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26 Hesekiel

Hesekiel – Auslegungen

Hes 1,4: Der Himmel öffnet sich

Ich sah eine mächtige Wolke, ein zusammengeballtes Feuer, das von einem strahlenden Glanz umgeben war. Mitten im Feuer glänzte es wie Gold. Hes 1:4

Im Jerusalemer Tempel hatte Hesekiel einst als Priester Gottes Gegenwart angebetet. Jetzt lebt Hesekiel im Exil in Babylon. Dort wird er in einer mächtigen Vision zum Propheten berufen. Durch den Sturm, der Wolke und dem Feuer erscheint der Wagen des Thrones Gottes. Der Himmel öffnet sich vor ihm und er sieht Gottes Thron. Eine gewaltige Erscheinung !

Vor der Menschwerdung Jesus öffneten sich die Himmel nur bei bestimmten Anlässen. Seit Jesus steht der Himmel für uns nun fortwährend offen, da Jesus uns das Wesen des Vaters offenbart hat und er selbst immer da ist.

Hes 1,5;10: Mensch, Löwe, Stier und Adler

In dem Licht erschienen vier lebendige Wesen. […] Jedes sah anders aus: Vorne war das Gesicht eines Menschen, rechts das eines Löwen, links das eines Stieres und hinten das eines Adlers. Hes 1:5‭, ‬10

Beeindruckende Bilder sieht Hesekiel hier. Die Vision von den vier Wesen verbanden die alten Kirchenväter mit den vier Evangelien. Der Löwe stand für Matthäus (Christus als der Löwe von Juda), der Stier für Markus (Christus als Diener und Knecht), das Menschengesicht für Lukas (Christus als der vollkommene Mensch), der Adler für Johannes (Christus als der erhöhte Sohn Gottes). Dementsprechend werden sie in der christlichen Ikonografie dargestellt. Beeindruckend kommt Gott zu Hesekiel. Ebenso beeindruckend kommt Gott heute durch das Evangelium zu uns und seine vier Bücher, die diese Symbole tragen: Mensch, Löwe, Stier, Adler.

Hes 1,8: Flügel und Hände

Unter ihren Flügeln befanden sich Menschenhände. Hes 1:8

Das soll zu verstehen geben, daß wir uns nicht damit begnügen dürfen, Flügel zu haben, um durch heilige Wünsche und Erwägungen zum Himmel zu fliegen, wenn wir nicht zugleich Hände haben, die uns zur Verwirklichung und Ausführung unserer Wünsche bringen. Es ist sicher, daß uns gute Vorsätze und Entschlüsse allein nicht in das Paradies führen, wenn sie nicht von Wirkungen begleitet sind, die ihnen entsprechen. Franz von Sales

O Herr der Ewigkeit, laß es nicht zu! Mache vielmehr, daß niemals mein Wille geschehe, sondern der Deine. Ach, wir sind nicht auf der Welt, um unseren Willen zu tun, sondern den Willen Deiner Güte, die uns in diese Welt gesetzt hat.

Hes 1,12: Gottes Wegen folgen

Jedes ging gerade vor sich hin. Wo der Geist hingehen wollte, da gingen sie hin. Sie wandten sich nicht um, wenn sie gingen. Hes 1,12

Die heiligen Wesen, die Ezechiel schaute, gingen dorthin, wo die Macht des Geistes sie hintrieb und sie wandten sich beim Gehen nicht um. Man muß dorthin gehen, wohin uns die Eingebung treibt. Den Entschluß darf man nicht ändern und auf dem Weg nicht umkehren, sondern muß nach der Richtung hin gehen, wohin Gott unser Angesicht gekehrt hat, ohne die Richtung zu ändern. Franz von Sales

Hes 1,26;28: Demütig niederfallen vor Gott

Es war die Erscheinung des Herrn in seiner Herrlichkeit. Bei ihrem Anblick fiel ich nieder und berührte mit meinem Gesicht den Boden. Hes 1:26;28

Überwältigt von der Herrlichkeit Gottes fällt Hesekiel nieder. Es ist ein Akt der Demut. Demut bedeutet schlicht und einfach das Anerkennen der Allmacht Gottes. Es beinhaltet ein Bewusstsein unendlichen Zurückbleibens hinter der erstrebten Vollkommenheit. Die Wurzel des hebräischen Wortes für Demut bedeutet “sich beugen“. Demut bedeutet sich vor Gott zu beugen, ihn als Gott anzuerkennen als Herr unseres Lebens. Ein Glauben ohne Demut ist undenkbar. Es ist neben der Tugend der Liebe die Tugend schlechthin.

Hes 2,8: Gottes Wort essen

Du aber, Mensch, hör mir zu! […] Öffne deinen Mund und iss, was ich dir gebe! Hes 2:8

Wir müssen durch immer erneutes Lesen und Meditieren Seines Wortes und Seines Beispiels versuchen, uns vom Geist Jesu durchdringen zu lassen. Sein Wort soll in unserer Seele wirken, wie der stete Tropfen, der den Stein immer an der gleichen Stelle höhlt. Charles de Foucauld

Herr, an dich möchte ich denken, dich erkennen, dich lieben. Lass dies in mir wachsen, bis du mich umgestaltest zur Vollendung. Augustinus

Hes 3,3: Das süße Wort Gottes

Iss dieses Buch und füll deinen Bauch damit! Ich gehorchte, und es schmeckte süß wie Honig. Hes 3:3

Hesekiel isst Gottes Botschaft. Sie schmeckt süß. Wenn wir Gottes Wort verdauen, merken wir, dass es nicht nur unseren Glauben stärkt, sondern auch unser Leben schöner macht. Wir müssen Gottes Wort regelmäßig zu uns nehmen. Gottes Botschaft muss tief in unser Herz einsinken und unser Leben prägen, bevor wir anderen helfen können, die gute Botschaft zu verstehen und umzusetzen.

Du Menschenkind, alle meine Worte, die ich dir sage, die fasse mit dem Herzen und nimm sie zu Ohren! Hes 3,10

Hes 6,14: Den Herrn erkennen

So sollen sie erkennen, dass ich der Herr bin! Hes 6:14

Dieser Satz erscheint 65-mal im Buch Hesekiel. Das Ziel Gottes ist, dass die Menschen erkennen, dass er der einzige und lebendige Gott. Gott will dies aus Liebe, weil die Erkenntnis Gottes, seines Namens, seines Wesens, Heil und Leben bringt. Wir vergessen in den Ablenkungen der Welt und des Alltags nur zu leicht, dass Gott allein der Herr, die höchste Autorität und die ewige Quelle der Liebe und des Lebens ist. In seiner Liebe benutzt Gott dabei durchaus Wege für uns, die uns wehtun, die aber unserem Heil dienen.

Hes 7,19: Hüte dich vor der Liebe zum Besitz

Ihr Silber und Gold kann sie nicht retten. […] Es wird ihre Seelen nicht sättigen. Hes 7:19

Geldliebe gefährdet den Glauben. Die dahinter stehende Habgier beginnt dort, wo man nicht mit dem zufrieden ist, was man hat. Die Habgier wird zum Göttern, weil sie mein Herz bindet. Niemand kann sich Schätze auf der Erde ansammeln, ohne von ihnen beherrscht zu werden. Jesus warnt uns eindringlich vor Habsucht und vor der Idee, dass es im Leben hauptsächlich um das Materielle geht. Dagegen: Immer dann, wenn wir bewusst unseren Besitz für Gottes Reich einsetzen, wächst unser Schatz im Himmel.

Die Therapie der Habgier besteht aus einer einfachen Handlung: geben. Du musst es lernen, dich von deinem Besitz zu trennen und anderen damit Gutes zu tun.

Hes 11,18: Austausch des Herzens

Ich nehme das versteinerte Herz aus ihrer Brust und gebe ihnen ein lebendiges Herz. Hes 11:19

Unser Herz ist hart, wenn es an seinen Neigungen und an seinem Eigenwillen festhält, wenn es die göttlichen Eindrücke nicht leicht aufnimmt, sondern in seinem eigenen Wollen beharrt. Indem Gott uns das Herz aus Stein nimmt, nimmt er diese Hartnäckigkeit von uns. Das lebendiges Herz ist dagegen sanft, empfänglich und lenkbar, so dass wir nach dem Weisungen Gottes leben.

O Herr, nimm dieses Herz von Stein und gib mir ein Herz von Fleisch und Blut: Ein Herz, dich zu lieben und zu verehren, ein Herz, in dir mich zu freuen, dich nachzuahmen und dir zu gefallen um Christi willen. Ambrosius von Mailand 

Hes 13,10: Auf Gott vertrauen

Mein Volk baut sich eine wackelige Mauer aus losen Steinen, und anschließend übertüncht ihr sie mit weißer Farbe. Hes 13:10

Das sind mahnende Worte auch an uns.Wenn wir auf etwas anderes vertrauen als auf Gott, bauen wir uns wackelige Mauern, die beim Sturm zusammen brechen. Das Vertrauen auf Gott dagegen ist unsere Stärke, die nicht einstürzt und uns Halt gibt. Wie sollten wir also leben? In lebendiger vertrauender Offenheit gegenüber Gott in allem. Egal wie’s kommt: Er ist da!  Oder wie es ein Wüstenväter-Spruch ausdrückt: Hoffe nie, dass eine Sache so ausgeht, wie es dir am besten erscheint, sondern so, wie es Gott gefällt. Dann wirst du frei von Zwängen sein und darfst Gott im Gebet Dank sagen und in seiner Ruhe wohnen. Dann ist in dir tiefes Gottvertrauen.

Eure Wand wird einstürzen! Hesekiel 13:11

Hes 16,15: Die Untreue des Menschen und die Treue Gottes

Jedem, der dir über den Weg lief, hast du dich angeboten und dich ihm an den Hals geworfen. Hes 16:15

Wir sind Gott gegenüber oft untreu. Wir gehen sozusagen fremd mit Dingen, die uns wichtiger werden als Gott. Woran du dein Herz hängst, das ist dein Gott, schreibt Martin Luther. Das heißt: Wenn uns z. B. das Geld, ein Haus oder ein Hobby das Wichtigste im Leben ist, ist das unser Gott. Dann betrügen wir Gott mit diesen Dingen. Menschlich gesehen könnte Gott sagen: Wenn ihr so mit mir umgeht, will ich mit euch nichts mehr zu tun haben. Aber das tut er nicht. Durch Jesus hat er alle unsere Schuld auf sich genommen. Auch die Schuld unserer Untreue. Von ihm aus bleibt die Beziehung darum bestehen. Er bleibt treu. So groß ist seine Liebe. Wenn er uns fallenlassen würde, würde er diese Liebe verleugnen. Das kann er nicht. Darum sagt er uns zu: Du kannst immer wieder zu mir kommen. Du kannst immer wieder mit mir anfangen.

Ich aber werde mich an den Bund erinnern. Hes 16:60

Ich werde dir alles vergeben, was du getan hast. Das verspreche ich, Gott, der Herr. Hes 16:63

Hes 18,23;28: Umkehr als lebenslanger Prozeß

Ich freue mich, wenn er von seinen falschen Wegen umkehrt und lebt! […] Wenn er seine Schuld einsieht und die alten Wege verlässt, wird er nicht sterben, sondern sein Leben behalten. Hes18:23;28

Gott ist ein Gott der Liebe. Seine vollkommene Liebe lässt ihn gnädig zu dem Sünder sein, der zu ihm zurückkommt. Dies ist ein lebenslanger immer wieder kehrender Prozess, denn wir werden nie im vollkommenen Zustand sein, wo wir keine Fehler mehr machen. Hassen wir unsere Fehler, aber auf ruhige Weise, nicht mit ruhelosen, unerträglichen Hass. Man muss Geduld mit ihnen haben und versuchen, durch allmähliche Verringerung Nutzen aus ihnen zu ziehen. Ohne diese Geduld werden unsere Fehler, anstatt abzunehmen noch wachsen, denn nichts bindet unsere Fehler mehr aneinander als die Ungeduld und der Übereifer, sie ausmerzen zu wollen.

Werft alles Böse von euch ab! Ändert euch von Grund auf, ja, erneuert euer Herz und euren Geist! Hes 18:31

Hes 20,16-17: Schonendes Auge

Sie folgten den Götzen ihres Herzens nach. Aber mein Auge blickte schonend auf sie. Wieder hatte ich Mitleid mit ihnen. Hes 20,16-17

Wir werfen in diesen Versen einen Blick sowohl in das Herz des Menschen als auch in das Herz Gottes. Das menschliche Herz ist eine Götzenfabrik. Es produziert am laufenden Band Götzenbilder, an die es sich verliert. Auf der anderen Seite sehen wir das Herz Gottes. Wir sehen ein verletztes und ein geduldiges, aber kein gleichgültiges Herz, das immer und immer wieder Gnade vor Recht ergehen lässt. Nirgendwo anders zeigt sich dieses spannungsgeladene Herz Gottes deutlicher als am Kreuz von Golgatha!

Denn es ist die höchste Eigenschaft Gottes, erbarmen, verschonen, gnädig sein, vergeben. Johann Arndt 

Hes 23,35: Gott nicht vergessen

Du hast mich vergessen und mir den Rücken gekehrt. Hesekiel 23:35

Dem eben müssen wir entgegen wirken. Darum frage dich: Durch wie viele Stürme deines Lebens hat Gott dich schon getragen? In beunruhigenden Lebenssituationen halte kurz an, besinne dich ganz konkret auf Gottes gute Taten in deinem bisherigen Leben und dann schau auf das, was jetzt vor dir liegt und dich beunruhigt und wiederhole, die Zusage, die Gott uns in der Schrift gegeben hat: Auch hierbei werde ich dir helfen. Vielleicht nicht so wie wir uns das vorstellen, aber er hilft.

Wenn man sich mit emsiger Treue den Gedanken an die Gegenwart Gottes zur Gewohnheit macht, bleibt die Flamme der Liebe immer erhalten. Columba Marmion

Hes 29,41: Wohlriechendes Opfer

Ihr selbst werdet dann wie ein wohlriechendes Opfer für mich sein. Ich nehme euch wieder in Liebe als mein Volk an. Hes 20:41

Wir müs­sen Opfer brin­gen, unsere Sinn­lich­keit beherr­schen, unsere Bequem­lich­keit besie­gen, unsere Pflich­ten vor Gott und den Men­schen gewis­sen­haft erfül­len. Das ist unser täg­li­cher Opfer­dienst. Wir sind eine Opfer­gabe für Gott. Wir gehö­ren uns nicht mehr selbst, denn wir sind Geop­ferte. Es geht nicht darum, Gott allerlei gute Werke als Opfer darzubringen. Er will uns selbst. Er will unser Herz und unser Leben. Denn wir sollen ihm nicht einen Tempel bauen, sondern ein Tempel für ihn sein.

Deine Predigt möge eine ständige Opferung deiner selbst sein, überall gleich einer zarten Erscheinung, gleich dem Lächeln Gottes. Pater Pio

Hes 33,8: Den Nächsten ermahnen

Wenn du nicht redest, um den Schuldigen vor seinem Weg zu warnen, dann wird dieser Schuldige seiner Sünde wegen sterben. Sein Blut aber fordere ich aus deiner Hand zurück. Hes 33:8

Es geht hier darum, dass wir klar benennen sollen, wenn etwas falsch läuft. Haben wir keine Angst davor in Liebe zurecht zu weisen. Auch das ist ein wichtiger Akt der Nächstenliebe. Bedenke aber: wenn eine Zurechtweisung sein muss, dann soll sie ebenso deutlich wie freundlich, manchmal sogar mit einem Lächeln, erfolgen. Niemals oder allenfalls sehr selten im Zorn. Bedenke weiter: auch du kannst dich in deiner Sicht der Dinge irren. Wie gut ist es, wenn man es fertigbringt, die eigene Ansicht zu korrigieren!

Warum wählst du eigentlich unter zehn verschiedenen Arten, Nein zu sagen, immer die unfreundlichste aus?Josemaria

Hes 33,31: Geteiltes Herz

Wenn sie auch mit dem Mund ihre Liebe bekunden, so läuft ihr Herz doch hinter dem Gewinn her. Hes 33:31

Diese Menschen kamen zu Hesekiel, um sich von ihm unterhalten zu lassen. Sie hörten sich seine Botschaft an, aber beabsichtigten nicht, sie zu befolgen. Die Menschen schienen äußerlich Gott zu folgen, aber sie liebten ihr Geld mehr als ihn. Man kann nach außen hin sehr religiös erscheinen, doch gleichzeitig innerlich habsüchtig und egoistisch sein. Jesus warnt uns, dass wir nicht gleichzeitig Gott und dem Geld dienen können.

Sie werden deine Worte hören, aber sie nicht tun. Hes 33:32

Hes 34,11: Die Fürsorge des Hirten

Von nun an will ich mich selbst um meine Schafe kümmern und für sie sorgen. Hes 34:11

Ich selbst werde ihr Hirte sein und dafür sorgen, dass sie in Ruhe und Sicherheit leben können. Das verspreche ich, Gott, der Herr. Ich suche die verloren gegangenen Schafe und bringe alle zurück, die sich von der Herde entfernt haben. Wenn sich eines der Tiere ein Bein gebrochen hat, will ich es verbinden, und den kranken helfe ich wieder auf. Die fetten und starken Tiere aber lasse ich nicht aus den Augen! Denn ich bin ein Hirte, der gut und gerecht mit seinen Schafen umgeht. Hes 34:15‭-‬16

Hes 34,23: Christus ist unser Hirte

Ich will meiner Herde einen einzigen Hirten geben. Hes 34:23

Das messianische Bild des Hirten ist tief im Alten Testament verwurzelt und liegt der christlichen Überlieferung sehr am Herzen. Jesus ist der wahre Hirte Israels, weil er der Menschensohn ist, der die Natur der Menschen annehmen wollte, um ihnen das neue Leben zu schenken und sie zum Heil zu führen. Christus ist der wahre gute Hirt, der sein Leben für seine Schafe – für uns – hingegeben hat, indem er sich am Kreuz geopfert hat. Er kennt seine Schafe, und seine Schafe kennen 

Ihr seid meine Herde. […] Ich führe euch auf gute Weide. Darauf könnt ihr euch verlassen! Hes 34:31

Hes 36,29: Gott sagt: Ich will

Ich will euch von all eurer Unreinheit erlösen. Hes 36:29

Gott sagt: Ich will! Gott will eingreifen. Gott ist entschlossen, sein Volk zu erlösen und ihm Heil zu schaffen. Nein, sein Volk kann es nicht schaffen. Es kann sich kein neues Herz geben. Es kann sich nicht heiligen und reinigen. Es kann seine bedrängende Lage nicht ändern. Es kann sich das Heil nicht verdienen. Gott aber kann und will es. Das ist reines Evangelium. Was für ein Glück, dass Gott sich uns immer wieder so liebevoll entschlossen zuwendet und uns schenkt, was wir nicht schaffen.

Ich befreie euch von eurer Schuld, die euch unrein machte. Hes 36:29

Hes 37,5: Der Herr macht lebendig

Ich bringe Geist in euch zurück und mache euch wieder lebendig! Hes 37:5

Diese Prophezeiung über die Auferstehung wird im Neuen Testament seine Erfüllung finden. Jesus ist auferstanden, um uns zu zeigen, dass die Kraft der Liebe Gottes stärker ist als der Tod. Es gibt Zeiten, da scheint uns alles aussichtslos. Aber das ist nur der Schein. In Wirklichkeit ist Gott uns nahe und er will, dass wir leben. Darum gibt es immer noch einen Grund zur Hoffnung: Gottes Liebe, die uns Leben schenkt. Durch die Auferstehung Jesu hat die Liebe sich stärker gezeigt als der Tod und als das Böse. Die Liebe ließ ihn absteigen, und sie ist zugleich die Kraft, in der er aufsteigt. Und durch die er uns mitnimmt.

Hauche diese toten Menschen an, damit sie wieder zum Leben erwachen! Hes 37:9

Hes 37,12: Der Herr öffnet die Gräber

Ich, Gott, der Herr , öffne eure Gräber und hole euch heraus. Hes 37:12

Erneuern wir am heutigen Tag die Hoffnung auf das ewige Leben, das wirklich im Tod und in der Auferstehung Christi gründet. Dass Jesus Christus von den Toten auferweckt wurde, ist der einzige Grund meiner Hoffnung, daß auch ich auferweckt werde am jüngsten Tag. Unser Heil ist außerhalb unser selbst, nicht in meiner Lebensgeschichte, sondern allein in der Geschichte Jesu Christi finde ich es. Seine Hand trägt uns. Wo auch immer du fallen magst du wirst in seine Hände fallen und er wird sogar an der Pforte des Todes da sein. Wohin dich keiner mehr begleiten kann und wohin du nichts mitnehmen kannst, dort wartet er auf dich.

Wenn ich euch wieder lebendig mache, werdet ihr erkennen, dass ich der Herr bin. Hes 37:13

Hes 37, 25-27: Unser König Jesus Christus

Ein Nachkomme Davids wird dann über sie herrschen und für immer ihr König sein. Ich schließe einen ewigen Bund mit den Israeliten und gewähre ihnen meinen Frieden. Zu einem großen Volk lasse ich sie werden, und mein Heiligtum soll für alle Zeiten in ihrem Land stehen. Dann werde ich selbst bei ihnen wohnen. Ich will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein. Hes 37:25‭-‬27

Gott hat einen guten Plan. Gott kümmert sich. Er sieht unsere Sorgen, unser Leid, alle Ungerechtigkeit und alle Tränen. Und er wird sie wegwischen und etwas ganz Neues schaffen.  Dieses Neue hat schon begonnen. In Jesus ist Gott auf diese Erde gekommen, um bei uns Menschen zu wohnen. Er will in unserer Nähe sein. Gott will in enger Gemeinschaft mit uns leben. Sind Sie bereit, sich darauf einzulassen? Darf Gott bei Ihnen wohnen? Claudia Schmidt

Hes 38,29: Gott der Begegnung

Ich will künftig mein Angesicht nicht mehr vor ihnen verbergen. Hes 39:29

Gott will die Begegnung und die Beziehung. Trotz all der Schuld und der Zerbrochenheit, die ich in mir trage. Seine Güte ist eine Einladung, umzukehren und zu ihm nach Hause zu kommen. Wer sich auf diese Einladung einlässt, kann persönlich erleben: Gott zeigt Gesicht. Und es ist freundlich.

Hes 43,7: Gott wohnt bei uns

Hier will ich für immer wohnen. Hes 43,7

Durch Jesus hat Gott genau das getan. Jesus ist uns ganz nahe gekommen. Er hat alles Leiden, was es auf dieser Erde gibt, selbst erlebt. Er wurde allein gelassen. Er hat grausamste Schmerzen erlebt. Er hat einen grausamen Tod erlitten. Darum kann er uns wirklich verstehen. Er kann uns nahe sein, wenn wir schwere Wege gehen müssen. Er möchte bei uns wohnen.

Hes 47,9: Wasser des Lebens

Überall wohin der Fluss kommt, da schenkt er Leben. Hes 47:9

Der Fluss steht für das Leben und die Segnungen, die Gott gibt. Von Gott her kommt der Strom des Lebenswassers. Gott lässt das Wasser des Lebens fließen: nicht tropfenweise, sondern als Strom, als tiefen, beständigen Strom. Und der Strom der kraftvollen Liebe Gottes verwandelt alles: Wunden werden heil. Gute Früchte wachsen. Es ist von allem und immer genug da. Gott ist genug. Gott gibt genug. Gott verwandelt. Gott heilt. Aus seinem Herzen fließt der Strom der wunderbaren Gnade.Im Paradies sehen wir den Strom, Psalm 1 besingt ihn und hier bei Hesekiel bricht er wieder hervor. Und dann, am Ende, wird Gott ihn noch einmal in ganzer Fülle und Kraft fließen lassen (Offenbarung 22,1.2). Und heute fließt er für dich und für mich in der Nähe Gottes. Darum geh heute in die Nähe Gottes! Da fließt der Strom. Da finden wir Leben! Wasser! Gott! Jesus! Heiliger Geist!

Hes 47,12: Christus der lebendige Tempel Gottes

Der Fluss, der ihren Wurzeln Wasser gibt, kommt aus dem Heiligtum. Hes 47:12

In Christus ist diese Vision wahr geworden. Er ist der wahre, der lebendige Tempel Gottes. Und er ist Quell lebendigen Wassers. Von ihm geht der große Strom aus, der in der Taufe die Welt befruchtet und erneuert. Jesus hat prophezeit, dass wer an ihn glaubt, aus dessen Innerem werden Ströme lebendigen Wassers fließen. (vgl. Joh 7, 38). Wir alle kennen solche Menschen, von denen wir irgendwie erfrischt und erneuert weggehen. Von denen etwas ausgeht wie frisches Quellwasser. In der Taufe macht uns der Herr nicht nur zu Lichtmenschen, sondern auch zu Quellen, von denen lebendiges Wasser ausgeht.