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Jes Kap 51-55

Jesaja Kap. 51-55


Erinnert euch an den Felsen, aus dem ihr herausgemeißelt worden seid, und an den Steinbruch, aus dem ihr gebrochen wurdet! Ja, denkt an euren Vater Abraham. Jes 51,1-2

Abrahm ist das Urbild des glaubenden Menschen. Im Glauben sind wir Nachkommen Abrahams.  Jeder von uns ist wie Abraham von Gott gedacht, gewollt und geliebt. Wenn uns also Mutlosigkeit oder Angst überfällt, dann lasst uns zurück denken an den Glauben Abrahams, der gegen alle Hoffnung hoffte. Der Name Abraham kommt im neuen Testament ganze 73 mal vor. Das Leben Abrahams ist nicht einfach irgendeine Begebenheit aus dem alten Testament, sondern das neue Testament kann nur im Hinblick auf sein Leben gelesen werden.  Abraham ist eine der größten Gestalten des Glaubens und sein Glaube drückt sich vor allem in seiner persönlichen Gottesbeziehung aus.

Gewiß ist, daß wir immer in der Nähe und unter der Gegenwart Gottes leben dürfen und daß dieses Leben für uns ein ganz neues Leben ist; daß es für uns nichts Unmögliches mehr gibt, weil es für Gott nichts Unmögliches gibt. Bonhoeffer


Er macht ihre Wüste wie Eden. Jes 51:3
Meine Gebote sind in euer Herz geschrieben. Jes 51:7

Die Wüste soll zum Paradies werden. Gott schafft etwas ganz Neues. Immer und immer wieder heißt es darum hier: Höret auf mich (51,1). Beachtet meine Worte! Hört mir zu! (51,4). Eine himmlische Freude wird prophezeit. “Dann sind Trauer und Sorge für immer vorbei, Glück und Frieden halten Einzug, und die Freude hört niemals auf.” (Jes 51:11) Von dieser Freude dürfen wir heute schon etwas mit in den Tag nehmen, gerade, ja gerade dann, wenn ich mitten in einer Lebenswüste bin. Gott ist größer als alles, was uns Angst macht! Jesaja richtet unseren Blick auf den Einen, der alles hält. Der Blick auf ihn macht das Herz ruhig, stärkt es von innen heraus, gibt Mut und Kraft zum Handeln. Weil wir ihn an unserer Seite haben, brauchen wir uns vor nichts und niemand fürchten.

Schützend halte ich meine Hand über euch. Jes 51:16


Ich bin es, der euch tröstet, ich allein. Jes 51:12


Jetzt ist Friede, die Rettung ist da! Jerusalem, dein Gott herrscht als König! Jes  52:7

Israel wird die Erlösung angekündigt. Ein Bote kommt über die Berge mit einer guten Nachricht. Dies ist eine Prophezeiung auf Johannes den Täufer, der Jesus die Wege bahnt. Die Erlösung wird kein Verdienst sein, denn Gott gibt alles umsonst. Gott selbst setzt sie in Gang. Sie ist sein Geschenk wie alles von ihm Geschenk ist. Als ich Kraft suchte, stärktest du mich, als ich Halt suchte, hieltest du mich, als ich Vergebung suchte, vergabst du mir die Schuld. Unsere Antwort: Ihm voll und ganz zu nahen, einzig und allein ihn zu lieben.


Ihr Trümmer Jerusalems, freut euch und frohlockt miteinander! Denn der Herr hat sein Volk getröstet, hat Jerusalem erlöst! Jes 52:9

Im Menschen Jesus baut Gott unsere Trümmer wieder auf. Oft genug haben wir das Gefühl, auf einem Trümmerhaufen zu sitzen. Unser Leben ist nicht so geworden, wie wir uns das vorgestellt haben. An Weihnachten formt Gott aus den Scherben unseres Lebens den neuen Menschen, der dem ursprünglichen Bild entspricht, das Gott sich von uns gemacht hat. Das ist Grund zum Jubel. Wir brauchen nicht mehr in der Asche unserer verbrannten Hoffnungen zu sitzen. Wir stehen auf und jauchzen. Denn in Jesus tröstet uns Gott und baut unser Lebenshaus wieder auf, schöner und herrlicher, als es je war.  Anselm Grün


Der Herr, der Gott Israels, geht euch voran, und er beschützt euch von allen Seiten. Jes 52:12

Jesaja kündigt hier prophetisch das Leiden Jesus Christus an. Es ist so überwältigend, wie konkret hier schon von dem gesprochen wird, was Jesus später tun und erleiden wird.

Viele waren entsetzt, als sie ihn sahen. Denn in der Tat: Er war völlig entstellt und kaum mehr als Mensch zu erkennen. Gott ließ seinen Diener emporwachsen wie einen jungen Trieb aus trockenem Boden. Er war weder stattlich noch schön. Nein, wir fanden ihn unansehnlich, er gefiel uns nicht! Er wurde verachtet, von allen gemieden. Von Krankheit und Schmerzen war er gezeichnet. Man konnte seinen Anblick kaum ertragen. Wir wollten nichts von ihm wissen, ja, wir haben ihn sogar verachtet.Dabei war es unsere Krankheit, die er auf sich nahm; er erlitt die Schmerzen, die wir hätten ertragen müssen. Wir aber dachten, diese Leiden seien Gottes gerechte Strafe für ihn. Wir glaubten, dass Gott ihn schlug und leiden ließ, weil er es verdient hatte. (Jes 52:14; Jes 53,2-4)


Fürwahr, er hat unsere Krankheit getragen und unsere Schmerzen auf sich geladen. Jes 53:4

Wir müssen die Last des anderen nicht aus eigenen Kräften tragen, sondern nur in der Herzensanbindung an Christus. Christus ist der große Lastenträger, dem wir in der Nachfolge hierin nachahmen. Das ist oft nicht einfach. Nachfolge Christi ist kein Kinderspielplatz. Wenn ich Menschen begegne bei denen ich spüre, dass mir momentan nichts anderes übrig bleibt, als sie in ihrem Sosein zu ertragen, dann stelle ich mir gedanklich bildlich vor, wie Christus neben mir steht und voller Liebe auf diesen Menschen schaut. Immer dann spüre ich , dass sich mein Herz für den anderen weitet und öffnet.


Dies ist das letzte Lied über den leidenden Knecht Gottes und seine Erhöhung. Dass ein Mensch sein Leben als Schuldopfer gibt, ist eine im Alten Testament einmalige Aussage.

Doch er wurde blutig geschlagen, weil wir Gott die Treue gebrochen hatten; wegen unserer Sünden wurde er durchbohrt. Er wurde für uns bestraft – und wir? Wir haben nun Frieden mit Gott! Durch seine Wunden sind wir geheilt. Wir alle irrten umher wie Schafe, die sich verlaufen haben; jeder ging seinen eigenen Weg. Der Herr aber lud alle unsere Schuld auf ihn.  Er wurde misshandelt, aber er duldete es ohne ein Wort. Er war stumm wie ein Lamm, das man zur Schlachtung führt. Und wie ein Schaf, das sich nicht wehrt, wenn es geschoren wird, hat er alles widerspruchslos ertragen. Man hörte von ihm keine Klage. Er wurde verhaftet, zum Tode verurteilt und grausam hingerichtet. Niemand glaubte, dass er noch eine Zukunft haben würde. Man hat sein Leben auf dieser Erde ausgelöscht. Wegen der Sünden meines Volkes wurde er zu Tode gequält! Jes 53:5‭-‬8


Man begrub ihn bei Gottlosen, im Grab eines reichen Mannes, obwohl er sein Leben lang kein Unrecht getan hatte. Nie kam ein betrügerisches Wort über seine Lippen.  Doch es war der Wille des Herrn : Er musste leiden und blutig geschlagen werden. Wenn er mit seinem Leben für die Schuld der anderen bezahlt hat, wird er Nachkommen haben. Er wird weiterleben und den Plan des Herrn ausführen. Wenn er dieses schwere Leid durchgestanden hat, sieht er wieder das Licht und wird für sein Leiden belohnt. Der Herr sagt: Mein Diener kennt meinen Willen, er ist schuldlos und gerecht. Aber er lässt sich für die Sünden vieler bestrafen, um sie von ihrer Schuld zu befreien. Deshalb gebe ich ihm die Ehre, die sonst nur mächtige Herrscher erhalten. Mit seinen starken Kämpfern wird er sich die Beute teilen. So wird er belohnt, weil er den Tod auf sich nahm und wie ein Verbrecher behandelt wurde. Er hat viele von ihren Sünden erlöst und für die Schuldigen gebetet. Jes 53:9‭-‬12


Von der Mühsal seiner Seele wird er Frucht sehen und sich sättigen. Jesaja 53,11

Die Mühsal seiner Seele spricht von den inneren Leiden des Herrn Jesus am Kreuz. Was hat Er im Herzen erduldet, als Er dort das Werk der Erlösung vollbrachte! Wir denken an seine Empfindungen in den drei Stunden der Finsternis. Wie litt Er in seiner heiligen Seele, weil Er mit unseren Sünden beladen war! Wie schmerzte es Ihn, dass sein Gott Ihn verliess! Auch der Gedanke an den Tod, den Er als Lohn der Sünde erdulden würde, erschütterte Ihn. Obwohl Er keine Sünde getan hatte, musste Er sterben. Wie bitter war das für Ihn!

Sein Leiden und Sterben war nicht vergeblich. Es hat herrliche Ergebnisse erzielt. Alle, die an Ihn glauben und durch sein Blut erlöst worden sind, gehören zur Frucht, die aus seinem Tod hervorgeht.


Ich höre nie auf, dich zu lieben. Jes 54:8

Im neuen wie im alten Testament gibt es das Bild des Herrn als Bräutigam und die Gemeinde (NT) bzw. die Israeliten (AT) als Braut. Dies soll die tiefe Liebe Gottes zu uns verdeutlichen. Die Worte des Kapitels 54 beschreiben ein himmlisches Jerusalem, mit dem Gott sein Schöpfungswerk vollendet, wo Braut und Bräutigam vereint sind. Frieden herrscht hier und unser Fundament ist die Gerechtigkeit, die Gerechtigkeit in Jesus Christus.

Meine Liebe zu dir wird nie erschüttert, und mein Friedensbund mit dir wird niemals wanken. Jes 54:10


Kommt her, hier gibt es Wasser! Auch wer kein Geld hat, kann kommen. Nehmt euch Brot und esst! Hierher! Hier gibt es Wein und Milch. Bedient euch, es kostet nichts! Jes 55:1

Gottes Liebe ist nichts Abstraktes. Sie ist konkret und lebensnah. Gott macht uns kein abstraktes Angebot, sondern mit ganzem Herzen kämpft er darum, dass wir uns zu ihm hinkehren. Seine Gaben, die er uns geben will, kosten nichts. Seine Gaben lassen sich auch nicht durch fromme Taten verdienen. Nein, vielmehr sind wir in einer frommen Tat Echo auf diese Liebe Gottes, wenn wir lieben, singen wir Gottes Lied weiter.

Hört doch auf mich und tut, was ich sage, dann habt ihr es gut!  […] Nehmt meine Worte an, dann werdet ihr leben! Jes 55:2-3


Unser Gott ist gern zum Vergeben bereit. Jes 55:7

Kehrt um und glaubt an das Evangelium. Sucht Gott und betet (vgl. Jes 55:6). Kehrt um und kommt zum Herrn (vgl. Jes 55:7). Vor allem habt Vertrauen, denn seine Gedanken sind nicht deine Gedanken. Seine Gedanken sind höher als deine Gedanken. Seine Wege sind nicht deine Wege. Seine Wege sind höher als deine Wege. (vgl. Jes 55:8-9). Eins ist aber immer sicher: Sein Wort bleibt nicht ohne Wirkung, sondern erreicht, was er will, und führt das aus, was er ihm aufgetragen hat.

Mit eurer Erlösung setze ich für immer ein Zeichen, das nicht mehr aus der Welt zu schaffen ist. Jes 55:13