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Jeremia Kap. 11-15

Erinnert euch doch an meinen Bund mit euch! Jer 11:1‭

Dein Vertrauen in Gott muss immer stärker werden. Rufe dir deshalb häufig sein Verhalten dir gegenüber ins Gedächtnis, all seine Zärtlichkeit, die sanften Mittel, die seine Barmherzigkeit eingesetzt hat, um dich von den Wegen zurückzuholen, wohin du dich verirrt hattest, um dich von den Fesseln der Erde zu befreien und dich an seine heilige Liebe zu ziehen.
Alphons-Maria von Liguori

Unsere Zuversicht für die Gegenwart stärkt sich an frohen Rückblicken auf die Vergangenheit.


Mich aber, Herr, kennst du und siehst mich und prüfst mein Herz vor dir. Jer 12,3

Gott kennt mich und prüft mein Herz. Von Ihm geprüft zu werden ist ein Ausdruck Seines Wohlwollens. Ein Juwelier prüft das Gold, weil es sehr wertvoll ist. Gott prüft uns, weil wir in seinen Augen wertvoll sind. Petrus vergleicht unseren Glauben mit Gold, dessen Echtheit sich in Feuerproben zu erweisen hat. Immer führt diese Prüfung zur inneren Demut, weil wir die Prüfungen nicht unbedingt glänzend bestehen. Aber gerade diese Demut stärkt unseren Glauben an Gott, der sich dem Demütigen zuwendet.


Seid nicht überheblich, sondern hört genau zu und nehmt es euch zu Herzen! Jer 13:15

Es geht um eine umfassende Hörfähigkeit, wo wir achtsam wahrnehmen, was an uns heran getragen wird. An erster Stelle steht das Wort Gottes, dem wir auf unterschiedlichster Weise begegnen (nicht “nur” in der Bibel). An zweiter Stelle steht das Hören auf die Worte des Nächsten. Wer Gott hört, bekommt auch ein Ohr für die Menschen. Er spürt, was Menschen brauchen und wo ihre Nöte liegen. Mit dem Herzen sollen wir bei Gottes und der Menschen Sache sein.


Wir haben dir oft die Treue gebrochen, gegen dich haben wir gesündigt. Gegen dich haben wir gesündigt, wir bekennen dir unsere Schuld. Jer 14:7;20

Reue ist eine Voraussetzung für Vergebung. Wer keine Erkenntnis der Schuld hat, der zeigt auch keine Reue. Wer keine Reue zeigt, dem kann auch nicht vergeben werden. Das deutsche Wort Reue meint ursprünglich traurig und betrübt zu sein, beschreibt also den seelischen Schmerz über etwas, das wir getan oder unterlassen haben mit dem Vorsatz, es zukünftig besser zu machen (=Buße). Reue bedeutet eine Veränderung des Herzens und die bewusste Entscheidung, umzukehren. Es geht nicht um eine oberflächliche und vorübergehende Umkehr, sondern um einen geistlichen Weg, der die Haltungen des Gewissens in der Tiefe betrifft und einen aufrichtigen Vorsatz zur Besserung verlangt. In wahrer Reue und in einem demütigen Herzen erst wird die Hoffnung auf Verzeihung geboren. 

Die Reue ist innerlich im Herzen. Thomas von Aquin


Du hast alles geschaffen. Darum hoffen wir auf dich! Jer 14:22

Hoffnung trägt, weil sie Kraft gibt, aussichtslose Situationen durchzustehen. Hoffnung beweist sich im Leid und sie trägt uns auch in Zeiten der Freude. Diese wahre, die große und durch alle Brüche hindurch tragende Hoffnung des Menschen kann nur Gott sein. Gott ruft dich, jetzt streckt er dir seine Hand entgegen, jetzt arbeitet der Heilige Geist mit dir und jetzt stützt dich Jesus Christus, der Herr, mit seiner Rechten. Habe keine Angst, sondern habe immer und überall Hoffnung.


Ich bin nach deinem Namen genannt. Jer 15,16

Wir sind nach seinem Namen genannt. Wir gehören Ihm und tragen seinen Namen. Dadurch sind wir ganz in ihm und er in uns. Er ist uns näher als jeder Mensch es sein kann. Das ist unsere Zuversicht. Zuversicht kommt von sehen. Ich sehe, wie Gott in Christus alles lenkt und leitet. Und ich vertraue, weil ich nicht alles verstehe. Die Zuversicht vertraut auf Christus, der mit uns durch diese Welt geht. Das erfüllt uns mit Mut, innerer Ruhe und Freude.

Hüten Sie sich vor Überhastung, Melancholie und Ängstlichkeit! Sie wollen doch um nichts in der Welt Gott beleidigen. Das genügt, um frohen Herzens zu leben. Franz von Sales


Deine Worte waren vorhanden. Jer 15,16

Die Worte Gottes sind vorhanden. In seiner Gnade hat er sie uns mitgeteilt. Er hat uns in seinem Wort sein ganzes Herz kundgetan. In seinem Sohn Jesus Christus hat Gott alles gesagt, was zu sagen ist. Durch ihn ist er uns immer gegenwärtig. Man muss sich klar machen, dass Gott dauernd bei uns ist. In all den kleinen Begebenheiten deines normalen Tagesablaufs entwickle ein tiefes Gespür für seine Gegenwart. Das passiert nicht nur im Gebet. Der Umgang mit deinen Mitmenschen bietet dir im Laufe des Tages ebenso sehr viele Gelegenheiten dazu.


Ich habe sie gegessen. Jer 15,16

Jeremia hatte die Worte des Herrn, die vorhanden waren, gegessen. Das zeigt, dass das Hören und Lesen der Worte allein nicht genügt. Wir müssen die Worte des Herrn essen. Dieses Essen spricht davon, dass wir die Worte Gottes nicht nur hören und aufnehmen, sondern auch verinnerlichen sollen. Sie müssen Teil von uns selbst werden. Und wie geschieht das? Indem wir die Worte des Herrn unter Gebet lesen, darüber nachsinnen und in unserem Leben verwirklichen.


Deine Worte waren mir zur Wonne und zur Freude meines Herzens. Jer 15,16

Die Worte des Herrn lösten im Herzen Jeremias Wonne und Freude aus. Dieses innere Glück ist nicht von den Umständen des Lebens abhängig, sondern liegt im Herrn selbst begründet. Er kennt unsere Herzen wie kein anderer und weiß, welche Worte wir in der jeweiligen Lebenssituation benötigen. Seine Worte können unsere Herzen ganz ausfüllen und vor Freude zum Überfließen bringen. Dem, der seine Worte zu Herzen nimmt und auf seinen Wegen wandelt, schenkt Er eine tiefe, innere Freude.