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Jes Kap 64-66

Jesaja Kap.64-66


Ich redete und ihr habt nicht gehört. Jes 65,12

Auch wenn unser Gott uns zuweilen zurechtweist, so will er nur unser Bestes. Seine Worte zielen auf Einsicht und Umkehr. Manche müssen erst aus Schaden klug werden, aber unser himmlischer Vater will das seinen Kindern eigentlich ersparen. Darum redet er zu uns, dass wir auf ihn hören sollen. Manchmal durchaus streng, aber immer zu unserem Vorteil. Also: Alle Störgeräusche runterfahren und hinhören auf das, was er uns zu sagen hat! In Jesus hat er uns vor allem gesagt, dass das Heil zu allen Menschen kommt:

Zu Menschen, die nicht aus meinem Volk waren, habe ich gesagt: Seht her, hier bin ich! Jes 65:1


Ich will einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen. Jes 65:17

Trotz guter Absichten irren wir immer wieder vom Weg ab. Wie wundervoll und tröstlich ist da diese Verheißung: eine vollkommen erneuerte Welt. Der verherrlichte Jesus spricht am Ende des Buches der Offenbarung: siehe ich mache alles neu. In Jesus Christus sind wir jetzt schon mit hineingenommen in diese neue Schöpfung. Aber sie ist noch nicht vollendet. Wir dürfen darauf warten und dabei alles von Gott erwarten: Freut euch und jubelt ohne Ende über das, was ich tue. Alles Weinen und Klagen wird dann verstummen. Jes 65:18-19

Ehe sie zu mir um Hilfe rufen, stehe ich ihnen bei, noch während sie beten, habe ich sie schon erhört. Jes 65:24

Wolf und Lamm werden friedlich zusammen weiden. Jes 65:25


Ich habe das alles doch geschaffen, Himmel und Erde kommen aus meiner Hand! Dennoch achte ich auf die Menschen, die in Not sind. Ja, ich kümmere mich um die Verzweifelten und um alle, die voll Ehrfurcht auf meine Worte hören. Jes 66:2

Bewegt von der großen Not des Menschen, gab Gott ihm das Gesetz und die Propheten. Schließlich gab er sich selbst für das Leben der Welt dahin. Er hat uns großzügig beschenkt mit Aposteln, Evangelisten, Lehrern, Hirten, Heilungen und Wundern. Er hat uns wieder lebendig gemacht, den Tod vernichtet. Gott überschüttet uns mit geistlichen Gütern, wenn wir sie nur annehmen wollen. Zögere also nicht, denen zu Hilfe zu kommen, die Hilfe brauchen. Vor allem gib dem, der dich bittet. Ebenso wie Gott ist auch dir der Arme anvertraut. Gregor von Nazianz


Ich breite aus bei ihr den Frieden wie einen Strom. Jes 66,12

Gott schenkt diesen Frieden. Ja, Gott will auch uns diesen Frieden schenken. Seine Gnade führt deine Seele dorthin im Gebet. Das Bittgebet gründet auf der Gewissheit, dass wir aus uns selbst nichts tun können, dass Gott jedoch alles kann. Das Gebet ist notwendig, um Licht und Kraft zu erlangen. Der Herr will, dass wir uns danach sehnen, ihn zu lieben, damit er uns trösten kann wie eine Mutter ihr Kind (vgl. Jes 66:13).

Wenn ihr das alles seht, werdet ihr wieder von Herzen fröhlich sein, und neue Lebenskraft wird in euch aufkeimen wie frisches Gras. Jes 66:14


Ich will euch trösten wie eine Mutter ihr Kind. Jes 66:13

Wie ein Kind sich nach (s)einer liebenden Mutter sehnt, so sehnen wir uns wissentlich oder unwissentlich nach dem letzten Urgrund Gott, denn des Menschen Heimat ist Gott (Hildegard v.B.), all unsere Quellen sind in Gott (Ps. 87,7) und Gott ist in uns. “Der Himmel ist in dir! Suchst du Gott anderswo, du fehlst ihn für und für.” (Silesius) Darum ist die lebenslange Gottessuche so unerlässlich, wenngleich wir Gott nicht aus eigener Kraft finden können, sondern er sich vielmehr finden lässt (Jes. 55,6). Die Gottessuche lässt durch die Gnade Gottes vielerlei Früchte in uns entstehen: sie führt zur Gottesehrfurcht, die uns erleuchtet, vertieft unser Vertrauen in ihn, lässt uns die Offenbarung Gottes und seine Anwesenheit in unserem Leben erkennen und führt zur einer immer tieferen Hingabe an ihn.


Ich komme, um Menschen aller Völker und Sprachen zu versammeln. Von überall strömen sie herbei und sehen meine Größe und Macht. Jes 66:18

Bei den Israeliten gab es keinen Missionsauftrag, war Israel doch das auserwählte Volk. Man konnte sich zwar dem Gott Israel anschließen, aber eine Verkündigung gab es nicht. Diese Bibelstelle am Ende des Buches ist eine Prophetie, die den Missionsbefehl Jesu Christi im Voraus ankündigte, der sich dann entfaltet in der Apostelgeschichte und der bis in die heutige Zeit hinein reicht.


Ich will einige von ihnen, die errettet sind, zu den Völkern senden, wo man nichts von mir gehört hat; und sie sollen meine Herrlichkeit unter den Völkern verkündigen. Jesaja 66,19

Abschließende Worte: Jesaja ist und bleibt für mich ein steter Lebensbegleiter. Sein ganzes Buch atmet schon den Geist des Evangeliums. Kein anderer Prophet enthüllt so viel von Gottes Heilsgedanken wie Jesaja. Kein anderes Prophetenbuch wird so oft im NT angeführt wie der Prophet Jesaja; überall im NT wird bezeugt, daß Jesus Christus die Erfüllung aller Prophetien des Jesaja über den kommenden Messias ist.