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Jes Kap 49-50

Jesaja Kap. 49-50


Der verworfene  Messias (Kap 49-57)


Ich habe dich zum Licht für alle Völker gemacht, damit du der ganzen Welt die Rettung bringst, die von mir kommt! Jes 49:6

Der Gottesknecht wird angekündigt. Der Prophet beschreibt den künftigen Retter anders, als man ihn erwartet: nicht als übermächtigen und siegreichen Herrscher, sondern als Gottesknecht: verachtet, verabscheut, unterdrückt. Als das fleischgewordene Wort noch im Mutterleib Mariens war, hat der Engel seinen Namen überbracht: Jesus. Am Kreuz ist er scheinbar gescheitert, vergeblich hat er sich abgemüht. Aber von Gott auferweckt ist er das Licht der Hoffnung für dich und alle Menschen in der Welt. Und alle werden sich vor ihm nieder werfen, er, der allein die lebensbringende Quelle ist, er, der das lebensbringende Brot ist.

Es wird ihnen gehen wie einer Schafherde, die an den Wegen und selbst auf kahlen Hügeln Nahrung findet. Ich habe Erbarmen mit ihnen und führe sie zu sprudelnden Quellen. Jes 49:9-10


Kann eine Mutter ihren Säugling vergessen? […] Selbst wenn sie es vergessen würde, ich vergesse dich niemals! Jes 49:15

Was bleibt von all der Aufregung, von all dem Hin und Her der Gedanken, von all den Sorgen und Befürchtungen, von allen Wünschen und Hoffnungen? Es bleibt von all dem zuletzt nur eines, nämlich die Liebe Gottes, die uns nie vergisst! Alles andere hört auf und vergeht. Seine Liebe höret nimmer auf. Meine Liebe kommt aus Gott. Allein in der Liebe handelt Gott durch uns, während in allem anderen wir selbst handeln. Was von uns ist, muß aufhören, alles aber was von Gott ist, das bleibt, zualler erst seine Liebe. Daher: “Himmel und Erde jubelt, ihr Berge, brecht in Freudenschreie aus!” (Jes 49:13)

Unauslöschlich habe ich deinen Namen auf meine Handflächen geschrieben. Jes 49:16


Von überall strömen die Heimkehrer herbei. So wahr ich lebe: Du wirst dich mit ihnen schmücken wie mit kostbarem Schmuck. Jes 49:18

Der Prophet Jesaja beschreibt hier, wie das Volk Israel nach langer Gefangenschaft  aus Babylon heimkehrt. Die Menschen selbst sollen der Schmuck Jerusalems sein. Einen ähnlichen Blick dürfen wir uns auch angewöhnen. Denn was uns im Leben letztlich schmückt, sind andere Menschen, sind Beziehungen, die wir pflegen, ist die Liebe, die wir gegeben und erfahren haben. Ja, wir Menschen sind es, mit denen Gott sich schmückt. Mit geringerem Schmuck sollten auch wir uns nicht zufrieden geben.

Ich enttäusche keinen, der mir sein Vertrauen schenkt. Jes 49:23


Gott, der Herr, hat mich bereitgemacht, auf ihn zu hören. Ich habe mich nicht gesträubt und bin meiner Aufgabe nicht ausgewichen. Jes 50:5

Gott weckt in mir das Ohr, dass ich ihn höre. Uns erreicht Gottes Stimme durch dieses innere Hören. Ich habe hier im Leben eine Aufgabe, einen Dienst, den er für mich bestimmt hat. Er gibt mir in seiner Weisheit Eingebungen über den Weg, den ich gehen soll. Das sind keine Erscheinungen oder sonstige große äußeren Phänomene. Nein, seine Eingebungen flüstert er uns leise zu. Sie erzeugen in uns einen Frieden und Ruhe des Herzens. Der göttliche Geist ist wohl gewaltig, aber von einer sanften, milden, friedlichen Gewalt. Gottes Geist gibt mir in seinen Eingebungen ebenso die richtigen Worte:

Gott, der Herr, gibt mir die richtigen Worte, damit ich erschöpfte Menschen trösten und ihnen neuen Mut zusprechen kann. Jes 50:4


Gott der Herr hat mir das Ohr geöffnet. Und ich bin nicht ungehorsam und weiche nicht zurück. Jes 50,5

Wer ist verantwortlich für dein Leben, für deine Entscheidungen? Du in deiner Freiheit? Kannst du sagen: Hallo, hier bin ich. Ich entscheide und gestalte mein Leben, wie es mir gefällt!  Klar könntest du das sagen. Das wäre ein Leben im Ich-Design. Die Frage, die wir uns immer neu stellen müssen ist: Wo bin ich von dieser Art selbst gemachter Lebensgestaltung gefährdet bzw. betroffen? Benedikt XVI bringts auf den Punkt: In den entscheidenden Momenten im Leben, im Grunde genommen sogar in jedem Moment, stehen wir am Scheideweg: Wollen wir dem Ich folgen oder Gott? Den individuellen Interessen oder dem wirklich Guten? So beten wir mit Zuversicht: Herr, gib mir die Kraft,  mich deinem Willen in Liebe hinzugeben.


Meinen Rücken habe ich hingehalten, als man mich schlug. Ich habe mich nicht gewehrt, als sie mir den Bart ausrissen. Ich hielt ihren Beschimpfungen stand und verdeckte mein Gesicht nicht, als sie mich anspuckten. Jes 50:6

Welches Herz wäre nicht gerührt, wenn es seinen Erlöser betrachtet, der gegeißelt, gefoltert, gefesselt, angenagelt, mit Dornen gekrönt und gekreuzigt ist. Schau auf Jesus. Sieh wie er uns auf seinen Schultern dadurch trug, daß er den Auftrag annahm, uns durch seinen Tod am Kreuz zu erlösen. Die Seele unseres Erlösers kannte uns alle bei Namen. Aber besonders am Tag seines Leidens, als er seine Tränen, seine Gebete, sein Blut und sein Leben für alle darbrachte, trug er dem Vater besonders für dich dieses Liebesgedenken vor: Ewiger Vater, sieh ich nehme alle Sünden auf mich und will alle Qualen und den Tod erdulden. Franz von Sales


Erschreckt nicht in dunklen Tagen! Verlasst euch auf den Herrn, auch wenn ihr nirgends einen Hoffnungsschimmer seht, denn er hält euch fest! Jes 50:10

Die dunklen Tage im Leben von Jesus Christus waren seine Passion. Seinen Rücken hat er hingehalten, als man ihn schlug. Er hat sich nicht gewehrt, sondern alles über sich ergehen lassen. Als sie ihn anspuckten, verdeckte er sein Gesicht nicht. Sein Weg führt an das Kreuz. Hoffnungslosigkeit kehrt bei allen ein, die ihn liebten. In der Auferstehung wird das Kreuz zum Symbol des Lebens, dass uns die Gewissheit gibt, dass wir auch in den dunklen, scheinbar hoffnungslosen Stunden unseres Lebens festgehalten werden.