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Hes Kap 04-20

Impulse zu Hesekiel Kap. 4-20

Den Herrn erkennen

So sollen sie erkennen, dass ich der Herr bin! Hes 6:14

Dieser Satz erscheint 65-mal im Buch Hesekiel. Das Ziel Gottes ist, dass die Menschen erkennen, dass er der einzige und lebendige Gott. Gott will dies aus Liebe, weil die Erkenntnis Gottes, seines Namens, seines Wesens, Heil und Leben bringt. Wir vergessen in den Ablenkungen der Welt und des Alltags nur zu leicht, dass Gott allein der Herr, die höchste Autorität und die ewige Quelle der Liebe und des Lebens ist. In seiner Liebe benutzt Gott dabei durchaus Wege für uns, die uns wehtun, die aber unserem Heil dienen.


Hüte dich vor der Liebe zum Besitz

Ihr Silber und Gold kann sie nicht retten. […] Es wird ihre Seelen nicht sättigen. Hes 7:19

Geldliebe gefährdet den Glauben. Die dahinter stehende Habgier beginnt dort, wo man nicht mit dem zufrieden ist, was man hat. Die Habgier wird zum Göttern, weil sie mein Herz bindet. Niemand kann sich Schätze auf der Erde ansammeln, ohne von ihnen beherrscht zu werden. Jesus warnt uns eindringlich vor Habsucht und vor der Idee, dass es im Leben hauptsächlich um das Materielle geht. Dagegen: Immer dann, wenn wir bewusst unseren Besitz für Gottes Reich einsetzen, wächst unser Schatz im Himmel.

Die Therapie der Habgier besteht aus einer einfachen Handlung: geben. Du musst es lernen, dich von deinem Besitz zu trennen und anderen damit Gutes zu tun.


Austausch des Herzens

Ich nehme das versteinerte Herz aus ihrer Brust und gebe ihnen ein lebendiges Herz. Hes 11:19

Unser Herz ist hart, wenn es an seinen Neigungen und an seinem Eigenwillen festhält, wenn es die göttlichen Eindrücke nicht leicht aufnimmt, sondern in seinem eigenen Wollen beharrt. Indem Gott uns das Herz aus Stein nimmt, nimmt er diese Hartnäckigkeit von uns. Das lebendiges Herz ist dagegen sanft, empfänglich und lenkbar, so dass wir nach dem Weisungen Gottes leben.

O Herr, nimm dieses Herz von Stein und gib mir ein Herz von Fleisch und Blut: Ein Herz, dich zu lieben und zu verehren, ein Herz, in dir mich zu freuen, dich nachzuahmen und dir zu gefallen um Christi willen. Ambrosius von Mailand 


Auf Gott vertrauen

Mein Volk baut sich eine wackelige Mauer aus losen Steinen, und anschließend übertüncht ihr sie mit weißer Farbe. Hes 13:10

Das sind mahnende Worte auch an uns.Wenn wir auf etwas anderes vertrauen als auf Gott, bauen wir uns wackelige Mauern, die beim Sturm zusammen brechen. Das Vertrauen auf Gott dagegen ist unsere Stärke, die nicht einstürzt und uns Halt gibt. Wie sollten wir also leben? In lebendiger vertrauender Offenheit gegenüber Gott in allem. Egal wie’s kommt: Er ist da!  Oder wie es ein Wüstenväter-Spruch ausdrückt: Hoffe nie, dass eine Sache so ausgeht, wie es dir am besten erscheint, sondern so, wie es Gott gefällt. Dann wirst du frei von Zwängen sein und darfst Gott im Gebet Dank sagen und in seiner Ruhe wohnen. Dann ist in dir tiefes Gottvertrauen.

Eure Wand wird einstürzen! Hesekiel 13:11


Die Untreue des Menschen und die Treue Gottes

Jedem, der dir über den Weg lief, hast du dich angeboten und dich ihm an den Hals geworfen. Hes 16:15

Wir sind Gott gegenüber oft untreu. Wir gehen sozusagen fremd mit Dingen, die uns wichtiger werden als Gott. Woran du dein Herz hängst, das ist dein Gott, schreibt Martin Luther. Das heißt: Wenn uns z. B. das Geld, ein Haus oder ein Hobby das Wichtigste im Leben ist, ist das unser Gott. Dann betrügen wir Gott mit diesen Dingen. Menschlich gesehen könnte Gott sagen: Wenn ihr so mit mir umgeht, will ich mit euch nichts mehr zu tun haben. Aber das tut er nicht. Durch Jesus hat er alle unsere Schuld auf sich genommen. Auch die Schuld unserer Untreue. Von ihm aus bleibt die Beziehung darum bestehen. Er bleibt treu. So groß ist seine Liebe. Wenn er uns fallenlassen würde, würde er diese Liebe verleugnen. Das kann er nicht. Darum sagt er uns zu: Du kannst immer wieder zu mir kommen. Du kannst immer wieder mit mir anfangen.

Ich aber werde mich an den Bund erinnern. Hes 16:60

Ich werde dir alles vergeben, was du getan hast. Das verspreche ich, Gott, der Herr. Hes 16:63


Umkehr als lebenslanger Prozeß

Ich freue mich, wenn er von seinen falschen Wegen umkehrt und lebt! […] Wenn er seine Schuld einsieht und die alten Wege verlässt, wird er nicht sterben, sondern sein Leben behalten. Hes18:23;28

Gott ist ein Gott der Liebe. Seine vollkommene Liebe lässt ihn gnädig zu dem Sünder sein, der zu ihm zurückkommt. Dies ist ein lebenslanger immer wieder kehrender Prozess, denn wir werden nie im vollkommenen Zustand sein, wo wir keine Fehler mehr machen. Hassen wir unsere Fehler, aber auf ruhige Weise, nicht mit ruhelosen, unerträglichen Hass. Man muss Geduld mit ihnen haben und versuchen, durch allmähliche Verringerung Nutzen aus ihnen zu ziehen. Ohne diese Geduld werden unsere Fehler, anstatt abzunehmen noch wachsen, denn nichts bindet unsere Fehler mehr aneinander als die Ungeduld und der Übereifer, sie ausmerzen zu wollen.

Werft alles Böse von euch ab! Ändert euch von Grund auf, ja, erneuert euer Herz und euren Geist! Hes 18:31


Schonendes Auge

Sie folgten den Götzen ihres Herzens nach. Aber mein Auge blickte schonend auf sie. Wieder hatte ich Mitleid mit ihnen. Hes 20,16-17

Wir werfen in diesen Versen einen Blick sowohl in das Herz des Menschen als auch in das Herz Gottes. Das menschliche Herz ist eine Götzenfabrik. Es produziert am laufenden Band Götzenbilder, an die es sich verliert. Auf der anderen Seite sehen wir das Herz Gottes. Wir sehen ein verletztes und ein geduldiges, aber kein gleichgültiges Herz, das immer und immer wieder Gnade vor Recht ergehen lässt. Nirgendwo anders zeigt sich dieses spannungsgeladene Herz Gottes deutlicher als am Kreuz von Golgatha!

Denn es ist die höchste Eigenschaft Gottes, erbarmen, verschonen, gnädig sein, vergeben. Johann Arndt 


Wohlriechendes Opfer

Ihr selbst werdet dann wie ein wohlriechendes Opfer für mich sein. Ich nehme euch wieder in Liebe als mein Volk an. Hes 20:41

Wir müs­sen Opfer brin­gen, unsere Sinn­lich­keit beherr­schen, unsere Bequem­lich­keit besie­gen, unsere Pflich­ten vor Gott und den Men­schen gewis­sen­haft erfül­len. Das ist unser täg­li­cher Opfer­dienst. Wir sind eine Opfer­gabe für Gott. Wir gehö­ren uns nicht mehr selbst, denn wir sind Geop­ferte. Es geht nicht darum, Gott allerlei gute Werke als Opfer darzubringen. Er will uns selbst. Er will unser Herz und unser Leben. Denn wir sollen ihm nicht einen Tempel bauen, sondern ein Tempel für ihn sein.

Deine Predigt möge eine ständige Opferung deiner selbst sein, überall gleich einer zarten Erscheinung, gleich dem Lächeln Gottes. Pater Pio