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Jes Kap 40-41

Impulse, Auslegungen, Kommentare und Bibelzitate zum Buch Jesaja Kap. 40-41


Heilsankündigungen (Kap. 40- 55)


Deuterojesaja – Szenenwechsel und Bruch

Die Kapitel 36-39 sind vor allem ein geschichtlicher Anhang zum ersten Teil des Jesajabuches. Der Text stimmt weitgehend überein mit  2Kön 18,13- 20,19. Es geht um die Belagerung und Rettung Jerusalems. Ich klammere ihn bei meiner Betrachtung aus.

Im Kapitel 40 gibt es im Buch Jesaja dann einen Bruch: Das Königreich Juda war zerschlagen, der Tempel verbrannt, Jerusalem zerstört! Ein Großteil der Bevölkerung wurde nach Babylonien deportiert. Die Situation ist mehr als schlimm. In dieser Zeit (Mitte 6. Jhd) tritt unter den Deportierten in Babylonien ein Prophet auf, dessen Name nicht genannt wird. Seine Worte wurden an die Aussagen Jesajas angehängt. Man nennt man ihn Deuterojesaja, d. h. Zweiter Jesaja.

In fast allen neutestamentlichen Schriften finden wir Zitate aus seinen Worten. In der Hoffnungslosigkeit der Deportation redet er von dem Gott, der sein Volk liebt und rettet. Als Werkzeug aus der Babylonischen Gefangenschaft wird der persische Eroberer Kyrus genannt, der 539 v. Chr. Babylon kampflos einnahm.

Neben Kyrus wird eine zweite Gestalt genannt: der Knecht Gottes. Die Gottesknecht-Lieder sprechen von Christus und sind einmalig in der Bibel.


Bahnt dem Herrn einen Weg durch die Wüste! Baut eine Straße durch die Steppe für unseren Gott! Jes 40:3

Gott kommt zu uns. Was für ein Trost! Er kommt als Hirte seiner Herde. Er nimmt ihre Schuld auf sich und begleicht sie. Diese prophetische Botschaft hat sich in Jesus Christus verwirklicht. Er hat den Anfang zu einem neuen, nicht mehr nur irdischen, sondern zu einem radikalen und endgültigen Exodus gesetzt: zum Übergang vom Reich des Bösen zum Reich Gottes, von der Herrschaft der Sünde und des Todes zu jener der Liebe und des Lebens. Sein Wort bleibt in Ewigkeit. “Ja, der Herr kommt als ein mächtiger Gott. Er herrscht mit großer Kraft.”  (Jes 40:10)

Du hast eine gute Nachricht zu verkünden. […] Seht, da kommt euer Gott! Jes 40:9


Fürchte dich nicht. Jes 40:9

Fürchte dich nicht, ich habe dich beim Namen gerufen« (Jes 43,1), »Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir« (Jes 43,5), »Fürchte dich nicht, denn ich gieße Wasser auf den dürstenden Boden … ich gieße meinen Geist über deine Nachkommen aus« (Jes 44,2b–3a). Immer wieder kämpft der Prophet Jesaja gegen die lähmende Angst der Menschen seiner Zeit an. Mit ganzer Kraft, leidenschaftlich, verteidigt er diese Weltsicht des Glaubenden.


Blickt nach oben! Schaut den Himmel an: Wer hat die unzähligen Sterne geschaffen? Er ist es!  Jes 40:26

Die 70-jährige Gefangenschaft in Babylon war für das Volk Israel zermürbend. Sie hatten die Heimat, die Freiheit und ihre Hoffnung verloren. Die Mahnung für diese damals wie auch für uns: Blickt nach oben! Blickt auf zu dem, der die Sterne in ihren Bahnen lenkt. Er ist größer als unsere Not. Seine Gnade und Vergebung sind größer als unsere Schuld. Er hat eine Lösung und schenkt euch einen Neuanfang. Wenn wir auf uns und unsere eigenen Kräfte sehen, verlieren wir in dunklen Stunden schnell den Mut. Wenn wir aber betend, flehend, voller Vertrauen zu Gott aufsehen, bekommen wir neue Kraft. Wir brauchen nur zu beten, um getragen zu werden. Fassen wir neuen Mut, denn der Herr ist nahe. “Den Erschöpften gibt er neue Kraft, und die Schwachen macht er stark.” (Jes 40:29)


Hab keine Angst, ich bin dein Gott! Jes 41,10

Die Angst verweist mich letztlich auf Gott als den eigentlichen Grund meines Lebens. Beispiel: Es kann sein, dass ich z.B. Krebs bekomme. Was ist dann? Ja, es ist furchbar schlimm. Definitiv! Aber auch in meiner Krankheit werde ich in Gottes Hand sein und nicht aus ihr heraus fallen. Wir können unsere Ängste überwinden, indem wir uns die Frage stellen: Was kann mir schlimmstenfalls passieren? Die Angst lädt mich ein, in dem Vertrauen zu leben, dass ich immer in Gottes Hand bin. Alles geht vorrüber (Streß, Krankheit u.v.m.), aber Gott geht nicht vorrüber. Er bleibt und ist immer da. Gott allein genügt. Wer Gott hat, der hat alles. Und irgendwann werden wir in unaussprechlicher Art und Weise bei ihm sein.


Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir; schau nicht ängstlich umher, denn ich bin dein Gott; ich stärke dich, ja, ich helfe dir, ja, ich stütze dich mit der Rechten meiner Gerechtigkeit. Jes 41,10

Ein Hammer-Bibelvers, der im Leiden viel Kraft geben kann. Es lohnt sich, ihn mal genauer aufzugliedern: Sein Beistand: Ist es nicht ein starker Trost, dass Gott immer mit dir ist? Wenn Menschen weggehen, bleibt er da. Seine Treue: Wir dürfen in einer Beziehung zu Gott stehen, in der Er immer seine Treue erweist. Diese Treue Gottes ist Quelle der Freude, die uns auch im Leiden heflen kann, unseren inneren Frieden zu bewahren. Seine Stärkung: Gott ist deine Kraft, auch und gerade in deinem Leiden. Seine Hilfe:  Er hilft dir, wenn du nicht weißt, wie es weitergehen soll. Seine Unterstützung:  Er stützt dich mit dem Arm seiner Macht, wenn vieles dich niederdrücken will.

Gott: Er ist da. Er ist treu. Er stärkt. Er hilft. Er unterstützt dich.


Fürchte dich nicht, denn ich stehe dir bei. Hab keine Angst, denn ich bin dein Gott! Ich mache dich stark, ich helfe dir, mit meiner siegreichen Hand beschütze ich dich! Jes 41:10

Die Leute von Juda haben den Untergang ihres Reiches als Niederlage ihres Gottes empfunden. Jesaja macht deutlich: Gott ist weiterhin der Herr der Geschichte. “Wer steht dahinter, wer bewirkt das alles? Ich, der Herr!” (Jes 41:4). Sie sollen daher Mut schöpfen und allein ihm vertrauen. Darin liegt Segen. Von alle anderen Dingen, worauf wir vertrauen spricht Gott deutlich: Sie alle sind nichts als ein großer Betrug. Daher: Wenn du leben willst in Gott, lege die Vergangenheit in seine Hände, überlasse ihm die Zukunft und lebe jeden Augenblick, wie er kommt, in Fülle, nur lebe ihn im Vertrauen auf Gott!


Wer hat die Wasser mit der hohlen Hand gemessen? Wer hat den Himmel mit der Spanne abgegrenzt und den Staub der Erde in ein Maß gefasst? Wer hat die Berge mit der Waage gewogen und die Hügel mit Waagschalen? Jes 40:12 

Gott kann! Mit seiner hohlen Hand vermag Er die Wasser der ganzen Erde zu messen. Er ist allmächtig. Seine Hände sind gross genug, um alles zu halten. Wenn wir uns machtlos fühlen, können wir die Sorgen und Nöte unserem starken und weisen Gott anvertrauen. Er behält immer den Überblick über unser Leben. Wollen wir heute nicht aufs Neue lernen, Ihm unsere Sorgen abzugeben und auf seine Hilfe zu warten? Wie freut sich unser Gott und Vater, wenn wir Ihm unser Vertrauen schenken! Nie wird Er eins seiner Kinder enttäuschen, das Ihn beim Wort nimmt: «Befiehl dem Herrn deinen Weg und vertraue auf ihn, und er wird handeln!» (Psalm 37,5).


Ich, der Herr, dein Gott, ergreife deine rechte Hand und sage dir: Fürchte dich nicht; ich helfe dir! Jes 41:13

Wenn eine besorgte Mutter mit ihrem kleinen Kind ausgeht, so hilft sie ihm und stützt es, wie das Kind es braucht. So verfährt auch der Herr mit unserer Seele. Unaufhörlich ist er um jene besorgt, die seine Kinder sind. Bald läßt er sie gleichsam vor sich hergehen, ihnen bei Schwierigkeiten die Hand reichend, bald trägt er sie durch Müh und Leid hindurch, die ihnen sonst unerträglich wären. Die Beharrlichkeit und Treue ist dabei die wichtigste Gabe, die wir in diesem Leben erhoffen können und zwar von Gott allein. Gewiß würde Gott die Gläubigen nie mahnen auszuharren, wenn er nicht auch bereit wäre, jedem dazu das Können zu schenken.