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Hes Kap 01-03

Impulse zu Hesekiel Kap. 1-3

Der Himmel öffnet sich

Ich sah eine mächtige Wolke, ein zusammengeballtes Feuer, das von einem strahlenden Glanz umgeben war. Mitten im Feuer glänzte es wie Gold. Hes 1:4

Im Jerusalemer Tempel hatte Hesekiel einst als Priester Gottes Gegenwart angebetet. Jetzt lebt Hesekiel im Exil in Babylon. Dort wird er in einer mächtigen Vision zum Propheten berufen. Durch den Sturm, der Wolke und dem Feuer erscheint der Wagen des Thrones Gottes. Der Himmel öffnet sich vor ihm und er sieht Gottes Thron. Eine gewaltige Erscheinung !

Vor der Menschwerdung Jesus öffneten sich die Himmel nur bei bestimmten Anlässen. Seit Jesus steht der Himmel für uns nun fortwährend offen, da Jesus uns das Wesen des Vaters offenbart hat und er selbst immer da ist.


Mensch, Löwe, Stier und Adler

In dem Licht erschienen vier lebendige Wesen. […] Jedes sah anders aus: Vorne war das Gesicht eines Menschen, rechts das eines Löwen, links das eines Stieres und hinten das eines Adlers. Hes 1:5‭, ‬10

Beeindruckende Bilder sieht Hesekiel hier. Die Vision von den vier Wesen verbanden die alten Kirchenväter mit den vier Evangelien. Der Löwe stand für Matthäus (Christus als der Löwe von Juda), der Stier für Markus (Christus als Diener und Knecht), das Menschengesicht für Lukas (Christus als der vollkommene Mensch), der Adler für Johannes (Christus als der erhöhte Sohn Gottes). Dementsprechend werden sie in der christlichen Ikonografie dargestellt. Beeindruckend kommt Gott zu Hesekiel. Ebenso beeindruckend kommt Gott heute durch das Evangelium zu uns und seine vier Bücher, die diese Symbole tragen: Mensch, Löwe, Stier, Adler.


Flügel und Hände

Unter ihren Flügeln befanden sich Menschenhände. Hes 1:8

Das soll zu verstehen geben, daß wir uns nicht damit begnügen dürfen, Flügel zu haben, um durch heilige Wünsche und Erwägungen zum Himmel zu fliegen, wenn wir nicht zugleich Hände haben, die uns zur Verwirklichung und Ausführung unserer Wünsche bringen. Es ist sicher, daß uns gute Vorsätze und Entschlüsse allein nicht in das Paradies führen, wenn sie nicht von Wirkungen begleitet sind, die ihnen entsprechen. Franz von Sales

O Herr der Ewigkeit, laß es nicht zu! Mache vielmehr, daß niemals mein Wille geschehe, sondern der Deine. Ach, wir sind nicht auf der Welt, um unseren Willen zu tun, sondern den Willen Deiner Güte, die uns in diese Welt gesetzt hat.


Gottes Wegen folgen

Jedes ging gerade vor sich hin. Wo der Geist hingehen wollte, da gingen sie hin. Sie wandten sich nicht um, wenn sie gingen. Hes.1:12

Die heiligen Wesen, die Ezechiel schaute, gingen dorthin, wo die Macht des Geistes sie hintrieb und sie wandten sich beim Gehen nicht um. Man muß dorthin gehen, wohin uns die Eingebung treibt. Den Entschluß darf man nicht ändern und auf dem Weg nicht umkehren, sondern muß nach der Richtung hin gehen, wohin Gott unser Angesicht gekehrt hat, ohne die Richtung zu ändern. Franz von Sales


Demütig niederfallen vor Gott

Es war die Erscheinung des Herrn in seiner Herrlichkeit. Bei ihrem Anblick fiel ich nieder und berührte mit meinem Gesicht den Boden. Hes 1:26;28

Überwältigt von der Herrlichkeit Gottes fällt Hesekiel nieder. Es ist ein Akt der Demut. Demut bedeutet schlicht und einfach das Anerkennen der Allmacht Gottes. Es beinhaltet ein Bewusstsein unendlichen Zurückbleibens hinter der erstrebten Vollkommenheit. Die Wurzel des hebräischen Wortes für Demut bedeutet “sich beugen“. Demut bedeutet sich vor Gott zu beugen, ihn als Gott anzuerkennen als Herr unseres Lebens. Ein Glauben ohne Demut ist undenkbar. Es ist neben der Tugend der Liebe die Tugend schlechthin.


Gottes Wort essen

Du aber, Mensch, hör mir zu! […] Öffne deinen Mund und iss, was ich dir gebe! Hes 2:8

Wir müssen durch immer erneutes Lesen und Meditieren Seines Wortes und Seines Beispiels versuchen, uns vom Geist Jesu durchdringen zu lassen. Sein Wort soll in unserer Seele wirken, wie der stete Tropfen, der den Stein immer an der gleichen Stelle höhlt. Charles de Foucauld

Herr, an dich möchte ich denken, dich erkennen, dich lieben. Lass dies in mir wachsen, bis du mich umgestaltest zur Vollendung. Augustinus


Das süße Wort Gottes

Iss dieses Buch und füll deinen Bauch damit! Ich gehorchte, und es schmeckte süß wie Honig. Hes 3:3

Hesekiel isst Gottes Botschaft. Sie schmeckt süß. Wenn wir Gottes Wort verdauen, merken wir, dass es nicht nur unseren Glauben stärkt, sondern auch unser Leben schöner macht. Wir müssen Gottes Wort regelmäßig zu uns nehmen. Gottes Botschaft muss tief in unser Herz einsinken und unser Leben prägen, bevor wir anderen helfen können, die gute Botschaft zu verstehen und umzusetzen.

Du Menschenkind, alle meine Worte, die ich dir sage, die fasse mit dem Herzen und nimm sie zu Ohren! Hes 3,10