworfen. In dunklen Stunden die Zuversicht nicht verlieren! Das meint nicht, die rosarote Brille auf zu setzen, um der Wirklichkeit aus dem Weg zu gehen. Ich erkenne, was ist. Aber ich resigniere nicht. Denn ich weiß, dass diese Welt in Gottes Hand ist!  Christus selbst durchbricht die dunkelste Nacht. Ein Hammer-Zitat von Edith Stein trifft dies genau auf den Punkt:  Je dunkler es hier um uns wird, desto mehr müssen wir das Herz öffnen für das Licht von oben. Daher: Herr, sei uns nahe in unseren Kämpfen, in unseren Sorgen, in unseren Enttäuschungen und segne uns durch deine wohlwollende Gegenwart.

Habakuk

Hab 2,4

Nur der wird leben, der Gottes Willen tut und ihm vertraut. Hab 2:4

Gottes Wille ist es, dass wir uns gegenseitig helfen. Widerstehe beim Helfen der Versuchung der Eitelkeit: Ich will, dass jeder weiß, was ich tue. Ich will Beachtung finden, wenn ich helfe. Prüfe beim Helfen stets dein Herz. Helfe mit unverfälschten Motiven, einem aufrichtigen Herzen und nicht um von Menschen gesehen zu werden. Dann weiß deine linke Hand nicht, was die rechte tut.

Hab 3,18

Der Herr selbst ist der Grund meiner Freude! Hab 3:18

Freude ist das Lebenselement des Christen. Christentum ist Freudentum. In über 300 Stellen in der Bibel ist die Freude Thema. Das sagt schon was aus. Freude ist etwas, dass wir alle erstreben, aber schwer zu fassen ist. Freude bedeutet nicht Fröhlichkeit. Fröhlichkeit ist abhängig von einem Zustand und somit flüchtig, sie kommt und geht. In Wikipedia wird Freude definiert als ein Gemütszustand oder Emotion, die als Reaktion auf eine angenehme Situation oder die Erinnerung an eine solche entsteht. Und für uns als Christen: Was ist da diese angenehme Situation, auf die wir stets auch in schwierigen Lebenssituationen mit Freude reagieren können. Klar der Herr selbst ist der Grund deiner Freude. Freude ist eben diese innere Haltung und Einstellung deines Herzens.

Hab 3,19

Der Herr macht mich stark. Er beflügelt meine Schritte, wie ein Hirsch kann ich über die Berge springen. Hab 3:19

Der Hirsch kann schlecht laufen, wenn er zu mager ist. So können auch wir nur schlecht den täglichen Lebensweg gehen, wenn wir geschwächt sind, sind dann auch schwächer in der Liebe, nachgiebiger bei Versuchungen, gedankenloser beim Gebet. Der Herr macht mich stark, wenn ich auch das meine dazu gebe. Daher achte auf deine Gesundheit. Achte auf genügend Schlaf. Nimm dir Auszeiten. Ernähre dich gesund. Mache all das, dass du tagsüber mit frischer Kraft deine Arbeit tun kannst.

Gott, der Herr, ist meine Kraft. Hab 3:19

Blicken Sie nicht länger auf Ihre Schwierigkeiten, sondern auf Gott. Gott will seinen Nachfolgern in schwierigen Zeiten Kraft und Zuversicht geben. Sie werden sicher wie Gazellen über zerklüftetes und gefährliches Gelände springen. Und zur rechten Zeit wird Gottes Gerechtigkeit siegen und die Welt vollständig vom Bösen befreien. Bis dahin müssen Gottes Nachfolger in der Kraft seines Geistes leben und darauf vertrauen, dass er letztendlich über das Böse siegen wird.

Zephanja

Zeph 2,1

Geht in euch und kommt endlich zur Besinnung! Zefanja 2:1

Das, was wir jeden Tag oft unbewusst tun, sollten wir bewusster wahrnehmen. Wenn ich morgens aufstehe, mache ich mir bewusst: Ich stehe auf, ich gehe in den Tag hinein. Ich verlasse das bequeme Bett. Ich verlasse die passive Rolle des Zuschauers.
Ich nehme teil am Leben. Ich versäume es nicht. Ich stehe auf, um mich auf den Weg zu machen. Ich mache mich auf den Weg zu Gott. Mein Weg geht letztlich immer auf ihn zu. Aber ich stehe auch auf, um mich auf den Weg zu den Menschen zu machen. Ich gehe aufrecht und aufgerichtet durch den Tag, um auch Menschen in meiner Umgebung aufzurichten. Dann erahne ich bei jedem Aufstehen am Morgen etwas vom Geheimnis der Auferstehung, welche die Grundlage unseres ganzen Lebens ist. Anselm Grün

Zeph 2,3

Sucht den Herrn, alle ihr Demütigen. Zeph 2,3

Im tiefen Kern bedeutet die Selbstliebe, sich selbst anzunehmen. Dazu ist Demut notwendig. Denn wir alle machen Fehler und sind weit davon entfernt, perfekt zu sein, wir haben Schwächen. Es gibt viele Arten von Fehlschlägen im Umgang mit meinen Mitmenschen, mit mir selbst und mit Gott. Diese notwendige Demut üben wir ein, indem wir Gott möglichst häufig loben, preisen und rühmen. Das erzeugt in uns ein Bewußtsein für seine Größe und lässt in uns die Demut wachsen.

Gepriesen sei der Herr, der mich von mir selbst erlöst hat! Teresa von Avila

Zeph 3,9

Dann aber will ich den Völkern andere, reine Lippen geben, dass sie alle den Namen des Herrn anrufen und ihm einträchtig dienen. Zeph 3:9

Worte wirken. Worte sind wichtig. Worte bleiben. Es sind ja vor allem die Worte Jesu, die uns berühren. Mit Worten bete ich zu Gott. Mit Worten trete ich auch in den zwischenmenschlichen Dialog. Hier können sie positiv wie negativ wirken, verbinden oder spalten. Die Macht der Zunge ist wahrlich groß und Jesus mahnt uns mehrmals, auf die Wahl unserer Worte zu achten. Ja, Worte sind wichtig. Bitten wir daher mit Herzen darum, dass Gott unsere Lippen reinige.

Zeph 3,17

Der Herr, euer Gott, ist in eurer Mitte. Zefanja 3,17

Wichtig ist, dass Gelassenheit diese dunklen Wolken nicht einfach blind übersieht. Dann wäre Gelassenheit vielmehr Gleichgültigkeit und Resignation. Nein! Gelassenheit lässt diese dunklen Wolken an den Himmel unserer Seele, in die Tiefe unseres Herzens gelangen und verwandelt sie dort, so dass diese dunklen Wolken uns zwar emotional berühren (und das ist gut so!), aber dennoch nicht das in unserer Seele strahlende Licht Gottes betrüben. Das führt zu einer gottverbundenen Gelassenheit, die Hoffnung und Zuversicht ausstrahlt. Ja und zur Übung unseres Glaubens sind Wolken und Dunkelheit notwendig, um uns zu veranlassen, dass wir unser Vertrauen allein auf Christus setzen.

Von ganzem Herzen freut er sich über euch. Zef 3:17

Inhalt des Buches:

Das Buch Zefanja umfasst zwar nur drei Kapitel, die aber haben es in sich. Mit Donnerstimme verkündet der Prophet, der gegen 630 v. Chr. sein Wirken in Jerusalem beginnt, das Gottesgericht über Juda und daran anschließend über die Völker. Er sieht einem schrecklichen Tag des Zorns entgegen, dem niemand entfliehen kann. Seine Bilder sind furchterregend, geradezu verstörend; es war eben seine Art, solch schweres Geschütz aufzufahren, um die Menschen wachzurütteln, besonders die, die es sich auf Kosten anderer gut gehen ließen und sich ganz nonchalant in Sicherheit wähnten, weil für sie der HERR weit weg war (Zef 1,12). Das konnte Zefanja so nicht stehen lassen, denn aus jüdischer Glaubenssicht war Gott stets mit seinem Volk. Die göttliche Strafe für ihr Fehlverhalten würde sie deshalb auch mit Sicherheit ereilen. Das Anprangern von kultischem Verfall und sozialen Missständen sind Urgestein prophetischer Anklage, genauso wie der positive Schlussakkord der Errettung durch den HERRN. Sie wird in extremis all jenen geschenkt, die sich ihm wieder zuwenden (Rest von Israel). Selbst die Völker sind in diesem Heilsgeschehen miteingeschlossen (Zef 3,9–10). Das universalistisch verstandene Heilsangebot Gottes ist keine christliche Erfindung, es ist schon seit Langem im jüdischen Glauben fest verankert! Te Drum – Maria Lasch

Haggai

Haggai 2,5

Mein Geist bleibt mitten unter euch. Habt also keine Angst! Haggai 2:5

Das Licht kommt in die Dunkelheit. Gott selbst ist das Licht, die aufgehende Sonne. Diese letzten Verse des Alten Testaments sind voller Hoffnung. Unserer Glaube sagt uns, dass Gott diese Welt in seinen Händen hält und daß er trotz allen Dunkels siegt. Ganz gleich wie das Leben jetzt aussieht: Gott hält die Zukunft in der Hand und wird alles zum Guten wenden. Wir, die wir Gott geliebt und ihm gedient haben, freuen uns auf ein fröhliches Fest. Wir können diese Hoffnung haben, wenn wir Gott in Bezug auf unser Leben vertrauen.

Sacharja

Sach 1,16

Ich habe mich Jerusalem wieder voll Erbarmen zugewandt. Sach 1:16

Und so wenden wir uns auch dem Nächsten im Erbarmen zu. Die wirkliche Frage lautet hier nicht: Was können wir einander bieten?, sondern: Wer können wir füreinander sein? Zweifellos, es ist wunderbar, wenn wir einem Nachbarn etwas reparieren, einem Freund einen guten Rat, einem Kollegen einen hilfreichen Tipp geben, einem Kranken Linderung verschaffen können. Aber es gibt ein größeres Geschenk als das alles. Das ist das Geschenk unseres eigenen Lebens, das aus allem, was wir tun, hervorleuchtet. Je älter ich werde, desto mehr entdecke ich, dass mein größtes Geschenk, das ich anzubieten habe, meine eigene Freude am Leben ist, mein eigener innerer Friede, mein eigenes Schweigen und meine Einsamkeit, mein eigenes Gefühl, mich wohlzubefinden. Wenn ich mich selbst frage: Wer hilft mir am meisten?, dann muss ich zur Antwort geben: Der Mensch, der bereit ist, sein Leben mit mir zu teilen. Неnri Nouwen

Sach 2,17

Seid still vor dem Herrn, all ihr Bewohner der Erde! Denn er hat sich aufgemacht und kommt aus seiner heiligen Wohnung! Sach 2:17

Im innerlichen und äußerlichen Nicht-Bewegen halten wir Ausschau nach Gott. In dieses Nicht-Bewegen steigt Gott hinab zu mir. Die Stille ist Gottes Muttersprache. Alles andere ist eine Übersetzung. Lasst uns diesen Weg der Stille wieder entdecken. Pflegst du Zeiten der Stille? Einfach da zu sein, die Gedanken zur Ruhe kommen zu lassen und sich anschauen lassen von Gott ohne gleich ein gesprochenes Gebet auf den Lippen zu haben. Werde still. Werde leer. Dein Herr kommt zu dir, nicht irgendjemand, sondern der Herr Jesus, König auf ewig, Menschensohn, Alpha und Omega und Hüter unserer Seelen.

Sach 4,6

Was du vorhast, wird dir nicht durch die Macht eines Heeres und nicht durch menschliche Kraft gelingen: Nein, mein Geist wird es bewirken! Sacharja 4:6

Weiter, höher, schneller ….ist im Alltag die Vorstufe zum Burnout. Multitasking ist Gift für dein Leben in und mit Jesus. Nicht mehrere Dinge gleichzeitig tun, sondern sich ganz bewusst auf den Augenblick konzentrieren. Und dennoch wirst du bisweilen von einer zu großen To-Do-Liste überwältigt, kommst in ein übertriebenes Machen und in die Hektik. Auch wenn´s schwer fällt, ein “Stop” ist dann vonnöten, um sich zu besinnen, auf wen wir uns wirklich verlassen dürfen, von dem unsere Macht kommt, von unserem Herrn. Reduzierung und Entschleunigung und sei es nur minimal helfen dir, weg von diesem Zwang zu kommen, immer mehr zu machen. Aktives und kontemplatives Leben müssen ein Gleichgewicht behalten

Sach 7,9-10

Fällt gerechte Urteile! Geht liebevoll und barmherzig miteinander um! Sacharja 7:9‭-‬10

Du sagst: Diese Person ist mir unsympathisch, ich muss mich so überwinden, um mit ihr nur zu reden. Alles was sie tut, ärgert mich. Dieser Mensch habe leider so viele Fehler! Mag sein …Das hat nichts zu sagen. Auf keinen Fall darf man ihr den Widerwillen merken lassen. Schließlich muss man dem Nächsten gegenüber Milde bis zum äußersten walten lassen, selbst bis zur Torheit und darf niemals Vergeltung üben.

Abgesehen davon, dass du die Vollkommenheit nur im Himmel findest: auch du schleppst deine Fehler mit dir und trotzdem ertragen dich die anderen.

Sach 10,6

Ich erhöre ihre Gebete! Sach 10:6

Das Gebet ist die elementarste Äußerung unseres Glaubens. Dein Glaube bleibt nur lebendig, wenn du betest. Du kannst nicht glauben, ohne zu beten und um beten zu können, musst du glauben. Der Glaube drückt sich im Gebet aus, und das Gebet macht den Glauben stark. Augustinus drückt das so aus: Laßt uns also glauben, um zu beten, und beten, damit uns dieser Glaube nicht fehlt. Der Glaube bringt das Gebet hervor, das kommende Gebet verleiht dem Glauben Festigkeit.

Sach 10,12

In meinem Namen werden sie ihr Leben führen. Sach 10:12

Wenn wir unser Leben in Gottes Namen führen, dann besteht dies in vielseitigen Aspekten aus Zuwendung zum Nächsten. Unser Einsatz für den Nächsten besteht dabei nicht ausschließlich in Taten. Was der Heilige Geist in Gang setzt, ist nicht ein übertriebener Aktivismus, sondern vor allem eine  aufmerksame  Zuwendung zum anderen. Diese liebevolle  Zuwendung ist der Anfang einer wahren Sorge um seine Person, und von dieser Basis aus bemühe ich mich dann wirklich um sein Wohl.

Sach 13,1

An jenem Tag wird in Jerusalem eine Quelle entspringen. Ihr Wasser wird alle Sünde und Unreinheit von den Nachkommen Davids und den Einwohnern Jerusalems abwaschen.Sach 13:1

Es wird einen unendlichen Vorrat an Gottes Gnade, Vergebung und reinigender Kraft geben. Die Quelle wird in der Bibel verwendet, um Gottes Vergebung zu versinnbildlichen. Jesus selbst spricht von sich vom lebendigen Wasser. Die Vergebung geht von seinem Kreuz aus. Er verwandelt die Welt durch die sich hingebende Liebe. Sein am Kreuz geöffnetes Herz ist das Tor, durch das die Gnade der Vergebung in die Welt eintritt. Allein diese Gnade vermag die Welt zu verwandeln und den Frieden aufzubauen.

Maleachi

Mal 1,13

Ihr sagt: Siehe, ist es auch der Mühe wert? Mal 1:13

Gott zu dienen ist immer auch mit Mühe verbunden. An sich selbst zu arbeiten und im Gehorsam zu leben, kostet Kraft und Hingabe. Mit Gott seinen Weg zu gehen ist nicht ein “easy going”.  Aber wenn es uns wichtiger als alles andere ist, Gott zu dienen, ist das, was wir aufgeben, nichts im Vergleich zu dem, was wir gewinnen: ewiges Leben bei Gott. Ehren wir also Gottes Namen in Wort und Tat unseres Lebens. Bekennen und beten wir Gott an, der seine Hand voller Liebe nach uns ausstreckt.

Nehmt euch meine Worte zu Herzen und gebt mir die Ehre, die mir gebührt!  Mal 2:2

Mal 3,20

Euch aber, die ihr meinen Namen fürchtet, wird die Sonne der Gerechtigkeit aufgehen, und Heilung wird unter ihren Flügeln sein. Mal 3:20

Die Sonne kann wärmen und Leben spenden, aber auch verbrennen. Wenn die Christen Christus als die wahre Sonne verehren, dann spielen diese Erfahrungen mit. Christus erleuchtet unsere Finsternis, er hüllt uns in das milde Licht der göttlichen Liebe. Aber er brennt auch alles Sündhafte und Erstarrte in uns aus, damit in uns durch ihn Licht wird. Auch wir sollten an Weihnachten für andere zur Sonne werden. Das ist natürlich kein auf den Feiertag beschränkter Rat. Aber Weihnachten ist ein Fest, an dem wir diese Erfahrung besonders bewusst machen und feiern sollten. Anselm Grün