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27 Daniel

Daniel – Auslegungen

Hintergrund

Nebukadnezar ließ Daniel im Jahr 605 v. Chr. als Gefangenen nach Babylon bringen. Nebukadnezar zeigte seine ganz Macht und menschliche Klugheit, indem er die Elite der besiegten Nation für sich haben wollte. Dort stand Daniel während der Herrschaft von Nebukadnezar, Belsazar, Darius und Kyrus ungefähr 70 Jahre lang im Dienst der Regierung.

Die ersten sechs Kapitel des Buches Daniel sind Geschichte, bei den letzten sechs Kapiteln handelt es sich um Visionen, die sich hauptsächlich auf die Zukunft beziehen.

Daniel – Kapitel 1

Dan 1,6: Freunde

Unter den Judäern, die ausgesucht wurden, waren Daniel, Hananja, Mischaël und Asarja. Dan 1:6

Daniel war nicht alleine. Gott stellte ihm drei Freunde zur Seite, mit denen er diese schwierige Zeit gemeinsam durchlebte. Beim Lesen von Kapitel 1 hat man den Eindruck , dass die eigentliche Initiative von Daniel ausging. Er war es, der den Herzensentschluss fasste . Aber die drei Freunde machten mit und hatten ebenfalls eine feste eigene Glaubensüberzeugung. Es ist ein besonderer Segen, wenn Gläubige in schwierigen Situationen fest zusammenstehen und einander helfen.

Dan 1,8: An Gottes Willen festhalten

Daniel aber nahm sich in seinem Herzen vor, sich nicht mit der feinen Speise des Königs und mit dem Wein, den er trank, zu verunreinigen. Dan 1:8

Nebukadnezar wollte die Gefangenen umerziehen. Sie bekamen einen neuen Namen, mussten seine Sprache lernen und mussten seine Speisen und Getränke zu sich nehmen. Bei den Speisen weigert sich Daniel. Daniels Leben für Gott und unter dem Segen Gottes beginnt mit diesem Entschluss. Das Wort Gottes war ihm wichtiger als der Befehl des Königs. Daniels Entschluss, die Speisen und Getränke nicht zu sich zu nehmen, ist ein Vorbild für uns, uns von der Welt abzusondern. Als Daniel den Entschluss fasste, sich kultisch nicht zu verunreinigen, zeigte er seine Treue zu einer lebenslangen Entscheidung, das Richtige zu tun und sich nicht dem Druck seiner Umgebung zu beugen. Auch wir werden häufig bedrängt, unsere Maßstäbe aufzugeben und unseren Lebensstil dem unserer Umwelt anzupassen. Wir müssen wie Daniel den festen Entschluss fassen, Gott zu gehorchen.

Es ist die Trennung von der Welt, das Ablehnen dessen, was die Welt uns an Nahrung geben kann, das uns in die Lage versetzt, die Mitteilungen Gottes zu empfangen.

Dann1,9: Gnade und Barmherzigkeit

Gott gab Daniel Gnade und Barmherzigkeit vor dem obersten Kämmerer. Dan 1:9

Daniel brauchte sowohl Gnade als auch Barmherzigkeit. Gnade ist die unverdiente Zuwendung Gottes in Liebe. Daniel gehörte einem Volk an, das sich bewusst von Gott abgewandt hatte. Sie hatten keinerlei Anspruch darauf, dass Gott sie segnete. Dennoch bekannte Gott sich zu dem Glauben Daniels und gab ihm Gnade. Barmherzigkeit ist das Mitempfinden Gottes mit unseren mühseligen Umständen. Diese Barmherzigkeit brauchte Daniel ebenfalls. Seine Situation war in der Tat sehr misslich, aber Gott war bei ihm. Daniel kam seiner Verantwortung nach und sofort war Gott in seiner Gnade bei ihm und wirkte.

Dan 1,17: Weisheit und Erkenntnis

Gott schenkte den vier jungen Männern außergewöhnliche Weisheit und Erkenntnis. Dan 1:17

Der Text sagt , dass es Gott war, der den vier jungen Männern Erkenntnis und Weisheit gab und Daniel darüber hinaus Verständnis für das Deuten von Träumen. Wir zweifeln nicht daran, dass die vier aufmerksame Schüler waren und fleißig gelernt hatten. Doch der Erfolg am Ende war nicht eigener Verdienst, sondern ein Werk Gottes. Das Geheimnis des Lebens Daniels war dabei sein Herz und seine konsequente Absonderung von der Welt, die ihn umgab.

Daniel – Kapitel 2

Dan 2,18: Gemeinsames Gebet in der Not

Sie sollten den Gott des Himmels um Gnade bitten, damit er und seine Freunde nicht mit den anderen Weisen umkämen. Dan 2:18

Daniel befand sich in einer kritischen Situation. Sein Leben stand auf dem Spiel. Er schreckte jedoch nicht ängstlich zurück, sondern glaubte voll Vertrauen, dass Gott ihm mitteilen würde, was der König wissen wollte. Als der König Daniel Zeit einräumte, um die Antwort herauszufinden, ging Daniel zu seinen drei Freunden, die dann für ihn beteten. Wenn wir uns in einer schwierigen Lage befinden, ist es gut, unsere Freunde, denen wir vertrauen und die auch an Gottes Macht glauben, an unseren Nöten teilhaben zu lassen. Gebet bewirkt mehr als Panik. Panik bestärkt unsere Hoffnungslosigkeit, Gebet bestärkt unsere Hoffnung auf Gott. Daniels Vertrauen auf Gott rettete nicht nur ihn selbst, sondern auch seine drei Freunde.

Dan 2,19: Dankbarkeit für die Erhöhrung

In der Nacht hatte Daniel eine Vision und erfuhr, was der Traum bedeutete. Da pries er den Gott des Himmels. Dan 2:19

Nachdem Daniel Gott gebeten hat, ihm Nebukadnezars Traum zu offenbaren, wird ihm der Traum in einer Vision gezeigt. Daniels Gebet wurde beantwortet. Bevor er mit den Neuigkeiten zum König eilte, nahm Daniel sich Zeit, um Gott die Ehre für alle Weisheit und Macht zu geben und ihm dafür zu danken, dass er seine Bitte erhört hatte. Wie fühlen wir uns, wenn unsere Gebete erhört werden? Aufgeregt, überrascht, erleichtert? Es gibt Zeiten, in denen wir Gott um etwas bitten und dann, wenn wir eine Antwort erhalten, in unserer Aufregung davonstürmen und ganz vergessen, Gott dafür die Ehre zu geben. Wenn unsere Bitten erhört wurden, sollte unsere Dankbarkeit genauso groß sein wie die Hartnäckigkeit, mit der wir gebetet haben.

Gelobt sei der Name Gottes, jetzt und in alle Ewigkeit! Gott allein gehören Macht und Weisheit. Dan 2:20

Er ist der Herr der Zeit und bestimmt, was wann geschieht. […] Den Weisen schenkt er ihre Weisheit und den Verständigen ihren Verstand! Dan 2:21

Er selbst ist vom Licht umgeben. Dan 2:22

Du hast mir Weisheit und Kraft geschenkt. Dan 2:23

Dan 2,48: Der Aufstieg Daniels

Nebukadnezar gab Daniel eine hohe Stellung am Hof und beschenkte ihn großzügig. Er setzte ihn als Statthalter über die ganze Provinz Babylon ein und ernannte ihn zu seinem obersten Berater. Dan 2:48

Daniel – Kapitel 3

Dan 3,17: Treues Bekenntnis zu Gott

Unser Gott, dem wir dienen, kann uns aus dem Feuer und aus deiner Gewalt retten. Dan 3:17

Die drei Männer trauten Gott zu, dass er sie retten würde, aber sie entschlossen sich, ihm ohne Rücksicht auf die Konsequenzen treu zu sein. Wenn Gott immer alle, die ihm vertrauen, retten würde, bräuchten Christen keinen Glauben. Die drei Männer wussten nicht, ob sie aus dem Feuer gerettet werden würden. Sie wussten lediglich, dass sie nicht vor einem Götzen niederfallen und ihn anbeten würden. Sind wir bereit, für Gott Stellung zu beziehen? Es kann unter Umständen schmerzhaft sein und muss nicht immer ein Happy End haben. Wir sollten Gott treu dienen, egal, ob er zu unseren Gunsten eingreift oder nicht. Unsere ewige Belohnung ist jedes Leiden wert, das wir zuvor möglicherweise ertragen müssen.

Aber auch wenn er es nicht tut, musst du wissen, o König, dass wir nie deine Götter anbeten oder uns vor der goldenen Statue niederwerfen werden. Dan 3:18

Dan 3,25: Die drei Männer im Feuerofen

Warum sehe ich dann aber vier Männer ohne Fesseln im Feuer umhergehen?, rief der König. Sie sind unversehrt, und der vierte sieht aus wie ein Sohn der Götter! Dan 3:25

Die drei vom babylonischen Herrscher verfolgten Männer setzten sich lieber dem Tod durch Verbrennung im Feuerofen aus, als daß sie ihr Gewissen und ihren Glauben verraten. Sie finden die Kraft, Gott zu loben, zu rühmen und zu preisen, in der Überzeugung, daß der Herr der Welt und der Geschichte sie nicht dem Tod und dem Nichts überlassen würde. Diesen jungen Männern konnten das Feuer und die Hitze nichts anhaben. Tatsächlich verläßt Gott zu keiner Zeit seine Kinder, er vergißt sie nie. Er steht über uns und vermag uns mit seiner Macht zu retten. Zugleich ist er seinem Volk nahe und wollte durch seinen Sohn Jesus Christus unter uns wohnen.

Er hat seinen Engel gesandt, um diese Männer zu retten, die ihm dienen und sich auf ihn verlassen. Dan 3:28

Daniel – Kapitel 4

Dan 4,24: Der Rat Daniels an den König

Sag dich von allem Unrecht los und tu Gutes! Mach deine Verfehlungen wieder gut, indem du den Armen hilfst! Dann wird es dir vielleicht auch in Zukunft gut gehen. Dan 4:24

Je schwächer wir Menschen sind und je mehr Neigung wir zur zu Sünden haben, um so mehr und um so öfter brauchen wir Arzneien: Buße und Eucharistie sind der kranken Seele Heilmittel. Die soll das gläubige Volk möglichst oft gebrauchen. Ferner ist das Almosen ein geeignetes Mittel zur Heilung von Seelenwunden. Wer also diese Bitte recht gut verrichten will, soll, so gut er es vermag, wohltätig sein gegen Notleidende.

Ich pries den höchsten Gott, ich lobte den, der ewig lebt. Seine Herrschaft hört niemals auf, sein Reich bleibt für alle Zeiten bestehen. Dan 4:31

Er ist zuverlässig und gerecht in allem, was er tut. Wer aber stolz und überheblich ist, den kann er stürzen. Dan 4:34

Daniel – Kapitel 5

Dan 5,17: Das richtige aus guten Motiven tun

Daniel erwiderte: Eine Belohnung möchte ich nicht annehmen. Du kannst sie ruhig einem anderen geben. Ich werde dir die Schrift auch so vorlesen und deuten. Dan 5:17

Der König bot Daniel Geschenke an, falls er ihm die Schrift auslegen würde, aber Daniel lehnte ab. Materielle Belohnungen sollten nie unser Motiv sein, etwas zu tun oder zu unterlassen. Daniel ist hier ein Vorbild für uns. Sein ganzes Leben zeichnet sich dadurch aus, dass er stets das Richtige tat. Richtig zu handeln soll unsere oberste Priorität sein, nicht Macht oder Geschenke zu erhalten. Lieben wir Gott genug, um das Richtige zu tun, auch wenn dies den Verzicht auf persönliche Belohnungen zur Folge hat?

Er machte öffentlich bekannt, dass Daniel von nun an der drittmächtigste Mann im Reich sei. Dan 5:29

Daniel – Kapitel 6

Dan 6,8: Die Gefahren der Welt

Wer in den kommenden dreißig Tagen eine Bitte an irgendeinen Gott oder Menschen richtet außer an dich, o König, soll in die Löwengrube geworfen werden. Dan 6:8

Ein neuer König kommt an die Macht. Die auf Daniel eifersüchtigen Hofbeamten, zetteln eine Intrige an. Daniel stand so auf verlorenem Posten. Obwohl er das Gesetz kannte, das verbot, irgendjemand außer dem König anzubeten, betete er weiterhin dreimal täglich. Daniel betete weiterhin, weil er vom König nicht die Führung und Stärke erwarten konnte, die er in dieser schwierigen Zeit benötigte. Nur Gott konnte ihm geben, was er wirklich brauchte. Wir wollen nicht zulassen, dass unsere Gebetszeit durch irgendwelche Drohungen oder Zwänge beschnitten wird. Es ist wichtig, regelmäßig und ohne Rücksicht auf die Umstände zu beten, denn das Gebet ist unsere Lebensader, die uns mit Gott verbindet.

Als Daniel davon erfuhr, ging er in sein Haus. […] Hier kniete er nieder, betete zu seinem Gott und dankte ihm, wie er es auch sonst dreimal am Tag tat. Dan 6:11

Dan 6,23: Rettung aus der Löwengrube

Mein Gott hat seinen Engel gesandt. Er hat den Rachen der Löwen verschlossen, darum konnten sie mir nichts anhaben. Dan 6:23

Löwen wurden eingesetzt, um Menschen hinzurichten. Aber Gott hat Mittel und Wege, um seine Leute zu befreien, die für uns unvorstellbar sind. Es ist immer voreilig, aufzugeben oder nachzugeben, wenn wir von Ungläubigen unter Druck gesetzt werden, weil Gott eine Macht hat, von der sie nichts wissen. Gott kann sogar Löwen das Maul verschließen.

Er rettet und befreit, er vollbringt Zeichen und Wunder, sowohl im Himmel als auch auf der Erde. Daniel hat er aus den Klauen der Löwen gerettet. Dan 6:28

Während der Regierungszeit von Darius und auch unter der Herrschaft des persischen Königs Kyrus genoss Daniel hohes Ansehen. Dan 6:29

Daniel – Kapitel 7

Dan 7,8: Daniels prophetischer Traum

Siehe, dieses Horn hatte Augen wie Menschenaugen und ein Maul, das große Dinge redete. Dan 7:8

Die Verse Dan 7, 2–14 beschreiben einen Traum, den Daniel hatte. Wir finden hier die Vorstellung von den vier Weltreichen, die aufeinander folgen. In diesen vier Reichen fasst Daniel die ganze Weltgeschichte von ihren Uranfängen bis zum Ende zusammen. Es geht aber hier nicht um den Ablauf der Weltgeschichte im einzelnen, sondern um die Gegenüberstellung der Weltgeschichte im Ganzen und des Reiches Gottes. Die Weltgeschichte, für Daniel als dämonische Macht greifbar in dem kleinen Horn des vierten Tieres ist im Grunde schon überwunden. Die Herrschaft wird den Machthabern der Welt genommen und dem Menschensohn übergeben, der mit den Wolken des Himmels kommt. Wer ist dieser Menschensohn? Jesus hat sich selbst mit Vorliebe den Titel Menschensohn beigelegt, der zugleich menschliche Niedrigkeit und göttliche Hoheit aussagt.

Dan 7,13: Sohn des Menschen

Mit den Wolken des Himmels kam einer, der aussah wie ein Mensch. Dan 7:13

Derjenige, der aussah wie eines Menschen Sohn, ist Jesus Christus. Jesus zitiert diesen Vers, um auf sich zu verweisen. Die Wolken des Himmels sind ein Zeichen dafür, dass der Menschensohn göttlich ist. In der ganzen Bibel stehen Wolken für seine Majestät und seine Ehrfurcht gebietende Gegenwart.

Ihm wurde Herrschaft, Ehre und Königtum verliehen, und alle Völker, Stämme und Sprachen dienten ihm; seine Herrschaft ist eine ewige Herrschaft, die nicht vergeht, und sein Königtum wird nie zugrunde gehen.
Dan 7:14

Dan 7,18: Die Gemeinde

Schließlich wird das heilige Volk des höchsten Gottes die Herrschaft empfangen und sie für alle Zeiten behalten, ja, bis in alle Ewigkeit. Dan 7:18

Das heilige Volk des Höchsten ist das eigentliche Israel, das Volk, das von Jesus Christus regiert wird. Jesus Christus schenkte das Reich dem neuen Israel, seiner Gemeinde, die sich aus allen Gläubigen zusammensetzt. Sein Kommen leitet das Reich Gottes ein und alle Gläubigen sind seine Bürger. Obwohl Gott die Verfolgung vielleicht noch eine Zeit lang andauern lässt, sind seine Nachfolger dazu bestimmt, einmal das Reich Gottes zu besitzen und für immer bei ihm zu sein.

Daniel – Kapitel 9

Dan 9,5: Sündenbekenntnis

Wir haben gesündigt. Dan 9:5

In seinem Gebet für sein Volk bekennt Daniel seine eigenen Sünden, indem er durchweg das Wort wir verwendet. In schwierigen Zeiten ist es leicht, anderen die Schuld zu geben und seine eigenen Taten zu rechtfertigen. Wenn irgendein Israelit rechtschaffen war, dann Daniel, und trotzdem bekannte er, dass er ein Sünder war und Gottes Vergebung brauchte. Anstatt nach anderen Sündenböcken zu suchen, sollten wir zuerst uns selbst prüfen und unsere Sünden Gott bekennen.

Doch du, Herr, unser Gott, bist voller Erbarmen. Bei dir finden wir Vergebung, obwohl wir von dir nichts mehr wissen wollten. Dan 9:9

Dan 9,18: Flehen um Gnade

Wir flehen zu dir, nicht weil wir deine Hilfe verdient hätten, sondern weil du gnädig und barmherzig bist. Dan 9:18

Daniel bat um Gnade, nicht um Hilfe, weil er wusste, dass sein Volk Gottes Zorn und Bestrafung verdient hatte. Gott hilft! Dies tut er aber nicht, weil wir es verdient hätten, sondern weil er ein gnädiger und barmherziger Gott ist. Wenn Gott uns nicht beisteht, weil wir uns schuldig gemacht haben, wie könnten wir uns da beklagen? Aber wenn er uns gnädig ist, anstatt uns die verdiente Strafe zu geben, wie können wir da unser Lob und unseren Dank zurückhalten?

Dan 9,19: Die Antwort Gottes

Herr, vergib uns! Greif ein und handle! Dan 9:19

Es wäre ein Fehler, die Bibel wie ein trockenes Geschichtsbuch zu lesen und die tiefen persönlichen Gefühle zu verpassen, die darin stecken. In diesem Abschnitt schreit Daniel zu Gott. Sein Land und sein Volk liegen ihm sehr am Herzen. Oftmals fehlen unseren Gebeten die Leidenschaft und das aufrichtige Mitgefühl für andere. Sind wir bereit, in unserem Gebet unsere innersten Gefühle vor Gott auszuschütten? Gott beantwortet das Gebet. Deshalb dürfen wir darauf vertrauen, dass Gott in gleicher Weise unsere Gebete hört und darauf reagiert.

Schon als du anfingst zu beten, sandte Gott mich mit einer Antwort zu dir, denn er liebt dich. Dan 9:23

Daniel – Kapitel 10

Dan 10,11: Gottes Liebe

Gott liebt dich.  Dan 10:11

Diese Vision machte Daniel Angst, doch der Bote beruhigte ihn. Daniel verlor seine Stimme, aber die Berührung des Boten gab sie ihm wieder. Daniel fühlte sich schwach und hilflos, doch die Worte des Boten stärkten ihn. Gott schenkt uns Heilung für unsere Verletzungen, Frieden in Unruhe und Stärke in Schwachheit. Wir dürfen darauf vertrauen, dass Gott sich um uns kümmert und uns versorgt, so wie es auch bei Daniel geschah.

Hab keine Angst! […] Schon an dem Tag, als du anfingst zu beten, hat er dich erhört. Dan 10:12

Der Engel, der wie ein Mensch aussah, berührte mich noch einmal und gab mir dadurch Kraft. Dan 10:18

Daniel – Kapitel 11

Dan 11,2: Zukunft

Ich werde dir jetzt noch etwas erzählen, das ganz bestimmt eintreffen wird. Dan 11,2

Der Engelbote offenbart die Zukunft Israels. Gott allein kann künftige Ereignisse derart klar offenbaren. Gott wirkt nicht nur in den übergreifenden Rahmenbedingungen von geschichtlichen Ereignissen, sondern er befasst sich auch mit den vielen zusammenhängenden Einzelheiten im Leben jedes Menschen. Und seine Pläne sind unerschütterlich.

Dan 11,33: Verkündigung

Die Verständigen im Volk werden die Vielen unterweisen; sie werden aber eine Zeit lang dem Schwert, dem Feuer, der Gefangenschaft und der Plünderung unterliegen. Dan 11:33

Die Klugen im Volk werden vielen ein Vorbild sein, doch sie werden auch schwere Verfolgung durchmachen. In Zeiten der Not werden wir herausgefordert. Unsere Schwächen treten ans Licht und es wird deutlich, wie sehr wir Hilfe brauchen. Wir wollen Antworten, Leitung und eindeutige Führung. In schweren Zeiten interessieren sich selbst Menschen, die unter anderen Umständen nie einen Blick darauf geworfen hätten, für Gottes Wort. Wir sollten nach Gelegenheiten Ausschau halten, um anderen Gottes Wort in schwierigen Zeiten mitzuteilen. Wenn wir lehren und predigen, müssen wir auch darauf vorbereitet sein, Verfolgung und Ablehnung zu erleben.

Dan 11,35: Läuterung

Selbst von den Weisen und Verständigen kommen manche zu Fall, doch es dient ihrer Läuterung. Gott will sie durch diese schwere Zeit prüfen, damit ihr Glaube sich bis zum Ende bewährt. Doch noch ist das Ende nicht da. Dan 11:35

Der Bote Gottes beschreibt eine Zeit der Prüfung, in der selbst einige kluge Gläubige von Gott abfallen werden. Wenn wir an unserem Glauben festhalten, wird uns jede Erfahrung der Prüfung lediglich läutern und stärker machen. Erleben wir gerade Versuchungen? Es ist wichtig, diese als Chancen zu erkennen, durch die unser Glaube gestärkt wird. Wenn wir in diesen Erfahrungen standhaft bleiben, werden wir geistlich wachsen und Gott näher kommen.

Daniel – Kapitel 12

Dan 12,2: Auferstehung

Viele von denen, die in der Erde ruhen, werden erwachen, die einen zum ewigen Leben, die anderen zu ewiger Schande und Schmach. Dan 12:2

Diese Stelle bezieht sich eindeutig auf die Auferstehung sowohl der Gerechten als auch der Sünder, obwohl sie sich in ihrem ewigen Geschick grundlegend voneinander unterscheiden. Bis zu diesem Zeitpunkt war es nicht üblich, die Lehre von der Auferstehung zu verkündigen

Dan 12,3: Leuchtende Sterne

Die Weisen und Verständigen aber werden so hell strahlen wie der Himmel. Und diejenigen, die vielen Menschen den richtigen Weg gezeigt haben, leuchten für immer und ewig wie die Sterne. Dan 12:3

Viele Menschen wollen Stars in der Welt der Unterhaltung sein und finden schnell heraus, wie vergänglich ihr Ruhm ist. Gott sagt uns, wie wir ewige Stars, funkelnde Sterne in der Ewigkeit, sein können: indem wir klug sind und viele Menschen auf den Weg der Gerechtigkeit Gottes führen. Wenn wir anderen von unserem Herrn erzählen, strahlen wir wie die Sonne und funkeln wie die Sterne in Gottes Augen!

Dan 12,10: Läuterung

Gott wird viele Menschen auf die Probe stellen, er wird sie läutern, damit ihr Glaube sich bewährt. Dan 12:10

Versuchungen und Verfolgungen haben in unseren Augen wenig Sinn, wenn wir sie gerade durchmachen müssen. Wenn wir jedoch bereit sind, aus ihnen zu lernen, können sie uns läutern. Falls wir eine schwierige Zeit durchgemacht haben, sollen wir versuchen, aus ihr zu lernen, damit sie uns für die Zukunft helfen kann.

Dan 12,13: Versprechen der Auferstehung

Du aber geh deinen Weg bis zum Ende! Du wirst dich zur Ruhe legen, doch du wirst auferstehen und das himmlische Erbe empfangen, das am Ende der Zeit auf dich wartet. Dan 12:13

Das Versprechen der Auferstehung wird Daniel noch einmal gegeben. Eines Tages würde er die Erfüllung seiner Worte erleben, doch er sollte nicht den Rest seines Lebens damit zubringen, sich darüber Gedanken zu machen, was seine Visionen bedeuten könnten. Stattdessen sollte er sich in der Gewissheit der Souveränität Gottes entspannen und sich auf die Zeit freuen, in der er auferstehen würde, um für immer bei Gott zu leben. Gott offenbart uns in diesem Leben nicht alles. Wir müssen uns mit einem Teilbild zufriedengeben, bis er uns mehr davon zeigen möchte. Er wird uns alles mitteilen, was wir wissen müssen.